Hi,
Diese Antwort hat eine noch schlechtere Qualität, denn eine
Metapher als Argument zu betrachten ist ein schlimmer Fehler!
Dann ist die Metapher schlecht, denn sie soll etwas, was fuer wahr gehalten wird mit etwas beleuchten, was unsinnig ist.
Das Wort „bloedsinnig“ koennte man als ueberzogen bezeichnen.
Ich behaupte nicht, daß es unhinterfragbar ist, ich behaupte
auch nicht es sei eine ewige Wahrheit, Ich sprech auch nict
von natürlichen Tatsachen.
Ahja. Und als naechstes sprichst Du von quasi-natuerlichen Tatsachen:
Ich habe nur gesagt, daß sich seit alten Zeiten ein System
eingeschlichen hat und wahrscheinlich nur deshalb bis heute
überlebt hat, weil es für alle von Nutzen ist.
Wie gesagt, die „alten Zeiten“ sind die letzten 300 Jahre, etwas weiter gefasst ab der Reformation. Und der Wirkungsraum ist nicht die Welt, sondern die weisse zahlungsfaehige Bevoelkerung des christlich-fundamentalistischen (andere sagen protestantisch dazu) Westeuropa und Nordamerika
Und ich frage mich, was der Nutzen fuer die Kinder in den Slums von Manila ist (war gerade ein Beitrag im Weltspiegel). Dieses System, was sich eingeschlichen hat, fuehrt zu Hungersnot bei gleichzeitigem Nahrungsmittelexport (Irland 19. Jh., Afrika jetzt), es fuehrt dazu, dass Trinkwasser zum wertvollen Gut, also zur knappen Ressource wird und einkommensabhaengig wird. Es reisst weltweit Menschen aus stabilen doerflichen Zusammenhaengen, was der junge Marx in seinem Manifest noch bejubelte, heute aber direkt zur Verelendung fuehrt.
Abgesehen davon, dass es zu Neandertalerzeiten noch keinen
Weizen gab, funktioniert diese Story noch nicht mal fuers
Mittelalter. Und warum reichliche Ernte? Es geht doch um Ernte
vs. keine Ernte.
Der „Weizen“ läßt natürlcih die Metapher sterben, klar!
Es geht ums Schenken! Und auch im Mittelalter wurde so
gehandelt, nur eben ungerecht.
Ich mache einen Unterschied zwischen Gabentausch und aequivalentem, wertbehaftetem Tausch. Gabentausch kann nicht ungerecht sein, da dabei Vergleichbarkeit keine Rolle spielt. Der Handel im Mittelalter konnte nicht im heutigen Sinne ungerecht sein, da es kein abstraktes Recht gab, es war persoenlich, an den Lehnsherren gebunden.
Und wenn man schon eine Story bringen will, dann bitte in der
Form: Ich belehne Dich mit einem Eisenpflug, und bekomme
dafuer nach jeder Ernte zwei Sack Getreide. Weil dann kommen
wir zu dem Problem, auf welcher Grundlage sich geschmiedetes
Eisen mit Kohlenhydraten vergleicht, wie man da Fairness oder
gar Recht (als kodifizierte Form) herstellt.
Deswegen hat sich die Vertragsebene gebildet, wo das eine
gegen das andere gewogen wird und es zu einem Handel kommen
soll, der beide befiedigt.
Wie stellen sie aber fest, dass es sie befriedigt? Wer garantiert den Vertrag? Ist ein abhaengiger Bauer gegenueber seinem Lehnsherren vertragsfaehig (abgesehen davon, dass er Analphabet ist)?
Dazu kommt die menschliche
Eigenheit des guten oder schlechten (Ver)händlers.
Meinst Du jetzt die boesen Juden mit ihrem Wucherzins vs. die guten Fugger, die ganz regulaer ihre Bergprivilegien ausbeuteten und sich Koenige kauften?
Oder meinst Du, dass ich, wenn ich ein guter Verhaendler bin, mein Brot im Supermarkt zum halben Preeis kriege?
Aber ich geb dir recht: gerechter wär es wir würden wieder zum
Sammler und Jäger und würden uns um 10 Körner Grassamen die
Birnen einschlagen.
Kannst Du mir bitte erklaeren, was Dich zu diesem Gedankensprung veranlasste? Ich heisse nicht Frank.
Ciao Lutz