Volksabstimmung

Michael Glos forderte am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin eine Volksabstimmung über den Türkei-Beitritt: „Rot-Grün hat sich überhaupt nicht um einen Konsens in dieser Frage bemüht, nicht um die Opposition und nicht um die Bevölkerung bemüht. Ich bin der Meinung, dass weitere Integrationsschritte nach Europa, so wie es in anderen Ländern auch notwendig ist, Volksabstimmung bedürfen.“

Wenn er Recht hat, soll er es auch bekommen.

Mal davon abgesehen, dass die Debatte momentan nicht akut ist. Ist mir ein anderer Gedanke gekommen:

Lässt denn die CDU/CSU das gesamte Volk abstimmen? Der türkische Ausländeranteil liegt bei ca. 27 % in Deutschland (von ca. 7 Millionen insgesamt), die alle hier ihre Steuern zahlen. Ist doch nur Recht, wenn sie auch zur Volksabstimmung gerufen würden. Allerdings befürchte ich, dass man dieses Risiko nicht eingehen wird. Und somit ist man doch als seit mehr als 30 Jahre hier lebender Türke immer noch ein unmündiger Steuerzahler Deutschlands.

Es werden mit 100%iger Sicherheit wieder Argumente kommen wie: Dann sollen sie halt die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, wenn sie ein Mitbestimmungsrecht haben wollen. Ist schon richtig, aber … Mal ein anderes Beispiel: Wenn ihr mal in Rente geht und euren Wohnsitz nach Mallorca o. sonst wohin verlegt, gebt ihr eure deutsche Staatsbürgerschaft auf? Es wird euch zwar auch kein Wahlrecht eingeräumt, dennoch wäre es doch toll, wenn einem zumindest die doppelte Staatsbürgerschaft gewährt würde. Als Anerkennung sozusagen. Warum seine Wurzeln aufgeben? Ich kann mich noch erinnern, dass die CDU/CSU so vehement gegen diese Doppelstaatsbürgerschaft gekämpft hat.
Leider mit Erfolg.

Vorschlag: Eine Volksabstimmung zur Beteiligung des ausländischen Bürger zur Volksabstimmung.

G

Hi!

Michael Glos forderte am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin eine
Volksabstimmung über den Türkei-Beitritt: „Rot-Grün hat sich
überhaupt nicht um einen Konsens in dieser Frage bemüht, nicht
um die Opposition und nicht um die Bevölkerung bemüht. Ich bin
der Meinung, dass weitere Integrationsschritte nach Europa, so
wie es in anderen Ländern auch notwendig ist, Volksabstimmung
bedürfen.“

Wenn er Recht hat, soll er es auch bekommen.

Es ist schwer zu beantworten, wer hier „Recht“ hat.
Allerdings hilft es nichts, mit sozialistisch-norddeutscher Süffisanz (hiermit ist v.a. die regierung gemeint) alle Kritiker in diesem Punkt niederzubügeln, denn es ist durchaus legitim, konträr über die Aufnahme eines mehrheitlich asiatischen und islamischen Landes in die Europäische(!) Union zu diskutieren.

Mal davon abgesehen, dass die Debatte momentan nicht akut ist.

Oh, das ist sie.

Ist mir ein anderer Gedanke gekommen:

Lässt denn die CDU/CSU das gesamte Volk abstimmen? Der
türkische Ausländeranteil liegt bei ca. 27 % in Deutschland
(von ca. 7 Millionen insgesamt), die alle hier ihre Steuern
zahlen. Ist doch nur Recht, wenn sie auch zur Volksabstimmung
gerufen würden. Allerdings befürchte ich, dass man dieses
Risiko nicht eingehen wird. Und somit ist man doch als seit
mehr als 30 Jahre hier lebender Türke immer noch ein
unmündiger Steuerzahler Deutschlands.

Ein in der Türkei geborener Deutscher mit deutschem Pass kann mit abstimmen. Wer keinen deutschen Pass ist, halt nicht. Wo ist das Problem?

Es werden mit 100%iger Sicherheit wieder Argumente kommen wie:
Dann sollen sie halt die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen,
wenn sie ein Mitbestimmungsrecht haben wollen. Ist schon
richtig, aber … Mal ein anderes Beispiel: Wenn ihr mal in
Rente geht und euren Wohnsitz nach Mallorca o. sonst wohin
verlegt, gebt ihr eure deutsche Staatsbürgerschaft auf? Es
wird euch zwar auch kein Wahlrecht eingeräumt, dennoch wäre es
doch toll, wenn einem zumindest die doppelte
Staatsbürgerschaft gewährt würde. Als Anerkennung sozusagen.
Warum seine Wurzeln aufgeben? Ich kann mich noch erinnern,
dass die CDU/CSU so vehement gegen diese
Doppelstaatsbürgerschaft gekämpft hat.
Leider mit Erfolg.

Ich kann diese Diskussion darüber nicht ganz nachvollziehen. Man kann im Endeffekt auf dieser Welt leben, wo man will. Die Frage des Reisepasses halte ich für sekundär, ausser man ist Schweizer oder US-Amerikaner. Diese Staatsbürgerschaften würde ich niemals aufgeben. Meine Wurzeln als Deutscher würde ich sowieso nicht verlieren.

Vorschlag: Eine Volksabstimmung zur Beteiligung des
ausländischen Bürger zur Volksabstimmung.

Das ist nicht nötig, denn das Wahlrecht ist klar. Deutscher Pass = Wahlberechtigung, ich denke nicht, dass man hierüber diskutieren sollte.

Grüße,

Mathias

Hi!

Es ist schwer zu beantworten, wer hier „Recht“ hat.
Allerdings hilft es nichts, mit sozialistisch-norddeutscher
Süffisanz (hiermit ist v.a. die regierung gemeint) alle
Kritiker in diesem Punkt niederzubügeln, denn es ist durchaus
legitim, konträr über die Aufnahme eines mehrheitlich
asiatischen und islamischen Landes in die Europäische(!) Union
zu diskutieren.

Das ist eine alte Diskussion und im Archiv nachlesbar.

Mal davon abgesehen, dass die Debatte momentan nicht akut ist.

Oh, das ist sie. Schau im Archiv …

Ein in der Türkei geborener Deutscher mit deutschem Pass kann
mit abstimmen. Wer keinen deutschen Pass ist, halt nicht. Wo
ist das Problem?

Und ein in Deutschland geborener Türke mit türkischem Pass und einem deutschem Elternteil, wie sieht es da aus, nach deiner Meinung nach? Die Doppelstaatigkeit scheint mir einfach die beste und fairste Alternative.

Ich kann diese Diskussion darüber nicht ganz nachvollziehen. Schade …

Man kann im Endeffekt auf dieser Welt leben, wo man will. Die
Frage des Reisepasses halte ich für sekundär, ausser man ist
Schweizer oder US-Amerikaner. Diese Staatsbürgerschaften würde
ich niemals aufgeben. Meine Wurzeln als Deutscher würde ich
sowieso nicht verlieren.

War klar das sowas kommt. Das Kuriose ist ja nunmal, das man schon mal in Erwägung zog, die Doppelstaatigkeit einzuführen. Einerseits hast du Recht, wenn du sagst, die Staatsangehörigkeit definiert sich nicht allein durch den Pass. Aber Maßgeblich schon.

Das ist nicht nötig, denn das Wahlrecht ist klar. Deutscher
Pass = Wahlberechtigung, ich denke nicht, dass man hierüber
diskutieren sollte.

Genau das ist der Diskussionsstoff! Man könnte das Wahlrecht ändern.

G

Es ist schwer zu beantworten, wer hier „Recht“ hat.
Allerdings hilft es nichts, mit sozialistisch-norddeutscher
Süffisanz (hiermit ist v.a. die regierung gemeint)

Was hat unsere Regierung mit „Sozialismus“ zu tun?

alle
Kritiker in diesem Punkt niederzubügeln, denn es ist durchaus
legitim, konträr über die Aufnahme eines mehrheitlich
asiatischen und islamischen Landes in die Europäische(!) Union
zu diskutieren.

Die Betonung auf „Europäische“ funktioniert mit der Aufnahme von Zypern nicht mehr. Das ist zwar mehrheitlich christlich (dann sollte man mit der Religion argumentieren), aber eben 100% (und nicht mehrheitlich) asiatisch.

Hat aber im Interview weder Glos noch der Reporter gewusst. Zumindest wurde Glos’ Bemerkung, dass Türkei halt mehrheitlich in Asien lebt, nicht gekontert.

Zugegeben: auch ich habe es erst kürzlich (bezüglich Zypern) hier gelernt. Aber man sollte Fakten akzeptieren und dann die Ansichten ändern können.

Themathik ist nicht explizit der EU-Beitritt, sondern die Einbeziehung der hier lebenden - und von mir aus - auch nur die hier geborenen ausländischen Bürger. Gerade weil in Deutschland soviele Türken (und andere ausländische Bürger) leben.

G

Moin Geisha,

Themathik ist nicht explizit der EU-Beitritt, sondern die
Einbeziehung der hier lebenden - und von mir aus - auch nur
die hier geborenen ausländischen Bürger. Gerade weil in
Deutschland soviele Türken (und andere ausländische Bürger)
leben.

Ist mir klar. Nur widerspreche ich da Mathias nicht.

Ok, ich bin für das Zuwanderungsgesetz. Aber wer nicht Deutscher ist, sollte auch nicht als deutscher wählen dürfen. Daher bin ich übrigens auch gegen das Kommunalwahlrecht für Ausländer.

Und zu sagen, wenn wir das Zuwanderungsgesetz nicht durchbekommen, setzen wir eben das Wahlrecht für Ausländer durch, halte ich auch nicht für richtig.

Daher bin ich auf diese Punkte nicht eingegangen.

Ciao

Ralf

Nochmal Hallo Ralf,

das kann ich als Meinung anerkennen.

Aber was hälst du von einer Volksabstimmung zu eben diesem Thema? Da ja die CDU/CSU ein Freund von Volksabstimmungen ist.
Sicherlich wird ein großer Teil der über 73 Millionen deutschen Bürger mit einem Nein stimmen, aber dann kann ich mir sicher sein, dass da nicht bayrischer Politiker (ist vielleicht nur ein Vorurteil :wink:)das gekippt hat . Was für ein Argument hat man schon gegen einen Volksentscheid?

G

hallo,
was mich an der ganzen sache stört ist das der vorschlag einer volgsabstimmung von der cdu kommt, die haben sich in der vergangenheit immer dagegen gewehrt.

was würde eigendlich passieren wenn die deutschen nein sagen würden??? reicht nicht eine 2/3 mehrheit aus für beitrittskandidaten??

cu
schnorz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo schnorz,

das nennt man Taktik. Die CDU/CSU ist sich sehr sicher, dass die deutschen Bürger gegen einen Beitritt stimmt. Und was will man gegen einen Volksentscheid entgegen bringen?

Aber eigentlich geht es ihnen mal wieder drum, sie wurden nicht mit einbezogen. Ist wie mit dem A 400M - aber anderes Thema (brauchen wir nicht näher drauf eingehen).

G

Hi Geisha!

Es ist schwer zu beantworten, wer hier „Recht“ hat.
Allerdings hilft es nichts, mit sozialistisch-norddeutscher
Süffisanz (hiermit ist v.a. die regierung gemeint) alle
Kritiker in diesem Punkt niederzubügeln, denn es ist durchaus
legitim, konträr über die Aufnahme eines mehrheitlich
asiatischen und islamischen Landes in die Europäische(!) Union
zu diskutieren.

Das ist eine alte Diskussion und im Archiv nachlesbar.

Was soll das?

Ein in der Türkei geborener Deutscher mit deutschem Pass kann
mit abstimmen. Wer keinen deutschen Pass ist, halt nicht. Wo
ist das Problem?

Und ein in Deutschland geborener Türke mit türkischem Pass und
einem deutschem Elternteil, wie sieht es da aus, nach deiner
Meinung nach? Die Doppelstaatigkeit scheint mir einfach die
beste und fairste Alternative.

Ich kann mich nur wiederholen: Kriterium muss der deutsche Pass sein. Wer hier wählen will, soll das schon ernst nehmen. Als Zeichen dafür gibt er seine anderen Pässe ab und wird Deutscher.
Das sehe ich als sinnvoll an.

Ich kann diese Diskussion darüber nicht ganz nachvollziehen. Schade …

Man kann im Endeffekt auf dieser Welt leben, wo man will. Die
Frage des Reisepasses halte ich für sekundär, ausser man ist
Schweizer oder US-Amerikaner. Diese Staatsbürgerschaften würde
ich niemals aufgeben. Meine Wurzeln als Deutscher würde ich
sowieso nicht verlieren.

War klar das sowas kommt. Das Kuriose ist ja nunmal, das man
schon mal in Erwägung zog, die Doppelstaatigkeit einzuführen.
Einerseits hast du Recht, wenn du sagst, die
Staatsangehörigkeit definiert sich nicht allein durch den
Pass. Aber Maßgeblich schon.

Ich persönlich handele das Thema für mich wie folgt ab:
Ich bin in D geboren und hier ist meine Heimat. Finden jedoch Entwicklungen in diesem Land statt, die es mir sinnvoll erscheinen lassen, eine andere Staatsbürgerschaft zu wählen oder lebe ich lange im Ausland und die neue Heimat verlangt von mir, den neuen Pass anzunehmen, würde ich das tun.

Das ist nicht nötig, denn das Wahlrecht ist klar. Deutscher
Pass = Wahlberechtigung, ich denke nicht, dass man hierüber
diskutieren sollte.

Genau das ist der Diskussionsstoff! Man könnte das Wahlrecht
ändern.

Das würde ich für falsch halten, denn gerade dieses Wahlrecht suggeriert eine „Leichtigkeit des Themas“, die unangebracht ist, wie ich meine.

Grüße,

Mathias

Hi Mathias,

sorry! Ich bin mal gespannt, wie sich das - sagen wir in den nächsten 10 bis 15 Jahren - entwickelt. Dann wird eine andere Generation um Gehör bitten. Vielleicht ist man dann zu einem Kompromiss bereit.

G

Moin Schnorz,

was würde eigendlich passieren wenn die deutschen nein sagen
würden???

Das muss man jetzt fein säuberlich auseinanderhalten. Du meinst mit „die Deutschen“, das Volk in der Volksabstimmung. Da würden zwei Sachen passieren:

  1. nichts. Zwar gibt es den Terminus „Die Willensbildung wird vom Volk in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt“ im Grundgesetz. Nur gibt es nicht wirklich eine Regelung für Volksabstimmungen auf Bundesebene. Ergo kann man das Volk fragen, aber auch wenn das Volk zu 100% Nein sagt, kann die Regierung anders handeln.
  2. sehr viel. Denn natürlich würde ein „Nein“ des Volkes das Regierungshandeln schon „beeinflussen“. Vor allem wenn es ein deutliches „Nein“ wäre (also nicht gerade 51:49). Wenn dann die Regierung einfach sagt, das interessiert uns nicht, dann besteht die Gefahr, dass sie nach der nächsten Bundestagswahl weg vom Fenster ist.

reicht nicht eine 2/3 mehrheit aus für
beitrittskandidaten??

Nein. Ausser es wird jetzt verändert (die Einstimmigkeitsregel soll ja zukünftig eingeschränkt werden). Bislang ist dem aber nicht so. Hat man ja bei Irland gesehen. Hätte Irland „Nein“ zur Osterweiterung gesagt, wäre die Osterweiterung gescheitert gewesen.

Zwar gab es Modelle, wie die Osterweiterung dann doch noch möglich gewesen wäre. Aber das waren alles Notprogramme, juristische Winkelzüge. Eigentlich wäre das dann nicht mehr möglich gewesen.

Ciao

Ralf

Nochmal Moin Geisha,

Nochmal Hallo Ralf,

das kann ich als Meinung anerkennen.

Das ist aber schön. :smile:

Aber was hälst du von einer Volksabstimmung zu eben diesem
Thema? Da ja die CDU/CSU ein Freund von Volksabstimmungen ist.
Sicherlich wird ein großer Teil der über 73 Millionen
deutschen Bürger mit einem Nein stimmen, aber dann kann ich
mir sicher sein, dass da nicht bayrischer Politiker (ist
vielleicht nur ein Vorurteil :wink:)das gekippt hat . Was für ein
Argument hat man schon gegen einen Volksentscheid?

Es kommt auf das Ergebnis an. Ich denke, bei 51:49 könnte die Regierung durchaus die Politik der 49 machen. Bei 70:30 wird sie es wohl nicht wagen. Aber das ist eher unwahrscheinlich. Im Dezember 2002 gab es eine Forsa-Umfrage dazu: zwar 46:42 gegen einen Beitritt. Aber denn doch recht knapp.

Da ich grundsätzlich für Volksentscheide bin, kann ich hier schlecht dagegen sein. Allerdings sollte dann vorher eine gesetzliche Regelung für Volksentscheide auf Bundesebene geben. Ein Volksentscheid ohne eine solche Regelung (nach dem Motto: Wir sind gegen Volksentscheide auf Bundesebene, aber hier machen wir mal einen) wäre schlicht absurd.

Ciao

Ralf

Es regiere die Bild-Zeitung!
Tach Geisha,

Michael Glos forderte am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin eine
Volksabstimmung über den Türkei-Beitritt: „Rot-Grün hat sich
überhaupt nicht um einen Konsens in dieser Frage bemüht, nicht
um die Opposition und nicht um die Bevölkerung bemüht. Ich bin
der Meinung, dass weitere Integrationsschritte nach Europa, so
wie es in anderen Ländern auch notwendig ist, Volksabstimmung
bedürfen.“

Obwohl ich prinzipiell der CSU weit näher stehe als unserer derzeitigen Regierung, halte ich eine Volksabstimmung für populistischen Unfug.
Denn, wenn ein solches Instrumentarium erst einmal eingeführt ist, dann wird es in Zukunft immer häufiger angewandt werden -
a) Wenn es der Regierung zu heikel ist, eine Entscheidung selbst zu treffen (nach dem Motto: "Ihr habt es ja nicht anders gewollt)
b) Wenn die Opposition oder die Medien in einer Frage extremen Druck ausüben.

Und hier liegt mein Hauptproblem - die Medien! Ich bin fest davon überzeugt, daß BILD und Konsorten kaum Schwierigkeiten hätten, eine Entscheidung so zu beeinflussen, daß das Ergebnis sich ohne weiteres um 10, 20 oder mehr Prozent von dem Ergebnis ohne Medienbeeinflussung unterscheidet.
Ehrlichgesagt halte ich nicht sehr viel von den meisten Politikern, die große Mehrheit meiner Mitbürger halte ich aber schlicht für unfähig, selbständig sinnvolle Entscheidungen zu treffen - sie sind dafür schlicht zu blöde, zu faul oder beides.
Wir leben doch in einer ausgeprägten Mitläufergesellschaft - wer Augen hat zu sehen, der sieht es.
Wenn es tatsächlich legislative Volksentscheide geben sollte, dann wird die tatsächliche Macht bei denen liegen, die die Medien kontrollieren (siehe Italien: Berlusconi - und da geht es „nur“ um ein Amt). Der Politik bliebe wohl nichts anderes übrig, als ihre Generalsekreteriate in inoffizielle (oder offizielle bei der Regierung?) Propagandaministerien umzubauen. Ein Redner vom Format eines Göbbels (rein rhetorisch) könnte, sofern er die Unterstützung der wichtigsten Massenmedien besitzt, so ziemlich alles per Volksentscheid durchsetzen.
Ein weiteres Problem wären die öffentlich-rechtlichen Medien. Auch wenn sie offiziell noch unabhängig wären, würde natürlich jede Regierung mit aller macht darauf dringen, ihre Interessen vertreten zu sehen.
Und wer hat eigentlich die Fragestellungshoheit? Soll das dann das Privileg sein, daß der gewählten Regieung ein letztes Stück politische Führerschaft garantiert. Denn selbstverständlich kann man ein Problem fast immer auf zwei Arten formulieren, wobei die eine immer Zustimmung, die andere Ablehnung der breiten, tumben Masse erhalten wird.

Wenn er Recht hat, soll er es auch bekommen.

Wenn er Recht hätte, sollte er es bekommen - dem scheint mir nur nicht so zu sein.

Lässt denn die CDU/CSU das gesamte Volk abstimmen? Der
türkische Ausländeranteil liegt bei ca. 27 % in Deutschland
(von ca. 7 Millionen insgesamt), die alle hier ihre Steuern
zahlen. Ist doch nur Recht, wenn sie auch zur Volksabstimmung
gerufen würden. Allerdings befürchte ich, dass man dieses
Risiko nicht eingehen wird. Und somit ist man doch als seit
mehr als 30 Jahre hier lebender Türke immer noch ein
unmündiger Steuerzahler Deutschlands.

Darf denn ein in der Türkei wohnender Deutscher dort an Volksabstimmungen oder Wahlen teilnehmen? Wohl kaum. Wieso sollten wir Menschen, die nicht mit aller Konsequenz Teil dieses Staates sein wollen (und - NUR - unsere Staatsbürgerschaft annehmen), an Entscheidungen beteiligen, die die Zukunft dieses Staates in gravierender Weise beeinträchtigen können?

Es werden mit 100%iger Sicherheit wieder Argumente kommen wie:
Dann sollen sie halt die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen,
wenn sie ein Mitbestimmungsrecht haben wollen. Ist schon
richtig, aber … Mal ein anderes Beispiel: Wenn ihr mal in
Rente geht und euren Wohnsitz nach Mallorca o. sonst wohin
verlegt, gebt ihr eure deutsche Staatsbürgerschaft auf? Es
wird euch zwar auch kein Wahlrecht eingeräumt, dennoch wäre es
doch toll, wenn einem zumindest die doppelte
Staatsbürgerschaft gewährt würde. Als Anerkennung sozusagen.

Als Anerkennung wofür? Das man sich klimabedingt entschieden hat, sein Geld woanders hin zu transferieren? Außerdem, was soll ich als EU-Bürger denn mit der spanischen Staatsbürgerschaft? Und was halten die Spanier von deinem Vorschlag? :wink:

Warum seine Wurzeln aufgeben? Ich kann mich noch erinnern,
dass die CDU/CSU so vehement gegen diese
Doppelstaatsbürgerschaft gekämpft hat.
Leider mit Erfolg.

Nun, ganz oder garnicht. Selbst die USA, die ja wohl d a s Paradebeispiel für ein Einwanderungsland sind, lassen den Doppelpaß als Regelfall nicht zu. Ein Staatswesen, wenn der Staat der politische Ausdruck seines Volkes ist, beruht doch auf der Loyalität eben dieses Volkes zum Staat und somit (im Idealfall) zu sich selbst. Im Zweifelsfall ist es aber nicht immer möglich, zwei Staaten gegenüber loyal zu sein. Deshalb ist es erforderlich, daß man sich klar entscheidet „welchem Herren man dient“. Wenn man auf die amerikanisch Verfassung schwört, kann man logischerweise nicht auch der iranischen Verfassung (e.g.) treu sein. Ebenso muß das auch in Deutschland akzeptiert werden.

Vorschlag: Eine Volksabstimmung zur Beteiligung des
ausländischen Bürger zur Volksabstimmung.

Dürfen die Ausländer denn da mitabstimmen??? :smile:

Gruß
L.

Hallo lohengin

Obwohl ich prinzipiell der CSU weit näher stehe als unserer
derzeitigen Regierung, halte ich eine Volksabstimmung für
populistischen Unfug.
Denn, wenn ein solches Instrumentarium erst einmal eingeführt
ist, dann wird es in Zukunft immer häufiger angewandt werden -
a) Wenn es der Regierung zu heikel ist, eine Entscheidung
selbst zu treffen (nach dem Motto: "Ihr habt es ja nicht
anders gewollt)
b) Wenn die Opposition oder die Medien in einer Frage extremen
Druck ausüben.

Und hier liegt mein Hauptproblem - die Medien! Ich bin fest
davon überzeugt, daß BILD und Konsorten kaum Schwierigkeiten
hätten, eine Entscheidung so zu beeinflussen, daß das Ergebnis
sich ohne weiteres um 10, 20 oder mehr Prozent von dem
Ergebnis ohne Medienbeeinflussung unterscheidet.
Ehrlichgesagt halte ich nicht sehr viel von den meisten
Politikern, die große Mehrheit meiner Mitbürger halte ich aber
schlicht für unfähig, selbständig sinnvolle Entscheidungen zu
treffen - sie sind dafür schlicht zu blöde, zu faul oder
beides.

Das muss wohl an den Genen liegen ! Bei den Schweizern klappt es ganz gut. Und interessanterweise kommen insgesamt ziemlich ökol. Dinge dabei heraus.
Vielleicht einen Schnelldurchgang zu den Schweizer Verfahren:

  1. Es gibt einige (4 oder 6) im Voraus festgelegte Termine für Volksabstimmungen. Zu diesen Terminen bekommt jeder Wahlberechtigte Bürger einen Packen mit Volksabstimmungen nach hause, die er kreuzelt und dann wieder einschickt bzw. in einer Urne los wird (Sammelmodus ist mir nicht so geläufig)
  2. Es ist per Gesetz festgelegt, wo das Volk zu fragen ist. Es gibt eine finanzielle Grenze bei Bauprojekte (s. Brennerbasistunnel - Projekt NEAT) als auch Themengebiete (z.B. EU/UNO = Aussenpolitik) für die Volksabstimmungen nötig sind.

Ein Redner vom Format eines Göbbels (rein
rhetorisch) könnte, sofern er die Unterstützung der
wichtigsten Massenmedien besitzt, so ziemlich alles per
Volksentscheid durchsetzen.

Ich halte das dt. Volk für nicht so blöd.

Und wer hat eigentlich die Fragestellungshoheit?

Wie wär es mit Gesetzestext/Abstrtimmungstext wie im Parlament und ja und nein ?

Insgesamt wäre in D denkbar, dass die meisten Volksentscheide auf Landesebene laufen. Nur grossse Themen wie ‚Umbau der Bundeswehr in ein Berufsheer‘, ‚Beschaffung von Eurofighter/Transport- Airbusse‘, ‚Abschaffung der 5%-Hürde‘, ‚Änderung des Wahlsystrems‘ sollten bundesweit ablaufen.

Dies würde natürlich eine bessere Bund-Länder-Trennung in Sachen Finanzen und Fachgebieten bedeuten.

Tschuess Marco.

N´Abend Marco,

Das muss wohl an den Genen liegen ! Bei den Schweizern klappt
es ganz gut. Und interessanterweise kommen insgesamt ziemlich
ökol. Dinge dabei heraus.

Ob du`s glaubst oder nicht, an die Schweizer habe ich auch gedacht, als ich meinen Artikel schrieb. Erwähnt habe ich sie nicht, weil ich mir einfach nicht sicher war, WIESO es bei ihnen funktioniert. An den Genen liegt es sicherlich nicht, ich denke da sind wir uns einig. Vermutlich eher in der Tradition (Denk nur an Voltair und Zürich) oder in der Mentalität. Wir Deutschen haben einfach keinen Tell und auch keine wirkliche demokratische Tradition - mal von den letzten 50 Jahren abgesehen, und diese Demokratie wurde uns ja auch noch aufgezwungen.
Außerdem ist das politische Leben der Schweiz auch grundlegend anders als unseres. Dort arbeiten die großen Parteien viel enger zusammen als bei uns und die Politik ist viel stärker Themen als Personenorientiert. Das aber resultiert imho aus der direkten Demokratie, umgekehrt funktioniert die Entwicklung nicht.

Vielleicht einen Schnelldurchgang zu den Schweizer Verfahren:

  1. Es gibt einige (4 oder 6) im Voraus festgelegte Termine für
    Volksabstimmungen. Zu diesen Terminen bekommt jeder
    Wahlberechtigte Bürger einen Packen mit Volksabstimmungen nach
    hause, die er kreuzelt und dann wieder einschickt bzw. in
    einer Urne los wird (Sammelmodus ist mir nicht so geläufig)
  2. Es ist per Gesetz festgelegt, wo das Volk zu fragen ist. Es
    gibt eine finanzielle Grenze bei Bauprojekte (s.
    Brennerbasistunnel - Projekt NEAT)

Bei solchen Sachen hielte ich Volksentscheide sogar für einigermaßen sinnvoll.

auch Themengebiete (z.B. EU/UNO = Aussenpolitik) für die Volksabstimmungen nötig
sind.

Bei diesen Sachen halte ich die Medien durchaus für absolut ausschlaggebend.

Ein Redner vom Format eines Göbbels (rein
rhetorisch) könnte, sofern er die Unterstützung der
wichtigsten Massenmedien besitzt, so ziemlich alles per
Volksentscheid durchsetzen.

Ich halte das dt. Volk für nicht so blöd.

Ach, nicht? Mit „so ziemlich allem“ meinte ich natürlich nicht ein Handeln wie das der Nazis, sondern die Lenkung eines „normalen politischen Problems“ in seine Richtung.
Schröder ist doch nur deshalb Kanzler, weil er ein besserer Redner ist als Stoiber (gut - und weil ihr letztes Jahr etwas abgesoffen seid in Dresden). Also ich vergleiche hier nicht Schröder mit Göbbels - das wäre wohl beiden gegenüber in bestimmten Gebieten ungerechtfertigt - sondern ich will die macht des Wortes („Am Anfang war das Wort“) demonstrieren.

Und wer hat eigentlich die Fragestellungshoheit?

Wie wär es mit Gesetzestext/Abstrtimmungstext wie im Parlament
und ja und nein ?

Klar, im Bundestag darf aber auch jede Fraktion einen Gesetzvorschlag einbringen. Aber du kannst die Bürger ja wohl schlecht gleichzeitig über zwei sich widersprechende Gesetze abstimmen lassen. Wenn sie geschickt formuliert sind, könnten durchaus beide eine Zustimmung erhalten.

Insgesamt wäre in D denkbar, dass die meisten Volksentscheide
auf Landesebene laufen. Nur grossse Themen wie ‚Umbau der
Bundeswehr in ein Berufsheer‘, ‚Beschaffung von
Eurofighter/Transport- Airbusse‘, ‚Abschaffung der 5%-Hürde‘,
‚Änderung des Wahlsystrems‘ sollten bundesweit ablaufen.

Wieso soll das Volk z.B. direkt darüber entscheiden, wieviele Flugzeuge welchen Typs die Bundeswehr braucht? Woher soll es diese Kompetenzen haben? Hat es nicht, also muß es sich an vermeintlich kompetente Autoritäten halten. Da sich Soldaten nicht politisch äußern dürfen, würden somit Entscheidungen die die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands betreffen, zu einem großen Anteil von Schmierenblattjournalisten mitgetroffen.

Dies würde natürlich eine bessere Bund-Länder-Trennung in
Sachen Finanzen und Fachgebieten bedeuten.

Ich denke die Trennung ist schon recht klar.

Gruß
L.

Moin lohengrin,

Und wer hat eigentlich die Fragestellungshoheit?

Wie wär es mit Gesetzestext/Abstrtimmungstext wie im Parlament
und ja und nein ?

Klar, im Bundestag darf aber auch jede Fraktion einen
Gesetzvorschlag einbringen. Aber du kannst die Bürger ja wohl
schlecht gleichzeitig über zwei sich widersprechende Gesetze
abstimmen lassen. Wenn sie geschickt formuliert sind, könnten
durchaus beide eine Zustimmung erhalten.

Das ist ja geregelt: es gibt eine NGO, die etwas will, und dann ein Volksbegehren organisiert. Wenn das durchgeht, gibt es ein Volksentscheid. Wie die Frage gestellt wird, entscheidet dann - in einem bestimmten gesetzlichen Rahmen - die NGO.

Ciao

Ralf

Ist nicht die Volksabstimmung das einzig demokratische Mittel?

Bei der knappen Mehrheit unser Noch-Regierung fällt es schwer zu glauben, dass mit dieser Politik die Mehrheit auch wirklich einverstanden ist und sich im Volk auch finden lässt.

Beispielsweise die Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz, ich glaube kaum dass die Vorlage von rot-grün auf eine Mehrheit bei einem Volksentscheid stossen würde. Da w¨rde man sich sicher über das Ergebnis wundern.

Ist es nicht pervers, dass Abgeordnete sich auch selbst die Diäten erhöhen. Ist doch eine Egoismusabstimmung, wer wäre denn da daqegen.

Vielleicht sollten man mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion einfach einen Volksentscheid als demokratisches Mittel fordern.

MfG

Eric

Ist nicht die Volksabstimmung das einzig demokratische Mittel?

Bei der knappen Mehrheit unser Noch-Regierung fällt es schwer zu glauben, dass mit dieser Politik die Mehrheit auch wirklich einverstanden ist und sich im Volk auch finden lässt.

Beispielsweise die Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz, ich glaube kaum dass die Vorlage von rot-grün auf eine Mehrheit bei einem Volksentscheid stossen würde. Da w¨rde man sich sicher über das Ergebnis wundern.

Ist es nicht pervers, dass Abgeordnete sich auch selbst die Diäten erhöhen. Ist doch eine Egoismusabstimmung, wer wäre denn da daqegen.

Vielleicht sollten man mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion einfach einen Volksentscheid als demokratisches Mittel fordern.

MfG

Eric

Moin Eric,

Beispielsweise die Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz, ich
glaube kaum dass die Vorlage von rot-grün auf eine Mehrheit
bei einem Volksentscheid stossen würde. Da w¨rde man sich
sicher über das Ergebnis wundern.

Das ist sehr die Frage. Da praktisch alle gesellschaftlichen Gruppen (bis auf Union und Rechtsradikale) für das Zuwanderungsgesetz sind, wäre es gespannt zu beobachten, wie ein so breiter Konsens der Interessenvertretungen Einfluss auf die Bevölkerung hätten.

Richtig ist sicherlich, dass eine spontane Abstimmung gegen dieses Gesetz ablaufen würde. Aber jede vernünftige Volksbefragung hat einen Vorlauf, in der über das abzustimmende Thema intensiv diskutiert wird.

Ciao

Ralf