vorzügliches Deutsch

Das Versandhaus manufactum erhält den „Institutionenpreis Deutsche Sprache“ für vorzügliches Deutsch in seinen Katalogen.

Warum allerdings auf der Internetseite http://www.manufactum.de
auf „Merck´s Warenlexikon“ verwiesen wird, dass weiss der Hänker.

-) Martin

Das Versandhaus manufactum erhält den „Institutionenpreis
Deutsche Sprache“ für vorzügliches Deutsch in seinen
Katalogen.
Warum allerdings auf der Internetseite
http://www.manufactum.de
auf „Merck´s Warenlexikon“ verwiesen wird, dass weiss der
Hänker.

Wenn damit auf dieses hier http://members.aol.com/apostrophs/ anspielst: Das kommt in den besten Unternehmen vor. Allerdings habe ich in deren Katalog nichts gefunden, das ähnlich falsch wäre, wie den Henker mit „ä“ zu schreiben. :wink:

Gruß
Christian

Hallo Christian,

wenn Brigitte´s Frisörsalong oder Moni´s Pommesbude den Genitiv nicht beherrschen, ist das okay. Aber bei manufactum wundert es mich schon. Dass wollte ich nur noch mal sagen.

Guten Abend

Martin

Hallo Martin.

Warum allerdings auf der Internetseite
http://www.manufactum.de
auf „Merck´s Warenlexikon“ verwiesen wird, dass weiss der
Hänker.

Wie soll man Deine Frage verstehen? Bitte erklären.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander berresheim

w. g. apostrophitis (owT)
.

Hallo Martin,
jetzt habe ich es auch verstanden, Du bemängelst den Apostroph!
Da hat Manufactum nichts mit zu tun. Das Buch ist ein Reprint einer Ausgabe des Warenlexikons der Firma Merck aus den Vorkriegsjahren. Und das steht so auf dem Buchrücken. Das Buch ist übrigens eine seltene Rarität für alle stoffkundlich Interessierten.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Hallo, Martin,

wenn du so empfindlich bist, dann dürftest du auch bei Thomas Mann´s und Nietzsche´s Texten manchen Aufschrei von dir geben müssen.

Fritz, der die Apostrophitis auch verurteilt, aber schon resigniert hat.

Apostroph mit Tradition
Hi Martin,

das Auslassungszeichen hinter Eigennamen hat eine ehrwürdige Tradition, obwohl da nichts ausgelassen wird: Kaiser’s Kaffee; Müller’s Mühle sind Beispiele mindestens aus den 50er Jahren, wenn nicht sogar älter. Der Duden weiß übrigens auch nicht mehr, was Apostroph auf deutsch heißt. Es gibt da eine Regel, die besagt, dass bei Formen wie „Brownsche Molekularbewegung“ durchaus auch ein Apostroph stehen darf, wenn dadurch der Eigenname betont werden soll, also „Brown’sche Molekularbewegung“.

dass weiss der Hänker.

Nebenbei: Was ist ein Hänker? Wird man von dem aufgehanken?

Gruß Ralf

Falsches Partizip
Morgen, Ralf,

Nebenbei: Was ist ein Hänker? Wird man von dem aufgehanken?

Nein, aufgehänkt!

Bereits gestern brachte auch Christian vorsichtig formulierte Kritik am „Hänker“ an. - Aber man sollte Martin da nicht unterschätzen. Ich vermute in diesem Fall ein bewusst eingesetztes Stilmittel, um auf das schendliche Auslassungszeichen hinzuweisen.

Gruss,
Andreas

Hallo Martin,
ich hab mal nachgesehen: Manufactum bietet an: „Mercks Warenlexikon“ (korrekte Schreibweise). In der Artikelbeschreibung wird darauf hingewiesen, dass es sich um einen unveränderten Nachdruck der Ausgabe von 1920 handelt. Entsprechend steht „Merck’s Warenlexikon“ (ob das damals richtig oder falsch war, sei mal dahingestellt) auf der Titelseite des Werkes. Da kann man den heutigen Herausgebern keinen Vorwurf machen.

Gruß
Chris

Schenau! :wink:

Bereits gestern brachte auch Christian vorsichtig formulierte
Kritik am „Hänker“ an. - Aber man sollte Martin da nicht
unterschätzen. Ich vermute in diesem Fall ein bewusst
eingesetztes Stilmittel, um auf das schendliche
Auslassungszeichen hinzuweisen.

Sorry, Andreas, just couldn’t resist :wink:

Gruß
Uschi

Neenee, …
Martin ist natürlich ein Anhänger der NRS (Neue Rechtschreibung) und befolgt das Etymologieprinzip!

Das Grundverb heißt „hängen“, also müssen auch die Derrivationen das „ä“ enthalten. Darum: Verhängnis, Gehänge, die Hänge; darum auch „hänken“ und der Hänker!

Ganz logisch!

Fritz:wink:

vorzügliches Deutsch? wirklich???

Das Versandhaus manufactum erhält den „Institutionenpreis
Deutsche Sprache“ für vorzügliches Deutsch in seinen
Katalogen.

Das kann ich kaum glauben, denn:

>> Die originäre Heimat dieses Stabmikroskops mit achromatischer
>> Optik sind die Kitteltaschen von Technikern und Materialprüfern.
>> Mit einer wahlweise 40-, 50- oder 60fachen Vergrößerung eignet
>> es sich aber auch hervorragend für die Begutachtung naturgemäßer
>> Kleinststrukturen aus

So steht es im Katalog drin. Ich finde die Verwendung der vielen Wie-Worte (so sagten wir in der Grundschule) nicht vorzüglich!
Es klingt eher wie „Geschwalle“ aus der Werbung (was es ja auch ist).
Oder bin ich da zu kritisch?

Dies habe ich auch gleich Manufactum mitgeteilt und dazu schrieb der Versand:
> Sie haben sicherlich recht: Im Eifer des Gefechts schießen wir
> manchmal über das Ziel hinaus. Wir werden aber versuchen, uns zu
> bessern.
> Mit freundlichem Gruß und Dank für Ihren Hinweis
> Katalogredaktion

Der Wanderer

Lieber Fritz, hier bist Du wahrscheinlich auf dem woodway.
hängen und henken sind zwei ganz verschiedene Wörter.
Man hängt etwas auf, z.B. einen Deliquenten, und diese Tätigkeit nennt man henken. Er ist dann ein Gehenkter. Und der das tut ist der Henker.
Ein Hänger ist was anderes, z.B. was hinten am Auto hängt.
Henken ist transitiv mit direktem Akkusativ: Ich henke den Verurteilten.
Aber Du kannst nicht sagen: Ich hänge die Wäsche. Hängen verlangt eine Umstandsbeschreibung. Und ‚Hänker‘ entspricht vermutlich noch nicht einmal der NDR, und wenn es so wäre ist das ein Treppenwitz!
Bei dem Wort streikt meine Tastatur!
Mit freundlichen Grüßen.
Alexander Berresheim

Neeneeneenee!
Das:

Lieber Fritz, hier bist Du wahrscheinlich auf dem woodway.

lieber Alexander, meinen oft manche Leute! But I am heavy on wire!

hängen und henken sind zwei ganz verschiedene Wörter.

Das glaubst du, aber nach Kluge gilt:

_ henken
schwaches Verb erweiterter Standardwortschatz obsolet (11. Jh.),
mhd. henken, ahd. henken „kreuzigen“ Stammwort.
Mit der (unregelmäßig bewahrten) Geminate vor altem j. Das Wort ist dann gegenüber der Variante hängen (trans.) differenziert worden; heute meint man mit henken nur noch „einen Menschen (als Todesstrafe) aufhängen“; entsprechend Henker, das aber zu „Scharfrichter“ verallgemeinert wurde._
Angstmann (1928), 28-31;
Lühr (1988), 364f.

_ hängen
schwaches Verb Standardwortschatz (9. Jh.),
mhd. hAhen Vst., ahd. hAhan, as. hAhan Stammwort. Aus g. *hanh-a- Vst. „hängen“ (intr.), „hängen lassen“, auch in gt. hAhan, anord. hanga, ae. hOn, afr. huA.
Das Präsens ist wie bei fangen nach den Formen mit grammatischem Wechsel ausgeglichen worden und hat sich dabei mit einem alten Zustandsverb hangen „hängen“ (intr.) vermischt. Dieses in mhd. hangen, ahd. hangen, as. hangon aus g. *hangä- Vsw. „hängen“ (intr.), auch in gt. hAhan mit Beseitigung des grammatischen Wechsels, anord. hanga (vermischt mit dem starken Verb), ae. hangian, afr. hangia, hongia. Die Vermischung hat dann auch auf das alte Faktitivum („hängen“ trans.) übergegriffen: mhd. hengen, ahd. hengen, anord. hengja, afr. hingia (zu einer Variante davon s. unter henken). Das starke Verb führt zurück auf ig. *Konk- „hängen“, dessen Ausgangsbedeutung außer im Germanischen nur noch im Hethitischen (heth. gank- „hängen, wägen“) erscheint. Außerdem in übertragener Bedeutung „schwanken, unsicher sein/lassen“, die auch im Gotischen auftritt („in Unsicherheit lassen“), l. cUnctArI „zögern, schwanken, zweifeln“, ai. sáNkate „zweifelt, befürchtet, ist vorsichtig, mißtrauisch, sorgt sich“. Der weitere Anschluß an Wörter für „Haken u.ä.“ (Pokorny [1959/69], 537f.) wäre semantisch ansprechend (gewissermaßen „etwas aufhaken“, „etwas ist am Haken“), verträgt sich aber nicht mit der Flexion eines Primärverbs und muß deshalb aus morphologischen Gründen außer Betracht bleiben. Abstraktum: (An-, Ab-, Aus-, Um-)Hang; Nomen agentis: (An-)Hänger; Kollektivum: Gehänge; Adjektive: (an-, ab-)hängig, anhänglich; Konkretum: Anhängsel.
Ebenso nndl. hangen, ne. hang, nschw. hänga, nisl. hanga; Abhang, abhängig, anhängig, Hai, Hang, Henkel, henken, Verhängnis._
Rißleben, F.: Die Geschichte der Verbalgruppe „hAhan - hangen - hengen - henken“ (Diss. Greifswald 1931);
Seebold (1970), 249f. indogermanisch

Es trat zwar eine Differenzierung ein, aber wenn man das Etymologieprinzip ernst nimmt, …

As I häbs gsait bevore!
Da mag deine Tastatur reagieren wie sie will.:wink:

Fritz

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@ alle
Vielen Dank allen, die bei der Klärung behilflich waren. Vieles war mir wirklich neu. Der „Hänker“ war tatsächlich als Stilmittel gedacht.

Martin

dochdochdoch

Martin ist natürlich ein Anhänger der NRS (Neue
Rechtschreibung) und befolgt das Etymologieprinzip!

Das Grundverb heißt „hängen“, also müssen auch die
Derrivationen das „ä“ enthalten. Darum: Verhängnis, Gehänge,
die Hänge; darum auch „hänken“ und der Hänker!

Hallo Fritz,

die NDR verzichtet bei hängen/henken auf das Ethy…Äty…Etü…Herkunftsprinzip. In meinem Regelwerk, das ich übrigens heute so ca. zum dritten mal in der Hand hatte, steht das Wort „Hänker“ nicht drin, das Wort „Henker“ aber sehr wohl.

Paßt zum Gesamkunstwerk :wink:

Gruß
Christian

Hallo Christian,

die NDR verzichtet bei hängen/henken auf das
Ethy…Äty…Etü…Herkunftsprinzip. In meinem Regelwerk, das
ich übrigens heute so ca. zum dritten mal in der Hand hatte,
steht das Wort „Hänker“ nicht drin, das Wort „Henker“ aber
sehr wohl.

Das weiß ich schon. Aber Martin und ich gehn weiter als die offiziellen Sprachregulierer. Bis zum bitteren Ende, wie Ze do Rock uns das vorgemacht hat!

Paßt zum Gesamkunstwerk :wink:

Genau das ist es!;-}

Gruß

Fritz

Habe ich schon einmal gesagt, dass der Höhepunkt der Ironie erreicht wird, wenn sie ernst genommen wird.

Hier irrt Fritz …
Tut mir leid, Fritz, aber da muß ich doch Einspruch erheben.

Das Grundverb heißt „hängen“, also müssen auch die

„Hängen“ ist etwas, was das Subjekt selbst tut. Eine Uhr hängt an der Wand, demzufolge hat sie einen Aufh ä nger.
„Henken“ ist etwas, was ein Subjekt einem Objekt antut.
Ein Delinquent hängt sich nicht selbst auf. Er wird gehenkt von demjenigen, der den entsprechenden Beruf ausübt, dem Henker (sonst müßte dieser Man ja „Hänger“ heißen).
Dass in der heutigen Alltagssprache kein Unterschied zwischen Hängen und Henken gemacht wird ist zwar bedauerlich, aber für die Rechtschreibung nicht relevant
Zum Henker, nochmal!
Eckard.

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Gewonnen :smile: (o.w.T.)
Nix weiter, wirklich :wink: