Hallo Eva!
Zum Betrieb würde Strom benötigt (man spricht wohl von einem Verhältnis von 1 : 4…
1:4 ist per Wärmetauscher im Boden in ausreichender Tiefe und geeigneter Bodenbeschaffenheit und -Feuchtigkeit machbar. Bei einer mit Außenluft betriebenen Wärmepumpe ist solches Verhältnis Wunschdenken.
Das alles bei einer Investition von ca. 15 - 20000.
Weil wir gerade beim Wunschdenken sind: 15 - 20 T€ mag für die Wärmepumpe reichen, aber die Wärmepumpe ist noch nicht einmal die halbe Miete und wenn Du die andere Hälfte realisierst, brauchst Du keine Wärmepumpe mehr.
Etwas genauer: Hinsichtlich des Energiebedarfs sind die meisten Gebäude, die vor den 1990er Jahren gebaut wurden, als nicht mehr zeitgemäß einzustufen. Ein Energiebedarf pro Quadratmeter und Jahr von 300 bis 500 kW wurde als normal angesehen. Ein modernes Wohngebäude nach der EnEV (Energieeinsparverordnung) kommt auf einen Energiebedarf von weniger als 50 kW pro Quadratmeter und Jahr. Mit etwas Technikeinsatz insbesondere in der Belüftung sind je nach Lage und Bauart auch 20 kW pro Quadratmeter und Jahr möglich.
Die Angabe des Energiebedarfs in kW empfinden Laien erfahrungsgemäß als sperrig. Deshalb drücke ich die kW in Litern Heizöl aus. Dabei entsprechen 10 kW rund 1 l leichtem Heizöl EL. Mit anderen Worten: Früher fand man es normal, pro Quadratmeter und Jahr 30 bis 50 Liter Heizöl zu verbrauchen. Ein EFH mit 120 m² Wohnfläche kommt damit jährlich auf 3.600 bis 6.000 Liter Heizöl. Manche Hütten aus den 50er bis 70er Jahren kommen damit noch gar nicht aus. Ein modernes Haus mit Niedrigenergiestandard braucht 2 bis 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr, was bei 120 m² einen Heizölbedarf von 240 bis 600 Litern bedeutet. Bei dem bißchen Zeug ist es schon fast egal, ob Du feinstes Olivenöl, schottischen Whisky oder Nagellackentferner verfeuerst; die Brennstoffkosten zwingen Dich jedenfalls nicht mehr in die Knie.
Das Problem ist also, daß sich große Investitionen für eine Wärmepumpe bei geringen Energiebedarf nicht mehr rechnen. Andererseits bekommst Du mit einer irgend bezahlbaren Wärmepumpe einen alten Energiefresser auf dem Stand des vorigen Jahrhunderts nicht warm.
Soll heißen: Dein Streben muß darauf gerichtet sein, den Energiebedarf Deines Hauses zu minimieren.
Bei Solarheizung hätte ich eine natürliche Wärmegewinnung, bin
aber weiterhin von Öl abhängig…
Solare Wärmegewinnung funktioniert im Sommer ganz wunderbar. Aber bei derzeit 28°C im Schatten willst Du vermutlich nicht heizen. Das Problem ist also nicht die solare Wärmegewinnung, sondern die Speicherung. Ohne Speicherung ist solare Heizung sinnfreie, teure Spielerei. Praktikable Saison-Speichertechnik ist noch nicht marktreif und sie hat bei Gebäuden mit Niedrigenergiestandard ein ähnliches Problem wie die Wärmepumpe: Sie wird sich in überschaubarer Zeit von z. B. 15 bis 20 Jahren nicht amortisieren.
Wenn Du beim Energiebedarf auf einen zeitgemäßen Stand kommst, gehen die Kosten für den Brennstoff im Rauschen unter. Ich halte es für einen Irrweg, steigenden Energiepreisen mit der Wahl des Brennstoffes begegnen zu wollen. Du mußt statt dessen den Energiebedarf senken.
Gruß
Wolfgang