Hi,
Du läßt offen, ob Du an einem einzigen
Samstag 1000 verschiedene Tips abgibst, oder ob Du an 1000
Samstagen nacheinander jeweils nur einen Tips abgibst. Das
macht einen Unterschied.
Gibt es diesen Unterschied hier wirklich?
Ja, denn die beiden Fälle sind prinzipiell von ganz anderer Natur. Allerdings sind die Wahrscheinlichkeiten hier für beide Szenarien fast gleich groß, was daran liegt, daß 1000 sehr viel kleiner als 14 Millionen ist.
Man nehme einen
Würfel mit X Seiten (etwa 6,12 oder 14 Mio.). Tippe ich nun
auf ein Ergebnis und würfle, habe ich die Chance 1/X zu
gewinnen. Tippe ich (gleichzeitig) auf Y verschiedene
Ergebnisse und würfele einmal, habe ich die Chance Y/X zu
gewinnen.
Ja!
Tippe ich nun Y mal auf 1 Ergebnis (nicht
notwendigerweise verschiedene) und würfle Y mal, habe ich bei
unabhängigen Ereignissen, wie es Würfel und Lotto bieten
sollten, nach meinem Verständnis Y*(1/X) Chancen bzw. im
Mittel die Chance Y/X.
Nein! Wirf einen gewöhnlichen Spielwürfel sechs Mal; dann ist X = 6 und Y = 6. Gemäß Deiner Formel Y*1/X müßte dann die Wahrscheinlichkeit, einen Sechser zu erzielen, Eins betragen – der Sechser müßte also mit Sicherheit erscheinen. Das ist natürlich nicht der Fall, denn es ist ja durchaus möglich, daß die Sechs bei einer Sechser-Serie durch Abwesenheit glänzt. Dasselbe kann sogar bei Serien beliebiger Länge passieren, auch wenn es mit wachsender Länge immer unwahrscheinlicher wird.
Im zweiten Fall liegt eine sogenannte Bernoulli-Kette vor. Die Bernoulli-Formel gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ereignis „k Treffer bei einer Serie der Länge n“ auftritt, nämlich
pk = (n über k) p^k (1 – p)^(n – k)
mit p = Wahrscheinlichkeit des Einzelereignisses.
Die Wahrscheinlichkeit für 1000 verschiedene Tips an einem Samstag beträgt (p = 1/(49 über 6) = 1/13983816)
1000 p = 7.151124E-5;
die Wahrscheinlichkeit, bei je einem Lottotip an 1000 Samstagen genau einen Sechser zu erzielen, dagegen nach der Benoulli-Formel
1000 p (1 – p)^(1000 – 1) = 7.1506E-5
Bei der Bernoulli-Kette darfst Du nicht nur die k Treffer mit Wahrsch.keit p betrachten, sondern mußt auch noch die n – k „Nicht-Treffer“ mit Wahrsch.keit 1 – p verrechnen. Die Nicht-Treffer werden in dem Faktor (1 – p)^(1000 – 1) berücksichtigt.
Die Wahrsch.keit für „mindestens eine Sechs“ bei einer Sechser-Würfelserie (oder 100er-Serie) auszurechnen, überlasse ich Dir.
Gruß
Martin