'vater unser' etc

hallo zusammen,

umfragen sind nicht beliebt hier, ich weiß :smile:

deshalb frage ich nicht um, sondern erzähle mal, worauf ich hinaus will.

mein mann hat mir kürzlich gestanden, daß er lange jahre folgende version des „vater unser“ gesprochen hat:
… und vergib uns unsere schuld,
wie auch wir vergeben unsern schuldi gern…

trotz intensiven nachdenkens konnte er die bedeutung des wortes „schuldi“ nicht erschließen :smile:

ich selber war lange überzeugt, „gegörezeist du maria, voll der gnaden“ wäre politically correct. hinterfragt habe ich es nie - aber es war ein echtes AHA-erlebnis, als ich von gegörezeist auf „gegrüßest seist“ kam. (rosenkranzgeschädigtes kind???)

worauf ich hinaus will:
jetzt wird es doch eine umfrage :smile:
rückt doch mal raus mit euren „peinlichkeiten“! ich denke nicht, daß wir die einzigen sind!

schönen abend noch,
miranda

Hallo Miranda,

das mit dem „gern“ weiß ich exakt genauso aus meinen Kindertagen. - Mit unseren Kindern haben wir, als sie klein waren, gereimte Abendgebete gesprochen. In einem hieß es: „Alle, die mir sind verwandt, halte, Herr, in deiner Hand“. Unser Sohn erzählte mir später, er habe immer verstanden: „Alle Dieme sind verwandt…“, und unter den „Diemen“ habe er sich eine lange Reihe von Männern in Mönchskutten vorgestellt :wink:

In diesem Sinne gute Nacht,
Peter

ist das nett *lol*
grüß mir die diemen!

und gute nacht :smile:
miranda

Wer ist Owi?
Anknüpfend daran etwas, was wahrscheinlich als Witz mit langem Bart schon bekannt ist, mich aber immer wieder aufs Neue amüsiert:

Stille Nacht, heilige Nacht
Gottes Sohn o wie lacht…

Tja, wer ist denn nun dieser Owi, der da lacht? :smile:)

Eine fröhliche Weihnacht!
Irene

grüß mir die diemen!

und gute nacht :smile:
miranda

hallo, miranda,

solche Rätsel gab es für uns viele.

Wie wohl Gott ein Schöpfer sein könne? Da wir mit dem Schöpfer die Suppe schöpften.

Welches Pferd war wohl gemeint, wenn wir sangen: Es ist ein Roß entsprungen …
Und wohin lief das Roß?

Und warum sollte man die Hosen runter ziehen, angesichts der Worte: Hosa na in der Höhe? Und welche Höhe war damit gemeint?

Den Owi haben wir aus Salzteig geformt und neben Ochs und Esel gestellt, und er war unsere Lieblingsfigur an der Krippe.

Die inoffizielle Schwabenhymne: Preißend mit viel schönen Reden, die wir als „Preußen mit viel schönen Reden …“ verstanden, ließ uns fragen, was die Preußen hier im Schwabenland verloren hätten.

Rätsel über Rätsel. Alles sehr müsteriös!

Fritz

Hallo Irene,

den Witz kenn ich ein bisschen anders:

Religionslehrer zur Klasse: „Wisst ihr denn wie der Sohn Gottes heißt?“
Mäxchen (meldet sich): „Owi!“
Religionslehrer: „Wie kommst du denn darauf?“
Mäxchen: „Na, in dem Lied heißt es doch ‚Gottes Sohn Owi lacht!‘“

Und dann war da noch das verballhornte Zitat aus Schillers Wilhelm Tell:

„Der brave Mann denkt an sich. - Selbst zuletzt!“
(Herbert Bonewitz)

:wink:
Wolfgang

rückt doch mal raus mit euren „peinlichkeiten“! ich denke
nicht, daß wir die einzigen sind!

Hallo, miranda,

dazu fällt mir die Geschichte mit dem Erdrosseln ein:
Ich hatte irgendwo das Wort „Erdrosseln“ gelesen, aber keine genaue Vorstellung davon, was es bedeutet (außer, dass es tödlich wirkt). Fest stand, dass das Wort „Erd(e)“ drin vorkam *gg*.
Als während einer Musikstunde plötzlich im Haus ein Pressluftbohrer losratterte, sagte ich - stolz auf meine gewählte Ausdrucksweise - zur Lehrerin:„Oje, fangen die jetzt mit dem Erd-Rosseln an?“ Warum ich dafür nur einen verständnislosen Blick erntete, wurde mir erst später klar.

Und eine Freundin möchte nicht mehr an den „Bezirkseichmeister“ erinnert werden. Sie hatte diesen Titel auf einem Grabstein gelesen und lange unter der Ungewissheit gelitten, was genau dieser Mann wohl zu Lebzeiten gemacht haben mochte. (Dazu muss man wissen, dass man im Allgäu „seichen“ für „urinieren“ sagt.)

Gruß
Kreszenz (die sich jetzt mehr und mehr an weitere Peinlichkeiten erinnert)

huhu

ich dachte als kleines kind, daß man bei geburtstagen „heb die bürste“ singt.

gruß
datafox

Hallo Wolfgang,
nun muss ich doch mit der mir bekannten Version des Witzes raus :smile:

Die Kinder in der Schule sollen die Krippenszene zeichnen. Der Maxi zeichnet Maria, Josef, die Krippe mit dem Jesuskind, die Tiere usw. Und in eine Ecke zeichnet er ein kleines Männchen, das über’s ganze Gesicht grinst. Auf die Frage des Lehrers, was denn das soll, antwortet er „Na, das ist der Owi!“ …

Vorweihnachtliche Grüße
Irene

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Meine Tochter glaubte bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie lesen und schreiben lernte, dass wir ins „Halmbad“ schwimmen gehen …

Und ich erfuhr zu meiner Schande erst im Zuge der Rechtschreibreform, dass es „Still-Leben“ heißt und nicht „Stil-Leben“ … dabei war ich immer so stolz darauf gewesen, es als einzige richtig auszusprechen *ganz viel schäm im nachhinein* (und Verständnis für die verständnislosen Blicke).

Irene

Hallo, Irene,

die Freundin meines Bruders hat jahrelang das Sprüchlein der Sesamstraße: Pia pia pas, wer ist waggadum! intoniert und war tödlich beleidigt, als man sie endlich darüber aufklärte.

Fritz

Hallo Miranda,

Neulich habe ich ein Buch gelesen und da kam das Wort Pferdeurin vor und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was das ist und auch meine Familie kannte es mir nicht erklären, was Perd-oi-rin ist.

Meine Mutter hatte über viele Jahre ihre Probleme mit einem Satz, den sie das erste mal in der Schule gehört hat und danach auch sehr oft. Kanonen statt Butter. Erst als sie schon viele Jahre verheiratet war und sie das erste Mal diesen Satz gelesen hat, wußte sie, daß es keine Kanonenstadt Butter gibt.

OK, das hat jetzt nicht wirklich was mit verhörern zu tun, aber da wir gerade bei Peinlichkeiten sind. Als ich noch ein „klitzekleines“ Kind war, da hat mir meine Oma und auch meine Mutter davon erzählt, daß es in ihrer Jugend Luftballons gab, die nach oben geflogen sind. Hier sollte man noch dazusagen, daß ich aus der ehemaligen DDR stamme und es bei uns keine mit Helium gefüllten Ballons gab. Auf jeden Fall haben sie mir erklärt, daß da was drin ist, das leichter ist als Luft und deshalb würde der Ballon nach oben steigen. Das fand ich super und wollte das auch haben. Was habe ich also gemacht? Ich bin in mein Zimmer gegangen und habe alles in die Hand genommen und habe es dann fallen gelassen, in der Hoffnung, daß ich etwas besitze, daß leichter ist als Luft und nach oben fällt, das hätte ich dann in einen Luftballon gesteckt. Leider habe ich nichts gefunden.

Peinlich berühert Ramona und fröhliche Weihnachtsgrüße an Alle

biblisch
Hallo,

katholisch sozialisiert wie ich nunmal bin, bin ich doch sehr darüber gestolpert als ich zum ersten Mal den Namen Hesekiel las.
Bis ich dann darauf kam, dass dieser Prophet in der Luther-Übersetzung tatsächlich so heißt, und dass der Name nicht mit einem langen „ie“ am Ende ausgesprochen wird, sondern He-se-ki-el.

Die ökumenische Schreibweise „Ezechiel“ (nach den Loccumer Richtlinien) verleitet doch viel weniger zu Fehldeutungen.

Grüße
Wolfgang

Hai, miranda,

ich bin als Kind mit ca. 5 Jahren zur Weihnachtszeit nach Schweden verschickt worden. Die Gastfamilie war katholisch (ich war, so als echte berliner Göre, von jeglicher Religion unberührt). Dann war irgendein Fest mit Kerzen und singend in die Kirche einziehen und ich durfte auch eine Kerze tragen und am Ende der Mädchengruppe mitlaufen und -singen - Warum in schwedischen Kirchen italienische Schlager gesungen wurden, war mir allerdings ein Rätsel („Santa Lutschiiiaaaa…“)

Und meine erste Begegnung mit deutschen Katholiken hat mich auch in Erstaunen versetzt: „…gebenedeit unter den Weibern…“ Gebeine? Weiber? 'ne alte, sehr knochige Frau???

in Erinnerung schwelgend
Sibylle

es haengt ein Pferd …
zur Haelfte an der Wand
Original: es haengt ein Pferdehalfter an der Wand (stammt aus einem ziemlich altem Lied)

Gruss
Jane

Pater noster
Hi Miranda,

ich erinnere mich noch an die gute alte Zeit :wink: als die Messe gewöhnlich in lateinischer Sprache gehalten wurde. Als eifriger Meßdiener, der ich damals war, konnte ich tatsächlich das ganze Zeug in Latein auswendig nachplappern, ohne jedoch zu wissen, was ich da eigentlich so von mir gab.

Und das „Vater unser“ fing schon so lustig an: Pater noster

Hab natürlich immer unseren (leiblichen) Vater in diesem Pater noster auf- und abfahren sehen.
Und dann kam noch die geniale Stelle mit dem Fiat: Fiat voluntas.

Fiat 500, das sagte mir damals was, aber einen „Fiat voluntas“ hatte ich noch nie gesehen.
Hab mir dann immer meinen Vater vorgestellt, wie der in seinem kleinen Fiat sitzend, den Pater noster rauf- und runterfährt.

Da gabs noch mehr solcher etwas freieren Übersetzungen der lateinischen Liturgie. Vielleicht fallen mir noch ein paar ein.

Gruß
Roland

Ich hoffe,
beste miranda,

dass du dir all die kleinen Geschichten fein säuberlich speicherst und bei Gelegenheit im Brett „Storys“ gesammelt und sortiert zum Besten gibst!
Und schöne Tage!
Fritz

Die Schuldi und der Timo Beil
Hallo Miranda,

grüße bitte unbekannterweise deinen Gatten - den Schuldi hätte ich als Kind ja
auch gern vergeben, wenn ich nur gewusst hätte, wer sie waren!

Nicht nur als Kind hab ich mich öfter mal verhört. Das passiert mir heut noch. Im
Werbefernsehen hörte ich „Hühnerpest“ statt dem Produktnamen „Lüne Best“, bei Pe
Werners Lied „Weibsbilder“ verstand ich „Weichspüler“. Und der aktuelle Hit:
Monatelang habe ich gerätselt, wer denn wohl der Herr Timo Beil sein möge, der im
lokalen Rundfunk die Wettervorhersagen sponsert. Als ich endlich meinen Mann
fragte, brach der in brüllendes Gelächter aus. „Nicht Timo Beil, Weib! T-Mobile!“
Herrje, was kann denn ich dafür, dass der Moderator das so schwäbisch ausspricht!

-D

LG
Edith

Nicht nur als Kind hab ich mich öfter mal verhört. Das
passiert mir heut noch. Im
Werbefernsehen hörte ich „Hühnerpest“ statt dem Produktnamen
"Lüne Best

*ggg*

… und mein Mann versteht bei einem Kosmetik-Spot (Oil of ??): „… mit dem verwässerten Turtle-Effekt…“ [->besonders für den welken Hals :wink:] - (Mir fällt im Moment selbst nicht ein, welcher Effekt da verbessert worden sein soll).

Gruß
Kreszenz

P.S. Bei dieser Gelegenheit wünsche ich dir und allen anderen hier frohe Festtage und alles Gute im neuen Jahr :smile:

Hallo Miranda,

absolut nicht religioes, aber gehoert in die gleiche
Kategorie:
ich hab mit vier Jahren schon Witze erzaehlt (ans
Mikrofon gestellt, zur Erheiterung der anwesenden
Omas und Opas - ich hatte einen aelteren Vater, dessen
Altersgenossen bereits Grosseltern waren).
Ein Witz ging so:
Ein Mann kauft Blumen fuer seine Verlobte,
kann sich aber nicht entscheiden.
Die Blumenverkaeuferin will helfen:
„Kaufen Sie ihr doch Nelken!“
„Nein“, antwortet er, „die welken.“
Die Blumenverkaeuferin:
„Wie waer’s mit Rosen - die sind zum Kosen!“
Er ueberlegt und sagt dann:
„Geben sie mir einfach ein paar Wicken!“
Schallendes Gelaechter im Saal.
Ich hab den Witz nie kapiert. Wahrscheinlich,
weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man
einem kleinen Maedchen so einen Witz beibringt
(bin allerdings nicht sicher, ob ich den nicht
einfach nur aufgeschnappt hatte - zumindest hat man
ihn mir nicht verboten). Ich war 20 als ich meine
Mutter schuechtern darum bat, mir doch mal zu erklaeren,
wieso das lustig sei…

Gruesse, Elke