Versteh mich selbst nicht mehr

Ich weiß nicht, was mit mir los ist …

ich bin wortkarg und eher unkommunikativ, verstehe Leute nicht, die nicht gerne alleine sind, werde gemocht, anerkannt (in meinen Augen erstaunlicherweise, so langsam müssten doch alle meine „Grenzen“ erkannt haben) und habe nie darunter gelitten, „merkwürdig“ zu sein …wollte es nie anders und habe mich dabei wohlgefühlt, so sehr auch andere versuchten, mich zu ändern.
Aber ich kann ohne Hilfsmittel nicht einschlafen, muss mich zu allem aufraffen, bin sehr pflichtbewußt und schaffe es so gerade mal, den Alltag (Arbeit und Haushalt) zu schaffen und habe ständig das Gefühl, dass ich wesentlich mehr schaffen könnte, wenn ich nicht unendlich viel Zeit bräuchte, mich zu den ein ein bisschen anstrengenderen Dingen aufzuraffen und habe meistens keine Lust auf gar nichts. Ich komme mir denkfaul vor und getrieben und halse mir auch noch ständig Dinge irgendwem zuliebe auf, was ich im nächsten Moment bereue.
Und so habe ich irgendwie keine Zeit mehr für was mir Spaß macht und auch keine Energie, kein echtes Interesse an irgendwas.
Es scheint mir, dass meine Gefühle ahbanden gekommen sind, nichts macht mir wirklich Sorgen, nicht bewegt mich innerlich, es erfreut mich aber aber auch nichts.
Ist das nur die Midlifecrisis und geht vorbei?

sorry für den vielleicht ein bisschen wirren Text und
Grüße always_online

Hallo always :wink:

Ich bin kein Psychologe, aber etwas faellt mir trotzdem ein zu deiner
Frage:
Alles, was du schreibst ist nicht unbedingt krankhaft. Je nach
Ausmass koennen alle deine Symptome normal und typisch menschlich
sein. Antriebslosigkeit, und darum handelt es sich ja wohl im
Wesentlichen, ist relativ weit verbreitet. Das Leiden an ihr kommt
erst mit der Sorge, sie koennte unnormal, krankhaft sein.
Ich glaube durchaus, dass du ausgebrannt und muede bist. Das ist auch
normal und kein Grund zur Sorge.
Mein Rat: Nimm dir Zeit fuer dich, auch wenn du andere enttaeuschen
musst. Erinnere dich, was dir frueher Spass gemacht hat und tu dies
dann. Das sollte aber nichts Passives sein, sondern eher Sport oder
einigermassen anspruchsvolle geistige Beschaeftigung.
Setze dich dabei aber nicht unter Druck. Wenn’s schwerfaellt, dann
machst du eben nur wenig.
Triff dich mit Freunden.
Goenn dir die naechsten zwei Wochen mehr Schlaf, und raff dich dann
zu einer laengeren (3-4 Wochen) Reise auf.
Opfere diese Dinge nicht vermeintlichen Verpflichtungen.
Versuche langsam von den Schlafmitteln wegzukommen. Verkleinere die
Dosis schrittweise und mach’ dir keine Sorgen, wenn es Stunden
dauert, bis du einschlaefst. Daran stirbt man nicht.
Dass du merkwuerdig bist, ist in Ordnung. Komische Kaeuze, die dazu
stehen, sind gluecklicher als ueberangepasste Menschen und sie werden
heimlich bewundert fuer die Freiheit, die sie sich nehmen.
Analysiere dein Pflichtbewusstsein. Woher kommt es? Ist es gut? Macht
es dich gluecklich? Was wuerde passieren, wenn du weniger
pflichtbewusst waerest?

Kommst du alleine nicht klar oder ist deine Lage schlimmer, als es
hier zu sein scheint, dann geh’ zum Arzt oder gleich zu einem
Psychotherapeuten. Informiere dich vorher, welcher fuer deine
Probleme in Frage kommt.

Alles Gute, Tychi

hallo always,

da du nicht schreibst, wie alt du bist und ich mich nicht in sachen midlifecrises auskenne, weiss ich dazu nichts zu sagen.

es könnte sich bei dir aber auch ein burn-out-syndrom anbahnen, zumindest klingt mir einiges danach. andererseits gibt es nat.
noch eine menge andere möglichkeiten.

du solltes einen arzt aufsuchen - nervenarzt und psychiater z.b,
damit du die details einmal besprechen kannst und er dich ggfs.
zu einen psychotherapeuten überweist.

wenn du bei google unter erweitereter suche zum einen den begriff
psychologie und zum anderen burn-out-syndrom eingibst, bekommst du
eine fülle von seiten angezeigt. hier kannst du erstmal nachlesen,
damit du eine vorstellung bekommst, zumal sich ein burnout viel-
fältig ausdrücken kann.

ich nehme an, du hast eine entwicklöung festgestellt, dass „es“ sich
also verstärkt nach und nach. in jedem falle solltest du zum arzt gehen und es nicht auf sich beruhen lassen, denn von allein verbessert sich so ein zustand nicht, im gegenteil.

LG
nina

Hallo always_online,

Ich weiß nicht, was mit mir los ist …

Vielleicht bist Du nur always_online? :wink:

Es scheint mir, dass meine Gefühle ahbanden gekommen
sind, nichts macht mir wirklich Sorgen, nicht bewegt
mich innerlich, es erfreut mich aber aber auch nichts.
Ist das nur die Midlifecrisis und geht vorbei?

Was tust Du denn tatsächlich den ganzen Tag,
(ausser vielleicht always_online zu sein)?

Welche regelmässigen sozialen Kontakte hast
Du (mal realistisch betrachtet)?

Grüße

CMБ

Moin Always,

kann Tychi nur zustimmen, das, was du da schreibst, klingt nicht wirklich krankhaft. Im Moment geht es mir z.B. genauso, allerdings, weil ich an nem Infekt rumbastle :wink:

Nee - im Ernst, lass dich doch mal durchchecken, ob irgendwas los ist. Wenn das auszuschließen ist, würd ich auch mal zu ner Beratung bez. Psychotherapie gehen (wenn es dich so sehr belastet und du den Wunsch hast, etwas daran zu ändern - wenn das allerdings eher seit 2 Tagen so ne „Laune“ ist, würd ich davon abraten…).

Zusammen mit deinem früheren Posting bezüglich „Fehler im Job“ (ich erinnere mich da richtig?) könnte man auch einfach auf frustige STimmung, Unterforderung, ja vielleicht auch midlife crisis (why not?) schließen. Vielleicht!

Gruß
Demenzia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi always,

ich bin Depressionspatientin deshalb kann ich Dir aus meiner Sicht nur sagen, dass verdammt viele Symptome, die Du hier aufzeigtst, einer Depression zugeordnet werden können; so z.B. Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, Bedürfnis nach Alleinsein, Verlust von Interessen, Gefühlsarmut, das Gefühl, ‚anders‘ zu sein etc.

Auch das „Pflichtbewusstsein“ habe ich, als ich die Depressionen dank Medikamenten in den Griff bekommen habe, so analysiert: Dieses Pflichtbewusstsein war lediglich der Versuch, mein Leben noch irgendwie zu ‚ordnen‘, ihr nach Außen das Gesicht einer Struktur zu geben.

Dies stellt keine Diagnose dar, die ich mir nie gestatten würde, es sind lediglich die Symptome, die mir als Betroffene sehr bekannt vorkommen.

Vielleicht machst Du einfach mal einen der zahlreichen Online-Tests, ob meine Vermutung zutrifft:
http://www.beratung-therapie.de/home/index_intellige…

Ich glaube schon, im Gegensatz zu anderen Postern, dass Du in gewisser Weise ‚krank‘ bist, denn ‚gesund‘ ist ein solcher Zustand nicht. Empfehlen kann ich Dir, auf jeden Fall einmal einen Neurologen/Psychiater aufzusuchen.

Nur Mut,
Anja

Hi,
ich kann mich nur Anja A. anschliessen.
Das soll nicht ZWINGEND heissen, dass Du einzig an Depressionen leidest. Depressionen können oft auch eine Begleiterscheinung von anderen Dingen sein.

Was dafür spricht: Du kanntest es mal anders.

Und: Lass Dir bitte von keinem einreden (so gut es gemeint sein mag), dass es vielleicht ‚nur‘ ein bisschen burn-out ist, etc.

Wenn Du merkst, es ‚stimmt was nicht‘ mit Dir, dann weisst Du das am besten, und dann nimm das (wie Du es jetzt gerade tust) ernst.

Ein Anti-Depressivum kann zB Wunder wirken.

Die Tatsache, dass Du Dir noch andere Sachen ‚aufhalst‘, aus Gefälligkeit, aus extremer Hilfsbereitschaft, dass Du schon immer ‚ein komischer Kauz‘ warst, lassen mich vermuten, dass da noch andere Sachen zugrunde liegen.

Geh, wie empfohlen, zu einem Neurologen/Psychater. Der wird Dein Problem ernst nehmen.

Und ja, es kann vorbeigehen - aber wohl kaum ohne Behandlung!
Raff’ Dich auf, was für Dich zu tun & dem Problem auf den Grund zu gehen.

Alles Gute,
gruss, isabel

Modeerkrankung Depression
Hallo Isabel, hallo Anja

Ich weiss, dass die Depression eine ernste Erkrankung ist, die man
nicht mit „das wird schon wieder“ und „goenn’ dir mal 'ne Pause“ aus
der Welt schaffen kann.
Ich weiss auch, dass die Zahl der an dieser Krankheit Leidenden
zunimmt, vielleicht weil die Welt immer komplizierter wird.

Aber:
Traurigkeit und Zeiten von Muedigkeit und Niedergeschlagenheit gibt
es im Leben fast jedes Menschen, der lange genug gelebt hat. Das ist
auch nicht erst seit ein paar Jahren so, sondern das gibt es sicher
schon seit praehistorischen Zeiten. Wenn ich an Erscheinungen wie
Sklaverei, Verfolgung, bittere Armut und Krieg denke, dann gab es
Zeiten, in denen die Menschen mehr litten als heute.
Die Depression wird aber als Krankheit erst seit vielleicht 100
Jahren systematisch erforscht, benannt und bekaempft.
Da stellen sich mir folgende Fragen:
Wie viele Depressive (nach moderner Definition) gab es vor 50, 100,
500, 2000 Jahren?
Was tat man frueher gegen Depression, also zu Zeiten, als es sie als
Krankheit noch gar nicht gab?
Sind alle Strategien aus frueheren Zeiten unbrauchbar?

Wenn man einem Traurigen und Erschoepften sagt, er habe eine
Depression, dann kann es passieren, dass dieser Gedanke die
Depression erst erzeugt. Denn er beginnt dann vielleicht, sich auf
diese Vorstellung zu fixieren, haelt nach weiteren Symptomen
Ausschau, die dann auch nicht lange auf sich warten lassen und setzt
so einen sich selbst verstaerkenden Prozess in Gang.
Sagt man einem Traurigen und Erschoepften jedoch, dass er sich nicht
zu bekuemmern brauche und dass sein Zustand voruebergehe, dann fasst
er vielleicht Mut und kriegt die Kurve in Richtung Ausgeglichenheit
und Frohsinn.

Man darf nicht vergessen, dass an der Depression viele Menschen viel
Geld verdienen (Therapeuten und Pharmaindustrie). Und was kann es
schoeneres fuer diese Leute geben, als eine Krankheit, mit der sich
der Patient nicht erst irgendwo infizieren muss, sondern die man ihm
einfach einreden kann.
Eine eingeredete Depression ist keine eingebildete, sondern sie ist
real, das weiss ich schon, nur dass ihre Ursache eben teilweise in
der Suggestion lag.

Mir liegt es fern, die Depression herunterzuspielen, aber wie viele
andere psychische Krankheiten laesst sie sich eben relativ leicht
erzeugen. Bei entsprechend disponierten Menschen reicht dazu schon
einen Symptomkatalog zusammenzustellen.
Deshalb ist es keine gute Idee, immer gleich „Depression“ oder „ADS“
zu schreien, wenn jemand Probleme hat, die zum Menschsein einfach
dazugehoeren und die unsere Vorfahren auch ohne Pillen und Therapie
in den Griff bekommen haben.

Natuerlich ist es wichtig, dass jemand, der tatsaechlich eine
Depression hat, rechtzeitig zum Arzt oder Therapeuten geht. Aber
nicht jeden muss man dahinschicken. Aufgrund eines Forumbeitrages ist
das schwer festzustellen und im Zweifelsfall verzichte ich darauf,
jemandem einen Floh ins Ohr zu setzen.

Gruss, Tychi

8 „Gefällt mir“

Hallo Tychi,

Aber
nicht jeden muss man dahinschicken. Aufgrund eines
Forumbeitrages ist
das schwer festzustellen und im Zweifelsfall verzichte ich
darauf,
jemandem einen Floh ins Ohr zu setzen.

Wie wär’s, wenn man den Frager zum Arzt schickt,
weil er dort etwas ausschliessen soll.
Mir kamen die Symptome ebenfalls bekannt vor (ja,
wir sind alle Hypochonder! *fg), sie ähneln dem,
was ich erlebt habe, als bei mir die Wechseljahre
eingesetzt haben. Da das sehr früh geschehen ist,
dauerte es lange bis die richtige Diagnose kam, bis
jemand auf die Idee kam, überhaupt richtig zu unter-
suchen. Auch eine nicht richtig funktionierende
Schilddrüse kann ähnliche Effekte bringen.

Was spricht dagegen, sich mal richtig durchchecken
zu lassen. Zumal der Frager selbst das Wort ‚Mid life
crisis‘ ins Spiel brachte. Wenn man weiß, dass es
nichts Organisches ist, kann man doch mit ganz anderer
Energie nach Besserung suchen.

Grüße
Elke

Hallo Elke

Wie wär’s, wenn man den Frager zum Arzt schickt,
weil er dort etwas ausschliessen soll.

Klar, das ist bestimmt richtig.
Und sowohl Isabel als auch Anja haben nur den Verdacht geaeussert, es
koennte eine Depression sein und nichts behauptet.
Ich mache hier niemandem Vorwuerfe, nur finde ich, dass man allein
durch Nennung des Wortes und durch den Vorschlag, doch mal den
Online-Test zu machen, viel ins Rollen bringen kann.
Es ist doch besser, etwas Ermutigendes zu schreiben. Der Arztbesuch
ist eine gute Idee. Vielleicht ist es ja wirklich nur die
Schilddruese.

Gruss, Tychi

2 „Gefällt mir“

immer zuerst zum Arzt
Ohne auf den unsäglichen Rest von Tychi wie die Bezeichnung der „Modeerkrankung“ einzugehen: Bevor eine Depression oder eine andere psychische Störung diagnostiziert werden kann, sind organische Verursachungen auszuschließen. Ein Gang zum Arzt ist dazu unabdingbar und jeder Psychotherapeut schickt seinen Patienten zuerst dorthin, bevor er überhaupt etwas anderes macht.

Sam

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

4 „Gefällt mir“

Leider hast Du kein Alter angegeben, daß wäre auch wichtig gewesen.
Den Zustand, den Du beschreibst, könnte man ganz allgemein als ein Zurückweichen des Interesses am bestehenden Leben beschreiben. So was passiert nach der Volksweisheit etwa alle sieben Jahre. Es ist ein Übergang von einer Lebensphase in die andere.

Die Gefahr besteht, wenn Du zum Arzt gehst, daß es als Krankheit diagnostiziert wird und man dich als Patienten behandelt. Das würde dem mehr Gewicht beimessen, als es vielleicht nötig wäre und u.U. verschlimmern.

Mein Rat wäre in einem solchen Fall abzuwarten und wachsam zu bleiben, was sich neu vor Dir entwickelt. Man wird im Leben nicht allein gelassen, auch wenn es den Anschein hat.

gruß
rolf

Hallo allerseits,

Aber:
Traurigkeit und Zeiten von Muedigkeit und Niedergeschlagenheit gibt
es im Leben fast jedes Menschen, der lange genug gelebt hat.
Das ist auch nicht erst seit ein paar Jahren so, sondern das gibt es
sicher schon seit praehistorischen Zeiten. Wenn ich an Erscheinungen
wie Sklaverei, Verfolgung, bittere Armut und Krieg denke, dann gab
es Zeiten, in denen die Menschen mehr litten als heute.

Off topic: In Europa sicher - aber bist du sicher, dass die Lage in manchen Weltgegenden heute so viel besser ist als früher bei uns?

On topic: Schlimme Lebensumstände sind nicht direkt mit psychischen Erkrankungen verbunden. Sie können Menschen krank machen, müssen es aber nicht. Zum Gesundbleiben gehört allerdings oft ein Ausgleich durch freundlichere Erfahrungen.

Die Depression wird aber als Krankheit erst seit vielleicht
100 Jahren systematisch erforscht, benannt und bekaempft.
Da stellen sich mir folgende Fragen Wie viele Depressive (nach :moderner Definition) gab es vor 50, 100, 500, 2000 Jahren?
Was tat man frueher gegen Depression, also zu Zeiten, als es sie als
Krankheit noch gar nicht gab?

Das Phänomen der Depression ist seit der Antike bekannt, und zwar als genau das, was wir heute Depression nennen, also unterschieden von Kummer, Erschöpfung o. ä.
Es gab natürlich unterschiedliche Namen dafür, die Erklärungen richten sich nach Kultur und Kenntnisstand.
Natürlich hat man in den letzten hundert oder so Jahren gelernt, differenzierter zu diagnostizieren, manches, was früher als Faulheit abgetan worden wäre, wird heute als Depression erkannt, während vielleicht anderes, das früher in Richtung „Melancholie“, „Trägheit“ etc., gegangen wäre, heute anders eingeordnet wird, u. a. als organische Erkrankungen.

Ein Fünf-Minuten-Fischzug bei Google bringt u. a. Folgendes:

http://www.depression.unizh.ch/ueberblick/klinikmain…
http://de.wikipedia.org/wiki/Faulheit
http://de.wikipedia.org/wiki/Melancholie
http://www.vier-tuerme-verlag.de/catalog/product_inf…

Sind alle Strategien aus frueheren Zeiten unbrauchbar?

Hierzu finde ich vor allem letzten Link anregend.

Wenn man einem Traurigen und Erschoepften sagt, er habe eine
Depression, dann kann es passieren, dass dieser Gedanke die
Depression erst erzeugt. Denn er beginnt dann vielleicht, sich auf
diese Vorstellung zu fixieren, haelt nach weiteren Symptomen
Ausschau, die dann auch nicht lange auf sich warten lassen und setzt
so einen sich selbst verstaerkenden Prozess in Gang.
Sagt man einem Traurigen und Erschoepften jedoch, dass er sich
nicht zu bekuemmern brauche und dass sein Zustand voruebergehe, dann
fasst er vielleicht Mut und kriegt die Kurve in Richtung
Ausgeglichenheit und Frohsinn.

Nee, das sind wirklich zwei Paar Stiefel - von innen gesehen. Trauer/Erschöpfung sind negative Zustände, unter Umständen auch sehr heftig, aber Teil des gesunden Seelenlebens, die Teilnahme am Leben ist nicht blockiert. Übrigens hilft man auch einem traurigen Menschen nicht weiter, indem man sagt „kümmere dich nicht“. Ein häufiges Merkmal bei Depressionen ist dagegen gerade die Lähmung von Gefühlen.

Das Blöde ist halt - von außen -, dass man einem Menschen, sich nicht aufraffen kann, nicht unbedingt ansieht, ob er erschöpft/traurig oder depressiv ist. Für Außenstehende kann das wirklich recht ähnlich aussehen. Schon von daher ist, wie die anderen sagen, Vorsicht geboten: Lieber einmal zu viel zum Arztbesuch geraten als jemanden mit fehlgeleiteter „Aufmunterung“ zu Dummheiten getrieben.

Schönen (Feier-)Abend!

Beate

3 „Gefällt mir“

Hallo,

Dein Posting ist eine Mischung aus Unwissenheit und Vorurteilen. Depression ist eine Krankheit, die seit dem Altertum bekannt ist und damals schon benannt, beschrieben und behandelt wurde, zum Beispiel durch Hippokrates. Heute wird Depression anhand von recht genau definierten Kriterien diagnostiziert und dadurch von nicht-krankhaften Zuständen wie Erschöpfung oder Trauer abgegrenzt. Die Forschung zeigt sowohl psychische als auch biologische Bedingungsfaktoren für die Depression auf. Inzwischen existieren gut evaluierte Therapien, die wirksam in der Behandlung depressiver Episoden sind - und zwar sowohl psychotherapeutische als auch psychopharmakologische. Es ist daher Unsinn zu behaupten, daß die Krankheit Depression existieren würde, weil sie Menschen eingeredet wird.

O. Walter

5 „Gefällt mir“

Hallo always_online,

Ich weiß nicht, was mit mir los ist …

Vielleicht bist Du nur always_online? :wink:

nein …ich habe ja nicht mal eine Flatrate :wink:

Es scheint mir, dass meine Gefühle ahbanden gekommen
sind, nichts macht mir wirklich Sorgen, nicht bewegt
mich innerlich, es erfreut mich aber aber auch nichts.
Ist das nur die Midlifecrisis und geht vorbei?

Was tust Du denn tatsächlich den ganzen Tag,
(ausser vielleicht always_online zu sein)?

ich führe eigentlich ein ganz normales Leben …morgens irgendwann zwischen 9:00 und 11:00 erscheine ich auf der Arbeit und je nach Auftragslage bin ich dann so zwischen 19:00 und 22:00 wieder zu Hause. Am Wochenende kümmere ich mich um Wohnung/Wäsche/einkaufen usw. und der Rest ist Freizeit

Welche regelmässigen sozialen Kontakte hast
Du (mal realistisch betrachtet)?

am Wochenende ist mein Mann hier und wir telefonieren täglich …außerdem habe ich den täglichen Kontakt mit den Kollegen (2-3 davon würde ich als Freunde bezeichnen) …so alle 2 Monate unternehmen wir etwas mit einem befreundeten Paar …und so 4-5mal im Jahr besuchen wir unsere Verwandten (sie wohnen ziemlich weit weg)

Grüße

CMБ

Hallo,

Dein Posting ist eine Mischung aus Unwissenheit und
Vorurteilen.

Das kann gut sein. Ich lasse mich gern belehren.

Depression ist eine Krankheit, die seit dem
Altertum bekannt ist und damals schon benannt, beschrieben und
behandelt wurde, zum Beispiel durch Hippokrates.

Weisst du, wie er sie behandelt hat? Hatte er Erfolg dabei?

Heute wird
Depression anhand von recht genau definierten Kriterien
diagnostiziert und dadurch von nicht-krankhaften Zuständen wie
Erschöpfung oder Trauer abgegrenzt. Die Forschung zeigt sowohl
psychische als auch biologische Bedingungsfaktoren für die
Depression auf. Inzwischen existieren gut evaluierte
Therapien, die wirksam in der Behandlung depressiver Episoden
sind - und zwar sowohl psychotherapeutische als auch
psychopharmakologische.

Das glaube ich ja alles und habe auch nichts Gegenteiliges behauptet.

Es ist daher Unsinn zu behaupten, daß
die Krankheit Depression existieren würde, weil sie Menschen
eingeredet wird.

Das waere in der Tat Unsinn. Deshalb habe ich soetwas auch nicht
geschrieben. Ich schrieb, dass die Suggestion das Entstehen einer
Depression beguenstigen kann. Dass viele depressiv sind, ohne dass es
ihnen eingeredet wurde, ist mir schon klar.

Gruss, Tychi

1 „Gefällt mir“

auch ne Laienmeinung
Hall Oliver, Tychi, Isabel, Anja,

ich kann dem, was Oliver, Anja, Isabel geschrieben haben nicht zustimmen.

Ohne jetzt detailliert auf alle Meinungen einzugehen, will ich nur auch noch mal schreiben, dass ich niemals Depressionen verharmlosen würde. Aber ich finde es auch nicht richtig, jemandem, der die Symptome wie „always“ schildert, gleich zu sagen, er könne Antidepressiva nehmen, die würden u.U. „Wunder wirken“ und zu einem Neurologen/Psychiater gehen (bzw. umgekehrt).

DAs empfinde ich erst einmal als mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wenn er einen guten Hausarzt hat, würde ich zu allererst dort hin gehen (wenn er keinen hat, dann einen suchen - logisch). Mich durchchecken lassen, dem Arzt erzählen, was mit mir los ist. Wenn sich der Verdacht auf psychische Probleme in Richtung Depression erhärtet, dann würde ich selbstverständlich die Hilfe und Beratung eines Fachkundigen einholen. Aber nicht, bevor ich nicht alles andere habe weitgehend ausschalten können.

Meine Erfahrungen mit Antidepressiva gehen genau darauf zurück, dass ich gleich zum Psychologen gerannt bin vor vielen Jahren. Und es war - für mich - definitiv der falsche Weg.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. ABer ich empfinde es als gefährlich, in einem solchen Forum, Ratschläge in eine eindeutige Richtung zu geben, ohne auch andere Aspekte zu berücksichtigen.

Dies ist meine persönlcihe Meinung, die ich jedem, der mich um Rat fragt, geben würde. Keine Diagnose und keine Fachmeinung.

Beste Grüße
Demenzia

Dein Posting ist eine Mischung aus Unwissenheit und
Vorurteilen. Depression ist eine Krankheit, die seit dem
Altertum bekannt ist und damals schon benannt, beschrieben und
behandelt wurde, zum Beispiel durch Hippokrates. Heute wird
Depression anhand von recht genau definierten Kriterien
diagnostiziert und dadurch von nicht-krankhaften Zuständen wie
Erschöpfung oder Trauer abgegrenzt. Die Forschung zeigt sowohl
psychische als auch biologische Bedingungsfaktoren für die
Depression auf. Inzwischen existieren gut evaluierte
Therapien, die wirksam in der Behandlung depressiver Episoden
sind - und zwar sowohl psychotherapeutische als auch
psychopharmakologische. Es ist daher Unsinn zu behaupten, daß
die Krankheit Depression existieren würde, weil sie Menschen
eingeredet wird.

O. Walter

4 „Gefällt mir“

jemandem, der die Symptome wie „always“ schildert, gleich zu
sagen, er könne Antidepressiva nehmen, die würden u.U. „Wunder
wirken“ und zu einem Neurologen/Psychiater gehen (bzw.
umgekehrt).

Nein - Antidepressiva können bei Depression Wunder wirken.

Dem ist so.

Das soll aber nicht heissen, dass Antidepressiva ein Allheilmittel sind, die helfen, wenn jemand NICHT depressiv ist.

Viele Menschen, die tatsächlich merken & wissen, dass sie depressiv sind, rennen erstmal zu nem Psychologen oder Therapeuten, und sagen, ich stopf doch keine Chemie in mich rein! Ein bisschen Gesprächstherapie wird’s auch tun…

Nun, Depression ist oft, meist, auf organische Ursachen zurückzuführen.
Und kann somit, wenn man eben eine chemische imbalance (ungleichgewicht?) im Gehirn medikamentös wieder ausgleicht, ‚Wunder‘ wirken.

Daher ist bei Depression als erstes der Gang zu einem Neurologen/Psychater zu empfehlen (und NICHT der Gang zu einem Psychologen oder Gesprächstherapeuten - zu dem wird der Neurologe einen Patienten schon schicken, wenn er dies für notwendig oder sinnvoll erachtet).

Ich rede hier ausschliesslich von Depression.

Nicht von anderen physischen Ursachen für depressionsartige Symptome (wie eben zB eine starke Schilddrüsenunterfunktion o.ä.).

Und, bedenke bitte: Ein Neurologe ist ein Mediziner (im Gegensatz zum Gesprächstherapeuten). Er wird also niemandem Antidepressiva verschreiben, ohne vorher sicherzugehen, dass zB alles mit der Schilddrüse stimmt, etc.

gruss, isabel

2 „Gefällt mir“

Hallo Isabel,

Nein - Antidepressiva können bei Depression Wunder wirken.

sicherlich, wo sonst?

Nur bisher hat doch niemand bei Always Depressionen diagnostiziert? Oder? Hat wer?

Gruß
Demenzia

Hallo Demenzia,

ich bin erstaunt, daß Du mich angeschrieben und mit Namen genannt hast, da ich der Fragestellerin weder geraten habe, ein Antidepressivum einzunehmen, noch behaupte, daß Antidepressiva Wundermittel sind. Mein Posting ist eine Entgegnung auf Tychis Meinung über Depression, keine Antwort auf die Fragestellerin.

Beste Grüße,

Oliver

4 „Gefällt mir“