Schade eigentlich…
dass Leute, die in der Anfangszeile und auch zwischendurch immer wieder beteuern : “ich bin Laie“, sich trotzdem anmaßen, zwei unabhängig voneinander geäußerte Expertenmeinungen in Zweifel zu ziehen.
Ich stimme Oliver und Sam zu.
Tychys Beitrag kommt deswegen so geschmeidig rüber, weil er Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten mit netten, eingängigen Allgemeinplätzen mischt.
Macht ja nix, passiert mir auch, wenn ich unbedingt über Dinge reden will, von denen ich keine Ahnung habe.
Aber wenn ich zum Beispiel über die Funktionsweise und mögliche Reparaturmöglichkeiten eines Kfz-Motors schwafele und zwei Mechaniker sagen mir:
„Mädel, Du redest Blech und zwar so sehr, dass es schon gefährlich ist und wir da lieber gar nichts mehr zu sagen“,
dann halte ich doch meine Klappe. Und wenn einer dann doch die Freundlichkeit besitzt, mir das eine oder andere zu erklären, freue ich mich doch, wissbegierig wie ich bin(und wie doch alle hier, oder?).
Eine Depression ist unter den psychischen Erkrankungen die LEBENSBEDROHLICHSTE, weil sie
i m m e r mit einem mehr oder weniger großen SUIZIDRISIKO einhergeht.
Für Laien(und Betroffene!) ist sie schwer zu erkennen und einzuschätzen!
Und auch Fachleute brauchen großes Fingerspitzengefühl bei der Behandlung, weil auch sie oft im Dunkeln tappen, was das Ausmaß betrifft und eine Fehleinschätzung u.U. tödlich sein kann.
Unbehandelt besteht neben dem Suizidrisiko aber auch immer eine gravierende Einschränkung des Lebensgefühls, mit anderen Worten:
MAN VERSCHENKT JAHRE SEINES LEBENS!
Und dazu tragen auch die hier geäußerten LAIENMEINUNGEN bei, die SYMPTOME VERHARMLOSEN und UMDEUTEN, und Menschen, die sich immerhin Sorgen machen, davon abhalten zum Arzt oder Psychologen zu gehen, um nicht als „eingebildeter Kranker“ dazustehen.
(HYPOCHONDRIE ist im Übrigen eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG mit hohem Leidensdruck, wie jede Angsterkrankung).
Wenn jemand schon so weit ist, hier um Hilfe und Fachmeinungen zu bitten, halte ich es für unverantwortlich mit irgendwelchen Hausmittelchen zu kommen.
Diese Forum heißt nun mal EXPERTENFORUM und man muss schon länger hier sein um das richtig einordnen zu können.
Dass es möglich sein soll, eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG DURCH SUGGESTION ZU ERZEUGEN, erscheint mir so blöd, dass ich schon seit Tagen immer wieder Heiterkeitsausbrüche bekomme(gibt´s darüber Literatur?).
Klar ist es so, dass psychische Defekte oft durch bestimmte Auslöser erst SICHTBAR werden.
Dann waren sie aber schon VORHER(für Laien!) unsichtbar VORHANDEN.
Schade finde ich auch, dass hier wieder Angst und Unsicherheit geschürt wird, was Therapiemöglichkeiten betrifft.
Es ist vollkommen schnurz, wo man zuerst hingeht.
Wichtig ist, dass man überhaupt zu der Erkenntnis gelangt, Hilfe zu brauchen.
Sowohl Psychologen als auch Ärzte können eine Depression diagnostizieren.
Falls eine Medikation erforderlich sein sollte(oder eine Abgrenzung zu körperlichen Erkrankungen nötig ist), muss der Psychologe einen Arzt hinzuziehen und falls der Arzt die erste Anlaufstelle ist und nicht selbst Psychotherapie anbietet, überweist er an einen Psychotherapeuten.
Kein Problem, das wissen die und können das auch(und machen es auch tatsächlich)!
Und auch der Patient ist ja bei einer eventuellen Depression nicht unzurechnungsfähig und durchaus fähig seine Behandlung mitzugestalten.
So und zum Schluss das Outing:
Ich bin zwar Expertin, was die Betroffenheit angeht, aber Laie, was die berufliche Qualifikation betrifft und nehme deswegen dankbar und demütig FACHLICH FUNDIERTE Kritik entgegen.
Danke für´s Zuhören
))))))))))
Anna
)).