Versicherungsbetrug?

Beim Rückwärts fahren touchierte ich mit meinem rechten Außenspiegel einen schräg stehenden Lieferwagen und hinterließ zwei schwarze Streifen, ohne das der Lack beschädigt wurde. Der Besitzer des Lieferwagen wollte von mir zunächst einen „HUNNI“, am nächsten Tag aber zweihundert Euro, sodass ich auf Anraten die Angelegenheit über meine Versicherung regeln ließ. Ich musste einen Unfallbericht abgeben mit eigenen Bildern und dann hörte ich ein dreiviertel Jahr diesbezüglich nichts mehr.- Als ich Ende des Jahres die neue Beitragsrechnung bekam, wurde mir mitgeteilt, dass ich auf SF 23 eingestuft werde. Nach Nachfragen bei meiner Versicherung ( HDI ) erhielt ich die mündliche Auskunft, dass der Schaden mit 2200 € eingestuft wurde , zzgl. 500 € Rechtsanwaltskosten . Da ich andere, persönliche, gesundheitliche Probleme (76 Jahre) hatte, nahm ich es einfach so hin und hoffte , dass die neue Berechnung sich etwas günstiger gestalten werde. Nein, ganz im Gegenteil , sie erhöhte sich nochmals um 13 € (SF 24) ich bezahle monatlich. Anmerken möchte ich noch, dass ich seit 1964 den Führerschein besitze und noch nie einen selbstverschuldeten Unfall hatte, außer das mir zwei Frauen kurz hintereinander den gleichen Kotflügel ramponierten. Abschließend möchte ich fragen, was kann man in dieser Sache noch tuen, die 25 € Mehrkosten kann ich als Rentner schwer verkraften ?

So richtig verstehe ich das nicht.
Gut, der Schaden war doch größer als Du vermutet hattest. Denn die Versicherung hat das ja auch geprüft und es ist eher unwahrscheinlich, dass sie sich hat betrügen lassen durch eine überteuerte und ungerechtfertigte Reparatur.
Anwaltskosten muss die VS ja sowieso übernehmen.
Aber egal wie hoch der Schaden war, runtergestuft wirst Du (fast) immer, ob 2000 € Schaden oder „nur“ 100 €.

Und trotz wieder 1 schadensfreien Jahr (Stufe von SF 23 auf SF 24 gestiegen) kostet es nun mehr ?
Das kann gut sein, die Versicherungsprämie wird jährlich neu berechnet.

Und weil du monatlich zahlst ist es unnötig teuer. Prüfe ob Du nicht wenigstens halbjährlich zahlen kannst. Am besten wäre jährlich.

Übrigens, hast Du schon mal einen Preisvergleich gemacht, ob dein Wagen nicht woanders günstiger versichert werden könnte ?

MfG
duck313

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Hallo,

bei meiner Versicherung ist der Beitragssatz für SF24 und SF23 gleich. Zudem bedeutet SF24 eine bessere SF-Klasse, also bei ansonsten gleichen Umständen den gleichen oder geringeren Zahlbetrag.

Wenn man von SF45 auf SF24 zurückgestuft wird, tut das natürlich weh.
Es kann bedeuten, dass man von 20% Beitragssatz auf 35% rutscht (die Rabatte sind je nach Versicherung unterschiedlich).

Deine Frage war, was du tun kannst.

Den Schaden komplett selber bezahlen? Unwirtschaftlich. Wir reden über 2700€ bei 300€ Mehrkosten jährlich - aber du rutschst in den nächsten 9 Jahren ja wieder in bessere Rabattstufen, so dass es eben nicht auf 9 Jahre amortisiert wäre, sondern vielleicht erst in 15 Jahren. (Nein, das kann ich nicht berechnen)

Nachweisen, dass der Schaden nicht in der abgerechneten Höhe entstanden ist? Du hast keinen Lackschaden gesehen.
Aber vielleicht war es so:
Jemand anders hat aber festgestellt, dass der Lack dort Schleifspuren und Rauhigkeiten hat. Da muss leider lackiert werden. Da kommst du locker auf 2200€!
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein Versicherungsbetrug ist. Da hat halt jemand festgestellt, dass er das Recht hat, sich so viel Geld auszahlen zu lassen, wie eine Reparatur des Ur-Zustands kosten würde. Vielleicht hat er es auch reparieren lassen und dabei wurde erst festgestellt, dass Polieren nicht reicht.

Was du tun solltest?
Guck dich mal nach preiswerteren Tarifen um, nutze diese unzähligen Vergleichsrechner. Nutze auf jeden Fall unterschiedliche Vergleichsportale! Wenn du eine klassische Versicherung hast, bei der es einen Vertreter in der Nähe gibt, dann würde ich den auch ganz offen darauf ansprechen, dass dir der Tarif zu teuer wird.
Keine Versicherung darf dich wegen des Vorschadens ablehnen, wenn es um die Haftpflicht geht (bei den Kasko-Versicherungen gilt das nicht!).
Andere Versicherungen haben andere Rabattstaffeln!

Danke für die prompte Antwort.-
Meines Erachtens war der Schaden sehr geringfügig, eher minimal, denn an meinem linken Außenspiegel waren keine Schleifspuren zu sehen.- Der sogenannte " Unfallgegner" war ein Handwerker mittleren Alters und solche Leute sind mit allen Wassern gewaschen, sie wollen auf die Schnelle reich werden, insbesondere mit unlauteren Mitteln.- Der Wagen sah schon ziemlich ramponiert aus, vielleicht hat man dies alles noch aufgepackt.
Natürlich ist eine monatliche Bezahlung unrentabel, aber wiederum auf 12 Monate verteilt, fällt sie kaum ins Gewicht. (2,3€ mehr und was ist das?)
Selbstverständlich habe ich einen Preisvergleich gemacht und deshalb ist ein Wechsel unentbehrlich.
Ich spreche aber vordem nochmals mit meinem Versicherungsvertreter am Ort.

Wie schön, dass du keine Vorurteile hast. Und die Realität hinter allem siehst.

Ganz sicher. Die Werkstatt will schließlich auch ihre Millionen scheffeln.

Es könnte aber auch sein, dass du ganz einfach überhaupt keine Ahnung von aktuellen Raparaturpreisen hast. Und auch nicht bekommen willst.

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Versicherungen sind auch nicht unbedingt dafür bekannt ihr Geld an irgendwen zu verteilen.

Wenn da schon ein Anwalt eingeschaltet war, wird wohl auch ein Gutachter nicht weit gewesen sein. Und der kann durchaus das Alter von Vorschäden feststellen. Klar, der

kann den Gutachter gut kennen und ihn geschmiert haben, aber das ist wohl eher der absolute Ausnahmefall.

Höhö. Meine fremd angerumste Stoßstange musste ersetzt werden obwohl da auf den ersten Blick nur minimal Farbabrieb zu sehen war. Das hat auch locker 4-stellig gekostet, denn es gab Schäden an der Befestigung - und auch wenn ich in die Kategorie

falle und das Auto nicht fabrikneu war, hatte das überhaupt nichts mit betuppen zu tun. Die olle Stoßstange des Autos könntest du dir sogar anschauen.
Meine Werkstatt des Vertrauens nimmt übrigens 88 EUR / netto die Stunde (das sind 104,72 EUR Brutto // 204,81 DM!). Kannst ja jetzt mal rechnen und deine veralteten Vorstellungen überdenken.

Mal abgesehen von Deinen unangemessenen Bemerkungen über Handwerker: der Unfallgegner hat den Anspruch darauf, daß die Karre hinterher so aussieht wie vor dem Unfall und das heißt dann nicht, daß die Werkstatt den Azubi mit dem Wasserfarbkasten einmal drübermalen läßt, sondern daß der Spiegel abmontiert, abgeschliffen, fachgerecht neu lackiert wird und anschließend wieder montiert wird.

Wenn sich der Lackschaden im Nachhinein als erhebliche Beschädigung des Spiegels herausgestellt hat (z.B. weil die Aufhängung des Spiegels verbogen oder die Mechanik beschädigt wurde, dann ist auch schnell mal ein neuer Spiegel fällig, der dann auch wieder lackiert und montiert werden muß.

In beiden Fällen sind die 2200 durchaus realistisch; nicht zuletzt, weil die Spiegel heute nicht mehr aus einem Stück Metall und einer Glasscheibe bestehen, wie das zu der Zeit war, in der Du den Führerschein gemacht hast, sondern neben der aufwendigeren Optik auch Technik enthalten (elektrisch einstellbar, einklappbar, beheizbar usw.).

Natürlich darf man, wenn es die Verkehrssicherheit erlaubt, auch mit einem beschädigten Spiegel herumfahren und sich die Reparaturkosten ohne Mehrwertsteuer ausbezahlen lassen. Das hat mit Versicherungsbetrug dann mal gar nichts zu tun.

Lies bitte meinen ersten Beitrag, wenn möglich zwei, dreimal , daß auch Du ihn verstehst.------*Mein**Spiegel touchierte das Handwerkerfahrzeug und war *nicht *beschädigt, hinterließ aber leichte Abriebspuren am weißen Fahrzeug des Handwerkes. Seine Forderungen einen „HUNNI“,( was immer das auch ist) , fand ich noch akzeptabel, steigerten sich aber von Tag zu Tag.
Von einem beschädigten Außenspiegel beim sogenannten Unfallgegner war nie die Rede.

Ich habe schon eine gewisse Ahnung, denn ich bin kein Trottel.

Zwischen Lektüre und Antwort verging einige Zeit; irgendwie hatte ich den Vorgang dadurch falsch im Sinn. Insofern korrigiere ich meine Antwort wie folgt: wenn Du den Abrieb nicht entfernt hast, kannst Du gar nicht beurteilen, ob der Lack beschädigt ist. Da bei der Versicherung nicht nur Idioten sitzen, kannst Du davon ausgehen, daß die ausgehend von Deiner Schilderung des Vorgangs bei 2.200 Euro einen Gutachter hingeschickt haben.

Auch bei einem nur winzigen Lackschaden hat der Geschädigte Anspruch auf Ausbesserung und und mit Aus- und Einbau kommen da leicht solche Beträge zusammen.

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Danke für die ausführlichen Hinweise. Zunächst suche ich meinen Vertreter auf und dann werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit kündigen

Mag sein. Aber offensichtlich nicht von Autos, Handwerkern, Werkstätten und Preisen dafür.

Es kann auch die Werkstatt sein, die den Gutachter gut kennt, und dem Kunden einen Deal anbietet.

Als ich letztens einen von jemand anderen verursachten Schaden hatte, habe ich gleich zwei solcher Werkstätten getroffen, obwohl ich nicht danach gesucht habe. Und früher mal vor ca. 10 Jahren wurde mir auch direkt sowas angeboten. Und bei einem Schaden von vor ca. 30 Jahren auch das gleiche. - Mehr Schäden hatte ich nicht in den letzten 40 Jahren.

Das ist vielleicht landschaftlich verschieden, aber wenn ich von meinen Erfahrungen ausgehe, ist sowas durchaus nicht die Ausnahme.
Das nehme ich ganz besonders schon deswegen an, weil mir diese krummen Dinger von ganz fremden Werkstätten angeboten wurde, die offensichtlich auch bei fremden Kunden nicht damit rechneten, dass da einer der Versicherungsgesellschaft einen Tipp gibt.

Wenn ich ausgesehen hätte wie eine Finanzbeamte oder Polizistin, dann hätten die allerdings vielleicht davon abgesehen.

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Da der Gutachter unabhängig von der Werkstatt ist, die Reparatur irgendwo stattfinden darf (wenn überhaupt eine stattfindet) und das Gutachter von der gegnerischen Versicherung überprüft wird sehe ich da erstmal überhaupt kein Problem. Hauptsache ist, dass der Gutachter nicht von der Versicherung selbst beauftragt wurde.

Ich habe mich sogar explizit an meine Werkstatt gewandt, um einen seriösen Gutachter zu finden.

Wie kommst du darauf, dass der Gutachter und/oder die Werkstatt sich gegenseitig bezahlen?

Das habe ich überhaupt nicht geschrieben.
Warum ein Gutachter den Schaden in so einem Falle möglichst hoch ansetzt, weiß ich nicht. Vielleicht ist er einfach ein guter Freund der Werkstatt, oder was weiß ich. Vielleicht richtet sich auch sein Honorar nach der Schadenhöhe, könnte ja auch sein.

Bei der einen Werkstatt war es jedenfalls klar, dass die immer mit dem selben Gutachter zusammenarbeiten. -

Dem Kunden, der sein Auto da reparieren lässt, wird was geboten, wahrscheinlich deswegen, damit er eben nicht zur Versicherung läuft und die Werkstatt verpfeift.

Nachtrag: Ach so, der Geschädigte, also der Kunde darf den Gutachter bestimmen, und der wird von der Werkstatt empfohlen. Und da sieht man vielleicht auch schon, inwiefern der Gutachter an dem Deal interessiert ist.

Wie kommst du darauf, dass er das macht? Hast du irgendwann mal zwei Gutachten verglichen?

Das Gutachten richtet sich in der Tat nach der Schadenshöhe. Aber, wie gesagt, das Gutachten wird von der Versicherung geprüft. Große Mogeleien sind da gar nicht drin.

Es kommt hinzu: die Werkstatt hat gar nichts davon. Ob überhaupt und, wenn ja, dort repariert wird, ist unabhängig vom Gutachter - der hat überhaupt keinen Einfluss darauf. Das entscheidet allein der Kunde. Und die Reparaturkosten sind auch unabhängig vom Gutachten. Der Gutachter darf der Werkstatt nicht mal die Kosten gemäß Gutachten nennen - die erfährt ausschließlich der Kunde, sein Anwalt und die gegnerische Versicherung.

Selbst wenn eine Werkstatt einen Gutachter empfliehlt ist auch der Kunde natürlich in keiner Weise an diese Empfehlung gebunden. Wie du auf

kommst ist mir schleierhaft.

Und schließlich: der freie Gutachter wird in nahezu jedem Fall für den Geschädigten günstiger rechnen als der Gutachter der Versicherung. Warum das so ist kannst du dir selber überlegen.

Ähm - nö. Das kann jeder Geschädigte ganz einfach aus per Telefonbuch oder Suchmaschine selber machen. Ganz ohne Werkstatt. Man braucht keinen Gutachter, um eine Werkstatt zu finden, und man braucht keine Werkstatt, um einen Gutachter zu finden. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Wo nun das Problem ist weiß ich immer noch nicht. Gibt es da eine Verschwörungstheorie?

Bitte nicht jeden Satz einzeln betrachten, sondern ein bisschen den Zusammenhang beachten. Natürlich kann. Ich hatte da doch offensichtlich überlegt, wieso der Sachbearbeiter ein Interesse daran haben könnte, sich mit einer bestimmten Werkstatt gut zu stellen.

Weil diese verdammten Werkstatttypen das so gesagt haben. Musste ich jedenfalls so verstehen. Ich bin dann da nicht mehr hingegangen, insofern weiß ich nichts weiter.
Und der mit dem Gutachter vor 30 Jahren, da wurde das noch nicht von der Versicherung überprüft, jedenfalls nicht dass ich wüsste.

Die meisten bleiben dann aber vermutlich da. - Der Typ von erwähnter Werkstatt hat mir nicht nur die Reparatur, sondern einen zusätzlichen Bar-Betrag versprochen. -

Ach so, jetzt weiß ich wieder, es ging darum, dass die das nicht ganz perfekt reparieren, und die eingesparte Summe wird dann aufgeteilt oder so.

Ansonsten hör bitte jetzt auf, meinen Beitrag in alle Einzelteile zu zerlegen, der Fall interessiert mich nicht mehr, und mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Nun - offensichtlich hast du. Aber ob du wirklich musstest möchte ich doch stark bezweifeln.

Vor 30 Jahren haben die Versicherungen noch das Geld mit vollen Händen rausgeschmissen?

Wohl eher nicht. Selbstverständlich haben die auch damals geprüft.

Die Versicherung zahlt das, was im Gutachten steht und nicht die Werkstattrechnung. Da gibt es also gar nichts zu teilen.

Es kann schon sein, dass da eine Werkstatt jemand unbedarften über den Tisch ziehen wollte. Aber dass das irgendwie die Regel sein soll ist kompletter Unsinn.

Nö. Du hast was erzählt, jetzt musst du mit Rückfragen und Kommentaren leben. Und wenn sich dann rausstellt, dass da nicht so alles passt, ist das schon wichtig für den Fragesteller.

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Hi, aber nicht ganz so akribisch und die technischen Möglichkeiten der Datenabgleiche bestand noch nicht in dem Umfang und dem Komfort, wie wir das heute kennen.

Zudem verdienten die Versicherungen damals einen gewissen Teil ihrer Einkommen noch durch Kapitalerträge , was heute dank Niedrigzinsen nicht mehr möglich ist; der Spardruck ist höher.

Versicherungsbetrug ist seit Jahren schon modern ! ! ! Von HDI weiß ich, daß die Experten beschäftigen, die auf Versicherungsbetrug achten. Bloß für den HDI ist das ein Bagatellschaden ! ! !
Mein Vorschlag: Fordern Sie die Kostenrechnung der Gegenseite an und prüfen genau, ob das sein kann.
Möglicherweise liegt auch ein Gutachten vor - auch anfordern.
Geld bekommen Sie nicht wieder, aber Sie können prüfen, ob Betrug im Spiel ist. Falls der Verdacht begründet ist, würde ich Strafanzeige wegen Verdachts stellen. Die Kieler StA tut dann zwar nichts. Wir haben drei Mordanschläge überlebt und die StA hat die Ermittlungen eingestellt