Aus gegebenem Anlass (irgendein lieber Mensch hat in der Nacht von meinem Fahrrad die Klingel und das Rücklicht abmontiert und den Reifen aufgeschlitzt) beschäftigt mich das Problem der Vergebung. Was heißt das nun eigentlich? einfach so tun, als wäre nichts passiert? Dass ich Verständnis dafür habe, dass irgendjemand seinen Frust an meinem Fahrrad auslassen musste? Dass ich die Schuld mir selbst gebe, weil ich es draußen stehen gelassen habe? Oder dass ich darauf verzichte, den Betreffenden zum Teufel zu wünschen? Meine Stinkwut auf das Arschloch hinunterwürgen und mich ich vielleicht sogar zwingen, freundliche Gefühle ihm gegenüber zu hegen?
Und wie sieht das aus, wenn es nicht um ein nebbiches Fahrrad geht, sondern um eine ernste Sache? Unter Christen wird so viel über Vergebung geredet, aber was darunter zu verstehen ist, konnte mir eigentlich noch niemand erklären. Die meisten leute scheinen darunter zu verstehen, dasss man einfach so tut, als wäre nichts passiert.
mfg,
bb
Hallo Barbara,
ich kann das nicht aus religiöser Sicht beantworten. Das will ich lieber Harald überlassen.
Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir: Gib dem Täter die Chance zur Wiedergutmachung - in angemessener Frist. Nützt er sie, so kannst Du verzeihen. Nützt er sie nicht, hat er Deine Verzeihung auch nicht verdient.
Die „Reue“ interessiert mich dabei nicht, weil ich nicht bewerten könnte, ob sie echt ist oder nicht. Das ist wieder was für die Kirche. Aber ohne Reue und Wiedergutmachung geht dort auch nix, vermute ich halt so.
Grüße
Bernhard
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Grüß Dich Barbara,
bei der Frage nach der Wortbedeutung von „Vergeben“ kannst Du Dich getrost an das Wort selbst halten. Es (der bedauerliche/Wut auslösende Vorfall) ist vergeben. Er ist jetzt nicht mehr da und kann Dich nicht mehr berühren, …ist vergeben
Wenn Du also etwas wirklich vergeben hast, bist Du frei von ihm. Feine Sache, oder?! Du brauchst Dich nicht noch zusätzlich zu Deinem Verlust obendrein mit quälenden Emotionen belasten. Du brauchst nicht zu fragen: „Warum macht so ein Arsch sich an meinem Rad zu schaffen?“ Du hast diese Tat vergeben.
Herzliche Grüße, Hermann
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Hhm…
Also ich würde Verzeihung in diesem Fall anders herum interpretieren. Verzeihe Dir selbst und lass deine Wut los. Wenn Du mal überlegst woher deine Wut kommt wirst Du wahrscheinlich feststellen, das sie aus der eigenen Hilflosigkeit den Täter zur Rechenschaft zu ziehen rührt. Denn wenn man sich sicher ist, das man den Verantwortlichen findet und ihn dazu bringen kann den Schaden wieder zu beheben ist man höchstens genervt wegen möglicher laufereien aber nicht stocksauer.
Mit der Wut schadet man sich höchstens selbst, daher fände ich in diesem Fall sich selbst, die eigene Hilflosigkeit zu verzeihen durchaus angebracht.
Ob das nun etwas mit christlicher Verzeihung zu tun hat weiss ich nicht, da ich dem Christentum schon vor einer halben Ewigkeit den Rücken gekehrt habe.
Aufmunternde Grüße von
Harriet
Hallo Hermann,
bei der Frage nach der Wortbedeutung von „Vergeben“ kannst Du
Dich getrost an das Wort selbst halten. Es (der
bedauerliche/Wut auslösende Vorfall) ist vergeben. Er ist
jetzt nicht mehr da und kann Dich nicht mehr berühren, …ist
vergeben
Wenn Du also etwas wirklich vergeben hast, bist Du frei von
ihm. Feine Sache, oder?! Du brauchst Dich nicht noch
zusätzlich zu Deinem Verlust obendrein mit quälenden Emotionen
belasten. Du brauchst nicht zu fragen: „Warum macht so ein
Arsch sich an meinem Rad zu schaffen?“ Du hast diese Tat
vergeben.
Eine wirklich gute Antwort, aber WIE mach ich das? Die sache wegschieben läuft doch nur auf Verdrängen und Runterschlucken raus, oder?
bb
Herzliche Grüße, Hermann
… beschäftigt mich das Problem der
Vergebung. Was heißt das nun eigentlich? einfach so tun, als
wäre nichts passiert? Dass ich Verständnis dafür habe, dass
irgendjemand seinen Frust an meinem Fahrrad auslassen musste?
Meine Stinkwut auf das
Arschloch hinunterwürgen und mich ich vielleicht sogar
zwingen, freundliche Gefühle ihm gegenüber zu hegen?
Und wie sieht das aus, wenn es nicht um ein nebbiches Fahrrad
geht,…
Liebe Barbara,
was tragen wir alle für Müll mit uns herum? Dinge die ständig wieder hochkommen und uns von den wesentlichen Dingen des Lebens abhalten. Es gab in meinem Leben 2 Menschen die ich jahrelang nicht mehr gegrüßt habe, weil sie mir (auch aus jetziger Sicht der Dinge) eigentlich unverzeihliches zugefügt haben. Ich habe gemerkt, daß mich diese Menschen immer wieder beschäftigt, und mich eigentlich blockiert haben, ICH war nicht frei. Wie es ihnen ergangen ist mit ihrer „Schuld“ weiß ich nicht, aber das ist auch ihre Sache, die sie mit sich und mit Gott ausmachen müssen. Und hier ist der Punkt, der den Unterschied zwischen dem Verdrängen und dem Bewältigen macht. Ich bin sicher, daß Gott gerecht ist. Somit ist für mich die Sache erledigt, ich lege sie in seine Hand. Vielleicht werden sie dafür bestraft… ist recht. Vielleicht war ihre Tat wichtig für ihre , sagen wir mal Reifung oder Erkenntnis, dann wird ihnen sicher von Gott vergeben und ich war sein Werkzeug (nicht im negativen Sinn, denn ich bin dadurch ja auch gereift)… auch recht.
So ist es für einen gläubigen Christen sicher einfacher zu vergeben, als für jemanden der nicht an den lebendigen Gott glaubt. Also verzeihe von Herzen und Du bist den Müll los.
Du brauchst diesem unbekannten keine positiven Gefühle entgegen bringen, ich sehe sowas neutral, denn ich gebe ja das Problem ab, wie jemand der eine Rechtschutzversicherung hat sich auch nicht mit seinem Gegner herumärgern muß.
Gruß pgh
Hallo Barbara,
die christliche Vergebung bedeutet, dass die Sache erledigt ist.
Die Sache erledigt sich aber nicht von selbst.
Du mußt also etwas dazu beitragen.
Erstens mußt Du den Willen dazu haben, zu vergeben, sonst funktioniert es nicht. Dann brauchst Du Hilfe, weil allein würgst Du nur an dem Problem herum. Hilfe bekommst Du von Jesus, weil er es versprochen hat. Er hat für alle Schuld am Kreuz bezahlt, auch für den stattgefundenen Diebstahl.
Mein Rat: sprich zu Jesus, und sage ihm alles, was Dich in diesem Zusammenhang bedrückt. Und wenn Du Dein Problem bei ihm abgeladen hast, lass es dort liegen und vergiß es.
Ein gutes Beispiel für Vergebung ist Joseph (und das im AT!!)
Er hat seinen Brüdern verziehen, dass sie ihn als Sklaven verkauft hatten, und hat sie auch noch reich beschenkt.
Das war jetzt leider nur theoretisch, aber mehr ist übers Internet nicht möglich.
Liebe Grüße
Harald
Ich muß gestehen, ich habe mit der Vergebung auch so meine Probleme. Klar ist mir zumindest eins: So zu tun als ob ist keine brauchbare Lösung. Salbungsvoll zu sagen „Ich vergebe Dir“ mit innerlichem Groll im Herzen wäre Heuchelei. Und die Angelegenheit zu verdrängen löst das Problem nach meiner Ansicht auch nicht.
Ehrlich zu sagen „Ich vergebe Dir“ würde heißen, daß die Sache für mich keine wesentliche Bedeutung mehr hat, oder zumindest, daß ich deshalb keine negativen Gefühle gegenüber dem Anderen mehr habe. Allerdings muß ich gestehen, daß ich zu so viel Selbstlosigkeit nicht immer in der Lage bin. Sicher, die Sache mit dem Fahrrad läßt sich in absehbarer Zeit vergessen, sie wird irgendwann ein Stadium erreichen, wo sie für Dich wirklich nur noch eine Episode ist. Aber bei wirklich ernsten Dingen sieht das schon anders aus.
In dieser Hinsicht kann ich die christliche Vergebung nur als erstrebenswertes Ideal sehen, wie so vieles an der christlichen Lehre. Jesus ist nun einmal nicht zu überbieten und wir Menschen sind unvollkommen. Wer da behauptet, selbstlos immer vergeben zu können, heuchelt. Es wäre schön, wenn es so wäre, aber es funktioniert halt nicht.
Im Übrigen hat die Fähigkeit zur Vergebung auch mit dem Grad der eigenen Zufriedenheit zu tun. Wer mit sich selbst im Reinen ist und zufrieden lebt (das hat nicht unbedingt etwas mit Wohlstand zu tun), wer bereit ist auf andere zuzugehen ist zumindest bei den kleinen Problemen des Alltages auch ehr bereit, anderen eine Schuld zu vergeben. Er verzeiht er etwas, als ein unzufriedener Mensch, der womöglich nur auf alle anderen ständig neidisch ist. Wahrscheinlich ist das der eigentliche Kern der Geschichte. Wer mit sich selbst und seiner Umwelt in Frieden lebt, kann leichter vergeben. Eine andere Antwort kann ich Dir leider nciht anbieten.
Gernot Geyer
Hallo Harald,
Die Sache erledigt sich aber nicht von selbst.
Du mußt also etwas dazu beitragen.
Naja, die Gegenfrage wäre: warum bitte muss ich jetzt etwas dazu beitragen, dass einer, der mein Fahrrad ruiniert hat, ungeschoren davonkommt?
Erstens mußt Du den Willen dazu haben, zu vergeben
Und warum sollte ich das tun? Warum liegt die Last jetzt plötzlich bei mir? Jeder kann beruhigt mein Fahrrad auseinandernehmen, ich MUSS ihm ja ohnehin verzeihen (darf also nicht meinen Hund auf ihn hetzen, wenn ich ihn erwische). Irgendetwas ist faul an der Verzeiherei. Da kann ich ja zumindest jeden Christen in die Fresse hauen, was solls? Der mnuss mir ohnehin verzeihen, oder? Und Jesus ist dafür gekreuzigt worden. Also habe ich weder in dieser noch in jener Welt etwas zu befürchten, wenn ich meinerseits Fahrräder ruiniere - solange es die von Christen sind.
))
, sonst
funktioniert es nicht. Dann brauchst Du Hilfe, weil allein
würgst Du nur an dem Problem herum. Hilfe bekommst Du von
Jesus, weil er es versprochen hat.
Moment. ICH brauche Hilfe, weil mir jemand Anderer etwas angetan hat? Ich muss jetzt lernen, wie ich das Unrecht hinnehme, damit der Andere unbesorgt damit weitermachen kann?
Er hat für alle Schuld am
Kreuz bezahlt, auch für den stattgefundenen Diebstahl.
Das heißt, der Kerl konnte beruhigt mein Fahrrad ruinieren? Und was nützt es mir, dass „Jesus für den stattgefundenen Diebstahl bezahlt hat“? (Aber nicht für die kostspielige Reparatur, oder?) Ich hab überhaupt nichts davon, dass Jesus dafür gekreuzigt wurde. Das macht mein Fahrrad auch nicht wieder ganz, und meinen Ärger habe ich trotzdem, das nützt also höchstens dem Dieb.
Mein Rat: sprich zu Jesus, und sage ihm alles, was Dich in
diesem Zusammenhang bedrückt. Und wenn Du Dein Problem bei ihm
abgeladen hast, lass es dort liegen und vergiß es.Ein gutes Beispiel für Vergebung ist Joseph (und das im AT!!)
Er hat seinen Brüdern verziehen, dass sie ihn als Sklaven
verkauft hatten, und hat sie auch noch reich beschenkt.
Ich könnte ja den Vandalen reich beschenken, indem ich mein Fahrrad noch eine Nacht draußen stehen lasse, dann kann er nämlich auch den Hinterreifen zerschlitzen und die Bremse kaputt machen, das würde ihm sicher Spaß machen.
Das war jetzt leider nur theoretisch, aber mehr ist übers
Internet nicht möglich.
wie meinst du das?
Im Übrigen: Die Fahrradgeschichte ist natürlich nur ein Aufhänger. Sowas gehört eben zum Großstadtleben, man ärgert sich und vergisst es wieder. Aber nehmen wir an, jemand hätte mir etwas Ernstes angetan, mich beraubt oder vergewaltigt oder in der ganzen Nachbarschaft schlecht gemacht. Wie stünde es dann mit dem Verzeihen?
gruß,
bb
Liebe Grüße
Harald
Hallo Barbara,
ich weiß, dass Du es nicht gerne siehst, wenn ich mit Bibelstellen antworte. Aber da unsere Lehre aus der Bibel kommt, muß ich das jetzt machen.
Naja, die Gegenfrage wäre: warum bitte muss ich jetzt etwas
dazu beitragen, dass einer, der mein Fahrrad ruiniert hat,
ungeschoren davonkommt?
RöM 12,19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«
Also ist hier nicht die Rede davon, dass der Übeltäter ungeschoren davonkommt.
Erstens mußt Du den Willen dazu haben, zu vergeben
Und warum sollte ich das tun? Warum liegt die Last jetzt
plötzlich bei mir?
MT 6,12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Beachte die Wechselwirkung von vergeben und Vergebung erlangen.
Hilfe bekommst Du von Jesus, weil er es versprochen hat.
Moment. ICH brauche Hilfe, weil mir jemand Anderer etwas
angetan hat? Ich muss jetzt lernen, wie ich das Unrecht
hinnehme, damit der Andere unbesorgt damit weitermachen kann?
Dein Antwortartikel zeigt deutlich, dass Du Hilfe brauchst.
Das war jetzt leider nur theoretisch, aber mehr ist übers
Internet nicht möglich.wie meinst du das?
Ich meine, dass praktische Vorbilder gut wären. Also Menschen in Deiner Umgebung, denen ähnliches wiederfahren ist, und die dann vorbildlich Vergebung praktiziert haben. Aus deren Erfahrung läßt sich oft vieles besser lernen, als wenn man es nur irgendwo liest.
Im Übrigen: Die Fahrradgeschichte ist natürlich nur ein
Aufhänger. Sowas gehört eben zum Großstadtleben, man ärgert
sich und vergisst es wieder. Aber nehmen wir an, jemand hätte
mir etwas Ernstes angetan, mich beraubt oder vergewaltigt oder
in der ganzen Nachbarschaft schlecht gemacht. Wie stünde es
dann mit dem Verzeihen?
Gott macht keine Differenzierungen über Art und Ausmaß des Unrechts.
Mein Rat: sprich zu Jesus, und sage ihm alles, was Dich in
diesem Zusammenhang bedrückt. Und wenn Du Dein Problem bei ihm
abgeladen hast, lass es dort liegen und vergiß es.
Gruss Harald
Hallo Harald,
Dein Antwortartikel zeigt deutlich, dass Du Hilfe brauchst.
Danke. Du wirst sie mir sicher angedeihen lassen. Du schmeißt mir ein paar Bibelstellen hin, kein Wort dazu, dass schließlich ICH diejenige bin, der Unrecht angetan wurde, egal, ich habe meine Wut gefälligst zu schlucken.
Ich meine, dass praktische Vorbilder gut wären. Also Menschen
in Deiner Umgebung, denen ähnliches wiederfahren ist, und die
dann vorbildlich Vergebung praktiziert haben. Aus deren
Erfahrung läßt sich oft vieles besser lernen, als wenn man es
nur irgendwo liest.
Ich nehme an, du bietest dich als Vorbild an.
Gott macht keine Differenzierungen über Art und Ausmaß des
Unrechts.
Dann hoffe ich sehr, dass dir niemals jemand begegnet, dem gerade das Kind von einem Betrunkenen überfahren wurde und dem du dann auch nichts weiter zu sagen hast als dass du ihm mit lässiger Gebärde einen Bibelvers vor den Latz knallst. Eines wird bei dem ganzen Verzeihen nämlich vergessen: das Opfer. Das hat gefälligst brav zu sein und dem Täter keine Schwierigkeiten zu machen, das ist das Problem. Und so lange niemand dem Opfer sagt, was es tun soll, wird das Verzeihen ein Runterschlucken, ein Verdrängen und schiefes Grinsen bleiben.
gruß,
bb
Hallo Barbara,
Du kannst mich gerne anflegeln, wenn Dir das hilft.
Du schmeißt
mir ein paar Bibelstellen hin, kein Wort dazu, dass
schließlich ICH diejenige bin, der Unrecht angetan wurde,
egal, ich habe meine Wut gefälligst zu schlucken.
Lies bitte genau, was ich geschrieben habe.
Nicht runterschlucken sondern abladen.
Und zwar bei Jesus (im Gebet).
Von IHM bekommst Du die Hilfe, die Dir Menschen nicht geben können. Und ER gibt Dir Frieden und Freude, um das Leben positiv sehen zu können.
Liebe Grüße
Harald
Hi Barbara
Verdrängen und Runterschlucken kann es niemals sein, das ist krank! Es geht immer um das Entwickeln einer starken inneren Geisteshaltung, aus der heraus du von dir aus vergibst, denn du hast dann vielleicht verstanden: Auch er ist ich, Täter und Opfer sind die zwei berühmten Seiten der Medaille. Sie können sich zerfleischen oder auch erkennen, dass sie zueinander gehören. - folgen könnte die Vergebung oder aber ein konstruktiver, fairer Kampf, wenn es um gewichtigere Dinge als Fahrräder geht. Fair ist wichtig, um den Hass aus der Angelegenheit zu nehmen, denn der zerstört wirklich alles. Für einen Zerstörer im Außen gibt es meist auch einen in Dir selbst. Vielleicht fragst Du Dich mal, an was in Dir Dich dieser VandalenStreich erinnern will.
hh
Eine wirklich gute Antwort, aber WIE mach ich das? Die sache
wegschieben läuft doch nur auf Verdrängen und Runterschlucken
raus, oder?
bb
Hallo Hesse,
Für
einen Zerstörer im Außen gibt es meist auch einen in Dir
selbst. Vielleicht fragst Du Dich mal, an was in Dir Dich
dieser VandalenStreich erinnern will.
Also wenn ich recht verstanden habe, bin eigentlich ICH daran schuld, dass dieser arme Mensch gar nicht anders konnte als, getrieben von meinem inneren Zerstörer, mein Fahrrad zu zerlegen? Muss ja furchtbar für ihn gewesen sein.
Und vielleicht treibt mich ja SEIN innerer Zerstörer, meinen Hund auf ihn zu hetzen, wenn ich ihn erwische? Dann wären wir quitt.
gruß,
bb
Hallo Harald,
Du kannst mich gerne anflegeln, wenn Dir das hilft.
Ich nehme an, dir fällt nicht auf, welcher salbungsvollen Überheblichkeit du dich hier bedienst. Ich habe eine Frage zu einem wichtigen und doch wohl sehr emotional beladenen Problem gestellt. Du rasselst als Antwort eine Serie von Bibelversen herunter, ohne überhaupt einmal nachzudenken. Ich habe dich in meiner Antwort daran erinnert, dass verletzt zu werden einen enormen emotionalen Sturm auslöst, mit dem man dann allein gelassen wird, und der sich nicht mit ein paar esoterischen oder biblischen Sprüchlein beschwichtigen lässt. Und nun, seht, der große Harald, wie er mitleidig auf die kleine Barbara herunterblickt und ihr großzügig gestattet ihn zu beflegeln, so was berührt ihn doch nicht, er schwebt ja so himmelhoch über der Erde!
Ich habe in vielen Gesprächen mit Christen bemerkt, dass zwar alle ständig vom Verzeihen reden, aber kaum Einer eine Ahnung hat, wovon sie eigentlich reden. Sie werden zu Bibelversspuckautomaten, und das scheint genug zu sein. Was, z.B., ist Rache? Nun, ich nehme auch an, dass es nicht christlich wäre, dem Täter die Zähne einzuschlagen oder meinerseits sein Fahrrad zu ruinieren. Aber ist eine Anzeige bei der Polizei „Rache“? Ist eine gerichtliche Klage „Rache“? Wäre schon einmal eine Frage. Und ich werde auch wohl fragen dürfen, was das meinem kaputten Fahrrad hilft, dass „Jesus dafür gekreuzigt wurde“. Ich sehe da keinen Sinnzusammenhang.
Am sinnvollsten erscheint mir, was „Hermann Hesse“ gesagt hat: dass durch jedes Unrecht eine enorme Ladung negative Energie erzeugt wird (man spürt sie ja auch) und diese Energie MUSS irgendwo hin. Entweder sie fährt auf den Täter zurück (wenn man den erwischt) und straft ihn, dann erzeugt sie aber neue negative Energie. Oder sie fährt auf einen Unbeteiligten und ich gebe meinem Hund einen Tritt, um die Wut anzubringen (dann hat der Hund eine Wut und beißt den Nächsten, der ihm begegnet).Oder man schluckt sie runter, faltet fromm die Händchen, dreht die Augen zum Himmel und „verzeiht“, dann steckt sie im Bauch des Opfers und verwandelt sich dort höchstwahrscheinlich in Krebs. Sich ausreden und ausjammern, auch im Gebet, nimmt der Negativität wahrscheinlich etwas Druck, aber das Unrecht bleibt bestehen. Nur, was soll das, „Jesus wurde dafür gekreuzigt“? Jesus hat mein Fahrrad nicht kaputt gemacht, ganz abgesehen davon, dass Kreuzigen doch ein bisschen heavy für einen zerschlitzten Reifen wäre. Nein, ich denke, es müsste sowas wie eine chemische Umwandlung passieren, wo man die negative Energie durch ein paar Rohre schickt und hinten kommt sie als positive Energie wieder raus …gruß,
bb
Du schmeißt
mir ein paar Bibelstellen hin, kein Wort dazu, dass
schließlich ICH diejenige bin, der Unrecht angetan wurde,
egal, ich habe meine Wut gefälligst zu schlucken.Lies bitte genau, was ich geschrieben habe.
Nicht runterschlucken sondern abladen.
Und zwar bei Jesus (im Gebet).
Von IHM bekommst Du die Hilfe, die Dir Menschen nicht geben
können. Und ER gibt Dir Frieden und Freude, um das Leben
positiv sehen zu können.Liebe Grüße
Harald
Hallo Hesse,
Für
einen Zerstörer im Außen gibt es meist auch einen in Dir
selbst. Vielleicht fragst Du Dich mal, an was in Dir Dich
dieser VandalenStreich erinnern will.Also wenn ich recht verstanden habe, bin eigentlich ICH daran
schuld, dass dieser arme Mensch gar nicht anders konnte als,
getrieben von meinem inneren Zerstörer, mein Fahrrad zu
zerlegen? Muss ja furchtbar für ihn gewesen sein.
Kompliment Madam, scharfer logischer Schluß! Aber so kommt mensch nicht weiter. Versuch mal die Schuld weder am Opfer noch am Täter festzumachen. Vergiss die Schuldfrage, sie führt nur zu weiterer Verstrickung. Nimm einfach nur die vorliegenden Tatsachen und entscheide, ob du die Wut aufschaukeln willst oder dich in Vergebung üben willst. Übrigens habe ich Dir heute morgen außerhalb des Forums eine mail geschickt, weil ich noch nicht herausgefunden habe, wie ich im Forum offline arbeiten kann. Hast du sie gelesen?
Und vielleicht treibt mich ja SEIN innerer Zerstörer, meinen
Hund auf ihn zu hetzen, wenn ich ihn erwische? Dann wären wir
quitt.
gruß,
bb
du bist wohl ziemlich geladen, wäre ich auch, Du hast aber, wie alle die sich mit deiner Nachricht beschäftigt haben, die Chance konstruktiv über die Sache zu reflektieren. Das rechtfertigt den Vandalismus selbstverständlich nicht, das Thema selbst ist intensive Beschäftigung jedoch wert. Atme mal tief durch
Gruß hh
Hallo Barbara,
ich habe auf Deine Frage eine Antwort geschrieben.
Darauf hast Du nach dem Warum gefragt. Da ist es doch nicht verkehrt, eine Begründung aus der Bibel anzuführen.
Wenn Du meinst, ich hätte nicht über Dein Problem nachgedacht, kann ich nichts dagegen tun. Aber hätte ich nicht nachgedacht, hätte ich auch nichts geschrieben.
Wenn ich Dir mit meiner Antwort nicht helfen konnte, tut es mir auch leid. Zum Glück sind ja auch noch andere Antworten gekommen.
Liebe Grüße
Harald
Hallo Harald,
ich habe auf Deine Frage eine Antwort geschrieben.
Darauf hast Du nach dem Warum gefragt. Da ist es doch nicht
verkehrt, eine Begründung aus der Bibel anzuführen.
Das Missverständnis liegt wahrscheinlich in folgendem: Ich kenne die Bibelverse, die sich darauf beziehen, DASS man vergeben soll. Was mir aber nicht klar wird und was mir auch kein Christ noch zufriedenstellend beantworten konnte, ist das WIE des Vergebens, das doch das Herzstück des Christentums ist.
Meine gereizte Antwort stammte sicher daher, dass da - nicht nur von dir - immer wieder gesagt wird: „Als Christ muss man vergeben“, aber keiner sagt einem wie.
Der Prozess. Der, wenn du so willst, technische Vorgang. Da muss ja etwas ablaufen. Es ist nicht damit getan, dass ich sage: „Ja, ich vergebe dir“, oder mich zwingen will Liebe für ein arschloch zu empfinden, denn davon geht die Wut nicht weg (kennst du wahrscheinlich aus der Praxis, dass Leute zwar verzeihen, aber insgeheim doch stinksauer sind). Dieser innere Vorgang ist es, der mich interessiert, und da waren einige Antworten tatsächlich sehr hilfreich, deine auch insoweit, als ich mit Jesus immerhin darüber reden kann. Es würde mich interessieren, wie weit da eine wirkung des Heiligen Geistes vorliegt, die negative Energie in positive Energie verwandelt.
Ist das jetzt verständlicher formuliert? Interessant wäre, ob irgendwo in der Bibel steht, WIE man verzeiht. Wie man z.B. Buße tut, darüber steht doch sehr ausführlich etwas drinnen, also vielleicht auch dazu?
gruß,
bb
Hallo bb
interessiert dich auch eine buddhistische Meinung hierzu ?
Gruss
Marion
Hallo Marion,
interessiert dich auch eine buddhistische Meinung hierzu ?
Klar, warum denn nicht?
bb