Vision? - Deutung?

Am 1. November (Allerheiligen) hab ich folgendes beobachtet:
Ich saß (wie jeden Morgen) am Tisch als ich plötzlich zwei
farbige ‚Strahlenbänder‘ wahrnahm, die von oben kamen uns
sich genau in meinem Kopf zu kreuzen schienen. Die Bänder
waren auch ungefähr so breit wie der Duchmesser meins Kopfs.
Das linke Band war tief dunkelbalu oder schwarz gefärbt, das
rechte kaminrot. Durch die Überschneidung bildeten sie sozusagen ein grosses X. Da ich mich vorher intensiv mit
Glaubensfragen (auch Heiligen und Märtyrern beschäftigt habe) und weil es an Allerheiligen geschah, nehme ich an,
das diese Vision von irggendwelchen Heiligen geschickt wurde. Wer kann mir die Sybolik und die farben (Kann man
daraus auf einen bestimmeten heiligen schließen) deuten?
Was wollten mir die Geber der vision mit diesen beiden
Strahenbändern sagen?

nun, lieber ben,

es gibt zwei möglichkeiten:

a) du bist der von vielen langerwartete messias.
b) du hattest einen mächtigen kater vom abend davor.

gruß,
frank

*grins*
hi Frank,

dass erste Mal seit langem, dass ich in diesem Forum so lachen mußte. Mir wackeln immer noch die Gesichtsmuskeln :wink:)))

herzliche Grüße
Claudia

Hallo Ben,

wenn du wirklich ein solches Erlebnis hattest (und dir nicht mit uns hier im Diskussionsforum einen Spaß erlaubst), dann wäre zu fragen, ob dein Leben bzw. du selbst dich dadurch oder seitdem verändert hast. Was du beschreibst, liegt ja nach deiner Datierung schon mehr als ein halbes Jahr zurück.

Es sind nicht so wenige, wie du vielleicht meinst, die solche „Visionen“ haben, und bei den meisten ist der Zusammenhang eine akute Psychose (seelische Erkrankung), die ihr gesamtes Leben vorübergehend aus den Fugen bringt.

Wenn ein solcher Schub (meist in ärztlicher Begleitung) abklingt, kann man allerdings nach einer lebensgeschichtlichen Bedeutung fragen, die er vielleicht hat, und auch nach spirituellen Impulsen, die für das Alltagsbewusstsein fruchtbar sein können. (Denn wer 100%ig „normal“ ist, der ist ganz sicher nicht gesund.)

Aber die Bilder deiner „Vision“ unabhängig von deiner Person und Situation deuten zu wollen, wäre sinnlos und gefährlich.

Gruß,
Quest

Hallo

Ich möchte mich der Meinung von Quest anschliessen, daß eine Deutung Deiner Visionen nicht sinnvoll ist, wenn man Dich und Dein Umfeld nicht kennt.

Visionen, die von Gott kommen, sind etwas sehr persönliches und betreffen oft nur denjenigen, der die Vision erhalten hat. Über die Quelle der Vision muß auch sorgfältig nachgeforscht werden, denn es gibt auch andere Quellen als Gott, die einen mit so etwas überwältigen wollen. Allgemeingültige Deutungsregeln sind Unsinn.

Was immer es bedeutet, Du musst es schon selbst herausfinden. Helfen können Dir dabei Menschen in Deiner Umgebung, denen Du vertraust - und wenn die sagen, daß das alles nichts bedeutet, dann solltest Du diese Möglichkeit auch in betracht ziehen.

Gruß
Thomas

Ich hab mich natürlich auch gefragt ob nicht etwa eines Sinnes-
täuschung, Psychose , o.ä. die Ursache sein könnte. Aber es gibt
keine Psychosen die nur einen Tag, oder eigentlich 20 Minuten dauern, zu minsdest nach meiner Literatur. Außerdem müsste diese
Eintagspsychose ‚zufällig‘ an Allerheiligen ausbrechen, ein
paar Zufälle zu viel, für mein Empfinden.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Aber es
gibt
keine Psychosen die nur einen Tag, oder eigentlich 20 Minuten
dauern, zu minsdest nach meiner Literatur. Außerdem müsste
diese
Eintagspsychose ‚zufällig‘ an Allerheiligen ausbrechen, ein
paar Zufälle zu viel, für mein Empfinden.

Damit antwortest du indirekt auf meine Frage nach den Wirkungen/Folgen des Erlebnisses. Natürlich muss es nicht „krankhaft“ sein (ein sowieso vieldeutiges Wort). Aber ganz sicher hat es etwas mit dir, deiner Person, deiner Geschichte (du erwähnst selbst deine Beschäftigung mit Heiligen- und Märtyrergestalten) und deiner Situation zu tun (das gilt auch für den „Zufall“ des Datums) - und vor diesem Hintergrund kann es durchaus eine Bedeutung haben, also ein „Wort von Gott“ an dich sein.
Vielleicht hast du ja längst eine eigene Anfangsdeutung entwickelt? Du hast ja sicher auch schon mit verschiedenen Menschen darüber gesprochen. Sollte dir hier im Forum jemand eine „objektive“ Deutung geben - glaub ihr nicht!

Ich bin übrigens katholischer Theologe und (u.a.) Psychiatrieseelsorger.

Gruß,
Quest

schlechtes dope :smile: o.t.
.

hiho zusammen,

Visionen, die von Gott kommen, sind etwas sehr persönliches
und betreffen oft nur denjenigen, der die Vision erhalten hat.

also das meinst du doch nicht ernst, oder?
grüße, rené

Hi Ben,

Am 1. November (Allerheiligen) hab ich folgendes beobachtet:
Ich saß (wie jeden Morgen) am Tisch als ich plötzlich zwei
farbige ‚Strahlenbänder‘ wahrnahm, die von oben kamen

(Kann man

daraus auf einen bestimmeten heiligen schließen) deuten?
Was wollten mir die Geber der vision mit diesen beiden
Strahenbändern sagen?

Optische und akustische Wahrnehmungen sind keineswegs selten und müssen gar keine besondere Bedeutung haben. Ich habe das einen Tag lang erlebt, dass ich ein bestimmtes Musikstück hörte, so lebensecht, dass ich drauf und dran war an der Nebenwohnung zu klopfen und zu fragen, warum die denselben Song fünfzig Mal hintereinander spielen. Ich habe dann später einen Psychiater gefragt, der mir sagte, das könne er sich auch nicht erklären. Ich habe so etwas nie zuvor und auch seither nie wieder erlebt, habe wenig Bezug zu Musik, und es hatte auch keine Bedeutung.
Josef Hanauer, ein katholischer Priester, befasst sich in seinen Büchern sehr ausführlich mit Visionen und Privatoffenbarungen und zitiert auch andere Gelehrte. Er meint, dass weiter nichts Besonderes daran ist, wenn wir mysteriöse Dinge wahrnehmen, es ist weder krankhaft noch „heilig“. Da du offensichtlich ein gläubiger Mensch bist: Warum bittest du nicht einfach Gott um eine Erklärung? Da bekommst du sicher eine bessere Antwort als hier.
gruß,
bb

wieso schlechtes?? owt

.

Hallo René

Visionen, die von Gott kommen, sind etwas sehr persönliches
und betreffen oft nur denjenigen, der die Vision erhalten hat.

also das meinst du doch nicht ernst, oder?

Ich verstehe Deine Frage nicht. Ich selber habe noch niemals Visionen gehabt oder Bilder oder Träume, die etwas aussagten, aber

  • Gott existiert und spricht auf diesem Weg manchmal mit Menschen.
  • Ich habe ernstzunehmende und vernünftige Menschen kennengelernt, die Visionen gehabt haben und damit seeehr verantwortungsvoll umgegangen sind. Dazu gehört, so etwas nicht an die grosse Glocke zu hängen.
  • Wie gesagt, ich habe diese Erfahrung noch nicht gemacht und kann auch darauf verzichten, aber man sollte nicht alles schlecht machen, nur weil man es nicht kennt.

Gruß
Thomas

Glauben-Beweisen
Hallo Thomas,

also dein Posting erweckte in mir Unglauben, aber du glaubst nunmal an Gott und somit auch an solche Erscheinungen.
Ich persönlich kann mit derlei Dingen nicht das geringste anfangen. Mir fallen da jedemenge Gründe ein was das alles gewesen sein könnte, ohne auch nur ansatzweise eine göttliche Erklärung zu gebrauchen.
Im Gegensatz zu Dir glaube ich halt, daß es keinen Gott gibt, auch nichts ähnliches etc.
Und da sich Glauben nicht beweisen läßt, naja…

Grüße, René

Hallo René!

Und da sich Glauben nicht beweisen läßt, naja…

Streng beweisen lässt sich doch - außer rein abstrakten Zahlenverhältnissen - gar nichts. Alles, was darüber hinausgeht, ist Deutung, d.h. „Leseversuch“.

Gruß,
Quest

Theorie untermauern-nicht beweisen
hallo quest,

Streng beweisen lässt sich doch - außer rein abstrakten
Zahlenverhältnissen - gar nichts. Alles, was darüber
hinausgeht, ist Deutung, d.h. „Leseversuch“.

genau, beweisen kann ich wirklich gar nichts. keine theorie wird „bewiesen“, sondern nach und nach untermauert, indem man neue randbedingungen aufstellt und daraufhin die theorie untersucht. hält sie den neuen bedingungen stand, ist sie wieder ein stückchen gefestigt worden, aber nicht 100% bewiesen.
in diesem sinne ist der theorie von einem gott nach und nach der boden unter den füßen entzogen worden.
grüße, rené

Hallo René

in diesem sinne ist der theorie von einem gott nach und nach
der boden unter den füßen entzogen worden.

Dieser Satz ist so falsch. Da ich eine Vermutung habe, was Du meinst, würde ich korrekt formulieren:

„Einem bestimmten Bild von Gott ist der boden unter den Füßen entzogen worden“

Dies entspricht in etwa der Aussage „Meine Frau ist gar nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe“. Das ist aber normalerweise ein Problem Deiner Vorstellung und nicht ein Problem Deiner Frau. Insbesondere wird Deine Frau nicht dadurch nicht-existent, daß Du Dir eine falsche Vorstellung

So ist das auch mit Gott. Nur weil Du Dir ein falsches Bild von ihm machst, wird er noch lange nicht nicht-existent. Gott existiert und Du kannst mir kein Experiment nennen, das das Gegenteil untermauert. Umgekehrt kann ich Dir aber Fragen stellen, auf die Du mit der schönsten naturwissenschaftlichen Theorie keine Antwort hast und für deren Beantwortung das Konzept Gott die einfachste und schönste Erklärung ist (Prinzip der Einfachheit).

Übrigens: Auch ich kenne jede Menge Möglichkeiten, wie eine Vision zustande kommt, nur ich kenne eben eine mehr als Du.

Gruß
Thomas

genau, beweisen kann ich wirklich gar nichts. keine theorie
wird „bewiesen“, sondern nach und nach untermauert, indem man
neue randbedingungen aufstellt und daraufhin die theorie
untersucht. hält sie den neuen bedingungen stand, ist sie
wieder ein stückchen gefestigt worden, aber nicht 100%
bewiesen.
in diesem sinne ist der theorie von einem gott nach und nach
der boden unter den füßen entzogen worden.
grüße, rené

Weißt du, was du meinst, wenn du „Gott“ sagst?
Vielleicht glaube ich daran genauso wenig wie du!

Q

gotteshypothese

Umgekehrt kann ich Dir aber Fragen
stellen, auf die Du mit der schönsten naturwissenschaftlichen
Theorie keine Antwort hast und für deren Beantwortung das
Konzept Gott die einfachste und schönste Erklärung ist
(Prinzip der Einfachheit).

da rasiert dich aber ockham…

ich lese, daß du naturwissenschafter bist.

was ist dein persönliches argument für gott als hypothese?

Brücke mit Krücke :smile:
hallo thomas,

„Einem bestimmten Bild von Gott ist der boden unter den Füßen
entzogen worden“

genau das bild das alle religionen propagieren. jedenfalls die die einen personenkult zur religion erhoben haben.

Dies entspricht in etwa der Aussage „Meine Frau ist gar nicht
so, wie ich sie mir vorgestellt habe“. Das ist aber
normalerweise ein Problem Deiner Vorstellung und nicht ein
Problem Deiner Frau. Insbesondere wird Deine Frau nicht
dadurch nicht-existent, daß Du Dir eine falsche Vorstellung

meine frau habe ich persönlich kennengelernt, sie ist mir nicht eingeflüstert worden, ich kann mich zu lebzeiten mit ihr auseinandersetzen, sie erfahren und erleben. ich weiß, ein gläubiger kann das mit seinem „gott“ auch, aber wenn ich mir den geist vernebel, kann ich vieles.

So ist das auch mit Gott. Nur weil Du Dir ein falsches Bild
von ihm machst, wird er noch lange nicht nicht-existent. Gott
existiert und Du kannst mir kein Experiment nennen, das das
Gegenteil untermauert. Umgekehrt kann ich Dir aber Fragen
stellen, auf die Du mit der schönsten naturwissenschaftlichen
Theorie keine Antwort hast und für deren Beantwortung das
Konzept Gott die einfachste und schönste Erklärung ist
(Prinzip der Einfachheit).

einen gott zu schaffen ist die einfachste möglichkeit sich untertanen zu schaffen, und darüber hinaus für den normalen geist das beste überlebensprinzip. denn wer kann es ertragen, daß sein leben keinen sinn hat? wie „erlösend“ ist dann die idee, am ende steht mensch vor einer entität, einer personifikation göttlichen seins die einen ins paradies führt - oder auch nicht :frowning:
seit der mensch sich seiner selbst bewußt wurde, und ihm klar wurde das er irgenwann mal irgendwie von irgendwoher gekommen sein muß, seit diesem moment braucht der mensch die krücke „gott“ um zu überleben, um einen sinn darin zu sehen sich durchs leben zu schlagen. das leben als brücke zur unsterblichkeit in gottes paradies.
wie diese krücke konkret aussieht, ist absolut zweitrangig.
meine krücke ist die, daß mir ca. 80jahre(kopf auf holz :smile:) geschenkt wurden, absolut ohne sinn und grund, einfach so, und ich habe die möglichkeit diese zeit mit meinem geist und meinen fähigkeiten zu erfahren. wenn ich tot bin, wird es schwarz um mich herum, und es ist aus - bum.

natürlich kann ich dir kein experiment nennen, daß die nicht-existenz gottes untermauert. aber tagtäglich zeigt die wissenschaft und darüber hinaus einfach der gesunde menschenverstand, was gott alles nicht getan hat. und sein raum wird immer enger. innerhalb dieses universums bedarf es keiner göttlichen macht, um irgendetwas zu erklären. was vor unserem universum war, wenn man es überhaupt so formulieren kann, entzieht sich derart unseres verständnisses, daß viele den einfachsten weg (dein prinzip der einfachheit)gehen und einen gott zur erklärung heranziehen. nur daß das bild eines gottes jetzt völlig neu definiert wird, so wie mensch es halt grade braucht.
aber man sieht doch wie unglaubwürdig diese methodik ist. zu beginn saß gott höchstpersönlich mit weißem rauschebart irgendwo auf ner wolke, hat die sterne schön ans himmelszelt geklebt, nahm einen haufen lehm und formte adam, später brach er ihm die rippe raus usw. usw. dann hieß es aufeinmal :"…naja, man darf das nicht alles wörtlich nehmen, das sind ja alles nur metaphern, bildnisse, er sitzt halt nicht auf ner wolke, sondern sein geist schwebt über uns, irgendwo zwischen den sternen…"
die leute wurden halt immer „schlauer“ und waren nicht mehr so naiv, jede schmu zu glauben den man ihnen aufgetischt hat.

und heute, wie definierst du heute deinen gott? welche „korrekturen“ werden heute vorgenommen, um gott noch sein existenzminimum zu garantieren?

schöne grüße, rené
ps: sorry falls ich dir irgendwie zu nahe trete, aber hab grad laute mucke im ohr, da tippen eher die hormone als der geist :smile:

ein ‚höheres‘ prinzip
hallo quest,

Weißt du, was du meinst, wenn du „Gott“ sagst?
Vielleicht glaube ich daran genauso wenig wie du!

natürlich weiß ich was ich meine wenn ich „gott“ sage :smile:
eine personifikation von intelligenz oder eines höheren prinzips bis hin zu einer leibhaftigen persönlichkeit. wichtig daran ist aber immer etwas „höheres“, etwas das ein ziel verfolgt. am besten uns erdenmenschen besonders zu umsorgen und am ende zu sich zu nehmen.
dieses „höhere“ prinzip ist dann auch (fast?!) immer mit der vorstellung von gut, gnädig und dem menschen gegenüber wohlwollend eingestellt sein verbunden.

ich denke innerhalb dieser bandreite finden sich die meisten
gottesbilder wieder, oder?
was verstehst du denn unter gott?
grüße, rené