Hallo Oliver,
Seit wann betreiben Pharmaunternehmen altruistische Forschung?
-) Und seit wann bekommen Therapeuten kein Geld für ihre
Arbeit?
Du bist also der Meinung, Pharmaindustrie und Therapeuten
verdienen ihr Geld damit, daß sie Menschen Depressionen
einreden? Andere Ursachen haben deren Einnahmen nicht?
ich habe den Eindruck, du verstehst nur das, was du verstehen willst. Ja, Depression ist eine Krankheit wie viele andere und wären die Menschen niemals krank, dann gäbe es weder Pharmafirmen noch Ärzte. Das war meine Aussage. Oder stimmt das deiner Meinung nach schon wieder nicht?
Daraus ergibt sich dann logischerweise, dass die Pharmaindustrie sehr wohl daran interessiert ist, möglichst viele ihrer Produkte zu vertreiben. Ist dir noch nie aufgefallen, wieviel Medikamentenwerbung im Fernsehen läuft? Mir schon, obwohl ich noch nicht mal einen eigenen Fernseher habe.
Dass viele Menschen sich aufgrund einzelner Symptome gerne Krankheiten einreden (im unreflektierten Extremfall lautet das Stichwort „Hypochonder“), dürfte ebenfalls hinreichend bekannt sein.
Ich kann mir gut vorstellen (Vorsicht, hier fängt die Laienmeinung an!), dass nach einiger Zeit des Einbildens einer Erkrankung ihre Symptome sehr wohl echt werden können. Das bedeutet, wenn jemand über längere Zeit hinweg fest davon überzeugt ist, depressiv zu sein und gleichzeitig eine Niedergeschlagenheitsphase durchmacht, er durchaus weitere Depressionssymptome und am Ende die Erkrankung selbst entwickeln kann.
Hier möchte ich, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, nochmals betonen: Es geht nicht darum, dass eingebildete Krankheiten behandelt werden, sondern dass aus der Einbildung unter Umständen reale Erkrankungen entstehen KÖNNEN!
Das wiederum bedeutet logischerweise NICHT, alle Depressionen seien durch Einbildung entstanden (dies nur wieder als explizite Betonung zwecks Vermeidung von Missverständnissen).
Viele der Behauptungen in dem Posting
stimmen nicht. Angefangen von der Behauptung, Depression sei
erst seit 100 Jahren bekannt, über die implizite Annahme,
Krieg, Verfolgung, Sklaverei seien ihre Ursachen (was für eine
unsinnige Aufzählung!)
Soweit ich es verstanden habe, ging es nicht um Krieg etc. als Depressionsursache.
bis zu dem Klischee, Therapeuten und
Pharmaindustrie redeten die Krankheit Menschen ein, um Geld zu
verdienen. Oder wirst Du depressiv, verlierst an Gewicht,
bekommst Suizidgedanken, verspürst Denkhemmungen und
Antriebsarmut, wenn ich Dir sagen, daß Du depressiv bist?
Wenn ich sowieso gerade in einem Tief stecke (damit also einige der Symptome sowieso schon aufweise) und mich gut in Sachen hineinsteigern kann, dann könnte dies tatsächlich passieren, ja.
Und
das würde ich machen, damit ich an Dir Geld verdiene, ja?
Beim Profitrausschlagen würde ICH mich persönlich eher an der Industrie ausrichten. Das heißt, wenn du es sagen würdest, würde ich dir keine böse Absicht unterstellen. Aber wenn jetzt ein Pharmavertreter ankäme, mir Depression unterstellen und sein neuestes Antidepressivum verkaufen wollte, dann würde ich durchaus unterstellen, dass er in erster Linie an Profit interessiert ist.
Dass ich hingegen den meisten Ärzten keine Profitgier unterstelle, sondern von ihrem ehrlichen Engagement ausgehe, dürftest du wissen, falls du meine Diskussion mit Rolf im Medizinbrett, die noch gar nicht so lange her ist, verfolgt hast.
Dafür nehme ich Deinen Tod durch Suizid in Kauf?
Um deiner Logik zu folgen: Wenn ich nicht depressiv bin, aber dennoch gegen Depressionen behandelt werde (so, wie oben von DIR beschrieben), dann frage ich mich, wo hier ein Suizid in Kauf genommen wird. Überhaupt frage ich mich, in welchem Kontext zur Diskussion deine Aussage über den Suizid steht.
Du hast keine rechte Vorstellung, was Depression ist.
Mag sein. Just my 2 cents.
Grüße,
Anja