Vertrauen/sicherheit eines Baby

HI :smile:

Ich hatte heute einen Traum in dem es um die Themen Sicherheit und Vertrauen zu meiner Mutter geht.

Und ich habe nun eine essentielle Frage:

1.Nach dem Ausstoß des Kindes bei der Geburt, sollte dann dort ein sich sofort spontanes Gefühl von Vertrauen einhergehend mit einem Gefühl der Sicherheit zur Mutter einstellen? (Welches vielleicht auch vor allem darin begründet ist, weil das Kind ja 9 Monate im Mutterbauch war und ja eigentlich auch sofort ein Vertrauen/Sicherheit zur Mutter da sein sollte?)

2.Oder ist es so: Nach dem Ausstoß des Babys muss das baby zuerst ein Vertrauen einhergehend mit einem Gefühl der Sicherheit zur Mutter entwickeln.

Welche der beiden Optionen ist bei der gesunden Entwicklung des Kindes zur Mutter normal? 1 oder 2? oder gar etwas, woran ich nicht gedacht habe?

Liebe Grüße

Hi ElaMiNaTo,

Deine Frage kann ich Dir zwar nicht beantworten, aber vielleicht interessiert Dich der folgende Artikel, dem ich entnehme, dass sich das Urvertrauen entwickelt.

Das Fundament für eine stabile, selbstbewusste Persönlichkeit wird zu einem großen Teil in den ersten Monaten und Jahren gelegt. Psychologen und Hirnforscher wissen heute: Wer als Baby und Kind eine sichere, liebevolle Bindung zu seinen Eltern erlebt hat und Urvertrauen in die Welt, in die Menschen und sich selbst entwickeln konnte, hat einen wertvollen Schatz für die weitere Entwicklung mitbekommen.

Damit wir unser Baby und Kind lieben, hilft uns auch die Natur: Während der Geburt wird im Gehirn der Botenstoff Oxytocin freigesetzt. Man nennt dieses Hormon auch Bindungs- oder Liebeshormon. Gerade in der letzten Phase der Geburt schüttet der Körper außerdem große Mengen Endorphine aus. Viele Frauen berichten von einem glücklichen, fast rauschhaften Zustand und empfinden tief für das kleine Baby, dass ihnen in den Arm gelegt wird. Wenn das Baby beginnt, an der Brust zu saugen, erhält die Mutter eine 2. Dosis Oxytocin. Beim so genannten „Bonding“ lernen Eltern und Baby sich dann kennen. Das Baby wird ruhiger und entspannter. Die Folge: Die Mütter sind selbstsicherer und fühlen sich kompetent für ihre neue Rolle.

Nicht jeder erlebt eine problemlose Geburt. Ein Not-Kaiserschnitt beispielsweise kann das Bonding verhindern. Die Frankfurter Diplom-Pädagogin Ilka-Maria Thurmann sagt: „Wichtig ist es, dass Eltern sich in solchen Situationen keine Vorwürfe machen. Auch ein Kind, das unter schwierigen Bedingungen auf die Welt kam, kann Urvertrauen entwickeln.“ Obwohl das Bonding von Experten als bedeutsam für die Bindung eingeschätzt wird, muss man es nicht überbewerten. „Für eine gute Eltern-Kind-Bindung sind die unzähligen gemeinsamen Stunden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten mindestens genauso entscheidend“, sagt Dr. Carola Bindt, Oberärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Hamburg.

Bonding und Urvertrauen gelingen, wenn die Eltern ihrem Baby von Anfang an mit viel Wärme und Liebe begegnen und sich ganz auf seine Bedürfnisse einlassen. „Das heißt nicht, dass sie sich völlig aufgeben sollen. Aber Eltern, die besonders in den ersten 8 Lebensmonaten auf Schreien und Weinen prompt und angemessen reagieren - und das kann auch bedeuten, sich dem Baby liebevoll zuzuwenden und ihm zuzuhören -, werden in der Regel belohnt. Ihr Baby entwickelt sich zu einem zufriedenen Menschen. Denn es hat gelernt: ,Mama und Papa sind da, wenn ich sie brauche’“, beschreibt Ilka-Maria Thurmann diesen wichtigen Abschnitt des Bindungsprozesses.

Lieber Gruß

Hallo!

1.Nach dem Ausstoß des Kindes bei der Geburt, sollte dann dort
ein sich sofort spontanes Gefühl von Vertrauen
einhergehend mit einem Gefühl der Sicherheit zur Mutter
einstellen? (Welches vielleicht auch vor allem darin begründet
ist, weil das Kind ja 9 Monate im Mutterbauch war und ja
eigentlich auch sofort ein Vertrauen/Sicherheit zur
Mutter da sein sollte?)

Der Begriff Ausstoß ist bei der Geburt eines Menschen sehr zweifelhaft. Ich liege richtig, das was du meinst, die ENTBINDUNG ist. In diesem Begriff liegt der Teil der Antwort auf deine Frage. Nach der Entbindung, entwickelt sich der kleine Mensch zu einer einzigartigen Persönlichkeit.

2.Oder ist es so: Nach dem Ausstoß des Babys muss das baby
zuerst ein Vertrauen einhergehend mit einem Gefühl der
Sicherheit zur Mutter entwickeln.

Es gibt ein Inselvolk (ich glaub auf Boa), da kümmert sich nach der Entbindung der Vater um das Neugeborene. Zur Nahrungsaufnahme ist die Mutter selbstverständlich da. Baby’s sind in ihrer Körperhaltung und Mimik (sog. Engelslächeln) so veranlagt das wir Erwachsenen in unserem Verhalten gesteuert werden. Die meisten Menschen lächeln, wenn sie ein Baby sehen (als Bsp.)Neugeborene sind so angelegt, dass sie beispielsweise in den ersten Lebensmonaten keine Erinnerung oder besondere Bindung zu ihrer Mutter haben. Das hat den Hintergrung, weil es vorkommen kann das die Mutter bei der Entbindung stirbt. Es ist eine Überlebensstrategie.
Wichtig ist, dass ein Kind Geborgenheit, Nähe und Wärme bekommt. Alles andere ist ein Entwicklungsprozess.

Gruß

Der Säugling bringt ein angeborenes „Urvertrauen“ mit. Leider ist es in unserer Kultur so (- im Unterschied etwa zum historischen Samoa/ vgl. Bericht Margaret Meat’s), dass den Müttern als kleine Mädchen praktisch alle Gelegenheiten fehlen, die angemessene Säuglingsbetreuung im schrittweise immer mehr Verantwortung übernehmenden Umgang mit den Neugeborenen ihrer Mütter, älteren Schwestern usw. zu erlernen, ja überhaupt alle Menschen „psychisch infantil“ bleiben, mangels artgerechter Kinderbeziehungen in der dazu einzig geeigneten, dauerhaft zusammenlebenden Gruppe aus allen Altersstufen. Die „Störung des Urvertrauens“ imfolge emotionellen Versagens der frühesten Bezugsperson/en, ist also in unserer Gesellschaftsform vorprogrammiert, entsprechend wahrscheinlich, dass Dein Traum in irgend einer Weise davon handelt…

Was hieltest Du von der Idee, ihn anhand Deiner „Freien Assoziationen“ auf einen Auslegungsversuch vorzubereiten? Dann bräuchtest Du nicht spekulieren. Eine kleine Anleitung fändest Du dort: http://freenet-homepage.de/Traumanalyse-Seelenmodell…

Lieber ElaMiNaTo,
Vertrauen eines Babys beruht meiner Meinung nach darauf, dass es sich verlassen kann, dass immer jemand da ist, der auf sein Weinen reagiert.
Ich las mal, dass Babys in Indien generell mit neun Monaten laufen lernen - weil sie den ganzen Tag über immer jemanden finden, der sich um sie kümmert. Indianische Menschen kennen angeblich keinen Schwindel, weil sie als Babys über Abgründe hinweg getragen worden sind. - Auch wenn man dies alles als Gründe, als Wahrheit von uns bezweifelt werden kann - vielleicht bleibt doch etwas bei diesen Menschen hängen?
Das Urvertrauen eines Menschen in das Leben beruht aber m.E. im Grunde darauf, zu wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Das ist vielleicht mehr, als einem eine Mutter in unseren Breitengeraden vermitteln kann?
Damit meine ich, dass z.B. in indianischen Kulturen (Süd/Nord) die Älteren ihrem heranwachsenden Nachwuchs irgendwann sagen: Du bist groß geworden. Du bist aus deiner Vater-/Mutter-Bindung herausgewachsen. Von nun an möge der Himmel dein Vater sein und die Erde deine Mutter. Fühle dich niemals allein - denn du bist es nicht. Alle Lebewesen sind deine Brüder und Schwestern.
Ob diese so denkenden Völker Depressionen kennen?
Grüße, Susanne