Verschlimmbesserung einer feuchten Innenwand

Hallo liebe Experten,

im Keller des Hauses drückt entlang einer 3 Meter langen horizontalen Linie mit etwa 20cm Breite das Wasser von Außen durch.
Mein Vermieter hat es gut gemeint, und einen elektrischen Raumentfeuchter aufgestellt, der schon seit 3 Monaten rund um die Uhr läuft.
Schließlich hat der Vermieter dann den Raumentfeuchter direkt an die Stelle platziert, die am feuchtesten ist. Ich habe mir die Sache so angeschaut und bin der Meinung, dass durch das Entfeuchten der Putz erst so richtig zum bröckeln angefangen hat.

Was mein Ihr dazu?

Danke
Gruß Gerold

Hallo Gerold,

das mit dem Raumentfeuchter ist völliger Unsinn. Hier hilft eigentlich nur Aufschachten bis unter die Kellersohle, Drainage verlegen, Wand von außen abdichten und wieder zuschütten. Die Drainage muß natürlich entwässert werden, falls sie unter der Abflußleitung liegt mit einer Pumpe.
Anschließend kann mit dem Luftentfeuchter getrocknet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Tilo

Hallo Tilo,

erstmal danke für die schnelle Antwort.
Das mit dem Aufschachten der Außenwand ist leider nicht so einfach, weil dort ein geteerter Weg entlangführt.
Ist es sinnvoll und bezahlbar die Wand von innen her mit einer dichtenden Kunstharzmasse zu injezieren?

Gruß
Gerold

Ist es sinnvoll und bezahlbar die Wand von innen her mit einer
dichtenden Kunstharzmasse zu injezieren?

Um so dichter und fester der das Material ist, das auf eine feuchte Wand aufgebracht wird, umsogrößer ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Feuchtehorizont aufsteigt und die Nässe darüber austritt. Das passiert z.B. auch wenn ein Zementputz aufgetragen wird.

Wenn man von außen nichts machen kann, entweder einen Sanierputz auf das freigelegte „Mauerwerk“ auftragen, das ist ein sogenannter Opferputz, der alle paar Jahre erneuert wird. Oder auf die ebenfalls freiliegende Mauer eine mit Sumpfkalk und reinem Kalkputz angesetzte eher dicke Schlämme auftreichen. Die kann regelmäßig ausgebessert werden, wenn sie nicht mehr schön ist.

Funktioniert in meinem partiell feuchten Keller super.

gruss Marga

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Danke Dir Marga,

aber bei allen Verputzarbeit von innen bleibt doch die tragende Mauer immer noch nass. Schadet das nicht langfristig der Statik?

Danke
Gruß Gerold

Hallo Gerold,

alles, was man von Innen durchführt, macht die Wand nicht trocken. Entweder Du kannst mit der nassen Wand leben oder der geteerte Fussweg wird aufgeschachtet oder Du ziehst aus. Man kann die Wand immer wieder behandeln (Opferputz wurde schon genannt), um Schimmel vorzubeugen. Trocken ist die Wand jedoch nur durch Abdichtung von außen zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen
Tilo

…oder Du ziehst aus.

(Lautlach) gottseidank wohne ich nicht im Keller sondern unter dem Dach, aber danke für den Tipp.

Hallo Gerold,

ich bin auf dem Gebiet so ziemlich das exakte Gegenteil eines Experten :frowning:, stolperte aber unlängst mal über diese, m.E. sehr interessante Seite:

http://www.aquapol.at/

Die Methode der Trockenlegung mutet in der Tat esoterisch an, aber in Anbetracht der Referenzen http://www.aquapol.at/index.php?go=references/main und Auszeichnungen http://www.aquapol.at/index.php?go=company/honors muss man sie wohl ernst nehmen.

Soweit ich mich erinnere, hat die Firma auch eine deutsche Niederlassung.

LG und einen trockenen Keller wünscht
sine

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hallo Gerold,
Tilo hat natürlich recht! Ist halt schon ne Aktion, von außen auf machen.
Bez. Aquapol, ein solcher Testlauf wurde in einem Münchner Museum nach 1/2 Jahriger „Versuchszeit“ von der Firma selbst abgebrochen, weil eine messbare Abtrocknung nicht gegeben war.

aber bei allen Verputzarbeit von innen bleibt doch die
tragende Mauer immer noch nass.

Ja natürlich.

Schadet das nicht langfristig
der Statik?

Solange keine tragenden Holzteile im Spiel sind, geht es eher darum ob man mit einer feuchten Kellerwand leben kann. Ich kenne Bauernhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit patschnassen Wandsegmenten, die noch stehen. Da wird bei der Sanierung dann der etwas morsch gewordene Ziegel ausgetauscht.

Zum Thema Schimmel, wenn man eine nasse Wand jährlich kalkt und für eine ausreichende Belüftung sorgen kann, sollte Schimmel kein Problem sein. Wenn ein Sanierputz drunter ist, ist das sogar sicher, weil der Feuchtigkeit einlagert und langsam an die Raumluft abgibt, auf der Putzoberfläche steht also kein Wasser.

Gruss
Marga

Hallo,

Die Methode der Trockenlegung mutet in der Tat esoterisch an,

Stimmt. Und sie ist auch kompletter Unsinn:
/t/wer-weiss-was-von/2868523
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Gruß
loderunner

Hallo Gerold,

erstmal danke für die schnelle Antwort.
Das mit dem Aufschachten der Außenwand ist leider nicht so
einfach, weil dort ein geteerter Weg entlangführt.
Ist es sinnvoll und bezahlbar die Wand von innen her mit einer
dichtenden Kunstharzmasse zu injezieren?

Es gibt Verfahren, bei denen man die Wand von innen ganz durchbohrt und dann eine entsprechende Masse durch die Wand auf der Aussenseite deponiert.

Ist aber nur eine Notlösung, da man nicht sofort sehen kann ob die Wand aussen wirklich abgedichtet ist.

Grundsätzlich sollte man aber als erstes abklären WOHER das Wasser kommt !
Oft liegt die Ursache z.B. in einem defekten Regenfallrohr. Dann sollte man nicht das Haus umkonstruieren, sondern das defekte Rohr erneuern.

MfG Peter(TOO)