Vegetarier vs. Allesfresser

ich bin 28 und habe eine Freundin, die seit kurzem Vegetarierin ist. Ich frage mich jetzt, ob ich mich dem anpassen sollte. Ich finde es auch mühsam, wie die ganze Fleischindustrie mit Tieren umgeht. Nun meine Frage: wie gesund oder ungesund ist der Verzicht auf Fleisch. Kann man den entstehenden Mangel mit anderen Nahrungsmitteln wieder ausgleichen? Gibt es Fachliteratur dazu? Würde mich sehr über eine Antwort freuen,

F.

Man muß, zumindest als strenger Vegetarier (soll heißen: keinerlei tierisches Eiweiß, also auch keine Eier und Milch), schon sehr aufpassen, daß man nicht einen Mangel erleidet. Strenge Vegetarier haben nach neuesten Studien eine Lebenserwartung, die kürzer ist als diejenige von Kettenrauchern.
Wie es bei „nichtstrengen“ Vegetariern ist, weiß ich nun nicht… ich schätze weniger dramatisch.

Grüßle,
Oliver

Hallo Faere!

Also, da Du schon 28 bist, hast Du mit Sicherheit keine Probleme, bei der Supplementierung (Versorgung) mit bestimmten Nährstoffen. Soll heißen: Für ein Kind ist die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren z. B. wichtig. Für Erwachsene ist das nicht mehr so kritisch zu sehen.

Jedenfalls solltest Du nicht vegetarisch werden, weil Deine Freundin das ist. Aber Du scheinst auch andere Motive zu haben…

Wie auch immer, ich gebe Dir hier mal einen Link, den ich ganz gut finde:

http://www.ugb.de/

Die Seite informiert wissenschaftlich und umfassend. Mußt ein wenig suchen, dann findeste auch entsprechende Infos. Zum Beispiel auf eben dieser Seite anklicken: „Fachinfos“, dann auf „Zukunftsfähige Ernährung“ und dann „Vegetarismus: Gesünder Leben ohne Fleisch“

Sebastian

Ich war selbst einige Jahre lang Vegetarier und habe das ganze dann abgebrochen. Es ist zwar möglich, aber sehr zeitaufwendig, sich so zu ernähren, dass wirklich keine Mangelzustände auftreten. Ich hatte immer Probleme mit Eisen und Vitamin B12. Die sind in pflanzlicher Nahrung zwar auch enthalten, werden aber nicht so gut vom Körper aufgenommen.

Tut mir leid, aber da muß ich heftigst widersprechen. Ich bin
selbst seit einigen Jahren Vegetarier, dazu noch Diabetiker, und
bei sind bisher keinerlei Mangelerscheinungen aufgetreten. Und
zeitwändiger als über Fleischnahrung ist das ganze auch nicht.
Ich habe auch einige Vegetarier in meinem Bekanntenkreis
(Erwachsene wohlgemerkt!) und von denen habe ich so was auch
noch nie gehört.
Ein Tip: Vielleicht auch mal nach entsprechenden Kochbüchern
umsehen. In manchen davon steht schon einiges zur sinnvollen
Ernährung.

Schönen Tag noch,

Stephan Hübner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Natürliche Gesundheitslehre …
… ist eigentlich genau das richtige Feld für dich. Ich kann mich einigen Argumenten hier gar nicht anschließen, weil sie schlichtweg falsch sind. Und komme bitte ja nicht auf die Idee, irgendwelche „Mangelerscheinungen“ per Pille beheben zu wollen. Wer als Vegetarier (ohne seine Nahrung stets tot und damit wertlos zu kochen) sich unwohl fühlt, sollte mal seine übrige Lebensweise überdenken. (Alkohol, Nikotin, Bewegung usw.)

Kurzum, beschäftige Dich doch einfach mal mit der natürlichen Gesundheitslehre. Du wirst staunen, daß wir so ziemlich alles verkehrt machen in unserer Ernährung, was denkbar ist. Meine Empfehlung ist: „Fit For Life“ von Harvey und Marylin Diamond. Dort findest Du alles laienverständlich aufbereitet und kapierst ohne medizinisches Wissen sämtliche Grundlagen. Lieblingssatz der Autoren: „… Sie müssen uns nicht glauben, probieren Sie es aus…“

Du wirst einfach zum Nachdenken angeregt. Kostprobe: " Warum glaubt der Mensch eigentlich, als einziges Lebewesen sein Leben lang Milch trinken zu müssen?.." Du findest hier viele Aspekte der gesunden Ernährung ausführlich erklärt und begründet, natürlich auch die fleischlose (-arme) Ernährung.

P.S. Tip meinerseits. Da ich täglich eine halbe Stunde zur Arbeit hin und wieder zurück fahre, nutze ich diese Zeit zur Bildung. Am einfachsten mit Hörbüchern. Statt abends mühsam zu lesen, lasse ich mich per Kassette berieseln. Dies ist sehr zeitsparend und vor allem hat es einen viel größeren Lerneffekt.
(Schau z.B. mal unter www.rusch.de)

P.P.S. Ich lebe jetzt seit fast einem Jahr zum Großteil nach diesen Prinzipien … und sie funktionieren bestens!

Sorry, eins muß ich aber noch loswerden. Ich finde es sehr gut, daß Du Dich mit dem Fakt der fleischlosen Ernährung beschäftigst. Von der Begründung „…die armen Tiere …“ halte ich allerdings herzlich wenig. Was würden wohl die Tomaten oder Äpfel sagen, wenn sie wieder mal die chemische Düngerkeule zu spüren bekommen, oder die grün gepflückten Bananen, die ewig in Kühlkammern CO2-begast werden, damit sich noch frisch aussehen beim Verbraucher. Tja, wenn Pflanzen wie Ferkel quieken könnten, dann …

aber nur meine persönliche Meinung.

mfG AOL-Surfer

Halali Aureel!

Ich stimme dem Proting von Stephan Hübner zu! Mangelerscheinungen treten bei Vegetariern sicher nicht häufiger auf, als bei Fleischessern. Es kommt halt darauf an, daß man sich, wie gesagt, ausgewogen ernährt und seinem körper mal etwas Aufmerksamkeit schenkt.

Ich war selbst einige Jahre lang Vegetarier und habe das ganze
dann abgebrochen. Es ist zwar möglich, aber sehr
zeitaufwendig, sich so zu ernähren, dass wirklich keine
Mangelzustände auftreten.

Ich habe nicht mehr Aufwand, als vorher. Und das Essen ist auch nicht langweilig oder so. Im Gegenteil, man wird plötzlich sehr bewußt und interessiert.

Ich hatte immer Probleme mit Eisen
und Vitamin B12. Die sind in pflanzlicher Nahrung zwar auch
enthalten, werden aber nicht so gut vom Körper aufgenommen.

Genau! DU scheinst Probleme damit gehabt zu haben (Woher weißt Du das eigentlich?), bei anderen kann das ganz anders aussehen. Ich gehe zum Beispiel ein mal die Woche zum Blutplasma spenden und mein Eisengehalt im Blut ist immer OK!

ES ist immer die Frage zu stellen nach dem, wie es einem am besten geht. Wenn’s ohne Fleisch nicht klappt, dann eben mit Fleisch!

Sebastian

Hallo Barbarossa,

ich halte vegetarische Ernährung quasi per Definitionem für unausgewogen, da eben die Fleischkomponente fehlt. Das Problem mit den Mangelerscheinungen ist dieses, daß sie nicht unbedingt Symptome verursachen müssen, außer einem frühen Tod.
Wie würdest Du Dir denn diese stark verminderte Lebenserwartung erklären? Viele Stoffe, die der menschliche Körper braucht, kennt man ja noch gar nicht.

Ich denke, ob man sich vegetarsich ernährt oder nicht, ist in erster Linie eine Frage des Lebensstils - so wie beim Rauchen. Mit dem Unterschied, daß die Raucher wissen, daß sie ungesund leben - und dafür von der Sozialgemeinschaft (zurecht) zigarettensteuerlich sanktioniert werden… *hust* :wink:

Oliver (der vielzuviel qualmt *g*)

Hallo Oliver!

Die redest von strengen Vegetariern (Veganern). Darüber kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, daß es einige Weltrekordler gab, die Veganer waren (ich glaub das eine war ein Sprinter) Das ist natürlich noch kein Beweis für die Tauglichkeit der veganen Ernährung. Nur ein Hinweis.

Diese Veröffentlichungen, von denen Du schreibst. Möcht ich gern mal lesen. Wo finde ich die (Internet, Zeitschrift?)? Interessiert mich.

Sebastian

Diese Veröffentlichungen, von denen Du schreibst. Möcht ich
gern mal lesen. Wo finde ich die (Internet, Zeitschrift?)?
Interessiert mich.

Ich habe das in einer Vorlesung gehört. Den Artikel müßtest Du aber in der Medline (der zentralen Datenbank aller biomedizinischen Forschungserkenntnisse) finden. Einen kostenfreien Zugang gibts u.a. unter
http://healthgate.nbci.com/getcontent.asp?SiteID=nbc…
Passende Suchbegriffe wären z.B. „vegetarian“ „life(time) expectance/-y“ oder ähnliches.

Viel Glück bei der Suche, und laß mich wissen falls Du weitere Hilfe brauchst :wink:

Oliver

Hallo Sebastian,

Ich stimme dem Proting von Stephan Hübner zu!
Mangelerscheinungen treten bei Vegetariern sicher nicht
häufiger auf, als bei Fleischessern.

Uiuiui, woher weisst Du das denn?

Es kommt halt darauf an,
daß man sich, wie gesagt, ausgewogen ernährt und seinem körper
mal etwas Aufmerksamkeit schenkt.

Das ist Deine Meinung - ich habe ja auch nur von MEINEN Erfahrungen berichtet.
Jeder Körper ist nun mal etwas anders und da Frauen grundsätzlich (durch die monatliche Blutung) Eisen verlieren (im Gegensatz zu Männern), kommen diese nun mal leichter in einen Eisenmangel, den (nebenbei bemerkt) mein Arzt festgestellt hat, weil ich ständig müde und unkonzentriert war.
Die Aufmerksamkeit, die ich meinem Körper schenke, ist doch wohl meine Sache, aber wenn ich meinem Körper MEHR Aufmerksamkeit schenken muss, weil ich mich fleischarm ernähre, dann ist das genau das, was ich mit „zeitaufwendig“ meine.
Eine ausgewogene Ernährung ist nun mal mit Fleisch leichter zu erreichen, weil tierisches Eiweiss und Eisen (vermutlich auch noch andere Nährstoffe) vom Körper besser aufgenommen werden.

Das soll jetzt aber bitte nicht als Aufruf zum Fleischessen verstanden werden! Vegetarier haben viel sensiblere Geschmacksnerven und auch ein besseres Körpergefühl - solang man keine Mangelerscheinungen hat zumindest.
Also: Macht doch einfach, was ihr für richtig haltet!

… ist eigentlich genau das richtige Feld für dich. Ich kann
mich einigen Argumenten hier gar nicht anschließen, weil sie
schlichtweg falsch sind. Und komme bitte ja nicht auf die
Idee, irgendwelche „Mangelerscheinungen“ per Pille beheben zu
wollen.

Wieso eigentlich nicht?
Als Beispiel, es gibt chemisch überhaupt keinen Unterschied zwischen dem Vitamin C aus einer Orange oder einer Brausetablette, der Körper kann das gar nicht unterscheiden.
Wenn jemand kein Obst mag, ist das richtig und sinnvoll.
Gruß
Rainer

1 „Gefällt mir“

Ich war selbst einige Jahre lang Vegetarier und habe das ganze
dann abgebrochen.

Tut mir leid, aber da muß ich heftigst widersprechen. Ich bin

selbst seit einigen Jahren Vegetarier, dazu noch Diabetiker,
und
bei sind bisher keinerlei Mangelerscheinungen aufgetreten…

Genau das sind auch meine Erfahrungen, war bis vor kurzem ca.10 Jahre fleisch- u. gelatinelos.
Lebe ansonsten nicht sehr gesund (muß ich schändlich zugeben), aber hatte nie irgendwelche Mangelerscheinungen.
Da ich das nie so recht glauben konnte, habe ich regelmäßig mein Blut untersuchen lassen, war immer i.O.!

Außerdenm kenne ich 3 Veganer (seit 4-5 Jahren, vorher Vegetarier) und die erfreuen sich bester Gesundheit und haben ein echt gut funktionierendes Abwehrsystem.
Die müssen allerdings wirklich aufpassen, dass si auch alles kriegen, was der Körper so braucht.
Aber Mangelerscheinungen sind bei denen bisher auch kein Thema.

gruß,
shockscrew (dienichtmehrsodogmatischist)

Hallo Rainer!
Das trietzt mich zu sehr, deshalb muß ich meinen Senf dazugeben.

Es gibt chemisch überhaupt keinen Unterschied
zwischen dem Vitamin C aus einer Orange oder einer
Brausetablette, der Körper kann das gar nicht unterscheiden.

Wenn Du das so ausdrückst, hast Du Recht! Aber das ignoriert, worauf es hier ankommt: Es gibt schließlich sehr erhebliche Unterschiede zwischen einer Orange und einer Vitaminpille. Sich auf ein winziges Teilelement zu beschränken, wird zu einem weitverbreitete Ernährungsirrtum.
Der Witz bei „natürlicher“ Ernährung besteht darin, daß wir noch nicht mal wissen, was z.B. in einem Apfel alles an Substanzen drin ist, geschweige denn, welche Bedeutung diese unbekannten Stoffe für den Organismus haben. Wir wissen aber, daß Ratten draufgehen, wenn man sie nur mit angeblich gesunden Frühstückscerealien füttert: In den USA ist ein entsprechender Versuch durchgeführt worden. Die Tiere litten anschließend an Fettleber, Anämie und Bluthochdruck. [Caster, W. O. & Parthemos, M. D., Am. Journal of Clin. Nutrition 1976/29/S. 15, zitiert in: "Pollmer et al, „Prost Mahlzeit“, Kiepenheur & Witsch, 1997]

Tschuess, Sven.

Der Sven natürlich :wink:

Der Witz bei „natürlicher“ Ernährung besteht darin, daß wir
noch nicht mal wissen, was z.B. in einem Apfel alles an
Substanzen drin ist, geschweige denn, welche Bedeutung diese
unbekannten Stoffe für den Organismus haben. Wir wissen aber,
daß Ratten draufgehen, wenn man sie nur mit angeblich gesunden
Frühstückscerealien füttert

Kann ich mir gut vorstellen, das Zeug ess ich sowieso nicht, bloß Fett und Zucker.
Was mich stört, ist, es wird immer so getan, als wären die Begleitstoffe in Obst oder Gemüse etwas besonders Gutes, das die Vitaminwirkung verstärkt.
Pustekuchen, Vegetarier wissen (hoffentlich), daß gerade natürliche Lebensmittel oft die Aufnahme von Vitaminen und Spurenelementen blockieren, also schädlich wirken.
Das sollte man differenziert betrachten, nur zu sagen, natürlich ist besser als Vitamintablette, ist wissenschaftlich nicht zu belegen, leider wird in der Öffentlichkeit aber immer so diskutiert, siehe Posting oben.
Gruß
Rainer