Quelle: Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Newsblog
Update vom 10.03.2026: Artbestimmung noch nicht eindeutig möglich
Die Haut des Wals zeigt eine untypische Struktur, die eventuell durch Pilze oder andere Mikroorganismen verursacht sein könnte. Das Tier wirkt schlanker als ein gesunder Buckelwal – dies könnte auf einen schlechten Ernährungszustand hindeuten.
Update vom 24.03.2026: Aktuelle Lage
Der Gesundheitszustand des in der Lübecker Bucht gestrandeten Buckelwals ist besorgniserregend – sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend
Update vom 01.04.2026: Lage weiterhin kritisch
Fachliche Bewertungen zeigen, dass der Wal bereits mehrere Merkmale aufweist, die typisch für Tiere in einem fortgeschrittenen Schwächezustand sind und auf ein mögliches Verenden hindeuten. Dazu zählen insbesondere die wiederholten Strandungen, die deutlich reduzierte Vitalität sowie die fehlende Reaktion auf äußere Reize.
In solchen Situationen führen Eingriffe häufig nicht zu einer nachhaltigen Rettung, sondern können das Leiden des Tieres verlängern. Ein natürlicher Verlauf – so schwer er auch zu akzeptieren ist – entspricht in vielen Fällen dem geringeren Eingriff in das Tierwohl.
Update vom 07.04.2026: Gutachten bestätigt nochmals kritischen Zustand des Wals
Ein umfassendes Gutachten von Expert:innen des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) und des Deutschen Meeresmuseums (DMM) bestätigt, dass der Gesundheitszustand des Buckelwals sich weiter verschlechtert hat. Der Wal zeigt kaum noch Reaktionen auf äußere Reize. Seine Haut weist deutliche Ablösungen sowohl an den freiliegenden als auch den von Wasser bedeckten Partien auf. Dieser Zustand schließt einen Einsatz von Gurten o.ä. aus. Folgeschäden an den inneren Organen sind aufgrund der inzwischen mehrtägigen Liegezeit im flachen Wasser und des daraus resultierenden Drucks sehr wahrscheinlich. Des Weiteren wurden nun Verletzungen sichtbar, die unter anderem von einer Schiffsschraube stammen könnten. Abdrücke auf der Haut deuten auf den Kontakt mit Fischereinetzmaterial hin.
Der Wal liegt in seiner Position unverändert bei einem derzeitigen Wasserstand von etwa 1,40 Metern in weichem Sediment vor der Insel Poel. Aufgrund seines stark geschwächten Allgemeinzustands wird ein eigenständiges Freikommen aktuell ausgeschlossen.
Unklar ist, wann das Tier versterben wird. Anders als bei einer Strandung an Land, bei der von einer Überlebensdauer von etwa fünf Tagen ausgegangen wird, wird der Wal aktuell noch teilweise vom Wasser getragen. Dadurch kann sich die Überlebenszeit verlängern, auch wenn sich sein Zustand weiter verschlechtert.
Und so weiter und so fort.
Quelle: Wirtschaftswoche
In Spanien und Portugal stranden viel häufiger Meeressäuger als in Deutschland. Eine verlässliche Statistik gibt es zwar nicht, aber nach Medienberichten dürften es zwischen 20 und 50 pro Jahr sein. Vor allem auf den zu Portugal gehörenden Azoren-Inseln im Atlantik, wo die natürlichen Wanderwege der Tiere verlaufen, werden immer wieder geschwächte oder kranke Tiere angespült.
Die meisten Strandungen betreffen Zwergwale, Pottwale und Delfine. Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos, etwa im April 2022, als ein junger Pottwal südlich von Lissabon strandete. Tierschützer, Feuerwehrleute und die Polizei versuchten, das Tier mit Kränen, Planen und Wasser zurück ins Meer zu bringen. Der Wal starb jedoch. Eine Obduktion ergab, dass er krank war.
In Dänemark strandeten allein in diesem Jahr schon mehrere Wale, zuletzt im Februar etwa sechs Pottwale vor der Küste der Nordseeinsel Fanø. Nach Einschätzung der Umweltbehörde lebte mindestens eines der Tiere zunächst noch. Einen Rettungsversuch unternahmen die Dänen nicht. Auch einschläfern wolle man den Wal nicht, hatte die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern zuvor beschlossen.
„Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren“, hieß es. „Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann.“ Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.
Auch Buckelwale und andere Arten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen – vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.
Quelle: Spiegel
„Um 19.30 Uhr schwammen die Wale im tiefen Wasser, vier Kilometer vor der Küste“, meldet die Walschutzorganisation Project Jonah auf ihrer Facebook-Seite. 64 Grindwale konnten bei einer Flut am Samstagmittag erfolgreich der tödlichen Küste entkommen, an der sie am Freitag gestrandet waren. „Viel Liebe wurde an diesem Valentinstag gezeigt - kia kaha!“ - „Seid stark!“, schreiben die Walretter.
Weitere 130 Tiere haben es allerdings nicht geschafft, sie starben an der Landzunge Farewell Spit im Norden der neuseeländischen Südinsel. Es war eine der größten Walstrandungen in der Geschichte des Landes.
Also 30% Überlebenschance. Und das bei deutlich kleineren und leichteren Tieren. Um nur mal einen Bericht von der Südhalbkugel zu nehmen. Dort gibt es sogar regelrechte Programme, die Tiere wieder ins Meer zurück zu bringen. Wie viele wirklich überleben kann niemand sagen, das es bis heute keine Programme zur weiteren Verfolgung gibt.