USA: New England und Indian Summer

Hallo in die Runde,

wir haben im Oktober Urlaub, insgesamt 17 freie Tage. Auf jeden Fall möchten wir um die 5 Tage nach New York, plus 3 Reise-/Jet-Lag-Tage, gibt noch 8-9 volle unverplante Tage.

Jetzt haben wir uns überlegt, was man zusätzlich zu New York machen kann. Florida kenne ich schon, hat mich gar nicht begeistert, Kalifornien wird ein Extra-Urlaub. Also sind wir auf die Idee gekommen, uns mal den berühmten Indian Summer anzusehen und die Natur zu genießen.

Ich habe mir auch schon einen Reiseführer gekauft und im Internet gesurft - leider scheint da alles toll zu sein. Es gibt keine konkreten Handlungsempfehlungen für New England-Newbies. Auf der anderen Seite kann man auf viele als toll beschriebene Sehenswürdigkeiten im Vergleich zum Eiffelturm vielleicht eher verzichten.

Momentan schwebt mir die Route New York-Adirondacks-Montréal-Québec-Maine vor - dann vom Acadia Nationalpark in Maine zurückfliegen. In den Städten jeweils nur Stippvisiten. Ich fürchte allerdings, dass man sich dabei übernimmt. Umgekehrt möchte man ja einiges gesehen haben, denn 1 Woche durch die Natur wandern kann ich auch im Böhmerwald.

Also meine Fragen:

  • Übernehmen wir uns? (Blöde Frage, ich weiß) Die Alternative wäre, einfach nur von New York aus in einen der Parks, dort 1 Woche bleiben und wieder zurück. Aber das könnte ja schnell langweilig werden…
  • Erleben wir den Indian Summer / Foliage auf dieser Strecke überhaupt oder fahren wir einmal um das Zentrum des Geschehens herum?
  • Welche Saison ist die beste für die Foliage - Oktober schon klar, aber eher Anfang, eher Mitte, eher Ende oder von Region zu Region verschieden??
  • Verpasse ich das Schönste, etwa die Niagarafälle (reizen mich weniger), Cape Cod/Boston, Vermont?
  • Empfiehlt sich für diese Tour ein Wohnmobil? Weniger der Kosten wegen, sondern um der ständigen Hotelsuche zu entgehen. Wenn man trotzdem Campingplätze reservieren muss, bringt es natürlich nichts. Wie sind da die Regelungen?
  • War vor 10 Jahren das letzte Mal in USA - was kosten einfache Ausfallstraßenmotels und BigMacs inzwischen?

Für Eure Hilfe danke ich Euch schon mal!!

Erik

Hallo Eric,

Ich habe mir auch schon einen Reiseführer gekauft und im
Internet gesurft - leider scheint da alles toll zu sein. Es
gibt keine konkreten Handlungsempfehlungen für New
England-Newbies.

Ist doch prima so. Ihr wollt euch doch eh ein Auto mieten -> was spricht dagegen, zuerst einmal grob zu planen, und die Planung dann unterwegs auch wieder spontan zu ändern, also länger zu bleiben, wenn es irgendwo schön ist, und gleich wieder weiterzufahren, wenn es das nicht ist?

Momentan schwebt mir die Route New
York-Adirondacks-Montréal-Québec-Maine vor - dann vom Acadia
Nationalpark in Maine zurückfliegen. In den Städten jeweils
nur Stippvisiten. Ich fürchte allerdings, dass man sich dabei
übernimmt.

Fürchte ich auch. Vergiss nicht, dass du in den USA nur etwas mehr als 110 km/h auf der Autobahn fahren darfst. Dadurch kommt man zwar sehr entspannt an, aber die Fahrzeiten sind auch entsprechend. Man kann auch nicht „einfach schneller fahren“, denn speeding ist in den USA richtig übel teuer. (Ich würde sogar empfehlen, den Tempomat zu verwenden. Man wird sonst nahezu automatisch immer schneller, und schon fährt man wieder 80 mph.)

Ich denke, ich würde den Abstecher nach Kanada weglassen. Oder überleg dir zumindest nochmal genau, ob du soviel Zeit im Auto verbringen willst.

  • Verpasse ich das Schönste, etwa die Niagarafälle (reizen
    mich weniger), Cape Cod/Boston, Vermont?

Wenn dich die Niagarafälle „weniger“ reizen, kannst du da doch auch nichts verpassen, oder? … Schau dir bei Gelegenheit mal die Krimmler Wasserfälle an. Die sind zwar nicht ganz so gigantisch wie die Niagarafälle, dafür aber auch nicht so überlaufen.

Schau dir das an, was du sehen willst, und nicht das, was man „gesehen haben muss“. Es ist doch Urlaub - da muss man gar nichts :wink:

  • Empfiehlt sich für diese Tour ein Wohnmobil? Weniger der
    Kosten wegen, sondern um der ständigen Hotelsuche zu entgehen.

Wohnmobil? Willst du das wohl in New York mieten, dich dann damit durch den Stadtverkehr quälen und dann beim Einparken immer höllisch aufpassen, damit du mit diesem Riesenmonster ja nicht irgendwo einen Kratzer machst?

  • War vor 10 Jahren das letzte Mal in USA - was kosten
    einfache Ausfallstraßenmotels und BigMacs inzwischen?

In Indiana habe ich 10/07 am Highway ein Motel für $29,95 angeboten gesehen. Ich habe dann direkt im Zentrum einer Kleinstadt gewohnt und dafür $59,95 bezahlt. Beim derzeitigen Dollarkurs waren das nicht ganz EUR 40,-. Google halt mal nach Hotels in der Gegend, wo du hinwillst, dann siehst du ja die Preise. Das heißt ja nicht, dass du was reservieren musst.
Ach ja: Sogar in Washington D.C. habe ich für $75,- (incl. tax) gewohnt. Also ich würde mir kein Wohnmobil mieten.

Ach ja, wegen BicMac: Fast food ist wegen des Dollarkurses wesentlich billiger als hier. Aber es hat mich erschreckt, wie viel ich für einen einfachen Einkauf im Supermarkt gezahlt habe: 1,8 l Milch, $1.45, Philadalphia, $2.79, amerikanisches Gummibrot, $2.59, Cornflakes, $3.99 und so ging das weiter. Ich hätte gedacht, mir bei dem niedrigen Dollar endlich einmal keine Gedanken um Geld machen zu müssen. Hotel, Inlandsflug und Mietwagen waren auch tatsächlich schön günstig. Aber was die Lebensmittel angeht, war ich froh als ich wieder zu Hause bei Aldi einkaufen konnte :wink:

Ach ja, was ich noch sagen wollte: Es gibt in den USA offenbar so gut wie keine Internetcafés mehr. In Washington endete das damit, dass mir eine Bibliothek netterweise einer Benutzerkarte ausstellte und mich dort surfen ließ (hat nicht mal was gekostet), und in Indiana konnte ich an der Uni „schnorren“. Ich habe nur Cafés etc. mit WLAN-Hotspots gesehen. Mit anderen Worten: Nimm einen Laptop mit WLAN-Karte oder einen BlackBerry mit, oder rechne damit, dass du auch mal ein paar Tage nicht ins Internet kommst.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Il Siciliano,

was du da vorhast, ist eine beliebte Reise in den Herbstferien und tatsächlich kann man in der Zeit eine Menge deutscher Pauker an den interessanten Punkten in Neuengland antreffen.
Bin selbst mit einer schulpflichtigen Frau verheiratet, deshalb ist mir obige Aussage gestattet.
Die Foliage wandert im Laufe des Herbstes von Norden nach Süden. Man kann nicht die Uhr danach stellen. Man kann aber in den entsprechenden Zeitungen nachlesen, wo sie besonders gut in Ihrer typischen Farbe zu bewundern ist. Tatsächlich gibt es dann einen regelrechten Tourismus in diese angesagten Gegenden.
Wir haben eine entsprechende Reise vor 6 Jahren mal gemacht, deshalb bin ich über die Preise nicht aktuell. Von New York bist du in einem Tag bequem in die Adirondacks. Dann würde ich Kanada auslassen und würde mich nach Vermont, New Hampshire und Maine orientieren un dort eine große Schleife durch die endlosen Wälder ziehen. Der Acadia Nationalpark wies allerdings damals noch keine Färbung auf, ist aber auch mit seinem Hafenort Bar Harbor zu empfehlen. Kleiner Geheimtip: Am Ortsrand gibt es die damals zweitgrößte Zucht weltweit für desingte Labornagetiere. Wollte ich besichtigen, weil ich mich für Genetik interessiere. Hatten aber samstags zu.
Die interessanten Spots auf dieser Reise abgesehen von den üblichen im Reiseführer wären:
Mt. Washington mit seiner Zahnradbahn. Unten im Tal Bretton Woods mit dem Goldroom im Golfhotel (Währungsspezialisten wissen, was ich meine).
Boston unbedingt zwei Tage einplanen, dann zur Plantage nach Plymouth fahren (ca. 50km südlich am Meer).
Provincetown nahe Cape Cod, wenn man schwul ist, und unbedingt, wenn man nicht schwul ist (möglichst am Wochenende).
Evtl. nach Nantucket Island übersetzen und eine geführte Inseltour machen, damit man weiss wo die Reichen und die Schönen der Welt ihren Sommer verbringen, und was sie bereit sind dafür hinzulegen.
In Newport(Rhode Island) die bescheidenen Hüttchen (Cottages) der Alten Superreichen Familien besichtigen (Villa Hügel ist da sehr bescheiden).
Eigentlich ist die ganze Küstenstrasse von Nord nach Süd interessant (immer wieder von der Autobahn runter).
Von New London nach Long Island mit der Fähre übersetzen und mal sich in den Hamptons umschauen.
Und dann ist man ja wieder in New York.

Eine herrliche Reise. Viel Spass
Bernd

Hallo,

wir haben im Oktober Urlaub, insgesamt 17 freie Tage. Auf
jeden Fall möchten wir um die 5 Tage nach New York, plus 3
Reise-/Jet-Lag-Tage, gibt noch 8-9 volle unverplante Tage.

Jetzt haben wir uns überlegt, was man zusätzlich zu New York
machen kann. Florida kenne ich schon, hat mich gar nicht
begeistert, Kalifornien wird ein Extra-Urlaub. Also sind wir
auf die Idee gekommen, uns mal den berühmten Indian Summer
anzusehen und die Natur zu genießen.

Grundsätzlich sicher eine schöne Sache, wenn es zeitlich passt.

Ich habe mir auch schon einen Reiseführer gekauft und im
Internet gesurft - leider scheint da alles toll zu sein. Es
gibt keine konkreten Handlungsempfehlungen für New
England-Newbies. Auf der anderen Seite kann man auf viele als
toll beschriebene Sehenswürdigkeiten im Vergleich zum
Eiffelturm vielleicht eher verzichten.

Ich bin in der Gegend ohne Indian Summer unterwegs gewesen, und muss sagen, dass die Landschaft schon beeindruckend schön ist, es aber eigentlich nur wenige echte „Highlights“ gibt, die man gezielt ansteuern sollte. Wir haben uns damals eher treiben lassen, und ich glaube nicht, dass wir viel konkrete Dinge verpasst haben. Es ist einfach insgesamt eine tolle Gegend für Leute die sich für so etwas begeistern können.

Momentan schwebt mir die Route New
York-Adirondacks-Montréal-Québec-Maine vor - dann vom Acadia
Nationalpark in Maine zurückfliegen. In den Städten jeweils
nur Stippvisiten. Ich fürchte allerdings, dass man sich dabei
übernimmt.

Das denke ich auch, denn man will ja nicht jeden Tag im Auto sitzen und nur Meilen machen. Ich habe die Sache in zwei einzelnen Reisen gemacht (einmal drei Wochen von Montreal nach Quebec, Tadoussac, und dann auf der anderen Seite am Strom runter bis Plymouth und Boston, und wieder hoch nach Montreal (denke daran, dass Einwegmieten unverhältnismäßig teuer sind), und dann noch mal 10 Tage NYC, Plymouth und wieder NYC.

Umgekehrt möchte man ja einiges gesehen haben, denn
1 Woche durch die Natur wandern kann ich auch im Böhmerwald.

Also meine Fragen:

  • Übernehmen wir uns? (Blöde Frage, ich weiß) Die Alternative
    wäre, einfach nur von New York aus in einen der Parks, dort 1
    Woche bleiben und wieder zurück. Aber das könnte ja schnell
    langweilig werden…

Ich würde die Sache wohl eher auf die USA begrenzen oder maximal hoch bis Montreal fahren. Arcadia kann man sich mal einen Tag ansehen, mehr muss aber auch nicht sein. An Städten haben mir ansonsten Plymouth und Boston sehr gefallen. Ansonsten versuchen in den kleineren Küstenorten mal ein oder zwei Nächte zu bleiben. Rockport, Jonesport, … sind ganz malerisch und nett. Allerdings ist die Gegend zu der Zeit wohl insgesamt recht voll. Wir waren damals im Juni unterwegs und da merkte man, dass das nicht so die Saison dort ist.

  • Erleben wir den Indian Summer / Foliage auf dieser Strecke
    überhaupt oder fahren wir einmal um das Zentrum des Geschehens
    herum?

So grundsätzlich passt das schon

  • Welche Saison ist die beste für die Foliage - Oktober schon
    klar, aber eher Anfang, eher Mitte, eher Ende oder von Region
    zu Region verschieden??

Er wandert, und man sollte mitwandern. Du kannst da keine Stoppuhr daneben hängen und konkret planen. Irgendwann geht es los, und dann zieht er.

  • Verpasse ich das Schönste, etwa die Niagarafälle (reizen
    mich weniger), Cape Cod/Boston, Vermont?

Über Vermont kann ich nicht sagen. Cape Cod haben wir damals im Dezember besucht und es war gespenstig schön. Da wo sich im Sommer die Massen tummeln waren wir einen ganzen Tag ganz alleine am Strand unterwegs… Boston und Plymouth würde ich auf jeden Fall mitnehmen. Plymouth Plantation ist alleine schon für einen Tag gut, und dann noch ein Hümmerchen, …

  • Empfiehlt sich für diese Tour ein Wohnmobil? Weniger der
    Kosten wegen, sondern um der ständigen Hotelsuche zu entgehen.

Könnte sein.

Wenn man trotzdem Campingplätze reservieren muss, bringt es
natürlich nichts. Wie sind da die Regelungen?

K.A.

  • War vor 10 Jahren das letzte Mal in USA - was kosten
    einfache Ausfallstraßenmotels und BigMacs inzwischen?

K.A. wir haben immer historische B&Bs bevorzugt. Geht preislich, ist aber einfach viel besser als jedes WoMo oder Motel.

Zu der Sommerreise habe ich mal unter http://www.joerglemmer.de/canadausa1999.htm ein paar Infos zusammengestellt. Leider scheint es einige der B&Bs nicht mehr zu geben (insbesondere das Haus in Plymouth, sehr schade).

Gruß vom Wiz

Hallo Erik,

Deine Reiseplanung sollte in erster Linie von Deinen/Euren Interessen abhaengen. Wenn Ihr eine ruhige Zeit verbringen wollt, Landschaften bewundern und/oder Wandern wollt, und kleine Staedte erkunden wollt, dann seid Ihr mit einem Ausflug nach Neu England richtig. Bei der von Die beschriebenen Strecke laeufts Du wirklich Gefahr, um das Geschehen herumzufahren. Hier mein Vorschlag: von NYC auf der I-87 nach Norden bis in die Adirondacks (habe ich allerdings selber noch nicht erkundet); Evtl. Abstecher nach Lake Placid; Besuch der Ausable Klamm bei Keesville (http://www.ausablechasm.com/); Von Port Kent mit der Faehre ueber den Lake Champlain nach Burlington; Von Burlington nach Stowe (schoene Fahrt vom Norden (Jeffersonville) auf HW108 nach Stowe); von Stowe nach Montpelier; evtl. Fall Foliage in Vermont erkunden (sehenswert ist Landschaft um HW100 herum (Nord und Sued) oder weiter nach St. Johnsbury und Franconia Notch State Park (an I-93); White Mountain Drive (http://www.visitnh.gov/what-to-do/scenic-drives-and-…); weiter nach Portland, Maine; evtl. Ausflug nach Bar Harbor und Acadia NP; auf Rt.1 nach Sueden Richtung Boston mit Stops in Cape Elizabeth, Open Air Outlet Mall in Kittery und evtl. Portsmouth; evtl. Rockport, Gloucester, Salem; Boston; Rueckflug von Boston oder weiter nach Plymouth, Providence, Newport, New Haven, NYC.

Der Hoehepunkt der Fall Foliage ist im Norden Vermonts Anfang bis Mitte Oktober. Ich war letztes Jahr (2007) am 2. Wochenende im Oktober in Stowe und die Farben waren wirklich klasse! Es gibt einige Internetseiten, auf denen man sich ueber den Verlauf informieren kann.

Ich wuerde auch in B&B und Inns uebernachten, auch wenn die $100 und mehr sein koennen. Wichtig: an Wochenenden sind viele Inns/B&B ueberlaufen und ausgebucht.

Oder was ganz anderes: von NYC nach Philly und Washington, DC.

Viele Gruesse,

Marcus

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