Hallo,
verstehe alles bis zur Formel, darum wollte ich fragen ob Du
die einwenig einfacher aufschreiben kannst.
Einfacher aufschreiben?? „√“ bedeutet Quadratwurzel, und „/“ versteht sich als Bruchstrich. Zur Erklärung dafür, warum diese Formel richtig ist, verweise ich mal auf Dein Physikbuch.
Zu der von mir vorgeschlagenen Konstruktion gibts übrigens noch was zu sagen, und zwar folgendes.
Hängst Du auf der Erde eine Masse m an eine Feder mit der Richtgröße D und läßt sie daran auf- und abschwingen, dann schwingt die Masse nämlich genaugenommen gar nicht mit der Kreisfrequenz
ω = √(D/m),
sondern mit der Kreisfrequenz
ω = √(D/µ) mit µ := 1/(1/m + 1/MErde)
(µ = „reduzierte Masse“)
(wobei die Erde als perfekt starrer Körper idealisiert sein soll). Da MErde viel (viel viel…) größer ist als die m’s von Massen, die Menschen an Federn hängen können, stimmt µ so gut mit m überein, dass der Fehler in ω äußerst klein ist [*].
[*] Quantitativ: µ = 1/(1/m + 1/MErde) = m (1/(1 + m/MErde)) ≈(Taylor) m (1 + m/MErde). Die relative Abweichung µ/m – 1 ist also gerade gleich dem Verhältnis m/MErde und hat für m = 1 kg (MErde = 6E+24 kg) den Wert 1 / 6E+24 = 1.667E–25.
Im Falle der im Raumschiff betriebenen Waage muß man MErde durch MRaumschiff ersetzen. Je kleiner MRaumschiff und je größer m ist, desto mehr schwingt das Raumschiff in Gegenrichtung beim Wägevorgang und umso größer wird auch der Meßfehler. Im schlimmsten Fall, z. B. wenn man die Masse einer stecknadelkopfgroße Kugel aus Neutronensternsubstanz bestimmen wollen würde, würde das Meßobjekt praktisch ganz in Ruhe verharren und nur das Raumschiff (mit sehr kleiner Frequenz) schwingen. In diesem Fall würde die Formel „m = 2 D/ω²“ (fast genau) die Masse des Raumschiffs liefern!
Man könnte das Problem dadurch lösen, indem man die Konstruktion gar nicht am Raumschiff festschraubt, aber dafür dem Rahmen eine genau definierte Masse MRahmen gibt. Dann rechnet man mit µ = 1/(1/m + 1/MRahmen) und die Sache ist gut. Große Massen
(m >> MRahmen) lassen sich allerdings schlecht wiegen, weil µ und damit ω dann vorwiegend von MRahmen bestimmt wird.
Es geht aber viel besser, nämlich so:
# #
# M[] #
# | #
#-//////////-o-//////////-#
# | #
# X[] #
# #
###########################
o = Gelenk
| = Wagbalken (starre Stange)
[] = "Körbe"
In den X-Korb kommt das Testobjekt, in den M-Korb kommen Wägestücke (Eisenklumpen mit genau bekannten Massen). Bei jedem Start eines Pendelvorgangs (bisschen auslenken und dann loslassen) wird die Seite mit der schwereren Masse „zurückbleiben“. Nur wenn mM = mX ist, ist die Waage ausbalanciert, und beide Seiten schwingen synchron. mX ist dann gleich der Summe der Massen aller Wägestücke im M-Korb – klar. Im Grund ist es eine ordinäre Balkenwaage, bei der die notwendige Beschleunigung statt durch Erdschwerkraft durch Federn erzeugt wird (mit nur einer Feder gehts natürlich auch). Entscheidend ist, daß die Masse von X bei dieser Waagenversion durch Vergleich bestimmt wird – die Schwingungsdauer interessiert hier überhaupt nicht! Man kann damit theoretisch beliebig schwere Massen wiegen, vorausgesetzt, man hat auch schwere Wägestücke zur Verfügung.
Gruß
Martin