Wann und wie sagen, daß...?

Hallo Experten!

Gefragt ist Eure Meinung bzw. Erfahrungen! Im Voraus Danke!

Also:

Ein Kind A lebt bei seiner Mutter B. Sein Vater C will eigentlich nichts von ihm wissen. B und C waren nie verheiratet (weder miteinander noch mit sonst wem) waren aber kurz befreundet, bis B schwanger wurde. Da C unbedingt wollte, daß B abtreibt, diese aber das grundsätzlich ablehnte, brach die Beziehung. C kennt A nicht (hat ihn einmal kurz gesehen) Das alleeinzige was C für A macht ist zwangsläufig Unterhalt zu zahlen. Mehr nicht. Allerdings seitens B wurde immer wieder versucht, daß es sich eine Beziehung zw. A und C baut. Dies jedoch scheiterte an der Wille Cs. Und das hat sich bis jetzt in keinster Weise geändert. B wurde es sehr begrüßen, wenn C wenigstens ein bißchen Interesse an A zeigen würde, geschweige denn, wenn C versuchen würde eine Beziehung oder ein Bezug auf A aufbauen würde.

Jetzt hat B eine wunderschöne Beziehung mit D eingegangen. D ist ein Vater für A und als solche gehen sie miteinander um. Für A ist D sein Vater. B unterstützt diese Einstellung insofern, weil sie denkt, daß das „Wort“ Vater nicht auf die Zeugung ruhrt, sondern vielmehr auf die Beziehung und den täglichen Umgang mit dem Kind. Und das ist einzig und allein D.

Und jetzt die Frage:

B möchte schon, daß A weiß, daß irgendwo auf die Welt jemand gibt, der Unterhalt für ihn zahlt (wenn auch nur zwangsläufig) und daß seine Gene und Blut trägt.

  1. Wann denkt Ihr es ist das richtige Alter dafür? Warum dann (und nicht früher oder später)?
  2. Wie bzw. mit welchen Wörtern würdet Ihr das dem Kind beibringen?
  3. Kennt Ihr evtl kindsgerechte Büchern, um das dem Kind schonend beizubringen? (Dabei denke ich an Bücher ähnlich wie diese die Sexualität für Kinder erklären -sorry für den schrecklichen Satz, fällt mir aber kein anderen ein! Danke!)

Also ich hoffe nur, mich einigermaßen ausgedrückt zu haben, daß jeder das versteht…

Und nochmals im Vorfeld vielen Dank!

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo Helena,

erstmal, am besten in eine Buecherei oder eine
gute Buchhandlung gehen. Es gibt diese Buecher. Diese
Familienkonstellation ist heute so haeufig, dass es dazu
bestimmt Literatur gibt. Auch Buecher ueber Scheidungen
koennten helfen. Wenn du nichts Ansprechendes
findest, schau dich mal bei Buechern fuer adoptierte Kinder
um. Da gibt es schon Bilderbuecher fuer Zweijaehrige zu
dem Thema. Und auch wenn sie auf eure Situation nicht
genau zutreffen, kannst du dir bestimmt Anregungen holen.
Auch dort geht es um weniger schoene Geschichten, die vor
der Geburt des Kindes passierten, aber das Leben des Kindes
bestimmen.

Zum zweiten wuerde ich es halten, wie z.B. bei uns
mit der Adoption: so frueh wie moeglich, so ehrlich
wie moeglich. Und kindgerecht und altersentsprechend.
Wir haben unseren Kindern praktisch schon im Windel-
alter erzaehlt, dass sie adoptiert sind. Ganz am Anfang
war das weniger fuer die Kinder, als mehr fuer uns:
wir hatten nie Angst, das Wort „adoptiert“ auszusprechen,
es konnte sich keine Barriere aufbauen. Wir mussten
uns auch nie Gedanken darueber machen, wann der richtige
Zeitpunkt war, weil es nie ein : „ab jetzt“ gegeben
hat.

Und vor allen Dingen: positiv.
Erzaehl von einer Liebesgeschichte (auch wenn du das
jetzt nicht mehr so siehst oder sehen kannst) und
dass es trotz der Gefuehle und der schoenen Zeiten
manchmal unmoeglich ist, fuer die zwei Menschen zusammen-
zubleiben. Dein Sohn soll wissen, dass er aus Liebe ent-
standen ist (wenn das - bei einer Adoption nicht mal so
selten - absolut nicht stimmt, vielleicht weil eine Ver-
gewaltigung am Anfang stand {NB: ich will das nur als
schrecklichstes Beispiel geben und nicht damit implizieren,
dass das bei dir der Fall sein koennte}, dann wird den
Adoptiveltern geraten, von einer ‚kurzen Beziehung‘ zu
reden, das wird sogar so, zumindest in Suedafrika, in die
Akten geschrieben). Auch wenn die Liebe auf deiner Seite
objektiv viel groesser war als bei seinem Erzeuger, so
war da doch etwas Schoenes (sonst haette ja nicht so
ein wunderbarer kleiner Kerl entstehen koennen, und das kannst
du ihm auch so sagen).

Ich wuerde ganz konkret so vorgehen, dass ich ein Bild von
dem Ex rumstehen haette (ein kleines, und ganz in der NAehe
ein viel groesseres von dem aktiven Papa, vielleicht eins
mit dem Sohn und der Mama zusammen). Und ab und zu erzaehlen
(wenn gefragt wird oder wenn es sich aus einem Gespraech
ergibt), das ist der *Name*, das ist dein {Geburtsvater/anderer
Vater/biologischerVater - bitte das einsetzen, mit dem du
dich am besten fuehlst - und das ist der Papa (Vati oder
*Name*, wie immer ihr ihn zuhause nennt). Wenn das Kind dann
fragt, kann man mehr erklaern, z.B. dass der „erste Vater“ nicht
mehr bei uns wohnt, weil … – selbst wenn es dir schwer faellt,
nicht schlecht ueber ihn reden (das weisst du ja bestimmt selbst,
sonst wuerdest du dir ueberhaupt keine Gedanken machen, wie
du deinem Sohn von ihm erzaehlen sollst), man kann auch neutrale
Aussagen finden, warum er nicht mehr an eurem Leben teilhat,
die eine unschoene Situation (er wollte die Abtreibung) nicht
aussprechen, aber auch nicht Luegen sind, z.B. er war noch zu
jung, er konnte die Verantwortung nicht uebernehmen, wir haben
ganz andere Vorstellungen von der Zukunft gehabt, usw.

Ich hoffe, das war nicht zu wirr. Zusammengefasst: ehrlich
sein, aber mit viel Empathie fuer deinen Sohn. Das Gute am
ersten Papa erwaehnen (er wusste, dass ich gut auf dich auf-
passen wuerde, er konnte sich da ganz drauf verlassen). Ihn
zum Alltaeglichen werden lassen (durch das Bild, durch deine
Reaktionen, wenn danach gefragt wird). Immer bereit sein
Fragen zu beantworten und manchmal vielleicht auch von dir
aus erzaehlen, so dass dein Sohn nicht denkt, du wuerdest
das Thema von dir aus vermeiden.

Adoptierte Kinder lieben Geschichten ueber ihre Adoption zu
hoeren. Man kann daraus wunderbare Gute-Nacht-Geschichten
machen, schon wenn sie ganz klein sind. Die kann man dann
nach ‚hinten‘ ausbauen und mit einer Frau beginnen, die nicht
wusste, wie sie ihrem Baby eine gute Mutter sein sollte.
So aehnlich kannst du das auch anfangen. Als Geschichte, die
dann zu eurer privaten Familienfolklore wird und mit dem Happy-
End der gefundenen vollstaendigen Familie endet (wenn du dir
sicher bist, was ich aber glaube, wenn ich mir deine anderen
Postings in Erinnerung rufe), wenn nicht, koennte man das Happy-
End durchaus auch in eurer Zweisamkeit enden lassen.

Viele Gruesse
Elke

aus Erfahrung
Hallo Helena,

aus Erfahrung im Umfeld:

zu 1) Der richtige Tag/Moment ist, wenn das Kind A nach seinem „richtigen“ Vater © fragt.
Keinen Tag früher!!! Könnte unnötige Schmerzen verursachen.

zu 2) Mit Worten welche dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes A zu diesem Zeitpunkt entsprechen. Mutter B wird es dann richtig einordnen und wissen.

zu 3) Nein, ich kenne keine diesbezüglichen Bücher. Ich ziehe mein „Wissen“ aus aufmerksamen Beobachtungen meiner Umwelt.

Mutter B möchte sich vielleicht in Geduld üben…

Hoffentlich war dies verständlich und hilfreich.

Freundliche Grüsse
Anonym

Hallo Ray,

Mutter B möchte sich vielleicht in Geduld üben…

Tu mir den Gefallen und lies mal mein Posting eins
weiter oben. Meine Erfahrungen (und die beziehen sich
auf viele Familien) sind ganz anders.

Wie soll der Sohn D denn nach seinem ‚richtigen Vater‘
fragen, wenn er nicht mal weiss, dass es da jemand anderen
gibt, der den Titel ‚Vater‘ in welcher Weise traegt?

Gruesse
Elke

Hallo Ray!

Vielen herzlichen Dank für Deine Beobachtungen in Deinem Umfeld!
Dafür schon ein Sternchen! :o)))

Nur ich befürchte, daß wenn Mutter B auf der „richtigen“ Zeitpunkt wartet, daß dann schon zu spät ist… Oder eben, daß Mutter B dann die richtige Wörter nicht findet…

Wie denn auch sei: Mutter B macht sich schon darüber Gedanken, weil sie unter keinen Umständen das Kind in dem falschen Glauben lassen will, wie es um seine Entstehung war.

Also nochmals vielen Dank und einen lieben Gruß aus Nürnberg!
Helena

das muss ich jetzt schnell loswerden,
liebe elke:

wie wunderschön und berührend!

herzliche grüße
tabaiba
die das auch so sieht…

Liebe Elke!

Viiiiiiiiiiiielen herzlichen Dank für Dein enorm feinfühligen Beitrag! Allein dafür hättest du von mir 1001 Sternchen erhalten sollen! Leider darf ich nur 1 geben und das habe ich auch schon gemacht.

erstmal, am besten in eine Buecherei oder eine
gute Buchhandlung gehen. Es gibt diese Buecher. Diese
Familienkonstellation ist heute so haeufig, dass es dazu
bestimmt Literatur gibt. Auch Buecher ueber Scheidungen
koennten helfen. Wenn du nichts Ansprechendes
findest, schau dich mal bei Buechern fuer adoptierte Kinder
um. Da gibt es schon Bilderbuecher fuer Zweijaehrige zu
dem Thema. Und auch wenn sie auf eure Situation nicht
genau zutreffen, kannst du dir bestimmt Anregungen holen.
Auch dort geht es um weniger schoene Geschichten, die vor
der Geburt des Kindes passierten, aber das Leben des Kindes
bestimmen.

Es ist seltsam, aber ich hatte schon dieses Beispiel mit denen von adoptierten Kindern vergliechen, aber nicht bis zum (logischen) Schlußfolgerung, daß auch in diesem Bereich die Lösung zu finden ist…

Zum zweiten wuerde ich es halten, wie z.B. bei uns
mit der Adoption: so frueh wie moeglich, so ehrlich
wie moeglich. Und kindgerecht und altersentsprechend.
Wir haben unseren Kindern praktisch schon im Windel-
alter erzaehlt, dass sie adoptiert sind. Ganz am Anfang
war das weniger fuer die Kinder, als mehr fuer uns:
wir hatten nie Angst, das Wort „adoptiert“ auszusprechen,
es konnte sich keine Barriere aufbauen. Wir mussten
uns auch nie Gedanken darueber machen, wann der richtige
Zeitpunkt war, weil es nie ein : „ab jetzt“ gegeben
hat.

Ich denke, so wie du auch, daß es nie früh genug ist, um das Kind mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren. Aber ich weiß nicht wie ich das jetzt hätte ansprechen solen, so daß er das versteht und nachvollzieht, was gemeint und gesagt wurde…

Und vor allen Dingen: positiv.

Ehrlichkeit ist Grundsatz und absolut Pflicht. Natürlich altersgerecht, positiv und wohlwollend erklärt(Finde ich zumindest).

Ehrlichkeit ist Grundsatz und absolut Pflicht. Natürlich altersgerecht, positiv und wohlwollend erklärt(Finde ich zumindest). Da das Kind tatsächlich aus Liebe entstand, wird es, vermutlich, weniger schwer sein das auch so zu erklären. Und auch den Trennungsgrund kann man immer so beschreiben wie es war und dann „schmucken“ ;o)))

Erzaehl von einer Liebesgeschichte (auch wenn du das
jetzt nicht mehr so siehst oder sehen kannst) und
dass es trotz der Gefuehle und der schoenen Zeiten
manchmal unmoeglich ist, fuer die zwei Menschen zusammen-
zubleiben. Dein Sohn soll wissen, dass er aus Liebe ent-
standen ist (wenn das - bei einer Adoption nicht mal so
selten - absolut nicht stimmt, vielleicht weil eine Ver-
gewaltigung am Anfang stand {NB: ich will das nur als
schrecklichstes Beispiel geben und nicht damit implizieren,
dass das bei dir der Fall sein koennte}, dann wird den
Adoptiveltern geraten, von einer ‚kurzen Beziehung‘ zu
reden, das wird sogar so, zumindest in Suedafrika, in die
Akten geschrieben). Auch wenn die Liebe auf deiner Seite
objektiv viel groesser war als bei seinem Erzeuger, so
war da doch etwas Schoenes (sonst haette ja nicht so
ein wunderbarer kleiner Kerl entstehen koennen, und das kannst
du ihm auch so sagen).

Ich wuerde ganz konkret so vorgehen, dass ich ein Bild von
dem Ex rumstehen haette (ein kleines, und ganz in der NAehe
ein viel groesseres von dem aktiven Papa, vielleicht eins
mit dem Sohn und der Mama zusammen). Und ab und zu erzaehlen
(wenn gefragt wird oder wenn es sich aus einem Gespraech
ergibt), das ist der *Name*, das ist dein
{Geburtsvater/anderer
Vater/biologischerVater - bitte das einsetzen, mit dem du
dich am besten fuehlst - und das ist der Papa (Vati oder
*Name*, wie immer ihr ihn zuhause nennt). Wenn das Kind dann
fragt, kann man mehr erklaern, z.B. dass der „erste Vater“
nicht
mehr bei uns wohnt, weil … – selbst wenn es dir schwer
faellt,
nicht schlecht ueber ihn reden (das weisst du ja bestimmt
selbst,
sonst wuerdest du dir ueberhaupt keine Gedanken machen, wie
du deinem Sohn von ihm erzaehlen sollst), man kann auch
neutrale
Aussagen finden, warum er nicht mehr an eurem Leben teilhat,
die eine unschoene Situation (er wollte die Abtreibung) nicht
aussprechen, aber auch nicht Luegen sind, z.B. er war noch zu
jung, er konnte die Verantwortung nicht uebernehmen, wir haben
ganz andere Vorstellungen von der Zukunft gehabt, usw.

Ich finde dieses Beispiel einen ausgezeichneten Ansatz wie ich vorgehen könnte. Jedenfalls werde ich es mir sehr gut merken und mit meinem Freund besprechen. Ich vermute aber er wird davon auch mindestens genauso begeistert sein wie ich auch. Aber ich will unter keinen Umständen über ihn entscheiden.

Ich hoffe, das war nicht zu wirr.

Nein, war es nicht! Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Ansatz!

Zusammengefasst: ehrlich
sein, aber mit viel Empathie fuer deinen Sohn. Das Gute am
ersten Papa erwaehnen (er wusste, dass ich gut auf dich auf-
passen wuerde, er konnte sich da ganz drauf verlassen). Ihn
zum Alltaeglichen werden lassen (durch das Bild, durch deine
Reaktionen, wenn danach gefragt wird). Immer bereit sein
Fragen zu beantworten und manchmal vielleicht auch von dir
aus erzaehlen, so dass dein Sohn nicht denkt, du wuerdest
das Thema von dir aus vermeiden.

Ja, davon bin ich ganz überzeugt, daß so den richtigen Weg ist.

Adoptierte Kinder lieben Geschichten ueber ihre Adoption zu
hoeren. Man kann daraus wunderbare Gute-Nacht-Geschichten
machen, schon wenn sie ganz klein sind. Die kann man dann
nach ‚hinten‘ ausbauen und mit einer Frau beginnen, die nicht
wusste, wie sie ihrem Baby eine gute Mutter sein sollte.
So aehnlich kannst du das auch anfangen. Als Geschichte, die
dann zu eurer privaten Familienfolklore wird und mit dem
Happy-
End der gefundenen vollstaendigen Familie endet (wenn du dir
sicher bist, was ich aber glaube, wenn ich mir deine anderen
Postings in Erinnerung rufe), wenn nicht, koennte man das
Happy-
End durchaus auch in eurer Zweisamkeit enden lassen.

Das ist auch noch ein toller Tipp. Und da ich ihn immer Gute-Nacht-Geschichten erzähle, werde ich es mir eine passende überlegen und dann erzählen. „Schau ma mal“!

Also dann nochmals vielen Dank und einen ganz lieben Gruß aus… der Lebkuchenstadt! ;o)))
Helena

Empfehlung befolgt
Hallo Elke,

ja, ich habe Dein Posting oben gelesen und finde es sehr interessant.
Ich danke Dir dafür (erweitert meinen Horizont).

Freundliche Grüsse
Anonym

Noch was
Liebe helena,

Viiiiiiiiiiiielen herzlichen Dank

Gern geschehen. Es freut mich, wenn du denkst,
dass du das brauchen kannst.

Es ist seltsam, aber ich hatte schon dieses Beispiel mit denen
von adoptierten Kindern vergliechen, aber nicht bis zum
(logischen) Schlußfolgerung, daß auch in diesem Bereich die
Lösung zu finden ist…

Nicht seltsam, sondern eigentlich logisch. Ob dein Freund
den Sohn D. (*gg) nun legal adoptiert oder nicht, praktisch
ist es ja schon so etwas wie eine Adoption.
Meine beste Freundin hier in Saudi ist in ziemlich genau
der gleichen Situation wie du. Sie hat einen Sohn aus
ihrer ersten Ehe (allerdings ging diese Beziehung auseinander,
kurz nachdem das Kind geboren war). Sie hat ihren jetzigen
Mann getroffen, als ihr Sohn zwei Jahre alt war, geheiratet
haben sie, als er drei war und sind dann sofort mit ihm nach
Saudi gezogen (wie du ja auch nach Nuernberg gezogen bist).
Inzwischen haben sie einen gemeinsamen Sohn (und die Kinder
aus der ersten Ehe des Mannes, also typisch ‚patch work‘).
Wir haben uns oft ueber die Themenbereiche unterhalten und
festgestellt, dass sich wirklich vieles ueberschneidet.

Ich denke, so wie du auch, daß es nie früh genug ist, um das
Kind mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren. Aber ich
weiß nicht wie ich das jetzt hätte ansprechen solen, so daß er
das versteht und nachvollzieht, was gemeint und gesagt
wurde…

Hinzu kommt die ganz konkrete „Gefahr“, dass dein Sohn irgendwann
mit seinem biologischen Vater konfrontiert wird (vielleicht taucht
er irgendwann mal auf, oder bei einem Familienfest fallen
bloede Bemerkungen usw.). Wenn man erst dann mit Erklaerungen
anfaengt, ist man in der denkbar schlechtesten Ausgangsposition.
Ich halte viel von Praevention.

Das mit dem Nachvollziehen ist ein Problem. Es gibt Untersuchungen,
die sagen, dass Kinder erst etwa ab sieben verstehen koennen,
was Adoption bedeutet (ich nehme an, das trifft auf alle
Fragen der Abstammung zu). In den Jahren davor, sagen sie
zwar „ich bin im Bauch einer anderen Frau“ gewachsen, aber
sie koennen das nicht realisieren. An unseren beiden Jungs
ist mir auch aufgefallen, dass das Konzept „Vater“ noch ein
paar Jahre hinterher hinkt. Was aber nichts damit zu tun hat,
wann man mit der Information anfaengt. Auch wenn die Kinder
es nicht voll realisieren oder gar verinnerlichen koennen,
ist es wichtig, dass sie die Information haben, damit sie lernen
koennen, damit umzugehen.

Bei den Geschichten wuerde ich auch auf jeden Fall, dem
Erzeuger-Vater (Bezeichnungen sind ein bloedes Kapitel, wir
haben das uebrigens so geloest, dass die Jungs die Vornamen
ihrer biologischen Muetter kennen, die anderen Ausdruecke
waren mir entweder zu kalt oder zu zwiespaeltig [erste Mutter
ist z.B. bloed, weil dann kann es ja eine zweite, eine dritte,
eine vierte etc. geben, irgendwie nimmt es auch die Einmalig-
keit der „Mutter“]) eine NEBENrolle zukommen lassen und neben der
Hauptrolle des Kindes (das steht im Mittelpunkt!) Mutter und
neuer Papa als zweite Hauptrollen haben (so wie bei den Bildern).

Du scheinst das ja sowieso gut anzugehen, aber ich wollte
die folgende Bemerkung noch anfuegen, mehr fuer Mit-Leser
als fuer dich: fuer das Selbstbewusstsein eines Kindes ist
es sehr wichtig, dass sie wissen, von guten Menschen abzu-
stammen. Wer will schon der Nachwuchs eines Ekelpakets sein?
Viele Eltern in Scheidungssituationen vergessen das, sehr
zum Leidtragen der Kinder. Andererseits - auch hier meine
Adoptionserfahrung - ist es aber auch wichtig, kein zu ver-
klaertes Bild von den biologischen Eltern zu zeichnen.
Erstens entspricht es nicht der Realitaet, und zweitens malen
sich die Kleinen (besonders wenn dann die Pubertaet zuschlaegt)
die ‚anderen Eltern‘ schon von ganz allein als „super-duper-und-
vor-allen-Dingen-viel-toller-als-die-Alten-zuhause“ aus.
Die beruehmt-beruechtigten Saetze wie: „Meine richtige
Mutter wuerde mich bestimmt auf diese Party gehen lassen!“
falllen dann. Da muss man durch und darf das nicht persoenlich
nehmen. Irgendjemand hat mal gesagt, dass Adoptivkinder da
nicht schrecklicher als biologische Kinder sind - sie haben
nur die besseren Waffen (die aber nur so scharf oder stumpf
sind, wie die Eltern selbst zulassen).

Also, keine Angst und ran an den Speck!

Liebe Gruesse
Elke

2 „Gefällt mir“

Hallo Helena,

das Wichtigste hat Elke gesagt :smile:

  1. Kennt Ihr evtl kindsgerechte Büchern, um das dem Kind schonend beizubringen?

von mir noch ein Lesetipp: Das grüne Küken von Adele Sansone & Alan Marks ISBN 3851955951 Buch anschauen.

Viele Grüße
Diana

Hallo Helena,

wenn das Kind A einen Vater D hat, der sich liebevoll kümmert, und wenn noch nie ein Kontakt zwischen A und C bestanden und damit auch keine Trennung stattgefunden hat, sehe ich eigentlich kein großes Problem.

Wieso sollte es für das Kind schmerzhaft sein, zu erfahren, dass es da irgendwo noch einen Erzeuger gibt? Den schmerzhaften Prozess, den die Mutter B mit diesem C erlebt hat, erlebt das Kind ja nicht.

Ich würde es von Anfang an hin und wieder erwähnen, dass es noch einen weiteren Vater gibt, dadurch kriegt das ganze eine angenehme Selbstverständlichkeit.

Übrigens ist die Gefahr, dass das Kind ansonsten von jemand anderem zufällig von der Existenz seines leiblichen Vaters erfährt, nicht gerade gering, und das würde ich mir allerdings ziemlich schmerzhaft oder verwirrend für das Kind vorstellen.

Außerdem spüren Kinder es sehr genau, wenn es da irgendwelche Familiengeheimnisse um seine Person gibt.

Ich würde aber C nicht genauso als Vater bezeichnen wie D, sondern einen Begriff für ihn erfinden. - Ich hab aber im Moment keine Idee dafür. Vielleicht könnte einer der Papa und der andere der Vater sein, oder ein Papi und ein Papa, oder ein Daddy und ein Vater/Papa oder auch was völlig anderes.

Was ich sehr gut erlebt habe, ist, den Kindern zunächst mal zu erzählen, dass da ein Samen vom Vater und eine Eizelle von der Mutter zusammenkommen, damit ein Baby entsteht. Das kann man sehr hübsch erzählen, besonders, weil die Samen ja was Kaulquappenartiges haben.

Auch die Tatsache, dass das Baby zunächst im Bauch der Mutter ist, wurde von meinen Dreijährigen sehr begeistert zur Kenntnis genommen.

Schwieriger fand ich es, den Kindern zu erzählen, wie es technisch zu machen ist, dass diese Samen und Eizelle zusammen kommen können. Das Problem ist, dass die Kinder mit 7 oder 8 das überhaupt noch nicht wissen wollen. Wenn man es ihnen jedoch nicht spätestens dann erzählt, dann kommt einem bestimmt irgend ein Klassenkamerad zuvor.

Ein schönes Aufklärungsbuch fand ich „Peter, Ida und das Minimum“.

Viele Grüße
Thea

Liebe Elke!

Viiiiiiiiiiiielen herzlichen Dank

Gern geschehen. Es freut mich, wenn du denkst,
dass du das brauchen kannst.

Wie meine Lieblingspatientin zu sagen pflegte „Aus lauter „Danke“ sagen, kommen wir nicht raus“. Damit meine ich jetzt, daß ich mich bestens von Dir verstanden fühle und diesen Beitrag nicht nur ein Sternchen verdient (was ich auch gemacht habe!), sondern auch sind Deine Tipps sehr, sehr gut, voll in meiner Denkweise (wenn ich mich so ausdücken darf) und man merkt sie sind aus Erfahrung entstanden. Deshalb muß ich wieder an meine Liebelingspatientin in München denken und trotzdem mich nochmals 1000 mal bedanken!

Und sei sicher, Elke, ich kann und werde diese Tipps sehr behrzigen (sagt man so?)

Es ist seltsam, aber ich hatte schon dieses Beispiel mit denen
von adoptierten Kindern vergliechen, aber nicht bis zur
(logischen) Schlußfolgerung, daß auch in diesem Bereich die
Lösung zu finden ist…

Nicht seltsam, sondern eigentlich logisch. Ob dein Freund
den Sohn D. (*gg) nun legal adoptiert oder nicht, praktisch
ist es ja schon so etwas wie eine Adoption.

Eben! Ich habe nicht weiter in öffentlichen Ämter gefragt, deshalb ist das was ich jetzt sage, nur eine persönliche Meinung von mir, die mir aber sehr logisch erscheint: Also ich denke Vater D kann Kind A nicht adoptieren solange Zeuger C das nicht zustimmt bzw. „abdankt“ (ich weiß, es ist ein total unpassendes Wort aber das richtige kenne ich nicht!) ;o))) Ich bitte dafür um Nachsicht!!! oder schlicht und einfach stirbt.

Meine beste Freundin hier in Saudi ist in ziemlich genau
der gleichen Situation wie du. Sie hat einen Sohn aus
ihrer ersten Ehe (allerdings ging diese Beziehung auseinander,
kurz nachdem das Kind geboren war). Sie hat ihren jetzigen
Mann getroffen, als ihr Sohn zwei Jahre alt war, geheiratet
haben sie, als er drei war und sind dann sofort mit ihm nach
Saudi gezogen (wie du ja auch nach Nuernberg gezogen bist).
Inzwischen haben sie einen gemeinsamen Sohn (und die Kinder
aus der ersten Ehe des Mannes, also typisch ‚patch work‘).

In der Tat, scheint ihre Geschichte und meine sehr ähnlich…

Ich denke, so wie du auch, daß es nie früh genug ist, um das
Kind mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren. Aber ich
weiß nicht wie ich das jetzt hätte ansprechen solen, so daß er
das versteht und nachvollzieht, was gemeint und gesagt
wurde…

Hinzu kommt die ganz konkrete „Gefahr“, dass dein Sohn
irgendwann
mit seinem biologischen Vater konfrontiert wird (vielleicht
taucht
er irgendwann mal auf, oder bei einem Familienfest fallen
bloede Bemerkungen usw.).

Genauso gedacht habe ich auch. Bei mir ging es vorallem um die Möglichkeit, daß Zeuger jetzt seine Ansprüche an Kind A wahrhaben will (zB in der Fall er geht in einer Beziehung ein. Sie heiraten und dann stellt sich heraus, daß sie keine Kinder bekommen kann. Durchaus denkbar, daß beide sich plötzlich an das damals unerwünschte Kind erinnern!). so etwqas versuche ich entgegenzuwirken, indem ich sehr um einen guten „Umgangston“ mit Zeuger bemüht bin. Daraus erhoffe ich mir, daß sollte so etwas vorkommen, wird Zeuger es mir sagen, bevor wir vor vollendeten Tatsachen stehen… Ich glaube soweit ist es so.
Ansonsten alle Angehörigen, Bekannten und Freunden, ja sogar die Erzieherinnen im KiGa wissen davon.

Wenn man erst dann mit Erklaerungen
anfaengt, ist man in der denkbar schlechtesten
Ausgangsposition.
Ich halte viel von Praevention.

Ich auch. Zumal Kind ja so entstanden ist ;o)))) *gg*

Auch wenn die Kinder
es nicht voll realisieren oder gar verinnerlichen koennen,
ist es wichtig, dass sie die Information haben, damit sie
lernen koennen, damit umzugehen.

Denke ich genauso. Denn als Erwachsene weiß man ja nicht wie sie das realisieren bzw wie lange sie dafür brauchen und wie sie diese Information überhaupt verarbeiten.

Bei den Geschichten wuerde ich auch auf jeden Fall, dem
Erzeuger-Vater (Bezeichnungen sind ein bloedes Kapitel, wir
haben das uebrigens so geloest, dass die Jungs die Vornamen
ihrer biologischen Muetter kennen, die anderen Ausdruecke
waren mir entweder zu kalt oder zu zwiespaeltig [erste Mutter
ist z.B. bloed, weil dann kann es ja eine zweite, eine dritte,
eine vierte etc. geben, irgendwie nimmt es auch die Einmalig-
keit der „Mutter“])

Ja, darüber werde ich mir Gedanken machen müssen. Zwischen uns, Erwachsenen sagen wir „Zeuger“ zu ihm oder einfach sein Vorname.

eine NEBENrolle zukommen lassen und neben
der
Hauptrolle des Kindes (das steht im Mittelpunkt!) Mutter und
neuer Papa als zweite Hauptrollen haben (so wie bei den
Bildern).

Bei uns in der Krankenpflege gibt es ein Wort, eine Bezeichnung, die mir sehr gut gefällt und sehr passend dazu finde, nämlich „Bezugsperson“. Mein Partner und ich sind die Bezugspersonen für das Kind. Und das gewiß nicht sein Zeuger. Der Zeuger ist für mich eben nur der Mann der damals seine Erbanlage weiter gegeben hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Du scheinst das ja sowieso gut anzugehen,

Danke! Ich bemühe mich…

aber ich wollte
die folgende Bemerkung noch anfuegen, mehr fuer Mit-Leser
als fuer dich: fuer das Selbstbewusstsein eines Kindes ist
es sehr wichtig, dass sie wissen, von guten Menschen abzu-
stammen. Wer will schon der Nachwuchs eines Ekelpakets sein?

Ich glaube schon, daß ich diese Bemerkung schon kenne. Es ist außerordentlich wichtig, daß man dem Kind gut und positiv von seinem Zeuger redet, egal welche Gefühle wir sonst noch für ihn hegen.

Viele Eltern in Scheidungssituationen vergessen das, sehr
zum Leidtragen der Kinder. Andererseits - auch hier meine
Adoptionserfahrung - ist es aber auch wichtig, kein zu ver-
klaertes Bild von den biologischen Eltern zu zeichnen.

Das verstehe ich nicht ganz, Elke. Kannst du mir bitte genauer erklären was du damit meinst? Was ist für dich ein „verklärtes Bild“ zu zeichnen?

Irgendjemand hat mal gesagt, dass Adoptivkinder da
nicht schrecklicher als biologische Kinder sind - sie haben
nur die besseren Waffen (die aber nur so scharf oder stumpf
sind, wie die Eltern selbst zulassen).

Ja, genau! Jedes Kind nimmt die „Waffen“, die ihm zur Verfügung stehen um an sein eigenes Ziel zu kommen…

Also, keine Angst und ran an den Speck!

Angst nicht so. Eher Unwissenheit und Zweifeln, wie.

Also nochmals vielen herzlichen Dank und ganz, ganz liebe Grüße aus der berits verschneiten Lebkuchenstadt!
Helena

Danke Diana! owT, * und l.Grüße
ohne
weiteren
Text

Liebe Thea!
Vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Dafür, selbstverständlich, ein Sternchen!!

wenn das Kind A einen Vater D hat, der sich liebevoll kümmert,
und wenn noch nie ein Kontakt zwischen A und C bestanden und
damit auch keine Trennung stattgefunden hat, sehe ich
eigentlich kein großes Problem.

Das problem, das ich darin sehe ist, daß ich unbedingt möchte, daß Kind A vom Zeuger erfährt. Das Kind soll wissen von wem er stamm und daß es irgendwo auf diese Welt ein Mann gibt, der die hälfte seine Erbgut mit sich trägt.

Wieso sollte es für das Kind schmerzhaft sein, zu erfahren,
dass es da irgendwo noch einen Erzeuger gibt? Den
schmerzhaften Prozess, den die Mutter B mit diesem C erlebt
hat, erlebt das Kind ja nicht.

Na, na! Schmerzhaft ist es nicht. (Betonung liegt auf „ist“, also der jetzigen Zustand). Und es soll auch so bleiben. Deshalb eben meine Frage, wie bringt man das dem Kind bei, ohne das Konflikte, Probleme oder gar Mißverständnisse daraus entstehen?

Ich würde es von Anfang an hin und wieder erwähnen, dass es
noch einen weiteren Vater gibt, dadurch kriegt das ganze eine
angenehme Selbstverständlichkeit.

DAvon halte ich nicht allzu viel. Denn er sieht überall, daß kein Mensch zwei Väter hat und kann dann die Info nicht richtig verarbeiten. Das Kind wird nicht verstehen können warum er zwei Väter hat und all seine Freunde nur einen. Ich kenne ein sehr krassen Beispiel dafür: Einem Mädchen wurde immer von seinen 2 Väter erzählt. Für das Kind war etwas verwirrend, konnte aber kaum mit der Figur des „2. Vaters“ etwas anfangen. Bis plötzlich und unerwartet, diesr plötzlich vor der Tür stand und sein Recht fordete, nämlich Besuchsrecht. Nun ist jetzt das Kind aus seiner Umgebung und aus seinen Bezugspersonen (zeit- und teilweise) gerissen. Und das kann sie kaum verarbeiten. Psychologen haben dazu gesagt, daß es so äussert nämlich: Es kann sich nie entscheiden. Egal was, überlässt die Entscheidung anderer. Und das geht so weit, daß zB nichts sagt, wenn es gefragt wird: „Willst du heute Reis oder Nudeln essen?“ So etwas will ich unbedingt und unter allen Umständen vermeiden.

Übrigens ist die Gefahr, dass das Kind ansonsten von jemand
anderem zufällig von der Existenz seines leiblichen Vaters
erfährt, nicht gerade gering, und das würde ich mir
allerdings ziemlich schmerzhaft oder verwirrend für das Kind
vorstellen.

Ich habe unbedingt vor dem Kind davon zu erzählen und sagen, daß es ein Zeuger gibt. Deshalb eben mein Posting hier!.

Außerdem spüren Kinder es sehr genau, wenn es da irgendwelche
Familiengeheimnisse um seine Person gibt.

Siehe oben.

Ich würde aber C nicht genauso als Vater bezeichnen wie D,
sondern einen Begriff für ihn erfinden. - Ich hab aber im
Moment keine Idee dafür. Vielleicht könnte einer der Papa und
der andere der Vater sein, oder ein Papi und ein Papa, oder
ein Daddy und ein Vater/Papa oder auch was völlig anderes.

Papa/Vater finde ich zu nahe aneinander. Bei den meisten Kinder sind beide eins und derselbe Mensch. Im Moment denke ich an „Zeuger“ oder einfach sein Name. Irgendwann wird das Kind fragen wer *Name* ist oder was überhaupt ein „Zeuger“ ist. Nicht so, wenn ich bei „Papa/Vater“ (o.Ä.) bleibe.

Was ich sehr gut erlebt habe, ist, den Kindern zunächst mal zu
erzählen, dass da ein Samen vom Vater und eine Eizelle von der
Mutter zusammenkommen, damit ein Baby entsteht. Das kann man
sehr hübsch erzählen, besonders, weil die Samen ja was
Kaulquappenartiges haben.

Ja, so etwas finde ich auch gut. Nur evtl viiiiiiiiiiel zu spät um von seinem Zeuger zu erzählen. Denn solche Geschichten ergeben beim Kind erst einen Sinn, wenn sie ca 5 oder 6/7 Jahre alt sind. Und das ist für mein Vorhaben eindeutig viel zu spät.

Auch die Tatsache, dass das Baby zunächst im Bauch der Mutter
ist, wurde von meinen Dreijährigen sehr begeistert zur
Kenntnis genommen.

Hihihihi! Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber der zusammenhang zwischen „Bauch-dicker-werden“ und sein „Papa“ (also DIE Bezugsperson) könnte für ein 3-jähriger schwieriger zu verstehen sein…

Schwieriger fand ich es, den Kindern zu erzählen, wie es
technisch zu machen ist, dass diese Samen und Eizelle zusammen
kommen können. Das Problem ist, dass die Kinder mit 7 oder 8
das überhaupt noch nicht wissen wollen. Wenn man es ihnen
jedoch nicht spätestens dann erzählt, dann kommt einem
bestimmt irgend ein Klassenkamerad zuvor.

Na ja. Ich finde es gehört dazu, daß Kinder mit spätestens 7 oder 8 wissen wie sie entstanden sind.

Ein schönes Aufklärungsbuch fand ich „Peter, Ida und das
Minimum“.

Weißt du noch von wem dieses Buch ist? (Autor/Verlag)

Dir auch viele Grüße und nochmals vielen Dank!
Helena

Hallo Helena,

eine Freundin hat den gleichen „Fall“ - der Vater hat sich gleich nach Bekanntwerden der Schwangerschaft weit verdrückt - gezahlt hat er auch nie.

Nun hat aber die Kleine ja durchaus Ansprüche gegen den Erzeuger - eine Adoption ist derzeit kein Thema. Irgendwie war das aber auch nie eine verschwiegenes Thema - es gab den Papa und den XY-Namen.

Sie weiß, auch, daß XY ihr Erzeuger ist - ein großartiges Gespräch drüber gab es nie so wirklich - aber ihr ist der Unterschied schon klar. Inzwischen ist sie 13 - die Pubertät schlägt zu - aber selbst in allen Familienkämpfen war das Thema „Papa“ und „Erzeuger“ nie ein Thema.

Hoffentlich bleibt das so…

Mach Dir also keine Sorgen - nur negativ sollte man halt vom „Erzeuger“ nicht reden - es ist einfach eine abwesende Person.

Es kommt heute für Kinder so häufig vor, daß der Erzeuger nicht mit der Familie lebt, daß - wenn die bewußte Wahrnehmung dafür anfängt (meist Schule) das Problem keines ist.

Grüße

Wendy

Liebe helena,

Und sei sicher, Elke, ich kann und werde diese Tipps sehr
behrzigen (sagt man so?)

ausser dass du das ‚e‘ in ‚beherzigen‘ vergessen hast :wink:
(+ das ‚sehr‘ weglassen)

Eben! Ich habe nicht weiter in öffentlichen Ämter gefragt,
deshalb ist das was ich jetzt sage, nur eine persönliche
Meinung von mir, die mir aber sehr logisch erscheint: Also ich
denke Vater D kann Kind A nicht adoptieren solange Zeuger C
das nicht zustimmt

Das stimmt. Im Fall meiner Freundin liess der Exmann sich
ueberzeugen, was fuer die Aufenthaltsrechte in Saudi ziemlich
wichtig war. Er hat alle rechtlichen Ansprueche aufgegeben
(und fuer ihn war wichtig, dass er nicht mehr zahlen musste),
aber er besucht den Jungen manchmal, wenn sie im Land sind.

Genauso gedacht habe ich auch. Bei mir ging es vorallem um die
Möglichkeit, daß Zeuger jetzt seine Ansprüche an Kind A
wahrhaben will (zB in der Fall er geht in einer Beziehung ein.
Sie heiraten und dann stellt sich heraus, daß sie keine Kinder
bekommen kann. Durchaus denkbar, daß beide sich plötzlich an
das damals unerwünschte Kind erinnern!).

Tja, meine Mutter sagte immer: „Man hat schon Gaeule
kotzen sehen!“, d.h. es kommen die verruecktesten Sachen vor.

Ansonsten alle Angehörigen, Bekannten und Freunden, ja sogar
die Erzieherinnen im KiGa wissen davon.

Ein Gedanke zum letzteren. Wir koennen uns Adoption vor
niemand verheimlichen (man sieht einfach, dass es keine
biologischen Kinder von uns sind), deshalb haben wir immer
mit offenen Karten gespielt und sind auch gut damit gefahren.
Allerdings gibt es Meinungen, dass man bei Aussenstehenden
mit Informationen vorsichtig sein soll. Ich glaube zwar kaum,
dass in eurem Fall das Argument zieht, dass Lehrer Vorurteile
hegen koennten und die Information negativ verwerten wuerden
(Argument 1), aber Argument 2 leuchtet mir ein: die (Vor-)
Geschichte ‚gehoert‘ dem Kind - es muss selbst entscheiden
duerfen, wem es davon erzaehlt, ob es ueberhaupt jemandem
das erzaehlt und wieviel es erzaehlt. Das wird sicher wichtiger,
wenn die Kinder aelter sind.

Bei uns in der Krankenpflege gibt es ein Wort, eine
Bezeichnung, die mir sehr gut gefällt und sehr passend dazu
finde, nämlich „Bezugsperson“. Mein Partner und ich sind
die Bezugspersonen für das Kind.

Ganz klar. Ich hatte eher von der „Dramaturgie“ der
Geschichte her die Woerter „Haupt- und Nebenrolle“ benutzt.

Viele Eltern in Scheidungssituationen vergessen das, sehr
zum Leidtragen der Kinder. Andererseits - auch hier meine
Adoptionserfahrung - ist es aber auch wichtig, kein zu ver-
klaertes Bild von den biologischen Eltern zu zeichnen.

Das verstehe ich nicht ganz, Elke. Kannst du mir bitte genauer
erklären was du damit meinst? Was ist für dich ein „verklärtes
Bild“ zu zeichnen?

Wenn du zum Beispiel immer wieder betonen wuerdest, was
fuer ein wunderbarer Mensch er ist, mit allen Details, der
nur das aller-, allerbeste fuer seinen Sohn wollte … dann
fragt sich der Sohn vielleicht irgendwann, was wohl falsch
gelaufen ist, dass dieser wunderbare Mensch ihn und die Mutter
nicht haben wollte. Oder spaeter kann es auch vorkommen,
dass ein ungluecklicher Teenager (soll es geben!) sich das
Leben mit dem fremden Elternteil als Ideal ausmalt und alle
seine Probleme waeren wie weggeblasen, wenn man nur beim
anderen wohnen koennte. Aber das sind Differenzierungen, die
erst spaeter (nicht mit 2 Jahren) hineinspielen.

Also nochmals vielen herzlichen Dank und ganz, ganz liebe
Grüße aus der berits verschneiten Lebkuchenstadt!

Du wirst es nicht glauben, ich hab auch die ersten
Lebkuchenpakete und Christstollen auf dem REgal im Supermarkt
hier gesehen. Solange nicht zuviel Weihnachtsdeko drauf
ist, gibt es das zu kaufen.

Liebe Gruesse
Elke

Hallo Wendy!
Vielen herzlichen Dank für Dein Beitrag.
Ich denke, im großen und ganzen hast Du Recht. Vielleicht ist es tatsächlich am besten, darauf ankommen zu lassen. Mal der Zeuger erwähnen und für alles andere ein offenens Ohr zu haben und sont nix. Nach dem Motto: Nie ein Geheimnis daraus machen aber auch nicht verschweigen.

Nun hat aber die Kleine ja durchaus Ansprüche gegen den
Erzeuger

Ja aber umgekehrt genauso! Ein Zeuger hat Ansprüche gegen sein Kind!
Und das UN abhängig davon ob er Unterhalt zahlt oder nicht.

  • eine Adoption ist derzeit kein Thema. Irgendwie war
    das aber auch nie eine verschwiegenes Thema - es gab den Papa
    und den XY-Namen.

Das ist was ich meinte am anfang meines Postings.

Sie weiß, auch, daß XY ihr Erzeuger ist - ein großartiges
Gespräch drüber gab es nie so wirklich - aber ihr ist der
Unterschied schon klar. Inzwischen ist sie 13 - die Pubertät
schlägt zu - aber selbst in allen Familienkämpfen war das
Thema „Papa“ und „Erzeuger“ nie ein Thema.

Das Problem was ich mir dabei vorstelle ist, daß sie das Thema absichtlich verschweigt und wir denken, daß sie damit klar kommt und in wirklichkeit kommt sie damit eben NICHT klar! Das ist was mir zweifeln läßt.

Hoffentlich bleibt das so…

Na ja… Wenn eindeutig klar und sicher ist, daß sie tatsächlich klar kommt, dann hoffe ich es auch. Wenn nicht, dann…

Mach Dir also keine Sorgen - nur negativ sollte man halt vom
„Erzeuger“ nicht reden - es ist einfach eine abwesende Person.

Ja, Danke, Wendy! Mir ist es ganz klar, daß man über den Zeuger nicht schlecht geredet werden soll. Das werde ich zu vermeiden wissen.

Es kommt heute für Kinder so häufig vor, daß der Erzeuger
nicht mit der Familie lebt, daß - wenn die bewußte Wahrnehmung
dafür anfängt (meist Schule) das Problem keines ist.

Hoffentlich hast du da Recht!

Auch Dir vielen herzlichen Dank, nochmals für Dein beitrag und ein Sternchen von mir!

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Nomenklatur
Liebe helena,

Ich würde aber C nicht genauso als Vater bezeichnen wie D,
sondern einen Begriff für ihn erfinden. - Ich hab aber im
Moment keine Idee dafür. Vielleicht könnte einer der Papa und
der andere der Vater sein, oder ein Papi und ein Papa, oder
ein Daddy und ein Vater/Papa oder auch was völlig anderes.

Papa/Vater finde ich zu nahe aneinander. Bei den meisten
Kinder sind beide eins und derselbe Mensch. Im Moment denke
ich an „Zeuger“ oder einfach sein Name. Irgendwann wird das
Kind fragen wer *Name* ist oder was überhaupt ein „Zeuger“
ist. Nicht so, wenn ich bei „Papa/Vater“ (o.Ä.) bleibe.

Mir ist was Aufgefallen. Du schreibst von „Zeuger“ nicht
„Erzeuger“. Ich wollte nur genau darauf hinweisen, was
der Unterschied ist, damit du dir klar bist, welches Wort
du benutzt: Ein Erzeuger, ist der, der etwas macht. Das kann
durchaus im uebertragenen Sinne sein (der Erzeuger des Buches,
ungewoehnlich, aber verstaendlich, akzeptabel). Bei „Zeuger“
steht der „Zeugungsvorgang“, also der geschlechtliche Akt
im Vordergrund. Nicht unbedingt das, was du vermitteln willst.

Das Minimum-Buch ist das hier:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3473355674/qid…

Ein Klassiker. Allerdings steht die heile Familie bei der
Zeugung des „Minimums“ (so heisst das Baby solange es noch
nicht zu sehen ist) im Mittelpunkt. Es gibt die Erwaehnung
von ungewoehnlichen Familien in der Nachbarschaft, das koennte
ein Anknuepfungspunkt sein.
Guck’s dir einfach mal an, gibt’s IMO in jeder Buecherei und
jedem einigermassen ausgestatteten Buchladen.

Liebe Gruesse
Elke

1 „Gefällt mir“

Liebe Elke!

Und sei sicher, Elke, ich kann und werde diese Tipps sehr
behrzigen (sagt man so?)

ausser dass du das ‚e‘ in ‚beherzigen‘ vergessen hast :wink:
(+ das ‚sehr‘ weglassen)

Uuuuuups! Das sind die waschechte und unverfälschliche Fehlern „made by Helena“, „I presume“ ;o)))) *ggg*

Eben! Ich habe nicht weiter in öffentlichen Ämter gefragt,
deshalb ist das was ich jetzt sage, nur eine persönliche
Meinung von mir, die mir aber sehr logisch erscheint: Also ich
denke Vater D kann Kind A nicht adoptieren solange Zeuger C
das nicht zustimmt

Das stimmt. Im Fall meiner Freundin liess der Exmann sich
ueberzeugen, was fuer die Aufenthaltsrechte in Saudi ziemlich
wichtig war. Er hat alle rechtlichen Ansprueche aufgegeben
(und fuer ihn war wichtig, dass er nicht mehr zahlen musste),
aber er besucht den Jungen manchmal, wenn sie im Land sind.

Na ja. Ich weiß nicht in wie fern das bei uns wünschenswert wäre…

Tja, meine Mutter sagte immer: „Man hat schon Gaeule
kotzen sehen!“, d.h. es kommen die verruecktesten Sachen vor.

Ja, aber wenigstens den Schock will ich dem Kind ersparen!

deshalb haben wir immer
mit offenen Karten gespielt und sind auch gut damit gefahren.

Das ist bestimmt immer und jederzeit richtig. Ehrlichkeit hält immer am längsten!

Allerdings gibt es Meinungen, dass man bei Aussenstehenden
mit Informationen vorsichtig sein soll. Ich glaube zwar kaum,
dass in eurem Fall das Argument zieht, dass Lehrer Vorurteile
hegen koennten und die Information negativ verwerten wuerden
(Argument 1),

Bis jetzt hat man davon nichts bemerkt…

aber Argument 2 leuchtet mir ein: die (Vor-)
Geschichte ‚gehoert‘ dem Kind - es muss selbst entscheiden
duerfen, wem es davon erzaehlt, ob es ueberhaupt jemandem
das erzaehlt und wieviel es erzaehlt. Das wird sicher
wichtiger, wenn die Kinder aelter sind.

Ja, das stimmt auch. Doch ich denke, diese Geschichte „gehört“ ihm nicht allein, sondern im engsten Sinne sind auch mindestens noch weiteren 3 menschen „Mitbesitzern“: Sein Zeuger, sein Vater und seine Mutter. Aber gut, man konnte darüber diskutieren in wie fern gut/schlecht ist, die „Mitmenschen“ darüber zu informieren… Aber das ist ja ein anderes Thema, finde ich.

Bei uns in der Krankenpflege gibt es ein Wort, eine
Bezeichnung, die mir sehr gut gefällt und sehr passend dazu
finde, nämlich „Bezugsperson“. Mein Partner und ich sind
die Bezugspersonen für das Kind.

Ganz klar. Ich hatte eher von der „Dramaturgie“ der
Geschichte her die Woerter „Haupt- und Nebenrolle“ benutzt.

Hihihihi: Jeder das seine ;o))) *ggg*

Kannst du mir bitte genauer
erklären was du damit meinst? Was ist für dich ein „verklärtes
Bild“ zu zeichnen?

Wenn du zum Beispiel immer wieder betonen wuerdest, was
fuer ein wunderbarer Mensch er ist, mit allen Details, der
nur das aller-, allerbeste fuer seinen Sohn wollte … dann
fragt sich der Sohn vielleicht irgendwann, was wohl falsch
gelaufen ist, dass dieser wunderbare Mensch ihn und die Mutter
nicht haben wollte. Oder spaeter kann es auch vorkommen,
dass ein ungluecklicher Teenager (soll es geben!) sich das
Leben mit dem fremden Elternteil als Ideal ausmalt und alle
seine Probleme waeren wie weggeblasen, wenn man nur beim
anderen wohnen koennte. Aber das sind Differenzierungen, die
erst spaeter (nicht mit 2 Jahren) hineinspielen.

Ach sooooooooo! ja genau! Das genaue gegenteil ist auchschlecht. Einfach soll man nicht schlecht über den zeuger reden, aber ihn nicht zum „besten Mensch der Welt küren“, so daß das Kind nicht anfängt ihn zu idealisieren. Ja, ich sehe die probleme darin. Sie sind sehr einleuchtend.

Also nochmals vielen herzlichen Dank und ganz, ganz liebe
Grüße aus der berits verschneiten Lebkuchenstadt!

Du wirst es nicht glauben, ich hab auch die ersten
Lebkuchenpakete und Christstollen auf dem REgal im Supermarkt
hier gesehen. Solange nicht zuviel Weihnachtsdeko drauf
ist, gibt es das zu kaufen.

*looooooooooooooooooool*. Mein Nachbar hat ein Lebkuchenversand und tgl. 2 bis 3 Std riecht in der ganzen Straße danach… hhhmmmm Übrigens er hat uns gratis Kostproben gegeben und ich kann sie nur wärmstens empfehlen!

Dir auch ganz liebe Grüße aus… na? Du weiß schon! ;o))
Helena

Vielen Dank, Elke!
Liebe Elke!
Vielen dank für die Erklärung.
Es war mir nicht ganz klar, aber ich weiß nicht in wie fern ich das eine oder das andere Wort verwenden möchte/soll…
Schöne Gruß
Helena