Einschläfern heißt es nur bei Tieren. Bei Menschen heißt es bestenfalls “Todesstrafe”.
Umweltminister Backhaus zum Versuch, den Wal in einer Barge zu retten:
„Hätten wir diese Methoden schon am Anfang in Niendorf gehabt, hätten wir nicht mit einer Chance von 0,1 Prozent gearbeitet, sondern vielleicht mit 60 bis 70 Prozent Sicherheit, ihn heil herauszubekommen.“
Ich fürchte, dass ist keine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern das hat er sich gerade ausgedacht, weil er ziemlich unter Druck steht.
Bei beidem heißt es korrekterweise Euthanasie.
Für den Wal wäre es, wenn es gut und richtig gemacht worden wäre, keine „Strafe“ sondern eine Erlösung gewesen -weil man aber nicht wusste wie man es „gut und richtig“ macht bei diesem Wal, hat man es lieber gelassen
„Einschläfern“ heißt es deswegen, weil bei manchen dieser Euthanasiemittel vorher starke Barbiturate gegeben werden, die erstmal einen sehr tiefen Schlaf verursachen ….
Worauf basiert diese Meinung? Wieso soll das eine Erlösung sein?
Jetzt wurde heute auf derselben Insel noch ein toter Wal entdeckt. Wie lange er dort schon liegt, weiß man noch nicht. Sieht aber danach aus, als wäre es schon etwas länger, er dürfte bereits durch den Verwesungsprozess geplatzt sein. Was ja ein normaler Prozess ist. Dieser Wal ist zwar wahrscheinlich unaufregender verstorben als Timmy. Aber ich als absoluter Wal-Nicht-Experte frage mich, ob sich das momentan häuft? Es kommt doch eher selten vor, dass große Walkadaver gefunden werden. Oder wirkt das nur so, weil medial massiv aufgesprungen wird? Die Medien sollen gerne aufspringen! Aber dann bitte auch zum Thema machen, was relevant ist. Welchen Beitrag leisten wir Menschen? Also außer Unterwasserlärm und 1,5 Millionen Euro?
Die Medien haben Verantwortung, sie können Aufmerksamkeit für Meeresschutz oder Umweltthemen generell schaffen. Aber sie neigen massiv dazu, übertrieben schnell emotional auf Einzelfälle aufzuspringen. Gleich entsteht der Eindruck, überall stranden jetzt die Wale. Sie sollten informieren und sensibilisieren, aber schaffen eine Stimmung und verstärken diese dann als Selbstläufer.
Vielleicht gab es schon vor Timmy den einen oder anderen toten Wal dort, aber er wurde nicht gesehen. Nicht von den Inselbewohnern und nicht von den Kameras. Unsere Wahrnehmung hängt davon ab, was wir sehen. Was ist die Erkenntnis für den Meeres-/Tierschutz??
Hallo,
das wichtigste sind Schlagzeilen.
Informationen sind unwichtig, Hauptsache Klatsch und Aufreger für die Auflage.
Egal ob Printmedien oder die elektronischen.
Im Rahmen meiner beiden Äußerungen weiter oben habe ich heraus gefunden, dass es nirgendwo auf der Welt eine offizielle Statistik über Wal-Strandungen gibt. Es ist also praktisch unmöglich, zu sagen, ob es mehr Strandungen gibt, oder ob sie derzeit nur mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten.
Ich fand aber Hinweise, dass man sich in einigen Ländern über Deutschland lustig machte, weil man bei uns scheinbar mit Live-Ticker über das Verenden eines einzelnen Tieres berichteten.
