Unser Sohn ist 5, geht tagsüber in die Kita und ist normal entwickelt. Keine Auffälligkeiten.
In letzter Zeit jedoch hat unser Sohn wahnsinnig Angst, uns zu verlieren. Er kommt nachts, schaut, ob wir noch da sind und lässt sich dann zurück ins Bett bringen. Das Spiel kann durchaus mehrmals die Nacht gehen. Früh sind alle gerädert und völlig fertig. Unser Sohn auch.
Abends beim Zubettgehen: Ständig lässt er sich was einfallen, um zu Schauen, ob wir noch da sind. Auch am Wochenende schaut er immer wieder, ob wir noch da sind. Wir haben ihn darauf angesprochen, wovor er Angst hat. Seine Antwort: „Das ihr geht und mich allein lasst.“ Ständig müssen wir sagen. wo wir hingehen (und sei es nur in den Keller), was wir abends noch alles tun müssen und wie lange dies dauert. Alles gutes Zureden, dass wir ihn nie allein lassen, weil wir ihn lieb haben, war erfolglos…
Wir haben jetzt in Kürze einen Termin zur U9. Ich werde die Kinderärztin darauf ansprechen. Es gab eine Zeit, da war es schon mal so schlimm, es hat sich wieder gelegt, doch zurzeit nimmmt es wieder zu. Kennt jemand diese Situation? Wie geht ihr damit um?
ich denke das das relativ normal ist, solange es sich ncith noch schlimmer entwickelt. jedes kind hat angst seine eltern zu verlieren. du solltest dich mal mit ihm hinsetzen und fragen warum er so eine angst hat, und ihm erklären das ihr nie im sinn haben werdet ihn zu verlassen und allein zu lassen. lass nachts die tür auf, vom schlafzimmer und kinderzimmer. so seit ihr immer mehr oder weniger verbunden, auch wenn ihr nicht nebeneinander liegt. nimm ihm die angst.
ich denke dass dein Sohn einen Entwicklungsschub macht und deswegen solche Ängste auftreten - also nix beunruhigendes. Meine Tochter (6) hat in regelmäßigen Abständen auch solche Verlustängste. Allerdings nicht wegen uns, sondern wegen ihres Zwillingsbruders. Da hat sie Albträume, dass ihm irgendwas Schlimmes passiert (Unfall etc.). Das legt sich aber auch wieder. Außer ihm das immer wieder zu sagen und zu erklären kannst du nicht viel tun.
Also für mich hört sich das schwer nach einer plötzlichen Erkenntnis an.
Irgendwie scheint euer Sohn, ziemlich plötzlich erfahren und erkannt zu haben, dass man Eltern verlieren kann.
Möglicherweise hat ein Kind im Kindergarten sowas erzählt.
Ein Märchen, z.B. „Hänsel und Gretel“, könnte auch so ein typischer Auslöser sein.
Vielleicht solltest du mal in dieser Richtung nachfragen.
Die Türen lassen wir alle auf, bis wir zu Bett gehen auch das Licht im Flur.
Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht… Möglicherweise spielt die Trennung von meinem damaligen Freund vor 3,5 Jahren eine Rolle… Vielleicht hat da was im Unterbewußtsein gearbeitet und bricht jetzt heraus…
Ich denke auch das es wieder wird. Wenn man so drüber nachdenkt haben wir das auch später mal. wie haben immer angst wen zu verlieren oder was nicht zu schaffen oder so. kinder sind naiver und brauchen mehr schutz und haben das dann nun mal intensiver und geben es auch zu, was wir ‚‚erwachseneren‘‘ nicht tun. das wird schon wieder ^^
im Eltern-Kind-Brett gab es dazu vor 2 Jahren schonmal eine Diskussion. Vielleicht findest du dort auch ein paar hilfreiche Antworten: /t/angst-vorm-tod–2/4018126
Wenn ich mich nicht sehr täusche, sind Phasen, in denen bestimmte Ängste bei Kindern sehr stark in den Vordergrund treten, Bestandteil der ganz normalen kindlichen Entwicklung. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, das Problem bei der anstehenden ärztlichen Untersuchung noch mal ganz gezielt anzusprechen.
Klingt aber sehr anstrengend für alle Beteiligten und die (wie ich stark vermute) begründete Hoffnung, dass sich das „auswächst“ ist momentan wohl auch nur ein schwacher Trost. Vielleicht gibt es auf irgendwelchen Elternseiten oder -foren ganz praktische Tipps anderer Eltern, wie sie es geschafft haben, ihren ängstlichen Nachwuchs zu beruhigen.
das ist nur eine Idee, ohne Erfahrungen im Hintergrund: Könnten Geschichten hilfreich sein, in denen ein Kind (eine Zeitlang) allein zurecht kommt, alleine loszieht oder so? Pippi Langstrumpf fällt mir dazu als erstes ein: ein starkes Kind, das alleine lebt, und dazu Thomas und Annika als Identifikationsfiguren, die immer wieder mit Pippi zusammen sind und dann nach Hause zurück kommen. (Da kann man dann darüber reden, wie die Eltern sich freuen, wenn die beiden heimkommen.) Da gibt’s genug Geborgenheit, aber eben auch die Erfahrung, allein zurechtzukommen.
Meine Idee wäre, verstärkt solche Geschichten vorzulesen, um das „alleine stark sein“-Gefühl etwas zu unterstützen. Ohne dem Kind gegenüber den Zusammenhang zu seinen Ängsten herauszustreichen.
Oder auch Situationen zu finden, wo es umgedreht ist, wo Du ihn fragen kannst: „Du gehst weg (in die Kita, raus zum Spielen)? Dann bin ich ja allein. Kommst Du denn wieder?“ Dann hat er nämlich die Kontrolle übers Wiederkommen.
Und: Als ich Kind war, durfte ich manchmal, wenn ich nicht allein im Bett bleiben wollte, einen Pullover meiner Mutter mit ins Bett nehmen oder anziehen. Das hat mir etwas Nähe gegeben. Vielleicht auch eine Idee für die Nächte.