Hi,
(Vorsicht, lang)
es wurde ja eigentlich alles Wichtige schon gesagt, aber ich äußere mich trotzdem noch mal, um die Mehrheit zu unterstützen - obwohl oder gerade weil ich eine gewisse Unbelehrbarkeit bei der Threadstellerin feststelle.
Zum ersten gibt es an jeder Schule eine Hausordnung, und an jeder Schule ist da das Mitbringen von unterrichtsfremden Gegenständen verboten. Auf Grund dieses Paragraphen kann man neben Handys, der Bravo, dem Lieblingskuscheltier und dem vom Lieblingsopa geerbten Erinnerungstaschenmesser auch ein Skateboard verbieten. Betonung auf „kann“, ich sage gleich noch mehr dazu.
Diese Hausordnung kann von allen Lehrkräften an der Schule durchgesetzt werden. Sonst müßte ich ja den Direktor holen, wenn ein Schüler in meinem Unterricht mit seinem BAnknachbarn seine Pornosammlung durchblättert (hab volljährige Schüler, sowas ist aber noch nciht vorgekommen). Auch der Hausmeister darf die Hausordnung durchsetzen, sofern die Ordnung im Haus gefährdet ist oder die Einrichtung / das Gebäude beschädigt werden. Wenn solche Anweisungen nicht beachtet werden, kann ein Verweis ausgesprochen werden - auch wenn es eine Anweisung des Hausmeisters ist. Ein Verweis sollte wenn möglich vorher angedroht werden, damit er nicht aus dem heiteren Himmel kommt. Wenn allerdings jemand kokelt, gibt es den Verweis gleich, ohne Warnung.
Unterrichtsfremde Gegenstände darf ich dem Schüler entziehen, muss sie ihm aber wieder zurückgeben - am ende der Stunde, am ende des Tages, am Ende des Schuljahres, immer unter der Auflage, dass der Gegenstand nicht mehr in die Schule mitgebracht wird. Bei Zuwiderhandlung gibt es dann den Verweis. Wenn ich den Gegenstand nicht zurückgebe, ist das Diebstahl.
Auch ein Fahrrad ist ein unterrichtsfremder Gegenstand, deswegen gibt es Fahrradstellplätze auf dem Schulhof.
Unterrichtsfremde Gegenstände sind verboten, weil sie vom Unterricht ablenken (und die Schüler sind ja in der Schule um etwas zu lernen, nicht, um miteinander Karten zu spielen etc.), oder, weil von ihnen eine potentielle Gefahr ausgeht. Mit fahrrädern kann man sich gegenseitigg umfahren, mauch unabsichtlich. Mit Skateboards erst recht, da klappt das sogar im Gebäude: „Guck mal wiecool ich bin, ich kann mit dem Skateboard die Treppe runterfahren!“ - „Ey cool, kann ich mal dein Skateboard? ich muss dir den Trick mit dem Treppengeländer zeigen!“ Mit Skateboards kann man sich auch gegenseitig verprügeln, und wenn man es an die Wand lehnt, sich wegdreht, es fällt um, jemand tritt drauf … autsch. Die Lehrkräfte (Teilzeit, Vollzeit, jung, alt, neu, langjährig, Sport, MAthe …) und der Hausmeister haben während der Unterrichtszeit die Aufsichtspflicht über die Schüler. Sie müssen während dieser Zeit (genau wie die eltern sonst zu Hause) für die körperliche und seelische Unversehrtheit aller Schüler sorgen, dazu gehört nicht nur das Verhindern absichtlicher SChäden, sondern auch die Vermeidung von Unfällen. Wenn ein Unfall mit dem Skateboard geschieht, sind die Lehrer an dem Unfall schuld und die unfallversicherung etc. der Schule muss zahlen, wenn nicht sogar noch schlimmeres, je nach Art des Unfalls.
In amerikanischen Filmen hört man vor Gericht die Eidesformel „… die Wahrheit zu sagen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“. Kinder halten sich nicht immer so ganz daran, auch gegenüber ihren Eltern, und auch wenn das Verhältnis noch so gut ist.
Deine Tochter mag dir ja die Wahrheit sagen („Ja Mama, klar steig ich auf dem Schulhof ab!“), aber vielleicht sagt sie dir ja nicht die ganze wahrheit (sie denkt sich „ey klar fahr ich auf dem Gang, der weg zu dem Raum ist so weit und da kommt eh kaum einer“), und sicherlich sagt sie dir noch so einiges außer der Wahrheit („Och mama, die Sportlehrerin mag ich eh nicht, ich hab keinen Bock auf sportunterricht, und ich brauch mein Skateboard halt *liebguck*“ - das ist dann nicht gelogen, hat aber nichts mit der Frage zu tun)
Meine Empfehlung ist, sich erstmal zu beruhigen und mehrere Nächte darüber zu schlafen, bis du in der Lage bist, statt „zu dieser Lehrperson“ zu gehen, einen Termin mit der Sportlehrerin deiner Tochter zu vereinbaren. Dann solltest du (wieder nach ein paar Nächten Schlaf) hingehen und sie fragen, was aus ihrer sicht
(!!!) mit dem Skateboard vorgefallen ist. Kinder benehmen sich gegenüber ihren Eltern anders als gegenüber ihren Lehrern, und gegenüber ihren Mitschülern zeigen sie wieder ein anderes Verhalten. Dann wirst du vermutlich ein ganz anderes Bild von der Sache bekommen. Die Lehrerin hat keinen vorteil von dem Verweis, wir kriegen da keinen Zuschlag aufs Gehalt wenn wir möglichst viele verteilen. Uns geht auch keiner ab, wenn wir einen Verweis verteilen, im Gegenteil, es nervt, weil es zusätzlicher Papierkram ist und portokosten verursacht, weil man ihn den Eltern zuschicken muss. Deine Tochter hat einen Vorteil in der Situation gerade. Wenn der Verweis durchkommt, kann sie ihr Skateboard nicht mit in die Schule bringen und nicht mehr angeben / bewundert werden / auf dem Schulhof kunststücke vorführen / schneller von Raum zu Raum kommen / die bewundernden Blicke der Jungs genießen „Mädl auf m Skateboard!!!“ - such dir eine beliebige Kombination aus. Selbst wenn deine Tochter tatsächlich ncihts getan hat, hat sie unter Umständen einen Vorteil von einer sonderregelung: sie hätte sich gegen eine von ihr ungeliebte Lehrerin durchgesetzt und an Status gegenüber ihren Mitschülern gewonnen. Deine Tochter kann kaum verlieren.
Um es nochmal zu wiederholen: Wenn deine Tochter irgendwas angestellt hat mit dem Skateboard, wird es verboten und darf verboten werden. Wenn Deine Tochter nichts angestellt hat, darf es aus Sicherheitsgründen trotzdem verboten werden (jemand kann ihr das Skateboard klauen und was damit anstellen etc. …), abern ur im letzten Fall hast Du eine Verhandlungschance, aber nur eine Chance, kein REcht. Die Lehrer haben das Hausrecht in der Schule, genau so wie Du in Deiner Wohnung.
Aber das allerwichtigste ist: beninmm dich in dem Gespräch! keiner der Begriffe, die in deinem Posting stehen, darf in dem Gespräch fallen oder auch nur gedacht werden. Wie würde es Dir gefallen, wenn jemand so mit dir umgeht? Ich kann Dir sagen, was ich mit einer Mutti machen würde, die so mit mir spricht: Ich würde das Gespräch beenden, die Mutti bitten, sich an den Schulleiter zu wenden, wenn noch Gesprächsbedarf ist, und gehen. Wsas der Direktor dann macht? der Lädt dann mich und die Mutti zu einem 6-Augen-Gespräch ein und moderiert die Veranstaltung und passt auf, dass wir uns nicht die Augen auskratzen. Entscheidung trifft er da aber keine (falls Du Dir Hoffnung gemacht hast)
Die Franzi