Vertauschte Babies

N’Abend,

ich grübele den ganzen Tag schon über eine Meldung in den Nachrichten nach: Da sind in der Tschechei im Dezember 2006 zwei neugeborene Mädchen im Krankenhaus auf der Wöchnerinnen-Station vertauscht worden.

Durch einen mehr oder weniger zufällig gemachten Gentest (der eine Vater hatte Zweifel, dass das kleine Mädchen tatsächlich von ihm ist) ist diese Verwechselung nun herausgekommen.

Die beiden kleinen Mädchen sind heute 10 Monate alt.

Nun haben beide Elternpaare nach diesen 10 Monaten, in denen sie glaubten, das jeweilige Baby würde zu ihnen gehören, beschlossen, die Verwechselung rückgängig zu machen.

Frage: Was muss wohl in den Eltern vorgehen, dies nach so langer Zeit zu erfahren? Muss es ihnen nicht auch das Herz aus dem Leib reißen, das Kind, das sie 10 Monate geliebt und umsorgt, gepflegt und gehegt haben, wie ihr eigenes, wieder „abzugeben“?

Und meint ihr, dass die Babies selbst Schaden nehmen werden? Was bekommen diese beiden kleinen Würmchen wohl schon mit?

Ich finde diese Situation gleicht einem Albtraum für alle Beteiligten! Mir tun beide Familien unglaublich leid!

Wie würdet ihr reagieren als Eltern reagieren? Ich bin da ja reiner Theoretiker…

Dank für Meinungen und Diskussion,

Gruß,

Luzie

@MOD: Falls dieser Artikel besser ins Psychologie-Brett passt, bitte verschieben! Aber ich denke, es gehört eher in dieses Brett.

Da sind in der Tschechei im Dezember 2006

Kann nicht sein, die Tschechei gibt es schließlich schon lange nicht mehr.

Erbsenzähler! (off topic!)

Da sind in der Tschechei im Dezember 2006

Kann nicht sein, die Tschechei gibt es schließlich schon lange
nicht mehr.

Jo. Danke auch. Grade eben auch gemerkt. *gääähn*

http://de.wikipedia.org/wiki/Tschechien

Aber du weißt schon, welches Land ich meine, oder???

Sternchen für deinen nichts zu dem Thema beitragenden Eifer!

Gruß,

Luzie

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Hallo,

ich hab den Beitrag auch im TV gesehen und dachte im ersten Moment-halt, wie kann man „sein“ Kind wieder abgeben? Das Beste für alle wäre vielleicht, wenn alles so bliebe, wie es ist! Nur das man ab jetzt einen intensiven Kontakt hat.

Ob das in der Realität auch so wäre…ich weiss nicht!
LG manu, die nie in so eine Situation kommen möchte( meine Tochter hatte erst nach 3Tagen ihr Armbändchen in der Klinik bekommen, aber sie ist MEIN Kind:wink: )

Hi

Meiner Mutter wollten sie sogar nen dunkelhäutigen Jungen andrehen… nur weil sein Name mit Y anfing. Müssen wohl sehr überarbeitet gewesen sein, die Damen.

Ich bin schon dafür, dass die kinder zu den Eltern zurückkommen, wo sie zugehören.
Habt ihr die Nachrichten gesehen? Das eine Kind sieht ja aus wie dem Vater aus dem Gesicht geschnitten. Aber Hammer. Und das beim Baby die normalerweise niemanden ähnlich sehen…

Hart ist es natürlich, aber es ist natürlich gut, dass sie es jetzt „schon“ gemerkt haben, so entsteht nicht gar so viel Schaden, wie es erst nach jahren geschehen wäre…

lg
Kate

Hallo!
Hier meine Meinung dazu:
Ich glaube das ist schlich DEN Albtraum schlechthin aller Eltern… aber auch alle Entbindungsstationen!!! Dagegen kann ich mir nicht vorstellen, daß das Kind Schäden davon trägt.

Ich glaube aber auch, daß diese Familien „Glück im Unglück“ hatten, denn 10 Monaten sind verhältnismäßig nicht allzu lange, um an die Wahrheit zu kommen. Stell Dir mal vor, so etwas wäre erst in 10 Jahren oder noch später rausgeflogen!! Vor einiger Zeit sah ich im TV einen Film über eine wahre Geschichte, wie du sie darstellst, und die in USA geschah. Die Hauptrolle würde von der Darstellerin der „Laura Ingalls“ aus der „Unsere kleine Farm“ gespielt (Melissa Gilbert). Dort waren die Jungs schon 2-jährig als das herauskam und der eine wurde von einer alleinerziehenden Mutter mit Geldsorgen und der andere von einem vermögenden Ehepaar mit großen Ansehen in der Stadt großgezogen. Offenbar ging die ganze Geschichte ausführlich über die (US-)Medien.

Hier der Link dazu:

http://www.save.tv/STV/S/misc/miscShowFrameSet.cfm?t…&

Schöne Grüße,
Helena

Da sind in der Tschechei im Dezember 2006

Kann nicht sein, die Tschechei gibt es schließlich schon lange
nicht mehr.

Hi,

ich dachte immer die Tscheslowakei gibt es nicht mehr und es ist jetzt die Tschechei und die Slowakei. Tz, wie die Welt sich verändert.

Grüsse
Me

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Hi,

ich habe den Beitrag nicht gesehen und wenn ich unsere Geburten Revue passieren lasse, kann ich es mir auch kaum vorstellen, dass es bei uns hätte passieren können. Unsere sind auf normalem Weg im Krankenhaus geboren und nachdem sie auf der Welt waren, sind sie für eine lange Zeit bei uns zum Kuscheln gewesen, untersucht worden, gebadet und von mir angezogen worden. Ganz nebenbei war dann zwischendurch auch das Armband am Handgelenk.

Nachdem Sie auf der Welt waren und einen Augenblick bei meiner Frau und mir auf dem Arm waren, hätte ich beide unter hunderten wieder erkannt.

Anyway, wenn es wie in deinem Fall beschrieben doch passiert, bin ich auf jeden Fall dafür, dass man die Verwechselung rückgängig macht wobei ich mir für mich persönlich gut vorstellen kann auch weiterhin zu dem falschen Baby Kontakt haben zu wollen. In 10 Monaten baut sich doch eine starke emotionale Bindung auf die man, besser gesagt ich, wohl nicht so schnell hätte wieder abstellen können. Da würde es mich wohl sehr freuen, könnte man den Kontakt auch weiter pflegen.

Viele Grüße
Me

Das Land heißt Tschechien owT
Gruß

Nicolle

Hallo,

ich habe die Tage nur kurz mitbekommen, da hieß es noch, dass die Eltern noch überlegen würden.

Ich stelle mir das unheimlich hart vor, ein lieb gewonnenes Kind in Armen zu halten und es zu kennen und das eigene Kind woanders zu wissen. Eine ganz schöne Zwickmühle. Ich glaube, die Elternpaare hätten jeweils gerne beide genommen.

Ich glaube, dass Kinder im Alter von 10 Monaten das noch recht gut wegstecken. Kann sein, dass es zu einigen Verzögerungen der Entwicklung kommt wie Sprache, aber nur, weil das Kind sich emotional neu einstellen muss. Es wird anfangs für die Kinder nicht so einfach sein, aber nach einem Monat denke ich werden sich zumindest die Kinder eingerichtet haben. Es wird wohl ein einschneidendes Erlebnis bleiben, aber keines, welches im Gedächtnis bleibt. Daher sehe ich für die Kinder keine Zukunftsschäden.

Schwierig denke ich wird es für die Eltern werden, das „andere“ liebgewonnene Kind herzugeben und ein „fremdes“ eigenes nochmal neu kennenzulernen. Die Erwachsenen sind ja mit komplettem Verständnis dabei und erleben es ja hautnah.

Ich weiß nur, wäre meiner vertauscht worden, ich würde ihn jetzt nicht mehr hergeben (glaub ich). Aber ich wollte sowas nie erleben. Gott sei Dank hat der Kleine von Geburt an recht eindeutige Optische Ähnlichkeiten mit seinem Vater gehabt von daher gab es für mich keine Sekunde Zweifel.

Ich hoffe, dass sie die Familien recht schnell neu zusammenfinden und die Kinder tatsächlich keine bleibenden Schäden davontragen, denn genau wissen kann man das ja nie…

lg,Dany

Hallo,

da gibt es kein richtig und kein falsch. Das müssen die Beteiligten einfach unter sich ausmachen. Jede mögliche Entscheidung kann mit guten Argumenten getragen werden, aber es stehen auch gute Argumente dagegen. Jegliche Einflussnahme von außen verbietet sich.

Es gibt Entscheidungen die man hofft, nie treffen zu müssen!

Gruß vom Wiz

Hi Nicolle,

oder doch Tschechische Republik

http://europa.eu/abc/european_countries/eu_members/c…

Wobei du nach wiki recht hast :wink:

Viele Grüsse
MeToo

Hallo

Ich glaube, dass Kinder im Alter von 10 Monaten das noch recht
gut wegstecken.

Noch? Meinst du, dass Kinder je jünger desto unempfindlicher sind?

Es wird
wohl ein einschneidendes Erlebnis bleiben, aber keines,
welches im Gedächtnis bleibt. Daher sehe ich für die Kinder
keine Zukunftsschäden.

Ich sehe einschneidende Erlebnisse, an die später keine Erinnerung da ist, als wesentlich problematischer an als solche, die dank Erinnerung und kognitiver Einordnung später noch intelektuell bearbeitet werden können.

Die Kinder haben ja bereits ein solches Erlebnis hinter sich, denn ein neugeborenes Baby unterscheidet sehr wohl zwischen seiner Mutter und anderen Personen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass da auch heute noch eine - natürlich unbewusste - Erinnerung an die leibliche Mutter (Geruch, Stimme) vorhanden ist.

Ich würde es als das Beste ansehen, wenn die beiden Familien sich eng zusammentun und gegenseitig die Kinder betreuen. Beide Familien sind vom Schicksal aneinander geknüpft worden, es wäre wohl am besten, wenn sie das so annehmen. (Würde ich von dem bisschen, was ich weiß, sagen)

Viele Grüße
Simsy

Ich glaube, dass Kinder im Alter von 10 Monaten das noch recht
gut wegstecken.

Noch? Meinst du, dass Kinder je jünger desto unempfindlicher
sind?

hallo :o)

Ja, meine ich. Sicherlich erkennt auch ein kleines Baby seine Mutter, aber auch nur, weil diese ja (meistens) rumdum für es sorgt. Ansonsten sind für Babys die Menschen wichtig, die viel um es rum sind und es versorgen. Das ändert sich mit dem Alter und dem Bewusstsein.

Aber je kleiner Kinder oder Babys sind, desto unempfindlicher sind sie, wenn sie eine neue Vertrauensperson bekommen.

lg, Dany

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Aber du weißt schon, welches Land ich meine, oder???

Sternchen für deinen nichts zu dem Thema beitragenden Eifer!

Wie findest du es denn, wenn man Deutschland noch als „Deutsches Reich“, „Westdeutschland“ oder „DDR“ bezeichnen würde?
Oder Russland als „Sowjetunion“?

Es dürfte nicht zu viel verlangt sein, einem Land und seinem Volk in der Hinsicht den nötigen Respekt zu erweisen.

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Hallo

Ja, meine ich. Sicherlich erkennt auch ein kleines Baby seine
Mutter, aber auch nur, weil diese ja (meistens) rumdum für es
sorgt.

Ich glaub, sie kennt es noch von der Schwangerschaft. Das kann man auch nachlesen, es scheint irgendwie erforscht zu sein.*)

Ansonsten sind für Babys die Menschen wichtig, die viel
um es rum sind und es versorgen. Das ändert sich mit dem Alter
und dem Bewusstsein.

Kann es nicht auch sein, dass sich hauptsächlich die Verständlichkeit der Äußerungsmöglichkeiten ändert?

Aber je kleiner Kinder oder Babys sind, desto unempfindlicher
sind sie, wenn sie eine neue Vertrauensperson bekommen.

Glaubst du das oder weißt du das?

Wenn letzteres: Woher?

LG Simsy

* z. B. http://www.alfa-ev.de/fileadmin/user_upload/Lebensfo…

Aber du weißt schon, welches Land ich meine, oder???

Sternchen für deinen nichts zu dem Thema beitragenden Eifer!

Wie findest du es denn, wenn man Deutschland noch als
„Deutsches Reich“, „Westdeutschland“ oder „DDR“ bezeichnen
würde?
Oder Russland als „Sowjetunion“?

hi

…naja, auf DW TV (ein Hotelsender aus Berlin) wird noch ständig von Ostdeutschland und Westdeutschland gesprochen… was zugegeben für die Ohren extrem seltsam klingt. Wenns wenigstens deutschsprechende Ausländer/Fremdländer gewesen wären, aber richtige Deutsche denen sowas passiert… nene

lg
Kate

Grüße

Wie würdet ihr reagieren als Eltern reagieren? Ich bin da ja
reiner Theoretiker…

Wenn es so symmetrisch ist, wie beschrieben
würde ich auf *jeden* Fall tauschen, denn
mit 10 Mon geht das noch, mit 3 Jahren
bspw. nicht mehr.

Und mit vier oder fünf fragt das Kind, warum
es nicht bei seinen richtigen Eltern ist, wo
man es doch mit 10 Mon hätte tun können.

Sagt

CMБ (zwei Kinder, 17 und 5 Jahre)

Hallo,

Ich weiß nur, wäre meiner vertauscht worden, ich würde ihn
jetzt nicht mehr hergeben (glaub ich). Aber ich wollte sowas
nie erleben.

Du meinst also, später hättest Du *Deinem* Kind
erzählt, Du wolltest lieber *das Andere* be-
halten, weil es mit dem „so gut lief“?

(Ich verstehe Dich schon, aber akzeptierst Du mein Argument?).

Grüße

CMБ

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Hallo,

Ich weiß nur, wäre meiner vertauscht worden, ich würde ihn
jetzt nicht mehr hergeben (glaub ich). Aber ich wollte sowas
nie erleben.

Du meinst also, später hättest Du *Deinem* Kind
erzählt, Du wolltest lieber *das Andere* be-
halten, weil es mit dem „so gut lief“?

(Ich verstehe Dich schon, aber akzeptierst Du mein Argument?).

nein, keine Ahnung, geb ich zu, aber ich habe „das Kind“ inzwischen so lieb gewonnen… Ich bin ehrlich froh, NICHT in der Situation zu sein!

lg, Dany