Versorgung der 'alten'

hallo ihr lieben.

es ist ein streit entbrannt in meinem bekanntenkreis.

folgender fall: vater verstorben. mutter mit demenz im pflegeheim.
erbe (beträchtlich) unter den kindern verteilt. alle gut versorgt. nun, treffen der kinder, zwecks haushaltauflösung, der eltern und versorgung der mutter. wer zahlt was!!!
es geht mir hier nicht um juristische antworten. mir liegt viel mehr daran zu erfahren, wie ihr das aus moralischer sicht seht.

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür zahlen?

oder. du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil viel größer sein als meiner!

also, ich war einigermaßen geschockt. für mich persönlich ist es keine frage für meine mutter so aufzukommen, dass es ihr im alter gut geht.
aber ich hab da nix zu sagen.

bin auf eure antworten gespannt
gruß seute

Hi

Die Mutter kann auch nichts dafür, dement zu sein!

Boah, solche Früchtchen kann ich ja nicht leiden, ihr wurdet doch als Kinder auch versorgt?! Also ist es eine Selbstverständlichkeit, im Alter für die Mutter zu sorgen. Solchen Leuten gehört echt der Kopf gewaschen, wie undankbar!

Reich der entsprechenden Person doch einen Gutschein für eine Pistole mit dem Kommentar „Du möchtest dich also entscheiden auf dieser Welt zu sein oder nicht?“.
Okay, evtl. nur wenn du sie sowieso nicht leiden kannst.

Ihr solltet die Kosten auf jeden Fall gerecht aufteilen - keinen Verwalter, kein „Ich überweis dir das später, mach schonmal“ oder ähnliches.

Einer ist sonst am Ende immer allein. In meiner Familie hatten wir das gleich zweimal.
Der Bruder meiner Mutter hat sich verpisst und wir mussten alle Kosten für meinen dementen Großvater selbst tragen, was uns wirklich runtergrissen hat.

Bei meiner Oma gibt es gleich Drei Kinder und meine Tante als auch mein Onkel verdienen viel, viel besser als mein Vater.
Trotzdem wohnt Omi bei uns, wird natürlich auch immer Schusseliger und damit leider auch nerviger über die Jahre, wir fahren sie überall hin, was Geld kostet (und unser Auto ist auch Schrott mittlerweile, fährt kaum noch, da hilft uns auch keiner weil der Urlaub ist ja wichtiger), kaufen natürlich für sie ein, kochen für sie, bezahlen den Friseur etc. (mein Vater ist da etwas Muttersohn, er lässt sich kommandieren und gibt ihr Geld für Sachen, die meine Mutter und ich noch nie gesehen haben. Z.B. Friseur).

Und was macht der Rest der Familie? Nix. Irgendwann wollten sie uns mal unterstützen, dafür, dass wir Oma im Leben versorgen, da sie ja drunter wohnt. Das war wohl nix.
Nein, es kommt noch besser:
Mein Onkel ließ meine jetzt 89 jährige Oma noch für ihn waschen! Und weil sie jetzt nunmal gebrechlich ist geht das nicht, ich wasche für die Familie, und da fragte er mich auch noch, ob ich das jetzt für ihn mache und war tierisch beleidigt, dass ich dafür Bares sehen wollte.

Also: Macht das um Himmelswillen vorher aus und schaut, dass jeder seine Kosten stemmen kann, 2000€ von einem Hartz IV Empfänger zu verlangen macht auch keinen Sinn. Eventuell kann man ja jährliche Aktualisierungen einplanen.

lg
Kate

Hi

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix
dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür
zahlen?

Tja, dafür, daß er auf die Welt gekommen ist, kann er tatsächlich nichts. Aber immerhin wurde er die ersten Jahre seines Lebens (vermutlich) umhegt und versorgt, die Ausbildung wurde im finanziert usw.
Von den paar 10.000 EURonen oder damals noch DEM, die seine Eltern da in seine Zukunft investiert haben, kann er jetzt ruhig was zurückzahlen.

oder. du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil
viel größer sein als meiner!

Daß die Kosten nach finanzieller Lage gestaffelt aufgeteilt werden, finde ich wiederum ok.

Es könnte ja theoretisch auch so gemacht werden, daß ein Familienmitglied statt Geld Zeit investiert und die Mutter regelmäßig und häufig besucht und, soferne es noch geht, etwas mit ihr unternimmt.

also, ich war einigermaßen geschockt. für mich persönlich ist
es keine frage für meine mutter so aufzukommen, dass es ihr im
alter gut geht.

Was natürlich auch Sinn macht, daß man sich schon in jüngeren Jahren Gedanken um seine Zukunft macht. Auch wenn man das nicht gerne tut.

In meiner Familie ist es durch einige unerwartete Todesfälle dazu gekomme, daß sich meine Eltern schon jetzt Gedanken machen und ein bißchen Vorsorge treffen und ich ebenfalls. Es ist ja nicht so, daß zwangsläufig meine Eltern vor mir sterben oder pflegebedürftig werden.

Gruß
Edith

Hallo,

das ist doch ganz einfach:

folgender fall: vater verstorben. mutter mit demenz im
pflegeheim.

Stopp erst einmal: Die Kinder zahlen in dem Fall. Das ist völlig selbstverständlich. Und zwar derart selbstverständlich, dass mir schon die Begründung schwer fällt. Ein Aufrechnen von: Die ersten 18 Jahre (mit Studium noch länger) wart ihr dran, jetzt ist es umgekehrt, trifft es da sogar nur bedingt, kann aber notfalls ziehen.

Wer vieviel? Nach Vermögen, in dem Fall nicht als Sparstrumpf gemeint sondern nach „können“. Es ist ebenfalls völlig selbstverständlich, dass der, der mehr hat, auch mehr gibt. Das sieht dann zum Glück der Gesetzgeber genauso.

Aber das absolute KO-Kriterium ist das hier:

erbe (beträchtlich) unter den kindern verteilt.

Ich glaub, es hakt ganz gewaltig! Die Eltern haben beträchtliches Vermögen erwirtschaftet. SIE haben dafür gearbeitet. Dafür haben die Kinder NIX getan! Mit diesem Vermögen können die Eltern machen was sie wollen. Auch, wenn sie alt werden. Sie können es verbraten, können davon eine Weltreise machen oder alles in Porzellanpuppen und Modelleisenbahnsuperanlage „investieren“ - oder, wie hier, in eine vernünftige Pflege!

Menschlich finde ich immer das Allerletzte, wenn sich jemand an einem Wehrlosen vergreift. Wenn hier Kinder die Demenz Ihrer Mutter ausnutzen, um sie faktisch zu berauben, weil sie nach dem Tod des Vaters das Erbe aufteilen, nur weil die Mutter „PlemPlem ist und eh nix mehr mitbekommt“ (Anmerkung: nicht meine Position zu Demenz!)… ich möchte hier nicht meine Phantasien niederschreiben, was meiner Meinung nach mit so einer Brut passieren müsste…

Die Mutter gehört in eine ordentliche, auf Demenz spezialisierte Pflegeeinrichtung. Sie hat mit ihrem Mann genug erwirtschaftet, dass das auch finanzierbar ist. Das ist ihr Topf, der wird jetzt gebraucht. Jede Hand, jeder Finger, der sich da von den Kindern hin ausstreckt, um aus diesem Topf auch nur eine Münze zu klauen, gehört abgehackt (jetzt hab ich doch…)

LG Petra

Hallo,

versorgt. nun, treffen der kinder, zwecks haushaltauflösung,
der eltern und versorgung der mutter. wer zahlt was!!!
es geht mir hier nicht um juristische antworten. mir liegt
viel mehr daran zu erfahren, wie ihr das aus moralischer sicht
seht.

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix
dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür
zahlen?

Die Mutter kann auch nichts dafür, dass sie jetzt Hilfe braucht.

oder. du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil
viel größer sein als meiner!

Dies ist sogar gesetzlich so geregelt - Anteile nach Leistungsfähigkeit.

Ich persönlich sehe es genauso wie du. Bei meiner Oma war es so, dass ich auch einen kleinen Teil zu den Pflegekosten übernommen habe, um meine Mutter zu entlasten, auch wenn ich rechtlich nicht dazu verpflichtet war, aber es war für mich selbstverständlich, einen kleinen Teil dessen zurückzugeben, was ich früher an Zuwendung von meiner Oma erhalten habe.

Beatrix

Hallo Pomeranze,

ich möchte dir voll und ganz zustimmen. Ich sehe das haargenauso.

Gruß

Samira

Moin,

erbe (beträchtlich)

das wurde aber gerne genommen?!

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix
dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür
zahlen?

Dann bitte aber auch konsequent und sich vom Erbe der Erzeuger distanzieren. Was können die dafür, daß sie Geld hatten?!

oder. du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil
viel größer sein als meiner!

Darüber ist zu reden.

bin auf eure antworten gespannt

Wurden gegeben.

Bei uns ist es bisher glücklicherweise noch kein Thema, aber wie ich unsere Bande kenne, wird das aber auch keines.

Gandalf

eingeforderte Dankbarkeit, Aufrechnungen
Hallo!

Schwieriges Thema. Wohl dem, in dessen Familie alles in Butter ist und der ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat. Da läuft das dann wohl viel selbstverständlicher ab.

erbe (beträchtlich) unter den kindern verteilt.

Hm, das verstehe ich nicht. Die Mutter lebt noch und das Erbe ist schon aufgeteilt? Oder nur auf dem Papier?

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix
dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür
zahlen?

Das hat hier ja viel Empörung hervorgerufen. Ich kann das Argument als solches aber gut verstehen. Wenn man Zeit seines Lebens bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vorgehalten bekommt, dass einen seine Eltern als Kind versorgt haben, fragt man sich schon irgendwann, wessen Entscheidung es denn war, das man geboren wurde. Wenn es so schlimm ist, die eigenen Kinder zu versorgen, dann bekomme ich eben keine. Wenn ich die Versorgung meines Kindes nur übernehme, damit ich später Dankbarkeit und Pflegeleistung zurückbekomme, dann läuft da in meinen Augen irgendwas falsch. Es ist eine Portion Trotz in dem Argument, aber ich kann das gut nachvollziehen.

Aber der Denkfehler ist ein anderer: Die Aufrechnerei, im Sinne von: ich gebe zurück, was ich einmal bekommen habe finde ich schon verkehrt. Dann müsste ich ja auch die Schläge zurückgeben, die ich bekommen habe und das völlig zerstörte Selbstbewusstsein. Da ich ja aber moralisch besser handeln möchte als meine Eltern, werde ich dies nicht tun, sondern meinen eigenen Weg suchen.

du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil
viel größer sein als meiner!

das widerum finde ich in Ordnung. Die Aufrechnerei führt ja wohl regelmäßig zum Streit (selbst schon zig mal erlebt). Wer sich wie (Geld oder Zeit) und in welchem Maße um die Eltern kümmert, lässt sich eben nur schwer vergleichen.

also, ich war einigermaßen geschockt. für mich persönlich ist
es keine frage für meine mutter so aufzukommen, dass es ihr im
alter gut geht.

Wenn Du selber finanziell in der Lage bist, dies zu leisten, dann kann man Dir gratulieren. Ich finde das schwer zu entscheiden, ich kenne die hohen Erwartungen meiner Eltern diesbezüglich und meine (schlechten) Vorsätze und bösen Wünsche, was das Alter von ihnen angeht. Aber ich bin auch ein gutmütiger Mensch und gar nicht so nachtragend, wie ich es gerne wäre. Man muss sich natürlich auch überlegen, wie man sich fühlen wird, wenn man nicht geholfen hat, dem eigenen Seelenfrieden zuliebe. " A guter Mensch is ma"

aber ich hab da nix zu sagen.

Warum nicht?

Grüße
kernig

Hallo,

also, ich war einigermaßen geschockt. für mich persönlich ist
es keine frage für meine mutter so aufzukommen, dass es ihr im
alter gut geht.

Sehe ich genauso. Da von einem beträchtlichen Erbe die Rede ist, vermute ich, dass keines der Kinder Geldsorgen hat- dann würde ich zu gleichen Teilen zahlen.

Einzige Ausnahme: Wenn die Eltern den Kinder das Leben zur Hölle gemacht haben, dann würde ich mich moralisch auch nicht verpflichtet fühlen. Aber darauf deutet in dem Fall ja nichts hin.

Viele Grüße
Kati

Hallo kernig,

Aber der Denkfehler ist ein anderer: Die Aufrechnerei, im
Sinne von: ich gebe zurück, was ich einmal bekommen habe finde
ich schon verkehrt. Dann müsste ich ja auch die Schläge
zurückgeben, die ich bekommen habe und das völlig zerstörte
Selbstbewusstsein.

Das ist ein guter Punkt. Ich denke auch, dass es genügend Menschen gibt, die keinen Grund haben, ihren Eltern dankbar zu sein. Schwierig finde ich dann nur, zu entscheiden, welche Konsequenz man daraus ziehen will bzw. was die eigenen Motivationen sind, wenn man sich entscheidet, den kranken/alten Eltern nicht zu helfen (oder „nur“ finanziell und nicht mit Gesellschaft etc. zu helfen).

Ist es Rache? Oder Gleichgültigkeit? Verhält man sich dann nicht genauso „schlecht“?
Aber das ist wohl eher eine Frage fürs Ethik-Brett :smile:

Viele Grüße
Kati

Hallo,

folgender fall: vater verstorben. mutter mit demenz im
pflegeheim.
erbe (beträchtlich) unter den kindern verteilt.

Hier verstehe ich etwas nicht. Dann müsste ja die Mutter auch geerbt haben ,ebenfalls beträchtlich. Wie wird dieses Geld verwendet?

Gruß
Elke

Hallo kernig!

Das hat hier ja viel Empörung hervorgerufen. Ich kann das
Argument als solches aber gut verstehen. Wenn man Zeit seines
Lebens bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit
vorgehalten bekommt, dass einen seine Eltern als Kind versorgt
haben, fragt man sich schon irgendwann, wessen Entscheidung es
denn war, das man geboren wurde. Wenn es so schlimm ist, die
eigenen Kinder zu versorgen, dann bekomme ich eben keine. Wenn
ich die Versorgung meines Kindes nur übernehme, damit ich
später Dankbarkeit und Pflegeleistung zurückbekomme, dann
läuft da in meinen Augen irgendwas falsch. Es ist eine Portion
Trotz in dem Argument, aber ich kann das gut nachvollziehen.

Das hast du so schön geschrieben, dass in dem Punkt nichts mehr hinzuzufügen ist.
Zum Erbe wurde auch schon viel gesagt. Wer erst kürzlich reichlich geerbt hat und sich um den nun offensichtlich verarmten Lebenspartner des Verstorbenen nicht kümmern will, ist mit Verlaub ein Arschloch.

Hinzuzufügen ist meiner Meinung nach (aber das geht nicht an dich persönlich, sondern eher an alle), dass jeder Mensch selbst für sein Leben im Alter verantwortlich ist und dass man nicht die Kinder dafür verantworlich machen kann, wenn jemand, der es gekonnt hätte, nicht vorgesorgt hat.
Wenn z.B. die alte Mutter meines Partners alle ihre freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Menschen verkümmern ließ (und zwar schon seit Jahrzehnten), auf keine öffentlichen Veranstaltungen geht und das Haus überhaupt nur ungern verlässt (auch schon seit vielen Jahren - mittlerweile kann sie nicht mehr, aber es war schon immer so), dann sehe ich mich als „Kind“ nicht in der Pflicht, sie mangels Freunden, die sie mal auf einen Kaffee einladen könnte, zu bespaßen. So leid sie mir auch tut, wenn sie den ganzen Tag vor dem Fernseher hockt. Aber sie will nicht ins Heim und wenn sie sich einsam fühlt, ist sie selbst daran schuld. Ich hab auch ein eigenes Leben.

LiGrü
igel

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Gewissensentscheidungen
Hallo!

Das ist ein guter Punkt. Ich denke auch, dass es genügend
Menschen gibt, die keinen Grund haben, ihren Eltern dankbar zu
sein. Schwierig finde ich dann nur, zu entscheiden, welche
Konsequenz man daraus ziehen will bzw. was die eigenen
Motivationen sind, wenn man sich entscheidet, den
kranken/alten Eltern nicht zu helfen (oder „nur“ finanziell
und nicht mit Gesellschaft etc. zu helfen).

Ist es Rache? Oder Gleichgültigkeit? Verhält man sich dann
nicht genauso „schlecht“?
Aber das ist wohl eher eine Frage fürs Ethik-Brett :smile:

Ja, das ist genau das, was ich meinte mit dem Seelenfrieden. Ich würde aber niemanden verpflichten wollen, sich um die Eltern zu kümmern. Man weiß doch nie, was da zwischen den Menschen wirklich passiert ist. Seinen Frieden mit den Eltern zu machen ist nicht immer möglich.

Hier auf dem bayerischen Land ist es ja Usus (oder heilige Pflicht), dass Frauen, nachdem ihre Kinder aus dem Haus sind, der Reihe nach Omas, Tanten, die eigenen Eltern im Hause pflegen. Hut ab vor jedem, der das macht, ich habe durch eigene Erfahrung eine kleine Vorstellung davon, was das bedeutet.

Aber einige Frauen machen sich und ihr Leben (gegen ihre eigentlich Überzeugung oder über Ihre Leistungsfähigkeit hinaus) damit völlig kaputt, die Männer sind meist (klar gibt es Ausnahmen) außen vor. Die haben ihr Leben, ihre Karriere…

Das Problem wird viel zu wenig thematisiert. Wer sich gegen diese Pflegeselbstverständlichkeit wehrt, wird abgestraft.

Da Ganze ist eine wirklich schwierige Gewissensentscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss und anschließend damit leben. Ich sehe, dass diese Entscheidung auf mich zu kommt (und eigentlich weiss ich auch schon, wie sie ausfällt und das gefällt mir gar nicht), aber wie so viele andere hoffe ich, dass das noch lange auf sich warten lässt. Ich habe zum Glück gerade den besseren Job und einen Mann, der dies zu großen Teilen gern übernehmen würde. :smile:

Schöne Grüße
kernig

Hallo Zusammen,

eigentlich ist das Problem gerade in diesem Fall gar kein Problem - wegen des „beträchtlichen Erbes“ (oder sollte es zumindest nicht, wie ja die Antworten zeigen, seid ihr da mit mir fast alle einer Meinung).

Das Problem liegt im Zeitpunkt des vererbens. Das sogenannte „Berliner Testament“ ist eine - wie ich meine - gute Lösung. In so einem Testament bestimmen die Ehepartner sich gegenseitig zum Alleinerben und bestimmen weiterhin, dass wenn eines der Kinder trotz dieses bekundeten Willens (das der jeweils überlebende Ehepartner alles bekommt), zu dem Zeitpunkt schon seinen Erbe einfordert, nur den Pflichtteil erhält und damit ausgezahlt ist. Wenn die übrigen Kinder vorerst auf ihren Pflichtteil verzichten, bekommen sie später alles aufgeteilt.
Meine Eltern haben das getan und wir sind nach dem Tod meines Vaters nicht im Traum auf die Idee gekommen, von meiner Ma den Pflichtteil einzufordern. Meine Eltern haben das Geld verdient und wenn später noch etwas übrig sein sollte, dann freuen wir uns sicherlich, aber einen Anspruch sehe ich für mich nicht. Allerdings könnte meine Ma auch ihre Pflege jetzt mit dem Geld bezahlen, da müßten wir nicht einspringen (würden wir aber, wenn nötig).
Übrigens haben mein Mann und ich genau so ein Testament gemacht.

Gruß Inge

Hallo Inge,

Das Problem liegt im Zeitpunkt des vererbens. Das sogenannte
„Berliner Testament“ ist eine - wie ich meine - gute Lösung.

nun ja, gerade wenn es um ‚beträchtliche Beträge‘ geht, ist das Berliner Testament nicht unbedingt die optimale Lösung.
Steuerlich kann da einiges nach hinten los gehen.
Besser mit einem Steuerberater die Sache analysieren und entsprechend handeln.

Gandalf

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Hallo,

ja, da bleibt einem oft die Spucke weg, wie Kinder mit ihren Eltern umgehen. Aber das hat oft auch generationenlange Tradition, und die Art und Weise wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, spielt natürlich auch eine Rolle dabei, wie diese dann später die Versorgung ihrer Eltern sehen.

In ordentlichen Familienverhältnissen sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass man immer für einander da ist, in guten und schlechten Zeiten, und dass es ganz normal ist, das man der eine mehr für den anderen, und dann mal wieder der andere mehr für den einen da sein muss. Klassisch natürlich über die Altersentwicklung vom Kind zum Erwachsenen bis zum ggf. betreuungs- und pflegebedürftigen Senior. Aber auch in eine Ehe/Beziehung, in der jemand krank wird, die Arbeit verliert, …

Leider sehe ich aber auch mehr und mehr Menschen die nur im Heute und Jetzt leben, und vergessen haben wer wann schon mal für sie da gewesen ist, und dass auch sie morgen schon wieder Hilfe und Unterstützung brauchen könnten, wenn es denn dumm kommt. Und wenn es dann soweit ist, und man beide Seiten hört, und die ganze Entwicklung sich erarbeiten kann, dann stellt man zudem oft fest, wie subjektiv die Sichtweisen dessen sind, was man erhalten, und was man gegeben hat, je nachdem in welcher Situation man sich selber gerade befindet.

Ich denke und handle so, dass ich niemand anders behandle, als ich auch von ihm behandelt werden möchte, und dass schließt eben auch die Frage einer solchen zeitlichen Entwicklung ein. Und ich sehe darin eine auch nicht ganz uneigennützige Vorbildrolle für den eigenen Nachwuchs, wie eben auch in vielen anderen Dingen. Natürlich müssen die Kinder später mal selbst zu eigenen Entscheidungen kommen, ist vieles nicht justiziabel was menschlich wünschenswert wäre, aber gerade auf dieser moralischen und ethischen Ebene ist das gute Vorbild eben ein ganz wichtiger Aspekt. Kinder erleben, wie Eltern mit den Großeltern umgehen, und dies ist das Vorbild an dem sich nun einmal auch orientiert wird. Und wenn Eltern in so einer Situation versagen, dann brauchen sie sich nicht wundern, wenn es ihnen später mal genau so ergeht.

Gruß vom Wiz

Hallo Gandalf,

steuerlich hast Du natürlich recht - zumindest, wenn es sich um erhebliche Beträge handelt, kann das auch ungünstig sein. Aber als übrig gebliebender Ehepartner mußt du vielleicht dann nicht ein Haus/eine Firma verkaufen, weil die Kinder aufeinmal hinter dem Geld her sind. Schwieriges Thema, da stimme ich Dir zu!

Zum moralischen Standpunkt wollte ich noch sagen: Wenn ich wegen schlechten Verhaltens der Eltern nicht für Pflege der Mutter im Alter zahlen will, dann kann ich aber auch nicht vorher das Erbe vom Vater einsacken.

LG Inge

Moin Inge,

Zum moralischen Standpunkt wollte ich noch sagen: Wenn ich
wegen schlechten Verhaltens der Eltern nicht für Pflege der
Mutter im Alter zahlen will, dann kann ich aber auch nicht
vorher das Erbe vom Vater einsacken.

das hab ich ziemlich genauso in meiner Antwort weiter unten geschrieben.

Gandalf

Hallo Wiz,

Du bringst es auf den Punkt! Leider darf ich noch keine Sterne verteilen…

LG Inge

Hallo,

also folgende meinungen standen im raum: ich kann ja nix
dafür, das ich auf der welt bin. warum soll ich jetzt dafür
zahlen?

boahh was für eine Einstellung!
Einerseits kassieren aber sonst keine Verantwortung übernehmen wollen - so gehts auch. Meine Omma sacht immer dass sie „würdig“ sterben will ohne irgendjemandem zur Last zu fallen. Sie hat kein Vermögen (Bäuerin) aber 6 Kinder die sich zum Glück regelmäßig trotz vieler Kilometer um sie und meinen Opa kümmern und ihren Urlaub dafür saussen lassen statt am Strand zu liegen. Abstriche machen, Prioritäten setzen - das gehört zum Mensch sein/bleiben.

du verdienst viel mehr als ich. also muß dein anteil

viel größer sein als meiner!

hmmm hier wirds schwierig - klingt aber spontan schon logisch.

LG