Guten Morgen
Oliver-Michael.
zu Frage 1)
Können Schusswassen bei Regen überhaupt funktionieren?
Moderne Handfeuerwaffen funktionieren auch bei Regen (selbst im Monsun).
„Modern“ bedeutet: Handfeuerwaffen welche nitrogeladene Patronen verwenden. Schwarzpulvergeladene Patronen sind ausgesprochen feuchtigkeitsempfindlich (Kondenzfeuchtigkeit innerhalb der Patronenhülse macht Schwarzpulver unbrauchbar). Bis auf Spezialpatronen sind alle heutigen Patronen (seit dem WW I) nitrogeladen.
zu Frage 1b)
Ist ein Waffe unbrauchbar, wenn sie mal unter Wasser war?
Normalerweise nicht. Dies ist natürlich zum Einen eine Frage der Zeitdauer des „Unterwasserliegens“ und zum Anderen eine Frage des Wassers selbst (Salzwasser ist agressiver gegenüber „ungeschützten“ Stahlwaffen). Ich kenne den erwähnten Film nicht und gehe, aus der Formulierung der Fragestellung heraus, nun mal davon aus, dass die Zeitdauer begrenzt war (wenige Tage) und es sich wohl nur um relativ weiches Wasser handelt (also nicht unbedingt ein Hafenbecken).
Auf die Problematic der sogenannten „Rohrkrepierer“ durch Wasser (andere Flüssigkeiten wie z.B. auch Öl) hat Herbert Gozambo ausreichend hingewiesen.
zu Frage 2)
Wie nennt man das, wenn man „ganz schnell“ hintereinander
ballert; äh Dauerfeuer oder wie?
Diese Frage wurde wahrscheinlich schon korrekt beantwortet:
Vorweg: Es wird unterschieden zwischen sogenannte „Halbautomaten“ (z.B. Selbstladepistolen) und sogenannten „Vollautomaten“ (z.B. Schnellfeuergewehre, Maschinengewehre oder Maschinenpistolen).
Mit einem Halbautomaten muss, um „ganz schnell hintereinander zu ballern“ der Abzug für jeden Schuss einzeln betätigt werden. Je nach Übung des Schützen kann das wirklich sehr schnell sein. Man bezeichnet dies als schnelles Einzelfeuer.
Dies ist sogar eine olympische Disziplin (OSP). Die Schützen müssen binnen vier (4) Sek fünf (5) einzelne Schuss auf fünf (5) verschiedene Scheiben abgeben. Bei dieser Disziplin kommen halbautomatische Pistolen im cal .22short zum Einsatz.
Es gab in den 60-er Jahren einen U.S.Amerikansichen Kunstschützen welcher mit einem Revolver (Smith & Wesson Masterpiece cal .22) tatsächlich mehrere in die Luft geworfene Spielkarten zu treffen vermochte. Sein Name war Ed (sorry, der vollständige Name ist mir entfallen). Ein wesentlich bekannterer Kunstschütze war der U.S.Amerikanische Komiker Jerry Lewis. Er vermochte, übrigends mit dem gleichen Smith & Wesson Revolver, im inszenierten Herabfallen von einem Barhocker (also während des Fallens) mindestens zwei auf dem Tresen stehende Gläser zu treffen. Aber dies nur als Randbemerkungen zu sehr geübten Schützen und zum „schnell ballern“.
Bei einem Vollautomaten wird der Abzug betätigt und die Waffe gibt einen Schuss ab, wirft die leere Patronenhülse aus, lädt eine neue volle Patrone in das sogenannte Patronenlager und lösst den nächsten Schuss aus (gibt den Schuss ab), wirft wiederum die leere Patronenhülse aus, lädt wiederum eine neue volle Patrone in das Patronenlager und lösst wiederum den nächsten Schuss aus… (das geht immer so weiter) bis entweder der Schütze den Abszug wieder loslässt oder das Magazin leer ist. Dieser Vorgang wird als Dauerfeuer bezeichnet. Moderne Vollautomaten können zwischen Einzelfeuer und Dauerfeuer (manchmal/selten auch als Reihenfeuer bezeichnet) umgeschaltet werden. Ganz moderne Entwicklungen (Schnellfeuergewehre) haben eine Dauerfeuerbegrenzung, welche den Dauerfeuervorgang auf eine limitierte Schusszahl mechanisch begrenzt (meist 3 Schuss). Dieses Dauerfeuer ist sehr schnell und typisch für Maschinenpistolen.
Ich hoffe ich konnte die Fragen ausreichend beantworten und dass diese kurze Einlassung hilfreich war.
Freundliche Grüsse
Anonym
PS: Gerne stehe ich über die „Experten Anfrage“ zur Verfügung (nur als dezenter Hinweis -> Namensangabe in Überschrift).