Jetzt muss ich doch nochmal ran *ächtz*
Ich denke diese Frauen hätten aber kein Problem damit gehabt,
ihr Kopftuch abzusetzen, wenn es der Beruf erfordert.
Es erfordert der Beruf? Das müsste ja erst einmal jemand
begründen, warum es der Beruf eines Lehrers erfordert(!) kein
Kopftuch zu tragen?
Weil die Person des Lehrers (auch mit seinem Aussehen) möglichst weltanschauliche Neutraltät ausstrahlen soll.
Im vorliegenden Fall ist das Tuch aber Symbol einer bestimmten
Weltanschauung (welcher auch immer) die von der Trägerin
offensichtlich so wichtig genommen wird, dass ihr ein auch nur
temperorär Verzischt auf das öffentliche demonstrieren dieser
Weltanschauung anscheinend nicht möglich ist.
Es geht hier nicht um eine Demonstration, sondern dass sie
nach ihrem Glauben das Tuch tragen muss. Da sehe ich schon
einen kleinen Unterschied.
Ich denke, wer auch immer diese Kleidungsvorschrift erlassen hat, der wird sich schon was dabei gedacht haben. Und selbstverständlich soll durch das Tragen eines Kopftuchs dies auch nach außen demonstriert werden, schließlich hat das Kopftuch in diesem Fall ja keinen praktischen Nutzen. Ob Frau Ludin sich nun dieser Vorschrift unterwerfen will oder nicht, ist ihre freie Entscheidung (zumindest hoffe ich, dass sie da frei ist) und wenn sie sich dafür entscheidet, dann muss sie eben auch die ensprechenden Konsequenzen ziehen.
Öffentliches Demonstrieren einer bestimmten Weltanschauung hat
meiner Meinung nach in Schulen, die ein möglichst objektives,
unvoreingenommenes Weltbild vermitteln wollen, nichts zu
suchen
Welche Weltanschauung wird hier denn demonstriert?
Keine Ahnung, ich nehm mal an, dass hier irgend eine islamische Glaubensrichtung demonstriert wird. Auf jeden Fall wird hier aber demonstriert, dass jemandem religiöse Kleidungsvorschriften wichtiger sind, als in den Staatsdienst übernommen zu werden. Das an sich dürfte auch schon eine bestimmte Weltanschauung wiederspiegeln.
Erstens
handelt es sich hier nur um gelebten Glauben und zum anderen
ist damit erst einmal keine Weltanschauung verbunden, solange
die Betreffende sich nicht dazu äussert.
Und wie soll das gehen ? Meinst du nicht, dass Kinder neugierig sind und wissen wollen, wieso ihre Lehrerin so ungewöhnlich rumläuft ? Und was dann ? Soll sie mit den Schultern zucken und nichts sagen ?
Und auch dann sehe
ich nicht, welches Lehrziel nicht mehr vermittelbar sein
sollte.
Es geht hier nicht um das Vermitteln eines Lehrziels, sondern um die weltanschauliche Beeinflussung von Schülern.
Ansonsten halte ich die Idee mit dem objektiven Weltbild und
konkreten neutralen Lehrern für eine fixe Idee. Kein Lehrer
ist objektiv und neutral und darum sollte dieses auch nicht
versteckt werden. Schüler sind nicht dumm oder haben wir das
nicht gemerkt? Ein Lehrer trägt einen Wahlkamp-Sticker von der
CDU - neutral? Ein Lehrer trägt ein Kreuz an einer Kette.
Neutral? Ein Lehrer trägt Birkenstock? Neutral? Wo setzten wir
hier die Grenzen? Woran wollen wir das bemessen? Und wenn es
nicht geht, sollten wir es gleich lassen und uns lieber damit
beschäftigen was denn in der Schule wirklich gelehrt wird.
Das Problem ist doch, dass man früher gegen dererlei Einflussnahme nichts unternehmen konnte. Die Schüler waren der Beeinflussung durch die Lehrer ausgesetzt und die Eltern waren relativ machtlos. Nun hat man zumindest eine Handhabe, dagegen vorzugehen.
, es sei denn, jemand möchte genau das. Dann kann er
sein Kind ja auf eine weltanschaulich geprägte Schule
schicken.
Auch die staatliche Schule prägt eine gewisses Weltbild. Das
uns dieses (hoffentlich) allen naheliegt ist etwas anderes.
Aber neutral ist es nicht, sonst würde es zum Beispiel mit
anderen keine Konflikte geben. Wir wollen ja nicht Neutralität
vermitteln, sondern Emanzipation und Mündigkeit. Dieses kann
auch eine Lehrerin mit Kopftuch.
hm…ehrlich gesagt, da bin ich mir nicht so sicher.
Ich weiss nicht, ob man Kindern vermitteln sollte, dass religiöse Kleidervorschriften, selbst wenn sie keinen praktischen Nutzen haben, ok sind. Das befolgen MÜSSEN von Kleidervorschriften ist doch grade das Gegenteil von Mündigkeit und Emanzipation.
Ich geb allerdings zu, dass mir dieser Aspekt mancher Religionen schon immer ziemlich unklar und dubios war. Dafür fehlt mir wohl einfach auch das Verständnis. Ich kenne aus der religiösen Tradition, der ich mich zugehörig fühle, nur Bekleidungsvorschriften bezüglich Ordensleuten, und auch da längst nicht bei sämtlichen Orden. Hier drücken die jeweiligen Personen aber eben u.a. dadurch auch aus, dass ihr Lebensmittelpunkt ein anderer ist, als derjenige von nicht Ordensleuten, das heisst, sie wollen mit ihrer anderen Kleidung tatsächlich etwas demonstrieren.
Gegenfrage: Warum besteht jemand darauf in einem Raum, der von
Weltanschauung möglichst frei bleiben sollte, öffentlich die
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Weltanschauung
etc. zu demonstrieren ?
Es geht nicht um eine Demonstration. Dafür geht es aber darum,
warum wir uns ausgerechnet und nur an dem Kopftuch stören. Es
gibt sovieles anderes, was genauso hier zutrift, daran scheint
sich aber keiner zu stören.
Doch, ich mich schon 
Es ist halt manchmal doof, in einer Umgebung zu leben, in der fast das gesamt Umfeld immer noch größtenteils durch die drei großen monotheistischen Religionen geprägt ist und man „eigene“ religiöse Symbole höchstens mal auf der Reklame von McDonalds Asia-Chicken-McNuggets mißbraucht sieht.
Allerdings gebe ich zu, ich bin bei dieser ganzen Angelegenheit in meiner Meinung noch etwas zwiespältig. Ich sehe also durchaus auch die Argumente, die du hier anführst. Ich denke, ich werde da nochmal drüber nachdenken. Vielleicht hast du recht, vielleicht ist es wirklich das Kopftuch, das mich stört, und etwas anderes würde ich vielleicht eher tolerieren (die Birkenstockschuhe z.B. ziemlich sicher *g*).
gewissen Zwang, wenn jemand anscheinend nicht in der Lage ist,
darauf zu verzichten und Zwang stört mich immer.
Wir leben alle unter Zwängen. Wir bauen sogar unser Leben
darauf. Diese Form der Freiheit gibt es nicht.
Nun ja, darüber könnten man sicher vortrefflich im Brett Religion/Ethik streiten 
Das ist aber dann nicht mehr das, was ich einen
weltanschaulich neutralen, unvoreingenommenen Raum nenne, in
dem ich mein Kind unterrichtet werden lassen möchte.
Gut, denn den gibt es auch nicht.
Ja, da hast du natürlich recht. Ich bin z.B. auch in einer recht religiös geprägten Gegend groß geworden und hab das eigentständige Denken dennoch erlernt 
Und nun ja…eine Weltanschauung, die in „Konkurrenz“ mit anderen Weltanschauungen nicht bestehen kann, ist es vielleicht eh wert, über Bord geworfen zu werden. Also lassen wir es mal drauf ankommen 
Gruss
Marion