Von Leuten beschimpft werden...wie verhalten ?

Kennt Ihr das Sprichwort:
„ziehe meine Schuhe an,gehe meinen Weg,weine meine Tränen usw…erst dann kannst Du über mich urteilen“ ?

Heute morgen ist mir (40 J.)eine Bekannte(65 J.,war früher eine Freundin meiner Mutter) nach Jahren, mal wieder begegnet.
Sie fragte mich,wie es mir geht u fing dann plötzlich an an mir rumzunörgeln…mitten im Geschäft, wo etliche Leute das mitbekommen haben.
Sie schimpfte, weil sie „gehört“ hat, dass ich noch nie am Grab meiner Mutter war (gestorben 2004)u beschimpfte mich als schlechte Tochter,für die man sich schämen muss. Ich wäre einfach nur schlecht…usw.!

Mir ist echt der Kragen geplatzt im Laden u hab ihr gehörig die Meinung gesagt…noch lautstarker als sie mir Vorwürfe gemacht hat.Die anderen Leute drum herum waren mir sowas von egal u die guckten nur irritiert, über beschämt bis verärgert drein.

Na mir auch egal…aber zu Hause angekommen hab ich erst mal geheult bis zum abwinken :frowning:

Eben der o.g. Spruch fiel mir dazu ein.
Diese „Freundin“ meiner Mutter wagte es mich öffentlich zu demütigen u zu beschimpfen, aber hat keinen „Plan“, warum ich nie am Grab meiner Mutter war.
Nein, noch mehr…wir hatten schon etliche Familienschicksale erlebt,aber diese „Freundin“ war nie für meine Mutter da, wenn etwas passiert ist…aber dummes Zeug hinterher labern, das kann sie sehr gut!

Die Worte der Frau haben mir sehr weh getan.
Anmerkung: War auch nicht die Einzie, die mich so beschimpft hat.Das ist mir schon sehr oft passiert:
ehemalige Nachbarn, Bekannte meiner Mutter,Verwandte usw.!

Ja,ich stehe dazu,dass ich noch nie am Grab war,aber das hat seinen Grund!
Ich bin als Kind missbraucht worden u meine Mutter wußte davon u tat nix dagegen…im Gegenteil,sie sagte zu mir: „stell dich nicht so an, dass kann in der Familie doch mal vorkommen“!
Außerdem war ich mal verheiratet. Mein Ex-Mann hat mich geschlagen,beleidigt,gedemütigt u sogar eingesperrt,so dass ich zur Hilfe die Polizei eingeschaltet habe u ins Frauenhaus musste,mit unserem Kind (5 J.).
Nach der Trennung hat er mich gestalkt,bedroht,terrorisiert u wollte unserem Kind was antun. Sogar nen Schläger hat er auf mich angesetzt. Das Jugendamt hat den Kontakt zu dem Vater,mit gerichtlicher Unterstützung,untersagt, um uns beide zu schützen.

Meine Mutter hat dann meinem Ex-Mann verraten wo ich u das Kind zu finden sind u so konnte er uns wieder bedrohen…und wieder sind wir umgezogen.
Später hab ich herausgefunden, dass meine Mutter meinen Ex tatkräftig in allen Unterstützt
hat z.B. mit Telefonterror, von ihrem Telefon aus (hatte ne Fangschlatung von der Telekom).

Geendet hat das Ganze erst nach einem Unfall meines Ex (er war Alkoholiker u fuhr Auto) u mit dem Schlaganfall meiner Mutter.
6 Jahre bin ich so terrorisiert worden…ohne die Ehejahre mitgerechnet.

Nach diesen beiden Vorfällen hatte ich endlich Ruhe vor Beiden…mehr oder weniger!
Meine Mutter konnte aber noch, nach ihrem Schlaganfall, noch gut reden u allen Leuten erzählen, wie schlecht ich bin u wie schlecht ich schon als Kind war.
Zu mir hat sie mal gesagt, als ich sie nach dem Schlaganfall besuchte, auf mich könnte sie als Tochter verzichten u die Schläge von meinem Ex hätte ich immer verdient.

Da war Ende für mich u ich hab den Konntakt ganz zu ihr abgebrochen (2003)
Viele Leute in der Nachbarschaft haben mich deswegen damals schon beschimpft u so bin ich wieder mal umgezogen, in einer Gegend, wo man uns u unsere Familiengeschichte nicht kennt…dann ist meine Mutter 2004 gestorben.
Mein Ex ist inzwischen selbst ein Pflegefall.

Jetzt lebe ich mit meinem jetzigen Mann u unseren beiden Kindern (auch mein Erstgeborener) zusammen u sind soweit ganz glücklich.
Natürlich hab ich noch Probleme mit meiner Vergangenheit z.B. weil mein Mann eine große Familie hat (Bruder, Schwester, Vater, Mutter) u ich hab eigentlich nie eine Familie gehabt u habe auch keinen Kontakt mehr zu einen aus meiner Familie, weil da alle auch mich nur unterdrückt haben.
Die sind sauer auf mich, wegen der Sache mit meiner Mutter. Alle tun so,als wenn sie ne Heillige war. Das ich als Kind missbraucht worden bin (Onkel) interessiert niemanden mehr.

Ich war jahrelang in Therapie,um meine Vergangenheit zu „verarbeiten“ u ich kann nun offen darüber reden u mein jetziger Mann weiß über alles Bescheid, aber vergessen kann man sowas aber nie.

Und dann kommt nun so eine „Bekannte“ u beschimpft mich öffentlich…und das tut mir halt weh.

Euch frage ich hiermit um Rat.
Was meint Ihr dazu ?
Mache ich da was falsch?
Oder wie soll ich besser auf solche „Angriffe“ reagieren?

Ich entschuldige mich hiermit für diesen langen Text…aber ich musste das mal so alles loswerden!

hallo.

Was meint Ihr dazu ?

deine „bekannte“ ist empört, weil sie von leuten, denen sie vertraut, schlimme dinge über dich erfahren hat.
warum sollte sie dir vertrauen? warum sollte sie dir glauben?

man sagt immer, man muß beide seiten gehört haben, bevor man sich ein urteil bildet. das gilt aber leider nur für „normale“ leute.
mit normalen leuten kann man reden.
normale leute haben ein gewisses einfühlungsvermögen.
normale leute besitzen die fähigkeit, über ihr eigenes handeln zu reflektieren und ihre ansichten zu überdenken.

es gibt aber auch leute, die halten derart verbissen an ihrer meinung fest, daß du genausogut mit einer wand reden könntest. die würde eher nachgeben. ich nehme an, deine bekannte gehört zu dieser fraktion.

Mache ich da was falsch?

außer daß du laut geworden bist… nein. und ob das richtig oder falsch war, ist wohl ansichtssache.

Oder wie soll ich besser auf solche „Angriffe“ reagieren?

wenn diese leute sich sowieso nicht für deine geschichte interessieren (wollen), dann am besten links liegen lassen.

gruß

michael

Hallo,

zuerst einmal habe ich die Erfahrung gemacht, daß man mit den Menschen „dieselbe Sprache“ sprechen muss damit man verstanden wird!

Im Prinzip würde ich mich nie mit jemandem laut anlegen wollen-- aber wenn jemand dermassen übergriffig wird- fehlt ihm ja jede Art von Takt oder Anstand…also warum soll man dann selber so sein?
Noch dazu- öffnet man mit Schweigen ja nur Türe und Tore damit der andere weiter macht.

Du rechtfertigst für Deine Nicht-Besuche am Grab Deiner Mutter und schonmal das solltest Du LASSEN!
Wenn DU weisst, daß Dein Verhalten gerechtfertigt ist-- dann musst Du keinem erklären oder Rechenschaft ablegen.

Schau- wer Dich wirklich kennt und schätzt- der wird sich die Mühe machen und Dir zuhören.
Er wird versuchen zu verstehen, was die Beweggründe sind und bei Deiner Geschichte auch keine Verurteilung vornehmen.

Zu denken geben würde mir, wenn es immer wieder geschieht!
Wehrst Du Dich sonst auch lautstark dagegen??

Normalerweise- geht doch sowas von einem instinktiven Gespür aus, daß die Leute merken sie können draufhauen und tun es dann.
Allerdings glaube ich nun weniger, daß sie es wagen wenn jemand lautstark antwortet ( den Leuten gehts ja gar nicht ums Kämpfen sondern nur ums Siegen!)

Wenn Du Dich verbal nicht wehren willst- kannst Du natürlich auch einfach gehen…das am besten mitten im Satz der Leute- aber man macht solche Menschen dann meiner Erfahrung nach doch eher mundtot indem man genauso frech ist wie sie es sind.

kitty

Moin,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich Beschimpfungen oder Beschuldigungen von anderen nur dann treffen, wenn es dabei einen Teil gibt, dem ich (manchmal_insgeheim_) zustimme. Das heißt nicht , dass dieser Teil ‚wahr‘ ist. Man kann ja auch die falschen Überzeugungen über sich selbst haben.

Ausserdem ist Kritik von anderen immer deren Auffassung die sie mir - oft ungefragt - erzählen. Es ist wichtig das zu trennen. Denn damit kann man sich klar machen, dass sie damit etwas über sich erzählen und nicht über mich.

Deine Frage war: ‚wie verhalten‘. Falls dir das öfter passiert lohnt es sich vielleicht wirklich, an deinem eigenen Verhalten was zu verändern, denn das ist der effektivste Weg Weg an diesen Situationen etwas zu verändern.
Eine Möglichkeit hast du ja schon gehört - in der gleichen Sprache mit ihnen reden. Das kann helfen. Mir liegt das nicht. Ich will mir mein Niveau nicht von anderen bestimmen lassen. Wenn mir das passiert, habe ich es hinterher immer bereut ‚Wie konnte ich mich so gehen lassen!‘
Auf jeden Fall Erfolg…lux

Hallo,

das wichtigste hast Du m. E. bereits verinnerlicht und angewendet: Man kann andere nicht ändern, sondern bestenfalls seinen eigenen Umgang mit dem, wie Mitmenschen auf uns wirken und was sie (uns an-) tun . . .

Wenn Du in eine Schießerei gerietest, würdest Du Dich, seist Du auch noch so überzeugte Pazifistin, in Sicherheit bringen und vermutlich bei Bedrohung oder Gefahr im Verzug entsprechend wehren.

Im übertragenen Sinne haben Dich die verbalen Angriffe dieser Kreatur bildlich in eine von Dir als äußerst bedrohlich empfundene Lage gedrängt und da reagieren wir modernen Menschen immer noch so wie unsere Urahnen aus dem Neandertal: Weglaufen, tot stellen oder kämpfen.

In Deiner Situation schieden die ersten beiden Optionen für Dich aus und deshalb hast Du in gefühlter Lebensgefahr verbal zurückgeschlagen - und m. E. ist das grundsätzlich gut: Du schützt Dich damit und übernimmst Verantwortung für Dich (weniger für den Körper bzw. das körperliche Leben als vielmehr für Deine Seele).

Über das WIE lässt sich zwar streiten, aber kann man z. B. sagen, dass jemand schön am Galgen hängt?

Hallo,

meistens fühle ich mich angegriffen, wenn bei dem Angriff auch ein Körnchen Wahrheit dran ist, und ich einen teil der Kritik für mich auch zutreffend ist. in diesen Situationen fällt es mit sehr schwer, gelassen zu sein- ich werde zwar nicht laut, aber neige dazu mich zu rechtfertigen.

ansonsten sag ich einmal laut „Bitte nicht in diesem ton“ und gehe dann einfach.

manchmal überrumpel ich die menschen einfach, indem ich sage (zb auf mehrfache angriffe warum ich nicht stille): Jap, ich bin eine rabenmutter. nächste mal werde ich so perfekt wie du.
Lach, meistens ist dann ruhe.

ein patentrezept gibt es da nicht. und manchmal hilft es ja, dampf abzulassen- ganz im ernst, was geht die dame das denn an?

Lg

brenna

Hallo pollux

Eine Möglichkeit hast du ja schon gehört - in der gleichen
Sprache mit ihnen reden. Das kann helfen. Mir liegt das nicht.
Ich will mir mein Niveau nicht von anderen bestimmen lassen.
Wenn mir das passiert, habe ich es hinterher immer bereut ‚Wie
konnte ich mich so gehen lassen!‘

Die Frage ist dann, was man mit „Niveau“ dann meint.
Nicht, daß ich Dich da nicht verstehe- aber wenn man getroffen ist- wird man sich nicht zwangsläufig besser fühlen nur weil man „niveauvoll“ schweigend zb aus einer Situation gegangen ist.
Sich gehen lassen- ist vielleicht wenig kontrolliert- dafür aber dann durchaus authentisch und DAS kommt komischerweise bei den Gegenüber wesentlich klarer an!

Es ist leider so, daß man sich im Leben sehr oft abgrenzen muss.
Und das funktioniert leider manchmal auch nur indem man genauso auftritt wie der Gegenüber.
Viele wollen nur so ein Machtspielchen und provozieren- vor einer wirklichen Auseinandersetzung haben sie viel zuviel Angst und bauen nur darauf, daß man getroffen von dannen zieht.

Wer dann wirklich über der Situation steht- wird dem Gegenüber natürlich keine Genugtuung geben…das fühlt der andere durchaus.
Aber ansonsten- wird er einen Ankerplatz wissen, der ihn immer wieder erhöht und damit zu neuen Angriffen herausfordert.

Und ich kenne jemanden, der sehr oft verbal stark auftritt- diejenige wird „komischerweise“ :wink: nie blöd angemacht…noch nicht mal, wenn es vielleicht mal gerechtfertigt wäre.
Wenn ich das so betrachte- frag ich mich manchmal schon, ob das nicht ein guter Weg ist ( so man so sein kann), denn der pinkelt mal keiner ans Bein!

kitty

dann am besten links liegen lassen.

Geht nicht. Da liegt ja schon ihre Mutter.

Eine solche Situation zu ignorieren geht nicht, wenn sie einen derart emotional erfasst.

Die Szene enthält eine Vielzahl von persönlichen Angriffen, worunter egal ist, ob diese auf erfundenen Unterstellungen oder tatsächlichen Gegebenheiten fußen. Der Angegriffene möchte seine Ehre wiederhergestellt sehen, sich wieder aufrichten.

Oder wie soll ich besser auf solche „Angriffe“ reagieren?

Das ist schwierig. Wer angreift, ist auf Konfontation aus, hat Freude am Stunk.

Am Besten lässt man sie die Hörner ausfahren, auf einen zurennen und dann - geht man zur Seite.

Ruhig bleiben, so schwer es fällt. Austoben lassen - die passenden Argumente bei dir kommen schon, keine Sorge.

Du musst dich nicht rechtfertigen, wie oft oder wenn nein, wieviele Male gar nicht du an deines Mutters Grab warst. Niemandem gegenüber!

"Es ehrt Sie, dass Sie die Belange fremder Leute so sehr interessieren. Sie aber sind sicherlich mit Ihren eigenen Angelegenheiten sehr beschäftigt, und ich will sie jetzt auch nicht länger aufhalten. Leben Sie wohl *lächel*

Die Frage ist dann, was man mit „Niveau“ dann meint.

Wenn zurückschießen das ist, was man machen will, ist das das Niveau das man wählt.

Nicht, daß ich Dich da nicht verstehe- aber wenn man getroffen ist- wird
man sich nicht zwangsläufig besser fühlen nur weil man „niveauvoll“ :schweigend zb aus einer Situation gegangen ist.

man wird sich auch nicht zwangsläufig besser fühlen weil man auf niedrigem Niveau mit gleicher Münze heimzahlt.

Sich gehen lassen- ist vielleicht wenig kontrolliert- dafür aber dann :durchaus authentisch und DAS kommt komischerweise bei den Gegenüber :wesentlich klarer an!

Ich bin ‚authentisch‘, wenn ich meinen Stil selbst bestimme und nicht, wenn ich mir von jemand anderem einen oktroyieren lasse.
Wenn mich jemand anbrüllt: „Ich gehe für ein A’loch nicht aus dem Weg“ kann ich gelassen sagen „Ich schon“.

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hallo.

Eine solche Situation zu ignorieren geht nicht, wenn sie einen
derart emotional erfasst.

man kann aber lernen, damit umzugehen.

Der Angegriffene
möchte seine Ehre wiederhergestellt sehen, sich wieder
aufrichten.

an sich eine gute idee. aber wie geht das denn, wenn mit den angreifern nicht zu reden ist?
per körperlicher auseinandersetzung?
anzeige bei der polizei?
um dann noch mehr ärger mit leuten zu kriegen, mit denen man eigentlich gar nix zu tun haben will?

dann doch lieber lernen, solche - ungerechtfertigten - angriffe an sich abprallen zu lassen. so gut es eben geht.

gruß

michael

liebe Fr-L.!

Du schreibst am anfang:

Die Worte der Frau haben mir sehr weh getan.

und dann erzählst du uns von deiner vergangenheit:

… u meine Mutter wußte davon
u tat nix dagegen…im Gegenteil,sie sagte zu mir: „stell dich
nicht so an, dass kann in der Familie doch mal vorkommen“!

und:

… wie schlecht ich bin u wie
schlecht ich schon als Kind war.
Zu mir hat sie mal gesagt, als ich sie nach dem Schlaganfall
besuchte, auf mich könnte sie als Tochter verzichten u die
Schläge von meinem Ex hätte ich immer verdient.

und:

Da war Ende für mich u ich hab den Konntakt ganz zu ihr
abgebrochen (2003)
Viele Leute in der Nachbarschaft haben mich deswegen damals
schon beschimpft

und:

Die sind sauer auf mich, wegen der Sache mit meiner Mutter.
Alle tun so,als wenn sie ne Heillige war. Das ich als Kind
missbraucht worden bin (Onkel) interessiert niemanden mehr.

und zum schluss noch einmal:

Und dann kommt nun so eine „Bekannte“ u beschimpft mich
öffentlich…und das tut mir halt weh.

du scheinst in wirklich schlimmen und „unrechten“ situationen schon ganz früh und dann immer wieder zunächst mit deiner mutter und dann mit „bekannten“, nachbarschaft, fa ilie immer wieder die erfahrung gemacht zu haben, dass du nicht nur ganz furchtbar alleine gelassen worden warst mit extrem unrechten und schlimmen situationen sondern, dass dir eine banalisierung und entschuldung des täters vermittelt worden war (beim mißbrauch) und in der steigerung sogar noch, dass du das verdient hättest (beim exmann).

ich würde gerne zunächst nur beim verhalten deiner mutter bleiben, weil ich den eindruck habe, dass alles andere verhalten im umfeld das nur weitergeführt hat.

von aussen betrachtet ist es offensichtlich, dass sie in keinster weise ihrer mutterrolle gercht geworden ist (schutz der tochter unter allen umständen und mit allen konsequenzen, vermittlung von klarheit über recht und unrecht, mitfühlend da sein in jeder lage), sehr wahrscheinlich bis sicher aus eigenen schwerst defizitären strukturen.

es ist so etwas wie ein geburtsrecht des kindes, dass die mutter es schützt und seine wahrnehmungen aufnimmt und bestätigt.

es wäre ihre aufgabe gewesen, dich in deinen wahrnehmungen und in deinem schmerz zu unterstützen, deine unrechtswahrnehmung zu bestätigen das brauchen wir als kinder, auch in viel kleineren dingen, diese wahrnehmungsbestätigung durch die mutter, so wird unsere integrität gestärkt, so kann sie sich überhaupt nur entwickeln.
nur so können wir ein gefühl davon entwickeln, dass wir in ordnung sind und lernen für uns einzustehen und so lernen wir auch später das für uns selber zu übernehmen.
benennen, was recht und unrecht ist und diesen, unseren eigenen „seinsraum“ zu schützen und gegebenfalls auch zu verteidigen.

eine mutter, die nicht nur uns das nicht lehrt (weil der eigene preis zu hoch wäre, und weil sie es selber nicht gelernt hat), sondern sich und ihre eigene unfähigkeit und ihr eigenes unrechte handeln als mutter dann in folge noch dadurch schützt, indem sie das erlittene unrecht banalisiert, leugnet und sogar dem kind vermittelt, es sei selber am erlittenen unrecht schuld (dadurch wird sie zum mittäter!), stärkt nicht nur das kind nicht in der entwicklung eigener kraft und fähigkeiten, sondern sie demontiert damit aktiv die grundlage, dass das kind, du, diese fähigkeit unabhängig von ihr entwickeln kann.

das alles miteinander ist sehr sehr schlimm.

du hast nicht gehört," ja, das ist schlimm, das ist unrecht, deine wahrnehmung stimmt, liebes kind, du bist völlig in ordnung und ich werde alles dafür tun, damit das sofort aufhört" ( eine so antwortende mutter kann so manches schlimme auffangen, durch ihr dasein und durch ihre spiegelung der wahrnehmung des kindes).

und so könntest du gelernt haben, deine (natürliche) erwartung auf so eine antwort kaum mehr zu spüren und bist wenig trainiert im für dich richtigen umgang mit unrechtem verhalten der anderen.

hier liest du nun im großen und ganzen von mehreren menschen genau das:
ja, wir verstehen, wie es dir geht, grenz dich ab (als wenn das so einfach wäre, aber richtig ist es!), und wir spiegeln dir, dass deine wahrnehmung stimmt.

die frau im laden ist massiv (!) übergriffig geworden.
du bist nicht nur existentiell von deiner mutter im stich gelassen worden, sie hat dich auch noch gelehrt, dass du selber daran schuld bist, wenn dir unrecht widerfährt und hat den weg gebahnt, dass dir das immer wieder geschehen kann, und so kann jeder, der es nur richtig anstellt (im laden, vor der öffentlichkeit, welche chancen hat man da schon, heil raus zu kommen, selbst wenn man ruhig weg geht ist das gesagt schon in den ohren der dritten gelandet, das zumindest muss man schon mal aushalten ohne auch nur den geringsten fehler gemacht zu haben) dich wieder in dieses gefühl hineinstossen.

rat?

schwer, ein langer weg des nachlernens der selbstfürsorge.
einen schritt hast du gerade wieder gemacht:
du hast dich ans forum gewandt und eine andere antwort als die früh gelernte bekommen!

du bist nicht schuld, das war ein übergriff, so etwas darf eigentlich nicht vorkommen. deine gefühle danach, deine tränen, so verständlich.
dass solche dinge doch vorkommen, liegt an der lieblosigkeit und der übergriffigkeit der anderen, auch wenn es nicht recht ist geschieht es und kann immer wieder geschehen.
du bist in ordnung!!!

jetzt du bist du erwachsen. du bist nicht mehr klein, hilflos,abhängig, du hast einen therapeutischen weg gewählt, angefangen, es in die eigene verantwortung zu nehmen und nachzulernen, was dir nicht gesagt wurde
jetzt kannst du selber.
und du bist nicht alleine, spürst du das?

geh diesen weg weiter, das ist mein rat, es ist der richtige- es ist deiner, der, den den gewählt hast!
und hol dir, was dir fehlt von anderen.
so wie es vorkommt, dass uns unrecht widerfährt, oder wir nicht bekommen, was wir brauchen, so kommt es auch vor, dass wir unterstützt werden und hilfe erhalten!

ab einem bestimmten punkt, wenn wir die vergangenheit aufgearbeitet haben gilt es „nur“ noch, die alten falschen „programme“, die in uns zu löschen.
die lügen durch unsere eigene wahrheit zu ersetzen.
das ist auch eine sache des trainings.
die falschen wahrheiten haben sich ja durch ständige wiederholung auch lange genug eingebrannt.
diese änderung unserer „programme“ ist nicht so schmerzhaft, wie die aufarbeitung der vergangenheit, die ihr vorraus geht, aber sie ist oftmals entmutigend, weil wir immer wieder rückfälle haben.
das sind wachstumsschmerzen :smile:

du schaffst das, das ist zu spüren von aussen!

die beste unterstützung wünsche ich dir dabei!
herzlich, zahira

hallo pollux!

ich vestehe, was du sagen willst.
aber dabei sollte unbedingt gesehen werden, dass hier auch um einen prozess geht.
prozesshaft betrachtet, sprichst du von einem ergebnis, das am ende einer entwicklung steht, die immer (!) authentisch bleiben muss, damit sie abgeschlossen werden kann.
jeder schritt ist wichtig und gehört gewürdigt und das ebenfalls bedingungslos!

nachdem lange zeit unrecht mit recht verwechselt wurde ist es gar nicht genug zu schätzen und zu bejahen- bedingungslos- wenn die berechtigte wut darauf raum bekommt.
und es ist auch ein indivudell „typbedingt“ wie wir mit so etwas umgehen.
wichtig vor allem und jenseits aller theorie ist, dass wir uns selber treu bleiben, vor allem, wenn das lange genug sabotiert worden ist von aussen.

grüße,
zahira

schöne antwort!

(auch wenn ich den vorredner ebenso verstehe)

das wort „ankerplatz“ scheint mir in dem kontext ein ganz wichtiges schlüsselwort zu sein, das helfen kann.
es ist sozusagen selber ein ankerplatz :smile:

viele grüße,
zahira

Hallo kitty,

Sich gehen lassen- ist vielleicht wenig kontrolliert- dafür aber dann durchaus authentisch und DAS kommt komischerweise bei den Gegenüber wesentlich klarer an!

Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich finde es eher fragwürdig, wenn Leute schlechte Manieren mit Authentizität verwechseln. Ein solches Verhalten passt wohl eher in die Pubertät, wo man auch glaubt, dass Nachgeben gleichbedeutend damit ist, seine Persönlichkeit aufzugeben :smile:.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Jule,

es ist immer die Frage, ob den anderen lauter zurechtweisen als „schlechte Manieren“ zu beschreiben ist.

Laut zu verurteilen, obwohl man keine wirkliche Ahnung hat- das dann noch in einem demütigenden Ton- halte ich durchaus dafür!
Und für mich liest es sich so als ob so ein Mensch auch nicht davor zurückschreckt bei anderen Menschen genauso lautstark über einen herzuziehen.

In so einem Fall finde ich eine deutliche Aussage richtig.
Natürlich kann das Gerede hintenrum weitergehen- dennoch gibt es genug Menschen, die nach so einer Konfrontation auch stiller werden.

Im übrigen- muss so eine Konfrontation ja keinesfalls „unkontrolliert“ sein!
Man muss sich nicht zwangsläufig gehen lassen bei so etwas sondern kann durchaus überlegt reden (zugegeben wird das nicht immer so sein).

Die Frage, die doch auch bleibt ist ob Nachgeben denn immer „der Reifere/ Überlegenere“ Schritt bei so einer Situation ist.

kitty

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Hallo pollux

Die Frage ist dann, was man mit „Niveau“ dann meint.

Wenn zurückschießen das ist, was man machen will, ist das das
Niveau das man wählt.

man wird sich auch nicht zwangsläufig besser fühlen weil man
auf niedrigem Niveau mit gleicher Münze heimzahlt.

Ich glaube, wir müssen nicht darüber streiten, daß das Verhalten der Bekannten vollkommen daneben ist.
Trotzdem möchte ich da unterscheiden.
Das eine ist der Inhalt- nichts Genaues wissen, sich ein Urteil bilden und zu verurteilen.
Das andere- genau das dann lautstark „unter die Leute“ zu bringen.

Ist natürlich nun Ansichtssache, aber ich begebe mich nicht auf genau dasselbe Niveau, wenn ich dann mit derselben Art- aber nicht demselben Inhalt- begegne.

Ich denke auch, daß die meissten Menschen bei so einer Situation nur irritiert und still wären.

Genauso denke ich, daß solche Personen deshalb auch gerne im „Oberwasser“ leben, weil sie nämlich mit ihrer Art die Menschen vollkommen überfahren und man seltenst dann in der Lage ist, dem etwas entgegenzusetzen.
Auch wenn die wenigsten Menschen „zurückschiessen“ werden ( denn man kommt ja auch ganz unbedarft in so eine Situation)- bleibt die Frage ob das so verkehrt wäre/ist.

kitty

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Hallo L.,

da ich nicht alle Antworten gelesen hab hoffe ich dass ich hier nichts wiederhole was schon gesagt wurde.

Erstmal Gratulation dass Du selbst laut geworden bist und damit zurueckgeschlagen hast.

Nach meiner Beobachtung suchen sich einige Menschen gerne Schwaechere, also Personen die nicht so schnell aggressiv werden, um ihren Frust ab zu lassen.

Da hilft nur sich (verbal und am besten laut) zu wehren und wenn moeglich auch diese Personen zu meiden.

Gruss

Desperado

Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich finde es eher
fragwürdig, wenn Leute schlechte Manieren mit Authentizität
verwechseln. Ein solches Verhalten passt wohl eher in die
Pubertät, wo man auch glaubt, dass Nachgeben gleichbedeutend
damit ist, seine Persönlichkeit aufzugeben :smile:.

Wie kommst du in dem Zusammenhang auf schlechte Manieren?

Wenn, wie im vorliegenden Fall, auf der einen Seite jemand steht, dessen Grenzen mehrfach und massiv überschritten wurden und auf der anderen Seite jemand, der sich nicht nur sich selbst in die Repräsentanz der Grenzüberschreiter setzt, sondern selbst Grenzen überschreitet (so eine Diskussion in einem Geschäft anzufangen!), ist es nicht nur verständlich oder zu dulden, dass hier mal deutliche Grenzen zu ziehen sind, sondern unverzichtbar, nicht zuletzt auch, damit das Opfer aus der Opferrolle kommt! Und dabei darf es und muss sogar, wenn es nicht anders geht, auch mal laut werden!

Dieses deutliche Grenze ziehen ist für einen Betroffenen überlebenswichtig.

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Hallo Janina,

Wie kommst du in dem Zusammenhang auf schlechte Manieren?

Ich habe mich auf diesen Satz bezogen:

Sich gehen lassen- ist vielleicht wenig kontrolliert- dafür aber dann durchaus authentisch

Für mich macht es einen deutlichen Unterschied, ob ich mich deutlich abgrenze oder ob ich mich gehen lasse. Letzteres ist in meinen Augen eher ein Zeichen mangelnder Impulskontrolle - und die hat durchaus mit Erziehung zu tun.

Schöne Grüße,
Jule