Vater, Sohn und Heiliger Geist?

Hallo!

Zu Anfang: Dieser Artikel hat nichts mit Blasphemie zu tun. Ich bin überzeugt, dass es Gott gibt. Es ist nur eine einfache Verständnisfrage, die mir sicher der/die eine oder andere von euch zu beantworten weiss.
Hier also die provokante Aussage, die mich zu meiner Frage geführt hat: „Mein einziger Gott ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“

Zum Einen steht in den Zehn Geboten, dass man nur einen Gott haben darf, zum Anderen spricht man von Vater, Sohn und Heiligem Geist, die alle drei Gott sind
Wie ist das miteinander vereinbar oder was habe ich falsch verstanden?

Danke an alle Antwortenden!

DANIEL

Hallo Daniel,

Zum Einen steht in den Zehn Geboten, dass man nur einen Gott
haben darf, zum Anderen spricht man von Vater, Sohn und
Heiligem Geist, die alle drei Gott sind
Wie ist das miteinander vereinbar oder was habe ich falsch
verstanden?

Falsch verstanden hast Du eigentlich gar nichts, höchstens ein Detail übersehen: In den christlichen Religionen gilt das Prinzip der Heiligen Dreifaltigkeit, also: Vater = Sohn = Heiliger Geist (und nicht entweder/oder).

Viele Grüße

Tessa

Hallo Daniel!

Hier also die provokante Aussage, die mich zu meiner Frage
geführt hat: „Mein einziger Gott ist der Vater, der
Sohn und der Heilige Geist.“

Zum Einen steht in den Zehn Geboten, dass man nur einen Gott
haben darf, zum Anderen spricht man von Vater, Sohn und
Heiligem Geist, die alle drei Gott sind
Wie ist das miteinander vereinbar oder was habe ich falsch
verstanden?

Das mit der Trinität ist gar nicht so einfach. Ich habe hier im Forum zwar mal eine Erklärung dazu geschrieben, aber das liegt schon ein Weilchen zurück. Daher nochamls der Text, der Dir hoffentlich weiterhilft.

Ich verwende mal die Definition von James R. White, die ich recht gut finde:

„Within the one Being that is God, there exists eternally three coequal and coeternal persons, namely, the Father, the Son, and the Holy Spirit.“

Zu erklären sind jetzt hier die Wörter „Being“ (Wesen) und „Person“. Diese sind nämlich aus trinitarischer Sicht nicht identisch. Alles, was existiert, hat ein Wesen. Ein Baum hat das Wesen eines Baumes, ein Hund das Wesen eines Hundes, ein Felsbrocken das Wesen eines Felsbrockens usw. Das Wesen ist das, was etwas zu dem macht, was es ist. Es ist gewissermaßen der „Stoff“, die Essenz einer Sache.
Nun ist aber natürlich nicht jedes Wesen eine Person. Person nicht gemeint im körperlichen Sinne, aus Fleisch und Blut, wie wir das heute verstehen, sondern das, was eine Person im oben gemeinten Sinne charakterisiert, sind Dinge wie Bewußtsein, Intelligenz, Vernunft, schöpferisches Handeln usw. Eine Person ist sich ihrer selbst und ihrer Existenz bewußt und kann sich von anderen Dingen und Personen unterscheiden, über sich selbst reflektieren usw. Eine Person kann dabei durchaus Geist sein. Man darf sich hier nicht an unseren heutigen Personenbegriff klammern.

Betrachtet man die Bibel, so gibt es letztlich drei Arten von Wesen, die Personen sind: Gott, Menschen und Engel.

Mein Wesen ist begrenzt und endlich. Es ist zu einer bestimmten Zeit auf einen bestimmten Ort begrenzt/festgelegt. An meinem Wesen hat nur eine Person Anteil. Da mein Wesen in Zeit und Raum begrenzt ist, kann es nicht von mehreren Personen geteilt werden. Ein Wesen - eine Person: Das ist charakteristisch für das Menschsein.

Wenn wir nun aber an Gott denken, so unterliegt sein Wesen nicht den Einschränkungen, wie das bei Geschöpfen der Fall ist. Sein Wesen ist unbegrenzt, unendlich und entzieht sich völlig unserem Vorstellungsvermögen. Gottes Wesen ist nicht an Raum und Zeit gebunden. An diesem unbegrenzten Wesen Gottes haben nun nach trinitarischer Auffassung eben drei Personen - der Vater, der Sohn und der Heilige Geist - teil und zwar jede Person voll und ganz. Das göttliche Wesen ist eines, die göttlichen Personen sind drei. Während der Vater nicht der Sohn ist, noch der Sohn der Heilige Geist etc., ist jede dieser drei Personen ganz und gar Gott und dem göttlichen Wesen vollständig teilhaftig. Solange man den Unterschied der Begriffe „Wesen“ und „Person“ nicht begriffen hat, wird man niemals verstehen, was die Trinitätslehre eigentlich aussagt.

Von Unitariern (wie auch den ZJ) heißt es regelmäßig, daß die Trinitätslehre der Einheit Gottes widersprechen würde. Oft heißt es, die Trinitarier behaupten 1+1+1=1 und das kann nicht sein. Dies basiert aber lediglich auf einem falschen Verständnis der Trinitätslehre. Es geht eben nicht darum, daß drei Personen = eine Person sind, wie obige Formel suggeriert. Im Rahmen der Trinitätslehre gibt es eben auch nur einen einzigen Gott. Die Frage nach Gott ist aus trinitarischer Sicht die Frage nach dem Wesen Gottes, also nach dem, was Gott zu Gott macht und somit eine Frage nach dem „WAS“. Dagegen ist die Frage nach der Art und Weise, wie dieses Wesen existiert, die Frage nach den drei göttlichen Personen und damit eine Frage nach dem „WER“ ! Bei 1+1+1=1 vergleicht man daher Äpfel mit Birnen und dabei kann natürlich nichts Sinvolles rauskommen.

Gruß
Michael

Hallo Michael,

du erklärst sehr ausführlich, wie man sich die Trinitätslehre vorstellen soll, aber du vergisst dabei die Tatsache, dass man sich kein Bild von Gott machen soll. Mit der Trinitätslehre hast du schon gleich drei Bilder. Wie erklärst du dir, dass das Christentum dieses Gebot nicht erfüllt? Gibt es Gebote unterschiedlicher Wertigkeit? D.h., gibt es Gebote, die man erfüllen muss und andere, die man nicht erfüllen muss?

Viele Grüße
Sylvia

Die Fragen sind ernst gemeint, ich will niemandes Religion in den Schmutz ziehen!

gute frage…
das wäre mir jetzt wieder nicht gleich aufgefallen. gut dass es intelligentere menschen als mich gibt.

DANIEL
*der sich auf die antwort auf sylvia´s posting mitfreut

Hallo,

dass man sich kein Bild von Gott machen soll.

Ich denke, dass mit Bild speziell Bildnisse und deren Anbetung gemeint sind. Etwas dass zu Zeiten des alttestamentlichen Israels gang und gaebe war (das Goldene Kalb). Insofern halte ich das Anbeten von Kruzifixen fuer einen Goetzendienst, wohingegen das das Kruzifix als Illustration des Leidens nicht unbiblisch ist.
Wenn du Bild im Sinne von Vorstellung von Gott meinst, dann ist das die unabdingbare Voraussetzung fuer den Glauben, denn wie soll ich an etwas Glauben, von dem ich keine Vorstellung habe. Jesus selbst beschreibt in seinen Gleichnissen Gott (das Wesen Gottes) um den Menschen diese Vorstellung zu ermoeglichen. Aus all diesen Gleichnissen und Aussagen Gottes ist letztendlich die Vorstellung der Dreieinigkeit entstanden, die dem Menschen das Wesen Gottes nahebringen soll.

Mit der Trinitätslehre
hast du schon gleich drei Bilder.

Eben die notwendigen Vorstellungen.

Wie erklärst du dir, dass
das Christentum dieses Gebot nicht erfüllt?

Wie gesagt ist das kein Verstoss gegen goettliche Gebote.

Gibt es Gebote
unterschiedlicher Wertigkeit? D.h., gibt es Gebote, die man
erfüllen muss und andere, die man nicht erfüllen muss?

Wie Jesus sagte: Alle Gebote koennen in zwei Geboten zusammengefasst werden:

  1. Liebe Gott
  2. Liebe deinen Naechsten

Wenn du diese Gebote erfuellst, dann hast du auch alle anderen erfuellt (Denn wer bestiehlt den, den er liebt etc.).

Gruss, Niels

Hallo!
Vielleicht findest du im Zusammenhang mit der Darstellung Gottes in der Dreifaltigkeit die Beiträge von Lini im Bereich „Monotheismus und Polytheismus“ von Interesse.

Barbara

Hallo Barbara,
vielen Dank für den Hinweis. Ich kann ihn auch Nils nur empfehlen. Genau so wie in Linis Beitrag verstehe ich das Bilderverbot auch. Toller Beitrag!

mfg Sylvia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Sylvia!

du erklärst sehr ausführlich, wie man sich die Trinitätslehre
vorstellen soll, aber du vergisst dabei die Tatsache, dass man
sich kein Bild von Gott machen soll.

In der Bibel heißt es ja nicht nur, man soll sich kein Bild von den Dingen im Himmel machen, sondern auch kein Bild von dem machen, was auf Erden ist etc. Wenn das wortwörtlich so gemeint wäre, dann dürfte man keine Fotos machen, keinen Baum zeichnen usw. Außerdem würde Gott sich dann selbst widersporchen ahben, als er z.B. anordnete, daß Statuen von Engeln angefertigt werden sollten. Es geht hier um Bilder, die angebetet bzw. verehrt werden und somit die Ehre nicht Gott gegeben wird und man in Götzdendienst verfällt. Wie Niels ja auch schon treffend angemerkt hat.

Sich geistig an das Wesen Gottes anzunähern, ist sicherlich kein „Bild machen“, wie es die Bibel verbietet. Sonst hätte Gott uns erst gar nicht so viele Hinweise auf sein wesen gegeben, wie er nun mal in seinem Wort tat.

Viele Grüße
Michael

Hallo Daniel,

Zum Einen steht in den Zehn Geboten, dass man nur einen Gott
haben darf, zum Anderen spricht man von Vater, Sohn und
Heiligem Geist, die alle drei Gott sind
Wie ist das miteinander vereinbar oder was habe ich falsch
verstanden?

Die Dreieinigkeit ist ein wichtiger Glaubenspunkt aller großen Kirchen. Wenn man die Bibel selber liest, wird man direkt nichts finden, was für eine Dreieinigkeit spricht.

Die Grundlage für diese Lehre ist Konzil zu Nizäa im Jahre 325. Dort entschied Kaiser Konstantin, der kein Christ war, in einem Gelehrtenstreit. Demnach sind der Vater und der Sohn wesensgleich. Vom heiligen Geist war damals noch nicht die Rede

Kaiser Theodosius legte später das Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa als Norm für sein Reich fest und berief im Jahre 381 u. Z. ein Konzil nach Konstantinopel ein, um die Formel abzuklären.

Jenes Konzil einigte sich darauf, daß der heilige Geist Gott und Christus gleich sei. Zum erstenmal war die Dreieinigkeitslehre der Christenheit klar formuliert worden. Kurz gesagt; Während vorher in der Bibel wichtige Glaubensinhalte durch Propheten verkündet wurden, entschieden hier Gelehrte und Kaiser, was Wahrheit ist.

Die Verfechter der Dreieinigkeit unterstützen ihre Lehre selbstverständlich auch mit Bibelzitaten, wobei für jedes Bibelzitat, welches die Lehre zu stützen scheint, sich zwei finden lassen, die das Gegenteil besagen.

Ich stelle mir allein die Passage vor, wo Jesus kurz vor seinem gewaltsamen Tot unter Tränen zu sich selbst beten soll!? (Lukas 22:41-43)

Wie du siehst, kann ich persönlich nichts mit einem „schizophrenen“ Gott anfangen.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,
ich habe Verständnisprobleme:

Die Grundlage für diese Lehre ist Konzil zu Nizäa im Jahre
325. Dort entschied Kaiser Konstantin, der kein Christ war, in
einem Gelehrtenstreit.

Kaiser Theodosius legte später das Glaubensbekenntnis des
Konzils von Nizäa als Norm für sein Reich fest …
Jenes Konzil einigte sich darauf, daß der heilige Geist Gott
und Christus gleich sei. Zum erstenmal … entschieden
hier Gelehrte und Kaiser, was Wahrheit ist.

Erkläre mir doch bitte mal, wieso Menschen Wahrheiten bezüglich Gott festlegen können, insbesondere wenn sich zu jedem

… Bibelzitat, welches die Lehre zu stützen scheint, sich zwei
finden lassen, die das Gegenteil besagen.

Gruß, Stucki

Hallo Carlos

Wie du siehst, kann ich persönlich nichts mit einem
„schizophrenen“ Gott anfangen.

Ich möchte betonen, daß Du (bzw. die ZJ) mit der Ablehnung des Konzeptes mindestens genausoviele Probleme schaffst wie Du damit umgehst. Ist Jesus ein einfacher Mensch gewesen (so lehren es nach meinem Verständnis die ZJ), dann sind die biblischen Aussagen über seine Sündlosigkeit und die besondere Bedeutung seines Opfertodes nicht haltbar. Tatsächlich habe ich bei Gesprächen mit ZJ’ler immer wieder feststellen können, daß die Person Jesu für die Leute eher in den Hintergrund rückt - meines Erachtens eine Folge der hier erwähnten Ablehnung. Aber im Begriff CHRIST steckt eigentlich, daß Jesus die Hauptperson überhaupt ist.

Kurz gesagt; Während vorher in der Bibel wichtige
Glaubensinhalte durch Propheten verkündet wurden, entschieden
hier Gelehrte und Kaiser, was Wahrheit ist.

Nun ja, schau mal in die Geschichte der ZJ. Meinst Du, selbst ernannte Propheten sind da einen Deut besser? Und wer behauptet eigentlich, Gott sei nicht fähig, Gelehrte oder Kaiser zu seinen Propheten werden zu lassen?

Tatsache ist:
Die Trinität ist ein Konzept, das erst nach der Entstehung der Bibel zum Verständnis derselben entstanden ist. Das bedeutet aber nicht, daß es damit automatisch falsch ist. Es gibt auch andere Konzepte, die erst später entstanden sind, wie z.B. daß Gott nicht gerade direkt über den Wolken wohnt. Gott lebt und die Menschheit/die Christen verändern sich. Also wird Gott auch ständig neue Ideen und Verständnisweisen initiieren. Welche davon gut sind und welche nicht, entscheidet der heilige Geist.

Aber so komplex die Trinität auch ist, sie hilft, biblische Vorgänge zu verstehen.

Gruß
Thomas

Hallo Stucki,

Erkläre mir doch bitte mal, wieso Menschen Wahrheiten
bezüglich Gott festlegen können, insbesondere wenn sich zu
jedem

… Bibelzitat, welches die Lehre zu stützen scheint, sich zwei
finden lassen, die das Gegenteil besagen.

Religionen immer eine gewisse Organisationsform. Jesus, der als Wanderprediger mit seinen Jüngern durch das Land zog, hat auch auch eine Gemeinschaft aufgebaut. Nach seinem Tod organisierten sich die Christenversammlungen im ganzen römischen Reich. Und schon sehr früh gab es erste Meinungsverschiedenheiten.

Insbesondere einigen Christen mit einer guten Vorbildung in den griechischen Philosphien waren die Glaubenslehren des Christums zu ungeschliffen und intellektuell nicht anspruchsvoll genug.
Während der vielgeschmähte Apostel Paulus für seinen Lebensunterhalt noch selbst arbeitete, gab es bald Vollzeit-Gelehrte.

Spätestens, als das Christum zu einer Staatsreligion entwickelte, wurden die christlichen Glaubenslehren ein Spielball von Philosphenschulen und politischen Ränken.

Was die Bibelzitate betrifft, gibt es genug Bereiche der Bibel (Prophezeihungen, Gleichnisse, Beschreibungen), die nicht eindeutig sind. Hier ist der Spielraum in dem sich Theologen und Philosophen austoben können.

Selbst wenn die Aussagen einfach und deutlich sind, werden sie mit Gedankenakrobatik ad absurdum geführt. Ein schönes Beispiel sind die Aussagen der Bibel zu Homosexualität.
Sieh dir dazu einfach mal die untenstehen Threads an.

Gruß
Carlos

Ich möchte betonen, daß Du (bzw. die ZJ) mit der Ablehnung des
Konzeptes mindestens genausoviele Probleme schaffst wie Du
damit umgehst. Ist Jesus ein einfacher Mensch gewesen (so
lehren es nach meinem Verständnis die ZJ), dann sind die
biblischen Aussagen über seine Sündlosigkeit und die besondere
Bedeutung seines Opfertodes nicht haltbar. Tatsächlich habe
ich bei Gesprächen mit ZJ’ler immer wieder feststellen können,
daß die Person Jesu für die Leute eher in den Hintergrund
rückt - meines Erachtens eine Folge der hier erwähnten
Ablehnung. Aber im Begriff CHRIST steckt eigentlich, daß Jesus
die Hauptperson überhaupt ist.

Hallo Thomas,

wenn ich mich richtig erinnere, lehren die ZJ zwar nicht, dass Jesus nur ein einfacher Mensch war, sondern folgendes Konzept:
Jesus wird durchaus als Sohn Gottes anerkannt, aber eben nur als Sohn, d.h. deutlich abgegrenzt vom und untergeordnet unter den Vater. Ausserdem gehen sie davon aus, das Jesus vor seinem Auftreten auf der Erde eine himmlische Präexistenz (ich glaube, als einer der Erzengel) hatte. Der heilige Geist wiederum wird verstanden als eine von Gott (natürlich dem Vater) ausgehende Kraft oder Kraftwirkung, keinesfalls jedoch als eine Person/Persönlichkeit. (Hoffentlich habe ich nichts durcheinandergebracht).
Wie auch immer, was ich damit sagen will ist, dass auch hier ein über die konkreten biblischen Aussagen hinausgehendes Konzept vorliegt, das im nachhinein erstellt/interpretiert wurde. Somit gibt es m.E. wenig Ursache für ZJ, den übrigen christlichen Kongregationen vorzuwerfen, mit der Trinität nachträglich ein in der Bibel so nicht vorhandenes Konzept aus dem Ärmel gezaubert zu haben. Wenn man nämlich nicht gerade die ZJ-eigene Bibelübersetzung heranzieht, wird es auch sehr schwierig, die ZJ-Lehre über Gott, Jesus und Hl. Geist aus der Bibel abzuleiten. Natürlich wird das von Seiten der ZJ offiziell so interpretiert, dass die anderen christlichen Kirchen bewusst die entsprechenden Bibelstellen gefälscht/fehlinterpretiert hätten…Dazu kann man als Nicht-Altphilologe natürlich wenig sagen. Allerdings bezweifle ich, dass „Otto-Normal-ZJ“ das überprüfen kann. Da muss er auch einfach das glauben, was seine Oberen ihm vorgeben. Ist aber in den anderen Kirchen nicht anders. Da sind die Gläubigen auch darauf angewiesen, auf die Seriösität ihrer Altphilologen und Quellenkundler zu vertrauen. Letztlich läuft es also doch darauf hinaus, dass geglaubt werden muss/kann/darf, was nicht bewiesen werden kann.

Hallo Schwesig, hallo Thomas,

wenn ich mich richtig erinnere, lehren die ZJ zwar nicht, dass
Jesus nur ein einfacher Mensch war, sondern folgendes Konzept:
Jesus wird durchaus als Sohn Gottes anerkannt, aber eben nur
als Sohn, d.h. deutlich abgegrenzt vom und untergeordnet unter
den Vater. Ausserdem gehen sie davon aus, das Jesus vor seinem
Auftreten auf der Erde eine himmlische Präexistenz (ich
glaube, als einer der Erzengel) hatte. Der heilige Geist
wiederum wird verstanden als eine von Gott (natürlich dem
Vater) ausgehende Kraft oder Kraftwirkung, keinesfalls jedoch
als eine Person/Persönlichkeit. (Hoffentlich habe ich nichts
durcheinandergebracht).

Du hast es ziemlich genau dargestellt. Hinzufügen müßte man noch, daß Jesus in seiner vormenschlischen Gestalt als Logos oberhalb der Engel einzuordnen ist. Er wurde als einziger von Gott alleine geschaffen (Sprüche 8:22-31). Danach war er bei Erschaffung des restlichlichen Universums beteiligt.

Wie auch immer, was ich damit sagen will ist, dass auch hier
ein über die konkreten biblischen Aussagen hinausgehendes
Konzept vorliegt, das im nachhinein erstellt/interpretiert
wurde. Somit gibt es m.E. wenig Ursache für ZJ, den übrigen
christlichen Kongregationen vorzuwerfen, mit der Trinität
nachträglich ein in der Bibel so nicht vorhandenes Konzept aus
dem Ärmel gezaubert zu haben.

Wenn man sich die Fakten über Jesus anschaut, stellt man folgendes unabhängig von der Bibelübersetzung fest:

  • Er ist Gottes Sohn
  • Er hat weniger Macht und Wissen als der Vater
  • Er hatte eine vormenschliche Existenz
  • Er hielt den Vater für wesentlich wichtiger als sich selbst
  • Er war zwei Tage lang tod = nichtexistent
  • Er hat zu seinem Vater gebetet

Das Konzept der Z.J geht nicht über die Angaben der Bibel hinaus, sondern setzt soweit wie möglich die Aussagen der Bibel um. Für Z.J. ist die Bibel Gottes Wort. Es gibt keine anderen inspirierten Schriften. Sollte jemals in einem Wachturm etwas anderes stehen, als in der Bibel steht, werde ich diesen Wachturm verbrennen.

Wenn man nämlich nicht gerade
die ZJ-eigene Bibelübersetzung heranzieht, wird es auch sehr
schwierig, die ZJ-Lehre über Gott, Jesus und Hl. Geist aus der
Bibel abzuleiten.

Pustekuchen, diese Lehren wurden von den ZJ, bzw. den Ernsten Bibelforschern schon vertreten, als eine eigene Bibelübersetzung noch weit entfernt lag. In Deutschland wurde früher gerne die Elberfelder Bibel verwendet, weil sie den Eigennamen Gottes JHWH in der Form Jehowa wiedergab und nicht als HERR.

Natürlich wird das von Seiten der ZJ
offiziell so interpretiert, dass die anderen christlichen
Kirchen bewusst die entsprechenden Bibelstellen
gefälscht/fehlinterpretiert hätten…Dazu kann man als
Nicht-Altphilologe natürlich wenig sagen. Allerdings bezweifle
ich, dass „Otto-Normal-ZJ“ das überprüfen kann.

Ich habe direkt neben mir eine alte evangelische Bibel aus dem Jahr 1908, um vergleichen zu können.

Welche Übersetzung kennst du eigentlich, die den Eigennamen Gottes in der Form JHWH, Jahwe, Jehowa oder ähnlicher Form wiedergibt?

Wenn man sich die Fakten über Jesus anschaut, stellt man
folgendes unabhängig von der Bibelübersetzung fest:

  • Er ist Gottes Sohn

OK

  • Er hat weniger Macht und Wissen als der Vater

Naja, das ist schon wieder Interpretation. Er hat zumindest vielleicht ein anderes Wissen und andere Macht, aber ob das weniger ist??? Auf welche Stelle berufst Du Dich?

  • Er hatte eine vormenschliche Existenz

OK - kein Widerspruch zur Trinität

  • Er hielt den Vater für wesentlich wichtiger als sich selbst

Wo? und wenn, ist das ein Widerspruch zur Trinität?

  • Er war zwei Tage lang tod = nichtexistent

Da steckt wieder die besondere Seelenlehre der ZJ dahinter, dass der Mensch keine unsterbliche Seele habe, sondern die Seele ist, d.h. wenn tot, dann ganz tot. Wie interpretieren die ZJ aber z.B. das Gleichnis vom Reichen Mann und armen Lazarus. Oder die zugegebenermassen etwas unklareren Stellen im 1. Petr. 3,19 und 4,6 das Christus auch den Toten das Evangelium verkündigt hat?

  • Er hat zu seinem Vater gebetet

kein Widerspruch zur Trinität

Er hat auch gesagt: Ich und der Vater sind eins (Joh. 10,30), was er durchaus nicht als „eines Sinnes“ oder so gemeint hat, sonst hätte man nicht versucht ihn nach dieser Aussage wegen Gotteslästerung zu steinigen.

Das Konzept der Z.J geht nicht über die Angaben der Bibel
hinaus, sondern setzt soweit wie möglich die Aussagen der
Bibel um. Für Z.J. ist die Bibel Gottes Wort. Es gibt keine
anderen inspirierten Schriften. Sollte jemals in einem
Wachturm etwas anderes stehen, als in der Bibel steht, werde
ich diesen Wachturm verbrennen.

Löblich, löblich. Es gibt aber auch in der Bibel Hinweise (ich sage bewusst nur Hinweise, keine Beweise) auf eine Dreieinigkeit, wie z.B. das Taufen auf Vater, Sohn und Heiligen Geist (Mt. 28,19) oder die Segensformel in 2. Kor. 3,13 (…Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes)

Hallo Carlos!

Die Grundlage für diese Lehre ist Konzil zu Nizäa im Jahre
325. Dort entschied Kaiser Konstantin, der kein Christ war, in
einem Gelehrtenstreit. Demnach sind der Vater und der Sohn
wesensgleich. Vom heiligen Geist war damals noch nicht die
Rede

Nun, es ist zwar richtig, daß auf Konzilien (u.a. Nizäa) die Trinitätslehre erstmalig ausformuliert wurde, wie Du weiter unten ja auch geschrieben hast. Die Grundlage für diese Lehre, die bereits vor den Konzilien geglaubt wurde, ist aber die Bibel und kein Konzil. Die ZJ, zu denen Du ja zu gehören scheinst oder zumindest ihren Lehren verbunden bist, stellen es gerne so dar, als wäre die Lehre von der Dreieinigkeit eine menschliche Erfindung und die Wesensgleichheit von Vater und Sohn wäre erst auf dem Konzil zu Nizäa entstanden.

In dem Buch „Should You Belive in the Trinity?“ (Brooklyn: Watchtower Bible and Tract Society, 1989) werden hierzu als Beleg zahlreiche Kirchenväter aus der Zeit vor dem Konzil zu Nizäa zitiert, um zu beweisen, daß keiner von Ihnen angeblich Jesus als Gott betrachtet hat bzw. an die Trinität Gottes geglaubt hat.

Und da beginnt die Verdrehung der Wahrheit. Nur mal ein paar Kostproben.

  1. In dem o.g. Büchlein heißt es, Justin „… calles the prehuman Jesus a created angel who is ‚other than the God who made all things.‘ He said that Jesus was inferior to God and ‚never did anything except what the Creator… willed him to do and say‘“ (S. 7).

Fakt ist, daß Justin gelehrt hat, daß der „prehuman Jesus“ Gott ist und keineswegs ein Engel. Justin sagt lediglich, daß Jesus auch als Engel bezeichnet wird, aber er erklärt, daß dies der Fall war, weil Jesus Christus, der wahrlich Gott ist, gelegentlich die Erscheinung eines Engels (im AT) angenommen hatte.

Justin schreibt, daß „the Father of the universe has a Son: who also, being the first-begotten Word of God, IS EVEN GOD. And of old he appeared in the shape of fire and in the likeness of an angel to Moses and to other prophets…“ (1) [Hervorhebung von mir]

  1. Das ZJ Büchlein behauptet, laut Klemens von Alexandria war Christus „a creature“ und Gott untergeordnet (S. 7). Klemens lehrte dagegen, Christus ist „truly most manifest Deity, He that is made equal to the Lord of the universe; because He was His Son,“ (2). Christus ist gemäß Klemens derselbe Gott, wie der Vater (3). Klemens bezeichnet Christus explizit als „eternal Son“ (4) und bestreitet, daß der Vater jemals ohne den Sohn gewesen wäre (5), womit der Sohn Gottes folglich ewig exsitierte und nicht erschaffen sein kann.

  2. Hippolytos wird in dem ZJ Büchlein dahingehend zitiert, daß er über Gott sagt, Gott war „alone by himself“ und „called into being what had no being before.“ Das ist soweit korrekt und widerspricht nicht der Trinitätslehre. Aber dann behauptet die Wachturmgesellschaft in ihrem Werk, daß laut Hippolytos in den Dingen, die Gott ins Dasein brachte, „the created prehuman Jesus“ (S. 7) miteingeschlossen war. Das ist nicht nur falsch, sondern das genaue Gegenteil von dem, was Hippolytos in dem Kontext, in dem er die o.g. Äußerungen machte, lehrte. Hippolytos schrieb: „God, subsisting alone, and having nothing contemporaneous with Himself, determined to create the world… there was nothing contemporaneous with God. Beside Him there was nothing; but HE, WHILE EXISTING ALONE, YET EXISTED IN PLURALITY.“ (6) [Hervorhebung von mir]. Diese Pluralität besteht im Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie Hippolytos im vorhergehenden Paragraph selbst ausführt:

„A man, therefore, even thought he will it not, is compelled to acknowledge God the Fahter Almighty, and Christ Jesus the Son of God, who, being God, became man, to whom also the Father made all things subject, Himself excepted, and the Holy Spirit; and that these, therefore, are three.“ (7)

Hippolytus sagt sogar, daß die Heilige Schrift „Christus the Almighty“ (8) nennt und daß „Christ is the God above all.“ (9).

Auch bezüglich Irenäus, Origenes und Tertullian werden in „Should You Belive in the Trinity?“ sträflich Aussagen aus dem Kontext gerissen und daß Gegenteil von dem behauptet, was diese Leute gelehrt haben.

Was soll man von solchen „Ernsten Bibelforschern“ halten, die mit derart manipulativen Büchern ihre Anhänger in die Irre führen?

[…]

Ich stelle mir allein die Passage vor, wo Jesus kurz vor
seinem gewaltsamen Tot unter Tränen zu sich selbst beten
soll!? (Lukas 22:41-43)

Jesus betet zum Vater und nicht zu sich selbst. Leider haben die ZJ die Trinitätslehre nicht begriffen oder wollen sie nicht bergeifen und stellen sie demnach konsequent falsch in ihren Werken dar. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind nicht eine Person, sondern drei Personen.

Gruß
Michael

Quellen:

  1. Justin Martyr, First Apology 63, in: The Ante-Nicene-Fathers: Translations of the Writings of the Fathers down to A.D. 325, ed. Alexander Roberts and James Donaldon, rev. ed. A. Cleveland Coxe (Grand Rapid: William B. Eerdmans Publishing Co., 1969 reprint [orig. 1885]), 1:184; nachfolgend kurz ANF genannt

  2. Clement of Alexandria, Exhortation to the Heathen 10, in ANF, 2:202

  3. Clement, The Instructor 1.8.1.11, in ANF, 2:227, 234.

  4. Clement, Exhortation to the Heathen 12, in ANF, 2:206

  5. Clement, Miscellanies [Stromata] 5.1, in ANF, 2:444

  6. Hippolytus, Against Noetus 10, in ANF, 5:227.

  7. ebenda, 8, i ANF, 5:226.

  8. ebenda, 6, in ANF, 5:225

  9. Hippolytus, The Refutation of All Heresies 10.30, in ANF, 5:153.

Hallo,

ich werde auch mal versuchen meinen Senf dazu zugeben…

  • Er hat weniger Macht und Wissen als der Vater

Naja, das ist schon wieder Interpretation. Er hat zumindest
vielleicht ein anderes Wissen und andere Macht, aber ob das
weniger ist??? Auf welche Stelle berufst Du Dich?

Jesus bestätigt des öfteren, das der Vater grösser ist als der Sohn. Es ist ja auch Verständlich, da Jehova schon ewig da ist und Jesus der Erstakt seiner Schöpfung.

  • Er hielt den Vater für wesentlich wichtiger als sich selbst

Wo? und wenn, ist das ein Widerspruch zur Trinität?

Er sagte bei vielen Wundern, z.B. bei den Auferstehungen, dass der Vater ihm die Macht gibt. Er gab die Ehre seinem Vater, damit machte er ihn beispielsweise wichtiger als sich selbst.

  • Er war zwei Tage lang tod = nichtexistent

Da steckt wieder die besondere Seelenlehre der ZJ dahinter,
dass der Mensch keine unsterbliche Seele habe, sondern die
Seele ist, d.h. wenn tot, dann ganz tot. Wie interpretieren
die ZJ aber z.B. das Gleichnis vom Reichen Mann und armen
Lazarus. Oder die zugegebenermassen etwas unklareren Stellen
im 1. Petr. 3,19 und 4,6 das Christus auch den Toten das
Evangelium verkündigt hat?

das ist das Problem, das ihr habt, ihr seht die Bibel nicht als ganzes, pickt nur einzelne Bibelstellen heraus und meint damit Wiedersprüche zu finden. Schon in den ersten Kapiteln der Bibel ist von dem Menschen als Seele die Rede, er hat keine seele er ist eine Seele. In keiner Stelle der Bibel (es sei denn man interpretiert sich Stellen, damit kann man aber auch die Evulotion anhand der Bibel beweisen) ist von der Unsterblichen Seele die Rede. Aber ich werde dir auch noch eine Bibelstelle an den Kopf werfen: Pre 9:10 – hier Steht der Mensch hat weder Weisheit noch Erkenntnis noch irgendetwas im Tod. Jesus vergleicht den Tod mit einem tiefen Schlaf(als er Lazarus auferweckte). Nimmt man die Bibel als ganzes, dann kann man gar nicht zum Schluss der Seelenlehre kommen.

  • Er hat zu seinem Vater gebetet

kein Widerspruch zur Trinität

Stop, kein Widerspruch??? Zu sich selbst beten ist kein Widerspruch? Bitte um erklärung.

Er hat auch gesagt: Ich und der Vater sind eins (Joh. 10,30),
was er durchaus nicht als „eines Sinnes“ oder so gemeint hat,
sonst hätte man nicht versucht ihn nach dieser Aussage wegen
Gotteslästerung zu steinigen.

Damit ist nur gemeint, das die Eigenschaften Jehovas sich in Jesus wiederspiegeln, klar auch, da er ja undenkbar lange Zeit vor seiner menschlichen Existenz bei ihm war, als Werkmeister.

Das Konzept der Z.J geht nicht über die Angaben der Bibel
hinaus, sondern setzt soweit wie möglich die Aussagen der
Bibel um. Für Z.J. ist die Bibel Gottes Wort. Es gibt keine
anderen inspirierten Schriften. Sollte jemals in einem
Wachturm etwas anderes stehen, als in der Bibel steht, werde
ich diesen Wachturm verbrennen.

Löblich, löblich. Es gibt aber auch in der Bibel Hinweise (ich
sage bewusst nur Hinweise, keine Beweise) auf eine
Dreieinigkeit, wie z.B. das Taufen auf Vater, Sohn und
Heiligen Geist (Mt. 28,19) oder die Segensformel in 2. Kor.
3,13 (…Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes)

wie schon erwähnt, das Geheimnis zur Erkenntnis ist eine gesamte Betrachtung der Bibel, wie schon Salomo in Spr 2:4,5 sagte: 4 wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, 5 dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden.

Paulus sagte, das Gottes Wort schärfer ist als ein zweischneidieges Schwert, Sachverhalte wie Dreieinigkeit und Seelenleere lassen sich eindeutig anhand der Bibel wiederlegen.

gruss alex(ZJ)

Hallo Alex,

::: - Er war zwei Tage lang tod = nichtexistent

:: Da steckt wieder die besondere Seelenlehre der ZJ dahinter,
:: dass der Mensch keine unsterbliche Seele habe, sondern die
:: Seele ist, d.h. wenn tot, dann ganz tot. Wie interpretieren
::die ZJ aber z.B. das Gleichnis vom Reichen Mann und armen
:: Lazarus. Oder die zugegebenermassen etwas unklareren ::Stellen
:: im 1. Petr. 3,19 und 4,6 das Christus auch den Toten das
:: Evangelium verkündigt hat?

:das ist das Problem, das ihr habt, ihr seht die Bibel nicht :als ganzes, pickt nur einzelne Bibelstellen heraus und meint :damit

Wiedersprüche zu finden.

Hierzu erst einmal vier Dinge:

  1. Im Gegensatz zu Gott bin ich keine Trinität, sondern ein einzelnes Wesen in nur einer Person. Mir ist also nicht ganz klar, an wen sich die Plural-Anrede wendet. Ich vertrete hier auch nicht die offizielle Lehre irgendeiner Kirche, sondern nur das, was ich als innere Logik der biblischen Texte verstehe, und wie sie in Relation stehen zu den Aussagen verschiedener Glaubensgemeinschaften. Und da sind für mich die Trinitäts- und Seelenlehre, wie sie von den „großen christlichen Kirchen“ vertreten werden und in den bereits mehrfach genannten Konzilen formuliert wurden, einfach plausibler als die ZJ-Lehre.

  2. Ich meine überhaupt keine Widersprüche zu finden, sondern komme lediglich zu einer völlig anderen Schlußfolgerung als die offizielle Lehre der ZJ ist.

  3. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich im obigen Abschnitt gleich auf drei Stellen verwiesen. Das Anführen einer einzigen Stelle ist mir nämlich aus Diskussionen mit ZJ als sehr unangenehm in Erinnerung geblieben :wink:

  4. Lass doch mal die Katze aus dem Sack, diese Stellen können in der ZJ-Lehre ja nicht einfach ignoriert werden, das spräche ja gegen ihr Bibelverständnis. Spintisiert Jesus in dem Gleichnis nur rum? Irrt er sich? Redet er von Dingen, die es eigentlich gar nicht gibt? Und die Petrus-Stellen? Wie bringt man die mit der Ganztod-Theorie in Einklang?

Schon in den ersten Kapiteln der Bibel ist von dem Menschen als :Seele die Rede, er hat keine seele er ist
eine Seele. In keiner Stelle der Bibel (es sei denn man :interpretiert sich Stellen, damit kann man aber auch die :Evulotion anhand der Bibel beweisen)

Ja? Das ist mir wirklich neu. Die kann man nämlich noch nicht einmal naturwissenschaftlich „beweisen“, im strengen Wortsinn. Man kann höchstens Indizien dafür finden, aber ein wissenschaftlicher Beweis würde zumindest auch die experimentelle Reproduzierbarkeit erfordern. Soviel Zeit hat sich noch niemand genommen *grins*.

ist von der Unsterblichen Seele die Rede. Aber ich werde dir :auch noch eine Bibelstelle an den Kopf werfen

Autsch!, genau das meine ich, wenn ich sage, dass ich unangenehme Erinnerungen an Diskussionen mit ZJ habe. Da kommt eine einzelne Bibelstelle angeflattert, und das auch noch im Tiefflug. Klatsch. Bumm. Gegner erledigt. Felddienst für heute abgeleistet :wink:

Pre 9:10
hier Steht der Mensch hat weder Weisheit noch Erkenntnis noch :irgendetwas im Tod.

Und was beweist das? Der Mensch HAT im Tod nichts, ist noch lange nicht gleichbedeutend mit: der Mensch/seine Seele IST (existiert) im Tod nicht. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Meines Erachtens ist genau das ein Beispiel dafür, wie man durch Interpretieren von Stellen zu interessanten Aussagen kommt, die zwar watchtower-konform sind, aber weit über den Text hinausgehen.
By the way, in der Luther-Übersetzung lautet die von Dir zitierte Stelle (im Kontext):
„Alles, was dir vor die Hände
kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.“
Das klingt doch ganz anders. Erstens ist der eigentliche Sinn der Aussage, den Menschen anzuspornen, sich um die wichtigen Dinge zu Lebzeiten zu kümmern, weil das danach nicht mehr möglich ist. Aber der Mensch „fährt zu den Toten“, also er hört nicht einfach auf zu existieren. Nur gibt es da keine geistige Entwicklung mehr für ihn, und auch keine Möglichkeit, irgendwie tätig zu werden. Daran eine Lehre von der Nicht-Existenz der Seele nach dem Ableben aufzuhängen, scheint mir eher SEHR gewagt. Fühlen und Sein sind nicht ausgeschlossen.

Jesus vergleicht den Tod mit einem tiefen Schlaf(als er Lazarus :auferweckte). Nimmt man die Bibel als ganzes, dann kann man gar :nicht zum Schluss der Seelenlehre kommen.

Tja, genau dieser Vergleich mit dem Schlaf legt ja nahe, dass der Tod nicht eine blosse Nicht-Existenz ist, sondern dass da nur ein mächtiges Potential temporär brachliegt. Um den Zitatenschatz zu erweitern: Das sagt er auch bei der Auferweckung der Tochter des Jairus (Lukas 8.52). Und im Detail wird das dann so geschildert: „und ihr Geist kam wieder“ (Lukas 8.59, Luther-Übersetzung). Aha, er kommt wieder; er war also irgendwo; das spricht für mich deutlich gegen eine völlige Nicht-Existenz.
Weitere Beispiele, um mir nicht vorwerfen zu lassen, ich würde nur einzelne Stellen herausgreifen:
Am Kreuz sagt Jesus dem bereuenden Mitgekreuzigten zu: noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein (Lukas 23.42). Und im Sterben sagt er „in deine Hände befehle ich meinen Geist“ (Lukas 23.45). Etwas, was im nächsten Augenblick nicht mehr existiert, braucht niemandem anbefohlen zu werden. Jesus erwartet also für die nächsten drei Tage etwas mehr, als einfach nur eine Nicht-Existenz. Und hätte der Mitgekreuzigte keine nach seinem Tod existierende Seele, wäre der Ausspruch Jesu schlicht eine Lüge.
Das ist meines Erachtens nicht so einfach wegzudiskutieren, oder?

:: - Er hat zu seinem Vater gebetet
: kein Widerspruch zur Trinität

:Stop, kein Widerspruch??? Zu sich selbst beten ist kein :Widerspruch? Bitte um erklärung.

Die ist in diesem Thread schon mehrfach bei der Erläuterung des Trinitätskonzeptes ausführlich gegeben worden. Gott als drei Personen in einer Natur bzw. in einem Wesen. Es handelt sich also nicht um ein zu-sich-selbst-beten.

:: Er hat auch gesagt: Ich und der Vater sind eins (Joh. 10,30),
:: was er durchaus nicht als „eines Sinnes“ oder so gemeint hat,
:: sonst hätte man nicht versucht ihn nach dieser Aussage wegen
:: Gotteslästerung zu steinigen.

Damit ist nur gemeint, das die Eigenschaften Jehovas sich in :Jesus wiederspiegeln, klar auch, da er ja undenkbar lange Zeit :vor seiner menschlichen Existenz bei ihm war, als Werkmeister.

Wenn das nur so gemeint wäre, wäre das keine Gotteslästerung und kein Anlass gewesen, zu versuchen ihn zu steinigen. Aber eben als Gotteslästerung wurde empfunden, was er dort sagte. Und das macht nur Sinn, wenn es über eine Widerspiegelung von Eigenschaften hinausgeht.

wie schon erwähnt, das Geheimnis zur Erkenntnis ist eine :gesamte Betrachtung der Bibel, wie schon Salomo in Spr 2:4,5 :sagte: 4

: wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie : nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, 5 dann : wirst du

die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre : : Erkenntnis Gottes finden.

Komisch, bringt man Aussagen, wie man die Bibel als ganzes versteht, kontern ZJ oft mit einzelnen Bibelstellen. Bringt man selber solche, werden sie nicht erklärt oder widerlegt, sondern es kommt der Hinweis, man müsse eben die Bibel als ganzes sehen.

Paulus sagte, das Gottes Wort schärfer ist als ein :zweischneidieges Schwert, Sachverhalte wie Dreieinigkeit und :Seelenleere lassen
sich eindeutig anhand der Bibel wiederlegen.

Was Dir misslungen ist zu zeigen. Ich bin nicht überzeugt.

Gruesse,

schwesig

Hallo schwesig,

wie man sieht, ist es gar nicht so leicht, den ZJ ihre Uminterpretationen und Fehlschlüsse fundiert nachzuweisen, selbst wenn man intuitiv sehr schnell davon überzeugt ist, dass in deren Argumentation der ein oder andere Patzer enthalten ist.
Du hast dich bisher tapfer geschlagen und sicher nicht zum ersten Mal die Diskussion gesucht.
Mich würde interessieren: woher hast du deinen Erfahrungen mit den ZJ? Ich habe den Eindruck, detaillierten Diskussionen geht man da lieber aus dem Weg.

Adriane.