Versteh mich selbst nicht mehr

Schade eigentlich…
dass Leute, die in der Anfangszeile und auch zwischendurch immer wieder beteuern : “ich bin Laie“, sich trotzdem anmaßen, zwei unabhängig voneinander geäußerte Expertenmeinungen in Zweifel zu ziehen.
Ich stimme Oliver und Sam zu.

Tychys Beitrag kommt deswegen so geschmeidig rüber, weil er Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten mit netten, eingängigen Allgemeinplätzen mischt.
Macht ja nix, passiert mir auch, wenn ich unbedingt über Dinge reden will, von denen ich keine Ahnung habe.
Aber wenn ich zum Beispiel über die Funktionsweise und mögliche Reparaturmöglichkeiten eines Kfz-Motors schwafele und zwei Mechaniker sagen mir:
„Mädel, Du redest Blech und zwar so sehr, dass es schon gefährlich ist und wir da lieber gar nichts mehr zu sagen“,
dann halte ich doch meine Klappe. Und wenn einer dann doch die Freundlichkeit besitzt, mir das eine oder andere zu erklären, freue ich mich doch, wissbegierig wie ich bin(und wie doch alle hier, oder?).

Eine Depression ist unter den psychischen Erkrankungen die LEBENSBEDROHLICHSTE, weil sie
i m m e r mit einem mehr oder weniger großen SUIZIDRISIKO einhergeht.

Für Laien(und Betroffene!) ist sie schwer zu erkennen und einzuschätzen!

Und auch Fachleute brauchen großes Fingerspitzengefühl bei der Behandlung, weil auch sie oft im Dunkeln tappen, was das Ausmaß betrifft und eine Fehleinschätzung u.U. tödlich sein kann.
Unbehandelt besteht neben dem Suizidrisiko aber auch immer eine gravierende Einschränkung des Lebensgefühls, mit anderen Worten:

MAN VERSCHENKT JAHRE SEINES LEBENS!

Und dazu tragen auch die hier geäußerten LAIENMEINUNGEN bei, die SYMPTOME VERHARMLOSEN und UMDEUTEN, und Menschen, die sich immerhin Sorgen machen, davon abhalten zum Arzt oder Psychologen zu gehen, um nicht als „eingebildeter Kranker“ dazustehen.
(HYPOCHONDRIE ist im Übrigen eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG mit hohem Leidensdruck, wie jede Angsterkrankung).

Wenn jemand schon so weit ist, hier um Hilfe und Fachmeinungen zu bitten, halte ich es für unverantwortlich mit irgendwelchen Hausmittelchen zu kommen.
Diese Forum heißt nun mal EXPERTENFORUM und man muss schon länger hier sein um das richtig einordnen zu können.

Dass es möglich sein soll, eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG DURCH SUGGESTION ZU ERZEUGEN, erscheint mir so blöd, dass ich schon seit Tagen immer wieder Heiterkeitsausbrüche bekomme(gibt´s darüber Literatur?).
Klar ist es so, dass psychische Defekte oft durch bestimmte Auslöser erst SICHTBAR werden.
Dann waren sie aber schon VORHER(für Laien!) unsichtbar VORHANDEN.

Schade finde ich auch, dass hier wieder Angst und Unsicherheit geschürt wird, was Therapiemöglichkeiten betrifft.
Es ist vollkommen schnurz, wo man zuerst hingeht.

Wichtig ist, dass man überhaupt zu der Erkenntnis gelangt, Hilfe zu brauchen.

Sowohl Psychologen als auch Ärzte können eine Depression diagnostizieren.
Falls eine Medikation erforderlich sein sollte(oder eine Abgrenzung zu körperlichen Erkrankungen nötig ist), muss der Psychologe einen Arzt hinzuziehen und falls der Arzt die erste Anlaufstelle ist und nicht selbst Psychotherapie anbietet, überweist er an einen Psychotherapeuten.
Kein Problem, das wissen die und können das auch(und machen es auch tatsächlich)!
Und auch der Patient ist ja bei einer eventuellen Depression nicht unzurechnungsfähig und durchaus fähig seine Behandlung mitzugestalten.

So und zum Schluss das Outing:

Ich bin zwar Expertin, was die Betroffenheit angeht, aber Laie, was die berufliche Qualifikation betrifft und nehme deswegen dankbar und demütig FACHLICH FUNDIERTE Kritik entgegen.

Danke für´s Zuhören :wink:))))))))))

Anna

Hallo Anna,

ich möchte auf einige Aussage von dir eingehen:

Eine Depression ist unter den psychischen Erkrankungen die
LEBENSBEDROHLICHSTE, weil sie
i m m e r mit einem mehr oder weniger großen SUIZIDRISIKO
einhergeht.

Ich hatte einen Kumpel, bei dem Depression diagnostiziert wurde (die im Übrigen, wie du weiter unten geschrieben hast, ihm tatsächlich erst nach einem Auslöser bewusst geworden sind). Er hat dann ein Jahr in der Ausbildung ausgesetzt, eine Therapie gemacht und wurde mit Antidepressiva behandelt, was auch gute Resultate gezeigt hat.

Bei seinem ersten Besuch beim Therapeuten wurde er ganz direkt gefragt, ob er je Suizidgedanken gehabt hätte. Er ist aus allen Wolken gefallen, weil er noch nie daran gedacht hatte. Daraufhin meinte der Therapeut zu ihm, das sei halt bei Depressionen häufig so. Als er mir das hinterher alles erzählte, meinte er, er hätte diese Frage alles andere als ermutigend empfunden.

Anhand dieser Erfahrung gehen Depressionen nicht immer mit Suizidgedanken einher.
Nun kann man natürlich entgegnen, er hätte mir nicht die ganze Wahrheit erzählt. Aber er hat das von sich aus angesprochen, ich hatte nicht danach gefragt und auch sonst pflegten wir einen sehr offenen Umgang miteinander. Er war und ist ein Mensch, der das Leben liebt. Diese Frage des Therapeuten hat ihn jedoch nicht nur verwundert, sondern in irgendeiner Weise sehr negativ berührt, überhaupt erst sein Augenmerk darauf gerichtet.

Es mag sein, dass Suizidgedanken HÄUFIG zu den Symptomen einer Depression gehören. In dieser Form finde ich es auch auf zahlreichen Internetseiten, welche die Symptomatik von Depressionen beschreiben. Ein Muss scheint es jedoch nicht zu sein.

Und dazu tragen auch die hier geäußerten LAIENMEINUNGEN bei,
die SYMPTOME VERHARMLOSEN und UMDEUTEN, und Menschen, die sich
immerhin Sorgen machen, davon abhalten zum Arzt oder
Psychologen zu gehen, um nicht als „eingebildeter Kranker“
dazustehen.

Es wollte hier niemand die Fragestellerin von einem Arztbesuch abhalten. Im Gegenteil, es wurden zahlreiche Möglichkeiten in Betracht gezogen. Nur MUSS in diesem Fall keine Depression vorliegen, die geschilderten Symptome könnten auch organische Ursachen haben oder „nur“ ein vorübergehendes Tief sein. Einer ärztlicher Abklärung bedarf es in jedem Fall.

(HYPOCHONDRIE ist im Übrigen eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG mit
hohem Leidensdruck, wie jede Angsterkrankung).

Laut Wikipedia spricht man mittlerweile nicht von einer eigenständigen Erkrankung, sondern „von hypochondrischer Färbung oder Prägung, von hypochondrischer Reaktion oder Entwicklung u.a.“.
Abgesehen davon hatte ich diesen Begriff in meinem Post explizit als einen Extremfall gekennzeichnet. Gewisse Tendenzen, in manchen Situationen Symptome des Körpers überzuinterpretieren, zeigen jedoch viele Menschen (ich nehme mich selbst davon auch nicht heraus).

Dass es möglich sein soll, eine PSYCHISCHE ERKRANKUNG DURCH
SUGGESTION ZU ERZEUGEN, erscheint mir so blöd, dass ich schon
seit Tagen immer wieder Heiterkeitsausbrüche bekomme(gibt´s
darüber Literatur?).
Klar ist es so, dass psychische Defekte oft durch bestimmte
Auslöser erst SICHTBAR werden.
Dann waren sie aber schon VORHER(für Laien!) unsichtbar
VORHANDEN.

Dass es für die allermeisten psychischen Erkrankungen einer gewissen Prädisposition bedarf, wird hier sicher niemand abstreiten können. Ebenso begünstigen aber bestimmte Faktoren das Auftreten mancher Erkrankungen. Ein sehr klares Beispiel hierfür ist das PTBS. Im Wikipedia-Beitrag zu Depressionen sind aber auch mehrere mögliche Ursachen für das Eintreten der Erkrankung genannt, die vermutlich multifaktoriell zusammenwirken. Dazu können unter anderem sowohl lang andauernde Stresssituationen als auch aktuelle Ereignisse beitragen.

Insofern könnte ich (als Laie!) mir wiederum vorstellen, dass das Einreden bestimmter Symptome überhaupt erst zum Übertritt der Schwelle zur Erkrankung führen können. Gibt es überhaupt eine klar definierte Grenze, ab wann man von Depression spricht? Ein Resultat von 15-18 auf der Hamilton-Skala deutet auf eine milde bis mittelschwere Depression hin. Was ist, wenn jemand 13 oder 14 Punkte hat?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich in der Lage bin, mir selbst einiges einzureden. Bei manchen organischen Erkrankungen können konkrete Symptome durch die Angst vor ihnen ausgelöst werden. Diese Angst ist wiederum etwas, worauf ich innerhalb bestimmter Grenzen - solange sich daraus also keine eigenständige Angsterkrankung entwickelt - selbst Einfluss nehmen kann. Andersherum entwickeln sich bei manchen Patienten nicht-psychischer Erkrankungen Angststörungen aus der Angst heraus, dass die Symptome wiederkehren. Dann kommt es zu einem Teufelskreis.

Jetzt bin ich total vom Thema abgekommen. Was ich damit sagen wollte ist: Ja, ich kann mir bis zu einer bestimmten Grenze durchaus auch selbst einreden, ich sei nicht in der Lage, meine Aufgaben zu erfüllen, sei schuld daran, dass mein Nachhilfeschüler eine schlechte Note in der Mathearbeit bekommen hat (sorry, mir fällt gerade kein besseres „alltägliches“ Beispiel ein) und dass mich die Zuhörer bei meinem Vortrag auslachen werden. Vor allem, wenn mir vorzeitig gesagt wird, ich hätte vermutlich eine Depression und ich mir die Liste möglicher Symptome anschaue. Wenn ich damit den Hamilton-Wert von 14 auf die 15 oder 16 überschreite, dann würde eine Depression vorliegen. (Achtung, dieser Absatz war ebenfalls Laienmeinung!)

Wichtig ist, dass man überhaupt zu der Erkenntnis gelangt,
Hilfe zu brauchen.

Dem stimme ich zu. Zu einem Gang zum Arzt sollte man im Zweifelsfall immer raten. Aber ebenso, wie ich bei eigentlich passenden Symptomen niemanden schon vorher mit der Diagnose „Krebs“ verunsichern würde, finde ich die Annahme einer (häufig mit Suizid verbundenen) Krankheit unverantwortlich. Überlassen wir doch die Diagnose dem Arzt oder holen uns zuerst wenigstens nähere Informationen vom Betroffenen ein, bevor wir anhand weniger evtl. passender Symptome Diagnosevorschläge machen.
Letztendlich ist ja auch nicht die genaue Bezeichnung der Erkrankung wichtig, sondern die Wege, wie man dem Betroffenen helfen könnte.

So, nun ist der Beitrag wesentlich länger geworden, als ich beabsichtigt hatte.

Liebe Grüße,
Anja

2 „Gefällt mir“

Hallo Anja,

Bei seinem ersten Besuch beim Therapeuten wurde er ganz direkt
gefragt, ob er je Suizidgedanken gehabt hätte. Er ist aus
allen Wolken gefallen, weil er noch nie daran gedacht hatte.

es ist richtig, daß nicht alle Depressive Suizidgedanken haben. Allerdings haben viele Depressive Suizidgedanken. Die Anzahl derjenigen, die wegen ihrer Depression Suizid begehen, ist sehr hoch. Sie beträgt ca. 15% für Depressive, die einmal im Leben stationär behandelt wurden, und immer noch ca. 5% bei allen Depressiven. Ungefähr die Hälfte aller Suizidopfer ist depressiv. Sehr viele Suizidopfer machen einige Zeit vor ihrem Suizid ärztliche oder therapeutische Termine, weil sie sich Hilfe erhoffen. Sie schweigen dann aber oft dazu in den Sitzungen. Daher wird jedem, der sich in der psychiatrischen oder psychologischen Ausbildung befindet, dringend geraten, später in der Praxis, gezielt nach Suizidgedanken und -absichten zu fragen. Die Frage gehört zur psychiatrischen Untersuchung unabdingbar dazu. Sie rettet Leben. Keiner, der ohne Suizidabsicht gekommen ist, tötet sich aufgrund dieser Frage. Aber es sind schon viele gestorben, die die Absichten hatten, aber nicht gefragt wurden.

Zur Frage der Diagnostik von Depression: Nach der Hamilton-Skala wird nicht diagnostiziert. Diagnostiziert wird anhand der Kriterien von ICD-10 oder DSM-IV-TR. Die Hamilton-Skala dient - wie z.B. das Beck-Depressions-Inventar - der Quantifizierung der Symptomschwere.

Im übrigen würde ich nicht auf Wikipedia-Beiträge vertrauen. Diese sind - besonders im Bereich Psychologie / Psychiatrie / Psychotherapie - oft von minderer Qualität. Sie werden oft von Laien verfaßt oder von ihnen so verändert, daß sie ohne Korrekturen nicht verwendbar sind.

Grüße,

Oliver Walter

4 „Gefällt mir“

Hab´ ich so nicht formuliert
Ich sagte nicht, dass Depressionen immer mit Suizid g e d a n k e n einhergehen, sondern dass immer das R i s i k o besteht, dass Suizid begangen werden könnte.(5%, bzw.15%, sind ´ne Frage wert, oder?)
Nicht-Fragen ist da schon als Kunstfehler zu bewerten.
Hat Oliver aber ja auch schon erwähnt.
(Eine Depression verläuft, meines Wissens, parabelförmig und hat an bestimmten Punkten eine verstärkte Suizidgefahr, an anderen wiederum keine. Welche Phase gerade vorliegt, wie lange die anhält, etc., sollte dann auch lieber jemand beurteilen, der sich damit auskennt.)

Ich habe im Zusammenhang mit dem Frageposting auch gar nicht von Depression gesprochen, oder doch?

Ich bin eigentlich nur auf den Beitrag von Tychy, bzw. die Modediskussion eingegangen.

Der Fragestellerin würde ich nur ans Herz legen, sich und ihre Sorgen ernst zu nehmen, sich nicht mit dem Zustand abzufinden, sondern Hilfe da zu suchen, wo es ihr am ehesten zusagt.

Wenn eine Depression vorliegen sollte, wird sich das durch Fachleute schnell herausstellen lassen und wenn nicht, wird durch einen Arzt- oder Psychologenbesuch ganz bestimmt keine ausgelöst(ebensowenig wie Todessehnsucht), sondern vielleicht anderweitige Lösungsmöglichkeiten gefunden.

LG
Anna

2 „Gefällt mir“

Hallo Anna,

da ich mit Deinem subjektiven Meta-Kommentar zu diesem -in seinem Ablauf vollkommen lächerlichen- Thread nicht einverstanden bin, sei mir mein eigener Meta-Kommentar erlaubt.

dass Leute, die in der Anfangszeile und auch zwischendurch
immer wieder beteuern : “ich bin Laie“, sich trotzdem anmaßen,
zwei unabhängig voneinander geäußerte Expertenmeinungen in
Zweifel zu ziehen.

  1. warum darf der Laie seine Meinung nicht kundtun?
  2. warum ist die Expertenmeinung automatisch schon die richtige, selbst wenn hier Unabhänigigkeit gegeben wäre.
  3. es gibt bei w-w-w keine Experten außerhalb dessen, was sie schreiben, weil man nicht hinter den PCs der Artikelverfasser irgendwelche Diplome erkennen kann. Ob jemand Experte ist, ergibt sich also bei w-w-w allein aus dem Gehalt des Artikels, nicht aus irgendeiner Beteuerung in Vika oder Grußformel.
  4. wenn jemand schreibt „ich bin Laie“, dann sollte er dafür Respekt erhalten, weil er -im Gegensatz zu manch anderen- seine eigene Kompetenz gut einschätzen kann.

Ich stimme Oliver und Sam zu.

In vielen sachbezogenen Punkten stimme ich Ihn in diesem Thread ebenfalls zu.

Tychys Beitrag kommt deswegen so geschmeidig rüber, weil er
Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten mit netten,
eingängigen Allgemeinplätzen mischt.

Ich habe ihn nicht als „geschmeidig“ empfunden, sondern in einigen Punkten als schlicht falsch, dennoch aber als Bereicherung dieses Threads.
Keinesfalls aber habe ich ihn als so „schlimm“ empfunden, dass man ihn mit allerlei Wortklaubereien und „böswilligen“ Interpretationen, welche Tychis Klarstellungen konsequent ignorieren, niedermachen muss.

Und wenn einer dann doch die
Freundlichkeit besitzt, mir das eine oder andere zu erklären,
freue ich mich doch, wissbegierig wie ich bin(und wie doch
alle hier, oder?).

ja dann freu Dich doch einfach!

Diese Forum heißt nun mal EXPERTENFORUM und man muss schon
länger hier sein um das richtig einordnen zu können.

richtig, die Betonung liegt allerdings auch auf FORUM!

und da ich inzwischen schon ein bißchen länger hier bin -und mir inzwischen das Archiv des Psychologie-Boards ziemlich umfangreich einverleibt habe, behaupte ich, einige Expertenmeinungen hier recht gut einordnen zu können.

Sowohl Psychologen als auch Ärzte können eine Depression
diagnostizieren.

Das ist richtig, aber nicht der Sinn dieses Forums; gerade „Sam“ verweist oft den Fragesteller einfach zum Arzt oder Psychotherapeuten; in gewisser Weise ist dieses Vorgehen schon richtig, weil man in einem Internet-Forum eigentlich nicht besser als mit diesem Hinweis helfen kann.

Aber dieses Forum ist auch ganz sicher nicht als Ersatz für Therapie oder als erste Anlaufstelle für Therapie gedacht, sondern als Meinungsforum, in dem Krankheitsbilder diskutiert werden dürfen.

Sonst könnte man gleich dieses Board schließen, und stattdessen in die Brettbeschreibung schreiben: Sollten sie Fragen dazu haben, ob es sinnvoll wäre, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, dann nehmen sie diese in Anspruch!

Und im übrigen ist das Psychologie-Board in diesem Punkt kein bißchen anders als viele andere Boards. Auch in diesen geht es darum, dass kein Board ein real-life-Beratung ersetzen kann.

So und zum Schluss das Outing:

Ich bin zwar Expertin, was die Betroffenheit angeht

Wir alle hier sind Betroffene, und zwar betroffen davon, was in diesem Board für unsinnige Shows abgezogen werden (damit meine ich nicht Dich, nur um das klarzustellen).

Viele Grüße
franz

4 „Gefällt mir“

Hallo Franz,

bist Du sicher, dass ich die richtige Adresse für Deinen Kommentar bin?

Ich kenne Eure Brettgeschichten untereinander(leider) nicht und stehe genau wie Anja auf dem Schlauch(oder sonstwo :smile:)).

Ansonsten bin ich mit Deinen Ausführungen vollkommen(na ja, das eine oder andere könnte ich…) einverstanden und sehe auch keine großartigen Abweichungen zu meinen.

Ich produziere mich und provoziere andere, wie die meisten hier…
und nehme das Ganze hier(meistens, grummel…)nicht so ernst, wie es vielleicht scheint.

Ich finde Tychis Beitrag amüsant(geschmeidig) und trotzdem in vielen Punkten falsch, habe mich aber(wie Du vielleicht auch?), über etwas ganz anderes geärgert.

Nix für ungut.

Ich warte im Übrigen gespannt(und freudig!)auf eine Fortsetzung Eurer Diskussion über Psychologie, Psychoanalyse, verschiedener Therapierichtungen und die gesellschaftlichen, geschichtlichen und philosophischen Aspekte.
Und da halte ich auch bestimmt(vielleicht) meine laienhafte Klappe.

Liebe Grüße
Anna

Hallo Oliver

Auf die Rhetorikdiskussion gehe ich nicht mehr ein. Anja war so nett
fuer mich zu antworten und du hast ja auch keine Lust mehr dazu.

Antidepressiva sind verschreibungspflichtige Medikamente.
Deshalb machen Pharmafirmen für sie keine Massenwerbung
(Fernsehen, Radio) beim Endverbraucher. Der Pharmavertreter
kann auch nicht zum Patienten kommen und ihm ein
Antidepressivum aufschwatzen. Er dürfte es gar nicht
verkaufen, selbst wenn der Patient es kaufen wollte.

Hierzu will ich aber noch etwas schreiben. Es klingt so, als gaebe es
fuer die Pharmaindustrie keine Moeglichkeit den Absatz von
Antidepressiva oder anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten
durch Werbung zu erhoehen und dass sie auch keinen Einfluss habe auf
die Menge verschriebener Antidepressiva.
Das ist aber keineswegs so. Wenn die Pharmalobby dafuer sorgt, dass
die Medien oft ueber Depression berichten und ihre Symptome nennen,
dann gehen mehr Leute zum Arzt, weil sie glauben, sie litten an
Depression. Ein Teil der Aerzte wird ihnen das ausreden aber ein
anderer Teil wird ihnen, vielleicht auch auf Wunsch des Patienten,
Antidepressiva verschreiben, um dem Patienten zu helfen und ihn nicht
zu verlieren. Dazu kommen aber auch noch die Verbindlichkeiten, die
viele niedergelassene Aerzte gegenueber bestimmten
Medikamentenherstellern eingegangen sind, denn schliesslich moechte
ein Arzt sich fuer eine als Fortbildung getarnte Urlaubsreise, die
ein Pharmaunternehmen ihm freundlicherweise spendiert hat,
erkenntlich zeigen (wie mir jemand, der selbst Arzt ist, erzaehlt
hat).

Es gibt auch Buecher zu dem Thema, z.B. ISBN: 3596158761 Buch anschauen
Das habe ich zwar nicht gelesen, aber das Phaenomen scheint nicht
ganz an den Haaren herbeigezogen zu sein.

Gruss, Tychi

Ich denke mit dieser „chonischen Müdigkeit“ bist du nicht alleine. Ich kenne das von mir selbst und habe schon mit Freunden darüber gesprochen, die sich auch darüber beklagen.

Ich glaube einfach, dass das Leben insgesamt ziemlich anstrengend geworden ist. Mittlerweile wird so oft von einem verlangt so viele Dinge gleichzeitig zu machen, dass man die verbleibende Zeit nur noch dafür nutzen kann zu sich selbst zu kommen. Wenn man allen Wünschen anderer gerecht wird, sollte man wohl pausenlos nur dynamisch und überzeugt von seiner Sache sein. Mir persönlich ist am Wochenende nur selten nach ausgelassenem Feiern zumute.
Gerde wenn man gewissenhaft arbeitet, halte ich es für eine gängige Erscheinung einfach müde zu sein. Das machen sogar mit Sicherheit viele durch.

Such dir doch 'nen Therapeuten. Man muss sich ja nicht selbst als Gefahr für die Allgemeinheit betrachten, um sich einfach beraten oder motivieren zu lassen. Sich selbst zu therapieren funktioniert eben auch nicht wirklich.
Tatsache ist, dass es dir nicht gut geht. Wie die Diagnose für dich lautet kann dir meines Erachtens vollkommen Schnuppe sein, solange du dich irgendwann besser fühlst.
Solltest du einen therapeuten aufsuchen, denke ich aber, dass eine Alibi-Diagnose: „Depression“ gut ist. Alleine wenn irgendein Auszubildender liest, dass du als „Schizoid“, „Endogen Psychotisch“, „Narzisstisch“, „Zwanghaft“ oder wie auch immer eingeschätzt wirst, wirst du gleich als Irre abgestempelt. Die Depression geniest doch noch etwas mehr Toleranz in der Gesellschaft.

Zum Thema Laien: Laien können auch zu psychologioschen Sachverhalten Stellung nehmen, sollten aber nicht mit Termini um sich werfen oder Diagnosen stellen. Ansonsten besitzt fast jeder Mensch die Fähigkeit über Zwischenmenschliches zu sprechen.

Viele Grüsse und gute Besserung,

Hilmar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tychi,

Deine Spekulationen über das Gesundheitswesen in diesem Forum sind eher etwas fürs Philosophie-Board, mit der Realität haben sie jedenfalls nichts zu tun. Bislang gehen nämlich immer noch viel zu wenig Menschen rechtzeitig wegen depressiver Symptome zum Arzt. Viele Leute wollen schon gar keine Psychopharmaka, weil deren Image heute noch dermaßen schlecht ist und viele Falschinformationen über sie kursieren. Das lernt man nicht nur in der ersten Vorlesung Psychiatrie, die von uns beiden ich mit Sicherheit besucht habe, sondern das lehrt einen auch die alltägliche Erfahrung. Weil die Situation in der Realität leider so ist, wie ich sie beschrieben habe, wäre es angebracht, die Gesundheitsaufklärung und auch die Werbung für Antidepressiva deutlich zu erhöhen, statt wie Du dahinter dunkle Machenschaften aus Profitgier raffgieriger Kapitalisten zu vermuten.

O. Walter

3 „Gefällt mir“

Hallo Tychie,

in Ergänzung zum Posting von Dr. Oliver Walter möchte ich Dir berichten, dass die meisten Hausärzte und ändere der ersten Ansprechpartner, die nicht aus dem psychologischen Berufsbereich entstammen, eine psychische Störung nicht erkennen können und dementsprechend eine Verschreibung von Psychopharmaka eher die Ausnahme darstellt. Eine Einredung von Depressionen findet faktisch nicht statt.

Weiter kenne ich durch meine Tätigkeit in der Therapieforschung die Schwierigkeiten bei der Durchführung medikamentengestützter Forschung im psychologischen und/oder neurologischen Bereich. Dabei verhält es sich so, dass ein Großteil der Patienten eine Teilnahme ablehnt, sobald das Wort „Medikament“ fehlt.

Grüße,
Sam

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“