Moin Marion 
Warum denn? Tut mir leid, ich versteh’s wirklich nicht. Meine
Großmütter haben noch Kopftuch getragen und die waren keine
Moslime. In Italien tragen Katholikinnen teilweise immer noch
Kopftuch wenn sie in die Kirche gehen.
Ich denke diese Frauen hätten aber kein Problem damit gehabt,
ihr Kopftuch abzusetzen, wenn es der Beruf erfordert.
Im vorliegenden Fall ist das Tuch aber Symbol einer bestimmten
Weltanschauung (welcher auch immer) die von der Trägerin
offensichtlich so wichtig genommen wird, dass ihr ein auch nur
temperorär Verzischt auf das öffentliche demonstrieren dieser
Weltanschauung anscheinend nicht möglich ist.
Nun, vielleicht kann man es ja so sehen: Wenn jemanden seine Religion gebietet sich auf eine gewisse Weise zu kleiden, dann ist das noch keine Demonstration einer Weltanschauung. Nein, ich will auch nicht, daß mein Sohn von anderen missioniert wird, wenn er dabei nicht ausweichen kann wie in einer Schule. Wenn ich jemanden begegne und er/sie trägt ein na sagen wir, buddhistisches Symbol nehme ich (noch) nicht an daß er/sie mich zu etwas überreden will.
Was anderes wäre es natürlich, wenn besagte Lehrerin den Kindern muslimische Gedanken näherbringen würde. Da könnte man mit Recht etwas dagegen haben.
Öffentliches Demonstrieren einer bestimmten Weltanschauung hat
meiner Meinung nach in Schulen, die ein möglichst objektives,
unvoreingenommenes Weltbild vermitteln wollen,
Ehrlich, tun sie das? Ein Freund von mir ist Moslem. Ich habe mit ihm seine kleine Nichte aus dem Kindergarten abgeholt. Damals war Nikolaustag und natürlich hat seine Nichte von diesem Mann geschwärmt. Meinen Freund hat das schon ein wenig gestört…
nichts zu
suchen, es sei denn, jemand möchte genau das. Dann kann er
sein Kind ja auf eine weltanschaulich geprägte Schule
schicken.
Stimmt schon, aber das Tragen eines Kopftuches ist für mich noch keine Zuschaustellung einer Weltanschauung. Kann, aber muß nicht. Genau wie das Tragen einer Kippa oder eines Kreuzes. Wie viele tragen diese religiösen Symbole ohne einen Gedanken an die jeweilige Religion ‚zu verschwenden‘?
Diese Gesetz ist für alle gleich, egal welcher Abstammung oder
Religion jemand angehört. Krutzifixe in bayrischen
Schulzimmern fallen genau so darunter wie muslimische
Kopftücher oder Buddhistische Mönchskutten.
Ich finde das übertrieben. Wenn jemand ein religiöses Symbol
trägt, dann ist das für mich höchstens ein Zeichen, daß er/sie
sich zu dieser Religion bekennt. Es zeigt schon von einer
gewissen Intoleranz, wenn man sich daran stört.
Gegenfrage: Warum besteht jemand darauf in einem Raum, der von
Weltanschauung möglichst frei bleiben sollte, öffentlich die
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Weltanschauung
etc. zu demonstrieren ? Für mich zeigt es schon von einem
gewissen Zwang, wenn jemand anscheinend nicht in der Lage ist,
darauf zu verzichten und Zwang stört mich immer.
Vielleicht ist es ja keine Demonstration ihrer Weltanschauung. Ich denke, sie trägt ihr Kopftuch auch dann, wenn ihr niemand begegnet.
Ich denke, wenn es hier wirklich nur um das befolgen
religiöser Zwänge gegangen wäre, dann hätte sich sicherlich
eine Lösung gefunden. Wenn es dieser Frau zum Beispiel nicht
gestattet ist, ihr Haar zu zeigen, hätte sie eine Perücke
tragen können. Wenn jemand unbedingt ein gewisses Symbol mir
sich rumtragen muss, dann vielleicht so, dass es nicht gleich
offensichtlich ist etc.
Ok, hmm, ich bin wohl schon ein wenig älter, und für mich ist das Kopftuches nicht unbedingt ein Symbol. Wie gesagt, damals haben ältere Frauen darunter ihr oft unfrisiertes Haar versteckt.
Ich vermute viel eher, hier sollte ein Präzedenzfall
geschaffen werden.
Kann natürlich sein…
Stell dir nur mal vor, man hätte hier eine
Ausnahme gemacht, dann würde sich doch wohl jeder Lehrer, der
für eine bestimmte Weltanschauung eintritt denken, wenn die
darf, dann ich aber jetzt auch…und ja, man müsste dann
allen Lehrere erlauben, ihre Weltanschauung öffentlich zu
demonstrieren.
Das ist aber dann nicht mehr das, was ich einen
weltanschaulich neutralen, unvoreingenommenen Raum nenne, in
dem ich mein Kind unterrichtet werden lassen möchte.
Das will ich auch. Es ist natürlich nur meine Anschauung, aber so lange jemand nur offen durch ein Symbol zu einer Religion bekennt, bleibt für mich der weltanschaulich neutrale, unvoreingenommene Raum unangetastet. Er ist ohnehin Illusion, siehe weiter unten.
Wenn er/sie
die Kinder überzeugen versucht, dann ist das was anderes.
Religiöse Symbole in Klassenzimmern haben so lange niemanden,
auch Angehörige anderer Religionen nicht gestört, warum jetzt?
Wenn sich jemand dadurch gestört fühlt, dann müsste dieses
Kreuz verschwinden, genau wie die Kreuze aus den
Klassenzimmern in Bayern. Wenn du denkst, niemand habe sich
vorher an religiösen Symbolen gestört, dann irrst du
vermutlich. Nur war es bislang so, dass eben die überwiegende
Mehrheit der SChüler christlich war und sich somit auch nicht
an chritslichen Symbolen stört.
Wir hatten auch Angehörige anderer Religionen in unserer Klasse. Vielleicht irre ich mich wirklich, aber ich kann mich nicht erinnern, daß sich jemand an dem Kreuz gestört hat.
Nur ist die Welt mitlerweile vielfältiger geworden. Insofern
finde ich es korrekt und konsequent wenn man postuliert, dass
religiöse Symbole in einem „wertneutralen“ Raum prinzipiell
nichts zu suchen haben. Dadurch drückt man meiner Meinung nach
auch den Respekt vor anderen Religionen aus, in dem man alle
gleich behandelt.
Wie oben schon gesagt, der wertneutrale Raum ist eine Illusion, schon allein wegen Oster-, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern. Das heißt jetzt für mich sicher nicht, daß man solche Feiern nicht abhalten sollte. Ich denke, mit ein wenig Toleranz und Fingerspitzengefühl kann man das schon in den Griff bekommen, ohne daß sich jemand benachteiligt fühlt.
Diskriminierung findet statt, wenn man einer bestimmten
Religion eine Sonderstellung einräumt. Grade dies wurde aber
mit dem Urteil verhindert und darüber bin ich sehr froh.
„postitiv diskriminiernd“ wäre, wenn man für diese Frau eine
Sondergenehmigung erteilen würde, weil sie aus Afghanistan
stammt. Das macht man aber grade nicht. Sie wird genau so
behandelt, wie jeder andere Lehramtsanwärter in Deutschland
auch.
Sehe ich nicht ganz so. Würde ich erst sehen, wenn man einer
Lehrerin das Tragen eines Kreuzes verbietet.
Vielleicht gibt es nur keine deutsche Lehrerin, die wegen dem
vermeintlichen „Recht“ im Unterricht ein Kreuz zu tragen,
durch sämtliche Gerichte zieht.
Nein, vermutlich nicht. Aber sicher eine Menge die Kreuz tragen ohne daß sich jemand (und ich sicher auch nicht) aufregt. Nur sollte man da nicht mit zwei Maßen messen.
Ein tatsächliches
Gerichtsurteil diesbezüglich gab es allerdings wegen Kreuzen
in bayrischen Klassenzimmern.
Finde ich, wie gesagt, ein wenig übertrieben.
Der Begriff „Rassistisch“ ist in diesem Zusammenhang im
günstigsten Fall albern, im schlechtesten Fall Polemik.
… oder ein wenig übertrieben
Naja, ist schon merkwürdig. Wenn manche Leute hier stilistisch
in die unterste Schublade greifen dann ist das „ein wenig
übertrieben“. Bei anderen fällt die Reaktion da schon ganz
anders auch.
Aja, ich möchte es so formulieren: Man sollte schon sehr vorsichtig sein, wenn man jemanden einen solch schweren Vorwurf macht. Man kann ja sagen: ‚Diese Äußerung könnte man rassistisch auslegen‘ und dann schauen, wie der/die andere dazu steht.
Servus
Herbert