Vaterschaftstest?

Hallo,

meine Exfreundin ist in der neunten Woche schwanger. Sie behauptet das Kind sei von ihrem jetzigen Freund jedoch weiss ich das es genau so gut von mir sein könnte da wir da noch was miteinander hatten.

Meine Frage ist, sollte ich einen Vaterschaftstest machen wenn das Kind auf der Welt ist um mit selbst Klarheit darüber zu verschafen wenn Sie behauptet ich sei nicht der Vater?

Vielen dank, Mark

Hallo Mark,

[…]

Warum auch? Das könntest du allenfalls, wenn es umgekehrt wäre, deine Ex-Freundin behauptete, du seiest der Vater, du aber keine Lust auf Unterhaltszahlungen hast, weil du vermutest, der Vater könne ein anderer sein.

Aber mal eine andere Frage: Warum treiben es so viele Heteros eigentlich ohne Kondom, wenn sie sich noch nicht einmal sicher sind, ob ihre Partnerschaft überhaupt noch weitere neun Monate hält?

Das verstehe ich nicht, vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass man sich dadurch bei weitem unangenehmere Dinge einhandeln kann als eine (ungeklärte) Vaterschaft!

Gruß Gernot

[Team: Vollzitat und Teil der Antwort entfernt]

Hallo Gernot

Warum auch? Das könntest du allenfalls, wenn es umgekehrt
wäre, deine Ex-Freundin behauptete, du seiest der Vater, du
aber keine Lust auf Unterhaltszahlungen hast, weil du
vermutest, der Vater könne ein anderer sein.

Na, er gehört eben entweder zu der Sorte, die sich für ihr Kind noch vernatwortlich fühlen oder er möchte seine Ex an sich binden, was natürlich nicht so nett wäre, wenn das über das Kind geschieht.

Aber mal eine andere Frage: Warum treiben es so viele Heteros
eigentlich ohne Kondom, wenn sie sich noch nicht einmal sicher
sind, ob ihre Partnerschaft überhaupt noch weitere neun Monate
hält?

Das verstehe ich nicht,

Ich auch nicht. Aber dafür ist es in seinem Fall ja jetzt eh zu spät.

Gruß
Anna

Hallo Mark
Wie die Anderen schon schrieben: Du hast ethisch jedwede, aber jurisdtisch keine große Chance.
Dazu fällt mir der Standartspruch eines Juristenfreundes ein: ‚Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Schuhe.‘
Der Satz klingt sehr zynisch, ist aber wohl leider unsere gesellschaftliche Realität.
Gruß,
Branden

Hallo Mark,

erst mal ein großes Lob, das du dich dafür einsetzt-vielen ist es wohl ‚egal‘!
Wenn du Glück hast, möchte der Neue ja einen Vaterschaftstest machen lassen, weil er sich ja auch nicht sicher sein kann und welcher Mann möchte schon umsonst bezahlen!?
Viel Glück

Hallo,

die Frage ist so nicht ganz nachvollziehbar! Bedeutet dass, dass Du meinst, dass Deine Exfreundin ein Kind nicht grossziehen kann? Willst Du das volle Sorgerecht erstreiten?

Denn eins sollte wohl klar sein. Bei einem Kind, geht es zuerst ums Kind und nicht mehr um Dich.

Daher würde ich das so sehen, dass Du einfach mal abwartest und das so hinnimmst, wie beschrieben.

Warum sollte auch ein neuer Freund das Kind als seines akzeptieren, wenn er von Dir weiss und gerade mal nach 9 oder weniger Wochen Beziehung?

Mir geht es gerade sogar ein bisschen ähnlich, ausser dass ich evtl. im Gegensatz zu Dir für die Frau, die meint, dass ein anderer sie geschwängert hat, keine tiefergehenden Gefühle habe und somit ganz froh wäre, wenn der neue schon 'Fast’Ehemann entweder wirklich der Vater ist, oder eben ein guter Vater wird. Dass einzige, was mir da Sorgen bereitet ist, dass ich den Kontakt verliere und nicht erfahren könnte, wie es meinem Sprössling denn so geht. :smile:

Eencockniedo

Warum sollte auch ein neuer Freund das Kind als seines
akzeptieren, wenn er von Dir weiss und gerade mal nach 9 oder
weniger Wochen Beziehung?

Vielleicht weiss der andre das ja NICHT!
Ich würde es ihm stecken und hoffen, dass er nen Test will, damit er kein Kuckuckskind großzieht.
Jo
Manchmal bissl rabiat!

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Hallo Mark,

erst mal ein großes Lob, das du dich dafür einsetzt

ich habe nicht den eindruck, daß es dabei um verantwortung geht. eher darum, auf seinem (vermeintlichen) recht zu beharren.

sollte das nicht der fall sein, entschuldige ich mich augenblicklich bei dem fragesteller.

schöne grüße
ann

Hallo!

Und wem ist damit gedient? Dem Kind wohl nicht, wenn in seiner Familie Misstrauen gestreut wird. Wenn man nach dem Kindeswohl geht, dann ist es für das Kind höchstwahrscheinlich besser, in einer intakten Familien mit einem Papa aufzuwachsen, als ein Trennungskind zu sein. Und die derzeitige Beziehung kann dann ganz ‚nebenbei‘ auch noch in die Brüche gehen.

Im Prinzip geht es hier doch nicht um das Wohl des Kindes, sondern darum, dass der Fragesteller wissen will, ob die Hälfte der Gene dieses Kindes von ihm oder vom neuen Freund der Mutter stammen. Imho ist es egoistisch, dieses Interesse an der eigenen Fortpflanzung über das Kindeswohl zu stellen.

Grüße
Anja

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Hallo Mark,

rein rechtlich kann nur das Kind und der Vater die einmal anerkannte Vaterschaft anfechten. Es soll eine Gesetzesänderung geben - wann sie kommt oder schon gekommen ist weiß ich allerdings nicht. Es ist geplant gewesen, dass auch ein Mann, der meint er sei der Vater, eine von einem anderen Mann anerkannte Vaterschaft anfechten. Ob das wirklich so kommt, wird abzuwarten sein.

Es gibt eine HP in Deutschland, die wegen der von der Justizministerin geplante Verbot der heimlichen Vaterschaftstests gegründet worden.

Der Betreiber ist ein Wolfgang W. und richte ihm einen schönen Gruß von mir aus, er wird Dir sicher weiterhelfen können: http://www.pro-test.net/

Gruß
Ingrid

[Team: Vollzitat entfernt]

Hallo Anja,

ob der Frager wirklich Interesse hat, dass er für das Wissen, dass er Gene weitergegeben hat, an Unterhaltsleistungen insgesamt ca. 95.000 Euro (über bis zu 27 Jahre verteilt) wird zahlen dürfen?

Das Wissen zieht nämlich eine sehr große Unterhaltslast nach sich.

Ich halte es für Kindeswohl, wenn das Kind weiß, welchen Ursprung es hat. Was meinst Du wie es für das Kind ist, wenn es Jahre später durch Zufall erfährt, dass es ein Kuckuckskind ist? Es verliert meist das (Ur-)Vertrauen in seine ‚Eltern‘.

Gruß
Ingrid

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hallo,

es gibt noch andere Sorgen, die Du haben ‚darfst‘. Nehmen wir mal an, ein Mann nimmt an, dass das Kind seiner Partnerin von ihm ist - also dass er der biologische Vater ist.

Jahre später gibt es z. B. Auffälligkeiten - es hat die Nase des besten Freundes des Vaters - oder die Mutter knallt ihm bei einem Streit an den Kopf, dass er bei der Trennung nichts von ‚seinem‘ Kind sehen wird, da er ja nicht der biologische Vater ist.

Bei einem gerichtlichen Vaterschaftstest kommt dann heraus, dass er viele Jahre lang ein Kuckuckskind finanziert hat. Der wirkliche biologische Vater ist relativ schnell gefunden, da bei dieser Kindesmutter die ‚Auswahl‘ nicht sehr groß war.

Der Kuckucksvater hat dann einen Erstattungsanspruch gegen den wirklichen biologischen Vater für den geleisteten Unterhalt. Wenn das viele Jahre später ist, können dann einige zig-zehntausend Euro zusammengekommen sein. Der Kuckucksvater erhält schnell einen Titel gegen den wirklichen biologischen Vater und der ist plötzlich verschuldet bis über beide Ohren und hat zusätzlich weitere Jahre monatlich Unterhalt zu bezahlen für ein Kind, das ihn nicht liebt und das er nicht kennt.

Betrogen sind in einem solchen Fall nicht nur der vermeintliche Vater, sondern auch das untergeschobene Kind und der wirkliche Vater.

Übrigens habe ich mal in einem Fernsehbericht über heimliche Vaterschaftstests gehört, dass die meisten heimlichen Tests von Frauen gemacht werden, weil sie nicht wissen, wer der wirkliche Vater ist.

Gruß
Ingrid

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

Warum sollte auch ein neuer Freund das Kind als seines
akzeptieren, wenn er von Dir weiss und gerade mal nach 9 oder
weniger Wochen Beziehung?

Vielleicht weiss der andre das ja NICHT!
Ich würde es ihm stecken und hoffen, dass er nen Test will,
damit er kein Kuckuckskind großzieht.

Vorher könnte man ja vorher nochmal mit der Exfrau reden, und vor allem der das noch mal genau begründen, wieso es so wichtig ist!
Aber wenn das nichts bringt, würde ich auch raten, mit dem neuen Freund zu sprechen.

Ich habe mal so eine Geschichte erlebt, dass zwei Leute (Mann und Frau) beschlossen haben, dass er der Vater ihres Kindes ist, wobei das aber nicht stimmte (was er sich aber hätte denken können), was nach wenigen Jahren auch jeder sehen konnte, weil das Kind dem anderen möglichen Vater sehr sehr ähnlich sah.

Das war eine unsaubere Geschichte, die wirklich wesentlich besser hätte laufen können. Vom Finanziellen her waren zwar soweit alle ziemlich fair, und es wurde auch nichts zurückgefordert. Aber der Kuckucksvater verlor doch irgendwann so ziemlich das Interesse an dem Kind, und es gab immer ein Familiengeheimnis, das jeder im Bekanntenkreis wusste, aber dem Kind durfte nichts verraten werden. Alleine das war schon sehr ungut.

Der Grund war damals wohl, dass die Frau einfach keine Lust mehr hatte, mit dem biologischen Vater etwas zu tun zu haben. Und der Kuckucksvater wollte wohl unbedingt mit der Mutter etwas zu tun haben und hatte deswegen die Vaterschaft anerkannt.

Manchmal bissl rabiat!

Manchmal besser direkt rabiat als hinterher so einen Rattenschwanz an Problemen.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Na, er gehört eben entweder zu der Sorte, die sich für ihr
Kind noch vernatwortlich fühlen oder er möchte seine Ex an
sich binden, was natürlich nicht so nett wäre, wenn das über
das Kind geschieht.

Nein, sehr nett wäre es zwar nicht.
Aber ich finde, wenn ein Mann und eine Frau ein Kind miteinander haben, dann haben einfach sie eine Art von unauflöslicher Beziehung miteinander, ob ihnen das passt oder nicht. Sie müssen nicht zusammensein, aber sie müssen sich über die Erziehung des Kindes verständigen usw.

Und sie müssen sich gegenseitig respektieren.
Sonst respektiert man nämlich auch die betreffenden Anteile des Kindes nicht, die es vom anderen Elternteil geerbt hat. (Wobei es natürlich besser wäre, wenn da nicht nur Respekt, sondern auch Liebe wäre)

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Na, er gehört eben entweder zu der Sorte, die sich für ihr
Kind noch vernatwortlich fühlen oder er möchte seine Ex an
sich binden, was natürlich nicht so nett wäre, wenn das über
das Kind geschieht.

Nein, sehr nett wäre es zwar nicht.
Aber ich finde, wenn ein Mann und eine Frau ein Kind
miteinander haben, dann haben einfach sie eine Art von
unauflöslicher Beziehung miteinander, ob ihnen das passt oder
nicht. Sie müssen nicht zusammensein, aber sie müssen sich
über die Erziehung des Kindes verständigen usw.

Ja klar, das sehe ich auch so. Es ging mir aber eher um so ein Verhalten, bei dem der Ex an seiner Ex hängt und einen letzten verzwiefelten Versuch startet… Was aber nicht heißt, dass das auf unseren Fragesteller zutrifft!

Und sie müssen sich gegenseitig respektieren.
Sonst respektiert man nämlich auch die betreffenden Anteile
des Kindes nicht, die es vom anderen Elternteil geerbt hat.
(Wobei es natürlich besser wäre, wenn da nicht nur Respekt,
sondern auch Liebe wäre)

Auch da stimme ich Dir zu.

Gruß
Anna

Hi,

Aber mal eine andere Frage: Warum treiben es so viele Heteros
eigentlich ohne Kondom, wenn sie sich noch nicht einmal sicher
sind, ob ihre Partnerschaft überhaupt noch weitere neun Monate
hält?

weil die, die sich wirklich sicher sind, dass ihre Beziehung
in neun Monaten noch besteht, naive Idioten sind. Genau diese Haltung
dürfte ein wichtiger Grund für viele scheiternde Beziehungen sein - dass
man sich eben sicher ist und meint, man müsse eine Beziehung nicht
jeden Tag auf’s Neue ‚bestätigen‘.

Gruß,

Malte

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Hallo Ingrid,

Das Wissen zieht nämlich eine sehr große Unterhaltslast nach
sich.

das ist schon klar. Falls andererseits der neue Partner der Mutter als Vater des Kindes anerkannt wird, wird dieser eben zahlen müssen. Für das KIND spielt das keine Rolle.

Ich halte es für Kindeswohl, wenn das Kind weiß, welchen
Ursprung es hat. Was meinst Du wie es für das Kind ist, wenn
es Jahre später durch Zufall erfährt, dass es ein Kuckuckskind
ist?

Wenn sowohl Mutter als auch ihr neuer Partner davon überzeugt sind, dass es ihr gemeinsames Kind ist (was laut Fragesteller durchaus möglich ist) und sich der Fragesteller nicht in diese Partnerschaft einmischt, wie soll das Kind es erfahren?

Anderes Szenario ist aber: Kind wächst in dieser neuen Beziehung auf, in einer stabilen Familie mit Mama und Papa. Dem Kind ist es erst einmal egal, wer GENETISCH gesehen sein Vater ist, eine ‚vollständige‘ Familie halte ich hingegen für wichtig.

*off topic on*

Ich kannte einen erwachsenen Mann, der mit ca. 45 erfahren hat, dass seine vermeintlichen Eltern gar nicht seine leiblichen Eltern waren. Es war eine dramatische Geschichte, bei der die Mutter bei der Geburt gestorben war, der Vater erstmal nichts vom Kind wissen wollte, also hat die Familie das Kind aufgenommen und wie sein eigenes aufgezogen. Zwar hat mehrere Jahre später die Verwandtschaft von beiden Seiten versucht, das Kind ‚wiederzubekommen‘, aber zum Glück erfolglos. In jenem Fall wussten sehr viele Menschen darüber bescheid, dass der Junge nicht das leibliche Kind des Paares war (weder von Mutter noch von Vater), erfahren hat er es aber erst sehr spät. An seiner Liebe zu seinen Adoptiveltern hat das nichts geändert. Die Adoptivmutter war zu dem Zeitpunkt schon gestorben, für seinen pflegebedürftigen Adoptivvater sorgte er weiterhin rührend. Um diesem Stress zu ersparen, hat er ihm nie gesagt, dass man ihm dieses Geheimnis gelüftet habe. Von der Idee im ersten Moment, nach seinen leiblichen Verwandten nachzuforschen, ist er bald wieder abgekommen - denn mit diesen verband ihn nichts außer den Genen, seine Eltern waren für ihn diejenigen, die ihn in Liebe aufgezogen hatten.

*off topic off*

Ok, ich muss zugeben, ich gehe jetzt nur von dem aus, was wir vom Fragesteller überhaupt erfahren haben. Es kann natürlich sein, dass er seine Exfreundin für als Mutter ungeeignet hält, ebenso ihren neuen Partner und deswegen im Sinne des Kindes an dessen Erziehung mitwirken möchte. Aber das ist jetzt nur Spekulation.

Aufgrund der uns als sicher bekannten Informationen halte ich eine Einmischung in die neue Familie, indem der Fragesteller dem neuen Freund der Mutter den ‚Tipp‘ gibt, dessen Vaterschaft in Frage zu stellen, als hinterhältig und destruktiv. Wenn sich herausstellen sollte, dass der neue Partner tatsächlich der Vater des Kindes ist - das Misstrauen innerhalb der Beziehung wäre schon gesät, die noch junge Beziehung zusätzlich belastet. Schön ist das nicht.

Gruß
Anja

Hallo,

Denn eins sollte wohl klar sein. Bei einem Kind, geht es
zuerst ums Kind und nicht mehr um Dich.

Gerade deshalb: das Kind hat ein Recht darauf, zu wissen, wer sein Vater ist.

Gruß
eklastic

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Hallo,

Wenn sowohl Mutter als auch ihr neuer Partner davon überzeugt
sind, dass es ihr gemeinsames Kind ist (was laut Fragesteller
durchaus möglich ist) und sich der Fragesteller nicht in diese
Partnerschaft einmischt, wie soll das Kind es erfahren?

Als Adoptivmutter kann ich vor so einer Konstellation nur warnen. Kinder haben unheimlich gute Antennen, was Geheimnisse in Familien betrifft. Und wenn es nur die Zweifel der Mutter sind oder des (Vielleicht-)Vaters. Früher dachte man, dass man Kindern am besten nichts über ihre Adoption erzählt, bis sie erwachsen seien. Es gibt Berichte von solchen Adoptierten, die einem schlecht werden lassen. Selbst wenn sie dieses Geheimnis ihrer Herkunft erst mit 30 oder 40 Jahren erfahren haben, war das Erfahren eine Katastrophe. Adoptivkinder können mit ihrer Herkunf wesentlich besser umgehen, wenn sie von Anfang an liebevoll und altersgerecht davon erfahren.

Anderes Szenario ist aber: Kind wächst in dieser neuen
Beziehung auf, in einer stabilen Familie mit Mama und Papa.
Dem Kind ist es erst einmal egal, wer GENETISCH gesehen sein
Vater ist, eine ‚vollständige‘ Familie halte ich hingegen für
wichtig.

Auch eine Adoptivfamilie ist eine vollständige Familie. Wie man mit den eventuellen nicht-biologischen Verwandtschaftsverhältnissen umgeht, ist der entscheidende Punkt. Alle möglichen Konfliktpunkte unter den Tisch zu kehren, ist einer guten Atmosphäre nicht zuträglich.

Deine ‚off topic‘ Erzählung beweist doch gerade, dass es besser ist, wenn Kinder von Anfang an über ihre pree-natale Geschichte Bescheid wissen. Dann kommen sie sich mit 45 nicht verar**** vor und stellen nicht alles, was sie über sich selbst geglaubt haben in Frage. Das hat nichts mit ihrer Liebe zu ihren Adoptiveltern zu tun oder umgekehrt, es ist nur eine ehrliche Art miteinander umzugehen, die eine Beziehung im Endeffekt nur festigen kann und vor allen Dingen, der psychischen Gesundheit des Adoptierten zu Gute kommt.

Aufgrund der uns als sicher bekannten Informationen halte ich
eine Einmischung in die neue Familie, indem der Fragesteller
dem neuen Freund der Mutter den ‚Tipp‘ gibt, dessen
Vaterschaft in Frage zu stellen, als hinterhältig und
destruktiv. Wenn sich herausstellen sollte, dass der neue
Partner tatsächlich der Vater des Kindes ist - das Misstrauen
innerhalb der Beziehung wäre schon gesät, die noch junge
Beziehung zusätzlich belastet. Schön ist das nicht.

Nein, schön nicht. Aber der neue wird ja jetzt schon wissen, dass seine PArtnerin ziemlich nahtlos von einer Beziehung in die nächste gekommen ist. Und manchmal ist es besser, einen Konflikt frühzeitig auszutragen und nicht zu warten, bis er in ungeahnte Größen mutiert. Vor allen Dingen - noch einmal - steht das Kindeswohl im Vordergrund und gerade dem Kind zuliebe ist Wahrheit angesagt.

Gruß
eklastic

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Hallo Elke,

Als Adoptivmutter kann ich vor so einer Konstellation nur
warnen. Kinder haben unheimlich gute Antennen, was
Geheimnisse in Familien betrifft. Und wenn es nur die Zweifel
der Mutter sind oder des (Vielleicht-)Vaters.

ok, vielleicht kann ich von meiner Warte aus die Bedeutung dieser Zweifel der Eltern nicht verstehen, denn für mich steht die Person (z.B. der Adoptivvater, der sich um das Kind gut kümmert) und nicht die genetische Vaterschaft im Vordergrund, insofern sehe ich keinen Grund dafür, diese Zweifel seitens der Eltern zu pflegen.

Anderes Szenario ist aber: Kind wächst in dieser neuen
Beziehung auf, in einer stabilen Familie mit Mama und Papa.
Dem Kind ist es erst einmal egal, wer GENETISCH gesehen sein
Vater ist, eine ‚vollständige‘ Familie halte ich hingegen für
wichtig.

Auch eine Adoptivfamilie ist eine vollständige Familie.

Na, in diesem Fall würde der Fragesteller ja gern als Vater vom Kind anerkannt werden (falls das Kind genetisch tatsächlich von ihm stammt). Und in diesem Fall wäre das Kind eben ein ‚Trennungskind‘, es würde nicht in einer ‚traditionellen‘ Familienkonstellation aufwachsen, die meiner Meinung nach aber immer noch am ‚gesündesten‘ für die kindliche Entwicklung ist.

Ich sage ja auch gar nichts dagegen, dass man adoptierte Kinder über ihre Abstammung aufklärt. Aber wenn der Fragesteller direkt auf den neuen Partner der Mutter zugeht und in diesem Zweifel nährt, dann sät er Misstrauen in der Familie, das möglicherweise gar nicht berechtigt ist. Meiner Meinung nach sollte der Fragesteller das mit seiner Exfreundin ausmachen.

Wie
man mit den eventuellen nicht-biologischen
Verwandtschaftsverhältnissen umgeht, ist der entscheidende
Punkt. Alle möglichen Konfliktpunkte unter den Tisch zu
kehren, ist einer guten Atmosphäre nicht zuträglich.

Deine ‚off topic‘ Erzählung beweist doch gerade, dass es
besser ist, wenn Kinder von Anfang an über ihre pree-natale
Geschichte Bescheid wissen. Dann kommen sie sich mit 45 nicht
verar**** vor und stellen nicht alles, was sie über sich
selbst geglaubt haben in Frage.

Gerade das ist in diesem Fall eben nicht passiert. Diese Enthüllung kam für ihn völlig überraschend (er hat als Kind und auch später als Erwachsener also überhaupt keine Zweifel gehegt), hat ihn aber dennoch nicht aus der Bahn geworfen. Leider kann ich ihn jetzt nicht mehr direkt fragen, ob er glaubt, es sei besser gewesen, seine Adoptiveltern hätten es ihm früher verraten, da er vor kurzem gestorben ist. Aber er hat sich definitiv nicht ‚verarscht‘ gefühlt (wie du es ausdrückst) und seinen Adoptiveltern keinerlei Vorwürfe gemacht. Er war eben nur überrascht und hat für eine kurze Zeit mit dem Gedanken gespielt, über seine leibliche Familie nachzuforschen, hat diesen Gedanken aber schnell wieder verworfen. (Ich weiß das alles ziemlich genau, weil er ein sehr guter Freund unserer Familie war und zu dem Zeitpunkt, als er davon erfahren hat, wir in engem Kontakt zu ihm standen und somit seine Reaktion miterlebt haben.)

Das hat nichts mit ihrer
Liebe zu ihren Adoptiveltern zu tun oder umgekehrt, es ist nur
eine ehrliche Art miteinander umzugehen, die eine Beziehung im
Endeffekt nur festigen kann und vor allen Dingen, der
psychischen Gesundheit des Adoptierten zu Gute kommt.

Ich glaube, eine Pauschalisierung ist hier fehl am Platz, obgleich ich generell auch die Ehrlichkeit bevorzugen würde. Nur, wir reden hier über eine ganz konkrete Situation und nicht generell ums Adoptieren. Hier einen bösen Konflikt zwischen dem Paar heraufzubeschwören, der durchaus zu einer Trennung führen könnte, ohne sich überhaupt sicher zu sein, dass das Kind vom Ex stammt, halte ich für problematisch.

Etwas anderes wäre es, wenn der Fragesteller die Mutter selbst davon überzeugen könnte, dieses Thema anzugehen oder aber wenn der Fragesteller davon überzeugt ist, dass dieses Paar nicht in der Lage wäre, das Kind angemessen zu erziehen.

Nein, schön nicht. Aber der neue wird ja jetzt schon wissen,
dass seine PArtnerin ziemlich nahtlos von einer Beziehung in
die nächste gekommen ist. Und manchmal ist es besser, einen
Konflikt frühzeitig auszutragen und nicht zu warten, bis er in
ungeahnte Größen mutiert.

Und manchmal ist es besser, von manchen Dingen gar nicht erst zu erfahren. Glaub mir. Ich finde, diese Frau hat sehr wohl das Recht auf einen Neuanfang, ohne dass sich ihr Exfreund in ihre neue Beziehung einmischt. (Das jetzt mal von der Warte der Beziehung und nicht des Kindes betrachtet, da du dich in diesem Absatz auch darauf bezogen hast.)

Vor allen Dingen - noch einmal -
steht das Kindeswohl im Vordergrund und gerade dem Kind
zuliebe ist Wahrheit angesagt.

Wie oben gesagt, ich behaupte ja nicht grundsätzlich, man solle dem Kind das Adoptiertsein verheimlichen. Aber in dieser konkreten Situation halte ich es für einen schlechten Rat, zu dem neuen Partner hinzugehen und ihm das alles zu erzählen.

Gruß
Anja