Wann gründen & Ausgaben

Hallo,

angenommen, jemand hat DIE Geschäftsidee für sich gefunden.

  1. Wann macht es mehr Sinn, das Gewerbe anzumelden - vor der Jahreswende oder erst 2006? Was hat welche Vor- /Nachteile?
    Die Ich-AG-Förderung gibt es noch bis Ende Juni 2006, richtig?

  2. Wo erfährt man, wie viele Abgaben (Versicherung, Steuern, Krankenkasse…) man ungefähr hat? Es geht nicht um die genaue Stelle hinter dem Euro, aber schon genauer als „die Hälfte bleibt übrig“. Gibt es da irgendeinen schlauen Rechner im Internet? Man kann ja nicht überall anrufen…

Gruß
Tato

Internet? Man kann ja nicht überall anrufen…

Wenn Dir diese paar Anrufe schon zuviel sind, solltest Du Dir vielleicht überlegen, ob Du wirklich selbstständig sein willst.

Internet? Man kann ja nicht überall anrufen…

Wenn Dir diese paar Anrufe schon zuviel sind, solltest Du Dir
vielleicht überlegen, ob Du wirklich selbstständig sein willst.

Derjenige vermutet aber, dass er keine „in etwa“ Auskunft bekommt, ohne Formalitäten, Plan und weitere Unterlagen vorzulegen und einen persönlichen Termin auszumachen. Versuche mal am Telefon zu erfahren, wie hoch in etwa (!) die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind. Das geht nicht - „Kommen Sie doch vorbei“…
Das Prozedere ist ja auch nicht weiter schlimm, doch die Planung ist noch nicht so weit fortgeschritten und es geht vorerst nur um eine grobe Schätzung der Ausgaben (und damit der erforderlichen Einnahmen).
Kann da niemand sagen für xy muss man so etwa xx% einplanen?

Wenn alles weitere steht, kann derjenige einen Termin vereinbaren und über die genauen Kosten reden.

Hallo,
wenn dieser jemand dieses Jahr steuerpflichtig beschäftigt war und
für sein Vorhaben Investitionen tätigt, dann kann es vorteilhaft sein, dieses Jahr anzufangen. Die Ausgaben würden dann zu einer Steuerrückzahlung führen.
Zu 2:
Steuern werden ab ca. 8000 € Gewinn p.a. fällig. Krankenkasse liegt bei ca. 250 € p.M. und für Ich-Ag-ler bei 175 €. Empfehlung: In der gesetzlichen Kasse bleiben.
Ansonsten…Googeln.

HTH

Fritz

Hi,

Derjenige vermutet aber, dass er keine „in etwa“ Auskunft
bekommt, ohne Formalitäten, Plan und weitere Unterlagen
vorzulegen und einen persönlichen Termin auszumachen.

Das „in etwa“ ist ziemlich naiv gedacht. Denn ein guter Anbieter wird dir ein sehr individuelle Lösung anbieten müssen. Wir schreiben hier ja nicht über eine KFZ Versicherung, ein Massenprodukt.

Versuche mal am Telefon zu erfahren, wie hoch in etwa (!)
die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind. Das geht nicht - „Kommen Sie doch vorbei“…

So ist es auch richtig. Gerade diese Versicherungsart muß ebenfalls sehr individuell errechnet werden.
guckst du hier:
/t/gesundheitsfragen-bei-berufsunfaehigkeitsv/2843086

dann solltest du erkennen, daß man gerade solch eine Versicherung nicht am Telefon erfragen kann.

mfg Ulrich

angenommen, jemand hat DIE Geschäftsidee für sich gefunden.

  1. Wann macht es mehr Sinn, das Gewerbe anzumelden - vor der
    Jahreswende oder erst 2006? Was hat welche Vor- /Nachteile?
    Die Ich-AG-Förderung gibt es noch bis Ende Juni 2006, richtig?

Ein paar Gedanken dazu:
http://www.klicktipps.de/gewerbe_faq.htm#welches_jahr

Gruß
Joku

Hallo,

ich möchte noch einmal eine Frage anschließen…
Welche Rechtsform eignet sich bei den folgenden Bedingungen:

  1. der Gründer stellt keine Mitarbeiter ein
  2. der Gründer hat keinen Hochschulabschluss, sondern nur eine kaufmännische Ausbildung
  3. der Gründer möchte nur Seminare geben
  4. der Gründer möchte nichts verkaufen
  5. der Gründer ist nicht an eine Firma gebunden

Eine selbständige Freiberuflichkeit kommt ja wegen 2. nicht in Frage, oder etwa doch?

Gruß
Tato

Hallo,

hab das ganze Gründungsszenario erst vor kurzem wieder bei einem nahen bekannten mitbekommen, und klar vieles wirst du erst wissen wenns „gründen“ vorbei ist.

Aber was Versicherungen betrifft, so sind die meisten Versicherungsmakler kostenlos und verdienen nur an der Provision… Und gründe keine Versicherungen abzuschließen gibts schließlich viele, „mache mich doch nicht selbstständig, kein Geld etc.“ Würde mir halt nicht unbedingt wen ins Haus holen, weil aus einem Büro kannst du immer aufstehen und einfach gehen… ach ja und bei der gesetzlichen z.B. Aok oder so, dürfte die Infos auch kein Problem sein.

Zur Rechtsform noch, als Einzelfirma kann sich jeder selbstständig machen, da muss kein Hochschulabschluss da sein und für den Anfang finde ich das immmer noch die schlauste Lösung (fallen keine großen Kosten wie z.b. Notar, etc. an wie bei GmbH…)und auf andere Rechtsformen umsteigen ist eh auch später kein Problem

Würd mal bei der IHK nachfragen, die haben da ganz nette Broschüren und Beraten auch kostenlos.

Was Steuern betrifft, geh ins Netz da gibt Einkommenssteuertabellen und da siehst du was du abgeben musst, oder ruf im Servicezenter beim Finanzamt an (könnte allerdings frustriend sein)…

So ach ja ein Steuerberater hilft auch bei solchen Fragen weiter…

Liebe Grüße
Jogi

Hallo Jogi,

Zur Rechtsform noch, als Einzelfirma kann sich jeder
selbstständig machen, da muss kein Hochschulabschluss da sein
und für den Anfang finde ich das immmer noch die schlauste
Lösung (fallen keine großen Kosten wie z.b. Notar, etc. an wie
bei GmbH…)und auf andere Rechtsformen umsteigen ist eh auch
später kein Problem

Ist es nicht besser, sich als Freiberufler selbständig zu machen? Sind die Abgaben da nicht geringer?
Als Einzelunternehmer kann er sich immer selbständig machen…

VG
Tato

Hi,

Ist es nicht besser, sich als Freiberufler selbständig zu
machen?

guckst du hier:
http://www.debs-faq.de/l72de/Haeufige_Fragen_FAQ/Gew…
und hier:
http://www.debs-faq.de/l82de/Haeufige_Fragen_FAQ/Auf…

Freiberufler kann man nicht so einfach werden.

mfg Ulrich

Hallo Ulrich,

Ist es nicht besser, sich als Freiberufler selbständig zu
machen?

guckst du hier:
http://www.debs-faq.de/l72de/Haeufige_Fragen_FAQ/Gew…
http://www.debs-faq.de/l82de/Haeufige_Fragen_FAQ/Auf…

Zugegeben, die beiden Links kannte ich schon und sie haben uns leider nicht weitergeholfen.

Im Gesetz steht:
„Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit“
Ein Seminarleiter geht doch einer unterrichtenden Tätigkeit nach.

„Voraussetzung ist, daß er auf Grund eigener Fachkenntnisse…“
Tja, leider hat er keine nachweisbaren (also so schön auf Papier) Fachkenntnisse.

„Die Freien Berufe haben im allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung“
Eine besondere berufliche Qualifikation hat er nicht. Und nun?
Vielleicht kann uns ja das Finanzamt weiterhelfen.

Trotzdem wissen wir immer noch nicht so ganz genau, ob es (steuer-)rechtlich erstrebenswert ist, Freiberufler zu sein…

Gruß
TaTo

Hi TaTo,

Ein Seminarleiter geht doch einer unterrichtenden Tätigkeit
nach.

Jep. Paßt. Erstmal.

Tja, leider hat er keine nachweisbaren (also so schön auf
Papier) Fachkenntnisse.

Die hat ein Künstler doch auch nicht unbedingt. Nicht jeder Künstler hat eine entsprechende Hochschule besucht. Überlegt euch, was ihr an Nachweisen erbringen könnt.

Eine besondere berufliche Qualifikation hat er nicht. Und nun?
Vielleicht kann uns ja das Finanzamt weiterhelfen.

Nur das FA kann euch den Status Freiberufler zuerkennen. Das müßt ihr wirklich mit denen ausdiskutieren.

vielleicht hilft das ein wenig weiter:
http://www.managerseminare.de/msemi/2884075/frontend…

Trotzdem wissen wir immer noch nicht so ganz genau, ob es
(steuer-)rechtlich erstrebenswert ist, Freiberufler zu sein…

Nun ja, ein FB zahlt keine Gewerbesteuer und benötigt lediglich eine einfache Buchführung (Einnahme/Überschuß).

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewerbesteuer
http://rechnungswesenforum.de/gewerbesteuer.htm

Vom Gewerbeertrag (grob: der Gewinn) wird ein Freibetrag von 24.500 EURO abgezogen, der Rest unterliegt der Besteuerung.
Unterhalb dieses Freibetrages spielt deine Frage keine Rolle.

Aber:
Der Freiberufler muß ständig aufpassen, daß er nicht doch in gewerblichen Dingen tätig wird. Dein Beispiel: Der Seminarleiter fängt an, zum Seminar passende Materialien zu verkaufen. In geringem Umfang nicht schädlich, aber in größerem ja. Soll heißen: der Status des FB ist dann futsch, wenn zuviele gewerbliche Tätigkeiten ausgewiesen werden.
Stichwort: Abfärberegel

mfg Ulrich

Hallo Ulrich,

Tja, leider hat er keine nachweisbaren (also so schön auf
Papier) Fachkenntnisse.

Die hat ein Künstler doch auch nicht unbedingt. Nicht jeder
Künstler hat eine entsprechende Hochschule besucht. Überlegt
euch, was ihr an Nachweisen erbringen könnt.

Was für Nachweise meinst du? Er hat nichts schriftliches und auch nirgendwo teilgenommen. Er ist halt sehr gerne mit Menschen zusammen und mag den „andrehenden“ Einzelhandel absolut nicht mehr.
Was ist, wenn man keine Nachweise findet?

Vielleicht kann uns ja das Finanzamt weiterhelfen.

Nur das FA kann euch den Status Freiberufler zuerkennen. Das
müßt ihr wirklich mit denen ausdiskutieren.

Kann man da wirklich diskutieren? Dann versuchen wir das mal. Verlieren kann man ja nichts. Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Eigentlich ja beim Anmelden des Unternehmens, aber muss die Rechtsform nicht im Businessplan festgelegt werden?

vielleicht hilft das ein wenig weiter:
http://www.managerseminare.de/msemi/2884075/frontend…

Ja, es hat geholfen. Leider können wir nicht den ganzen Artikel lesen, aber es hat gezeigt, was wir geahnt haben: Freiberuflich kommt eher nicht in Frage.

Trotzdem wissen wir immer noch nicht so ganz genau, ob es
(steuer-)rechtlich erstrebenswert ist, Freiberufler zu sein…

Nun ja, ein FB zahlt keine Gewerbesteuer und benötigt
lediglich eine einfache Buchführung (Einnahme/Überschuß).

Hat ein Freiberufler auch irgendwelche Nachteile?

Vom Gewerbeertrag (grob: der Gewinn) wird ein Freibetrag von
24.500 EURO abgezogen, der Rest unterliegt der Besteuerung.
Unterhalb dieses Freibetrages spielt deine Frage keine Rolle.

Naja, er wollte schon oberhalb des Freibetrages liegen…

Der Seminarleiter fängt an, zum Seminar passende Materialien zu
verkaufen. In geringem Umfang nicht schädlich, aber in
größerem ja. Soll heißen: der Status des FB ist dann futsch,
wenn zuviele gewerbliche Tätigkeiten ausgewiesen werden.

Das ist eigentlich nicht geplant, aber man weiß ja nie…

Gruß
TaTo

Hallo,

wir haben heute ein paar Behördengänge erledigt.
Beim Finanzamt hieß es zuerst, dass diese Seminare nicht freiberuflich sind. Nachdem wir gesagt haben, das dies ja eine Form von Unterricht ist, meinte der Kollege, dass es dann doch freiberuflich ist.
Naja, ich denke mal, wir versuchen es darüber.
Was meint ihr?

Die Krankenkasse hat uns auch nett beraten. Jetzt können wir schon einmal kalkulieren.

Die Ich-Ag-Förderung ist auch für nächstes Jahr beantragt (wurde jetzt anscheinend offiziell um ein halbes Jahr verlängert).
Ich hoffe, wir können dem Frieden trauen.

So, jetzt drücke ich die Daumen, dass alles klappt.

Gruß
Tato