Hallo Marion.
Ich denke diese Frauen hätten aber kein Problem damit gehabt,
ihr Kopftuch abzusetzen, wenn es der Beruf erfordert.
Es erfordert der Beruf? Das müsste ja erst einmal jemand begründen, warum es der Beruf eines Lehrers erfordert(!) kein Kopftuch zu tragen? In einer Druckerei kann ich verstehen, dass des der Beruf erfordert, weil es in eine Maschine geraten könnte. Aber in der Schule?
Im vorliegenden Fall ist das Tuch aber Symbol einer bestimmten
Weltanschauung (welcher auch immer) die von der Trägerin
offensichtlich so wichtig genommen wird, dass ihr ein auch nur
temperorär Verzischt auf das öffentliche demonstrieren dieser
Weltanschauung anscheinend nicht möglich ist.
Es geht hier nicht um eine Demonstration, sondern dass sie nach ihrem Glauben das Tuch tragen muss. Da sehe ich schon einen kleinen Unterschied.
Öffentliches Demonstrieren einer bestimmten Weltanschauung hat
meiner Meinung nach in Schulen, die ein möglichst objektives,
unvoreingenommenes Weltbild vermitteln wollen, nichts zu
suchen
Welche Weltanschauung wird hier denn demonstriert? Erstens handelt es sich hier nur um gelebten Glauben und zum anderen ist damit erst einmal keine Weltanschauung verbunden, solange die Betreffende sich nicht dazu äussert. Und auch dann sehe ich nicht, welches Lehrziel nicht mehr vermittelbar sein sollte.
Ansonsten halte ich die Idee mit dem objektiven Weltbild und konkreten neutralen Lehrern für eine fixe Idee. Kein Lehrer ist objektiv und neutral und darum sollte dieses auch nicht versteckt werden. Schüler sind nicht dumm oder haben wir das nicht gemerkt? Ein Lehrer trägt einen Wahlkamp-Sticker von der CDU - neutral? Ein Lehrer trägt ein Kreuz an einer Kette. Neutral? Ein Lehrer trägt Birkenstock? Neutral? Wo setzten wir hier die Grenzen? Woran wollen wir das bemessen? Und wenn es nicht geht, sollten wir es gleich lassen und uns lieber damit beschäftigen was denn in der Schule wirklich gelehrt wird.
, es sei denn, jemand möchte genau das. Dann kann er
sein Kind ja auf eine weltanschaulich geprägte Schule
schicken.
Auch die staatliche Schule prägt eine gewisses Weltbild. Das uns dieses (hoffentlich) allen naheliegt ist etwas anderes. Aber neutral ist es nicht, sonst würde es zum Beispiel mit anderen keine Konflikte geben. Wir wollen ja nicht Neutralität vermitteln, sondern Emanzipation und Mündigkeit. Dieses kann auch eine Lehrerin mit Kopftuch.
Gegenfrage: Warum besteht jemand darauf in einem Raum, der von
Weltanschauung möglichst frei bleiben sollte, öffentlich die
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Weltanschauung
etc. zu demonstrieren ?
Es geht nicht um eine Demonstration. Dafür geht es aber darum, warum wir uns ausgerechnet und nur an dem Kopftuch stören. Es gibt sovieles anderes, was genauso hier zutrift, daran scheint sich aber keiner zu stören.
gewissen Zwang, wenn jemand anscheinend nicht in der Lage ist,
darauf zu verzichten und Zwang stört mich immer.
Wir leben alle unter Zwängen. Wir bauen sogar unser Leben darauf. Diese Form der Freiheit gibt es nicht.
Ich denke, wenn es hier wirklich nur um das befolgen
religiöser Zwänge gegangen wäre, dann hätte sich sicherlich
eine Lösung gefunden. Wenn es dieser Frau zum Beispiel nicht
gestattet ist, ihr Haar zu zeigen, hätte sie eine Perücke
tragen können.
Es ist ihr nicht gestattet und sie selber sollte doch die Mittel wählen können. Wir wählen doch alle auch unsere Kleider selbst aus. Oder gibt es jetzt Unidformen für Lehrer? Ausserdem kommst Du doch hier in den Konflikt mit deinem Argument mit der Weltanschauung, denn hier stört sie dich auf einmal nicht mehr. Die hat sich dabei aber garnicht geändert. Geht es also doch nur um das Kopftuch und die damit verbundenen Assoziationen?
Ich vermute viel eher, hier sollte ein Präzedenzfall
geschaffen werden. Stell dir nur mal vor, man hätte hier eine
Ausnahme gemacht, dann würde sich doch wohl jeder Lehrer, der
für eine bestimmte Weltanschauung eintritt denken, wenn die
darf, dann ich aber jetzt auch…und ja, man müsste dann
allen Lehrere erlauben, ihre Weltanschauung öffentlich zu
demonstrieren.
Ist bis jetzt doch aus so. Der Präzendenzfall ist doch, dass es hier jemanden verboten wird, diese Möglichkeit zu bekommen.
Das ist aber dann nicht mehr das, was ich einen
weltanschaulich neutralen, unvoreingenommenen Raum nenne, in
dem ich mein Kind unterrichtet werden lassen möchte.
Gut, denn den gibt es auch nicht.
Nur ist die Welt mitlerweile vielfältiger geworden. Insofern
finde ich es korrekt und konsequent wenn man postuliert, dass
religiöse Symbole in einem „wertneutralen“ Raum prinzipiell
nichts zu suchen haben. Dadurch drückt man meiner Meinung nach
auch den Respekt vor anderen Religionen aus, in dem man alle
gleich behandelt.
Es geht hier aber wieder nicht um einen Raum sondern Frau Ludin. Die ist eine Person. Wenn sich also zukünftig jemand an der Kleidung einer Lehrerin stört, muss diese etwas anderes anziehen? (etwas überspitzt) Jede Kleidung drückt etwas aus und steht für eine Weltanschauung. Alleine das und wo wir etwas verbergen ist eine Weltanschauung. Genau deswegen sieht dieses Frau Ludin ja auch anders.
Diskriminierung findet statt, wenn man einer bestimmten
Religion eine Sonderstellung einräumt. Grade dies wurde aber
mit dem Urteil verhindert und darüber bin ich sehr froh.
Falsch. Hier würde keine Sonderstellung eingeräumt, da bislang jeder Lehrer christliche Symbole tragen konnte und ohne Probleme seine Stellung bekommen hat. Es wurde hier also eine Ausnahme geschaffen und nicht die Regel bestätigt.
Vielleicht gibt es nur keine deutsche Lehrerin, die wegen dem
vermeintlichen „Recht“ im Unterricht ein Kreuz zu tragen,
durch sämtliche Gerichte zieht.
Es hat ihr ja auch nie die Schulbehörde jemand verboten, obwohl es solche Fälle gibt, wo Eltern sich dagegen beschwert haben. Ausserdem ist es ja wohl unser gutes Recht für unsere Rechte auch vor Gericht zu ziehen und dieses auch durch alle Instanzen. Dieser hier nun Frau Ludin vorzuhalten, halte ich für unfair.
Ein tatsächliches
Gerichtsurteil diesbezüglich gab es allerdings wegen Kreuzen
in bayrischen Klassenzimmern.
Gegen die Verordnung der Schulbehörde, dass dort Kreuze hänge müssen. Das ist nun aber wirklich auch auf einer ganz anderen Ebene. Eine Anordnung ist etwas anderes, als die Akzeptanz.
Schalom,
Eli