…und kann man im weitesten Sinne behaupten:
Deutschland wurde von denen besiegt (WM) welche das deutsche
Volk vor langer Zeit bereits an die Hand genommen hat…von
den römischen Legionären!
Zu welcher Zeit war ganz Deutschland besetzt?
Grüße,
Erik
Hallo Erik,
es war nie ganz Deutschland von den Römern besetzt.
Die Römer kamen nur bis zum Limes, oder besser gesagt, der Limes war der Grenzwall des Römischen Reiches. Der verlief in Bayern relativ weit im Süden, bei Eichstätt (ca. 100 km nördlich von München). Im Westen Deutschlands sind die Römer bis Neuss gekommen (das liegt neben Düsseldorf) und haben dort ein Kastell gebaut.
In Frankreich blieb also nur ein kleines gallisches Dorf unbesiegt - in Deutschland die ganze nördliche Hälfte. 
Guck mal eins weiter unten, da diskutieren sie gerade über den Limes.
Schöne Grüße
Petra
Die Römer kamen nur bis zum Limes, oder besser gesagt, der
Limes war der Grenzwall des Römischen Reiches.
Das ist so nicht richtig. Nach den Feldzügen des Drusus und des Tiberius (12 - 9 v.Chr.) reichte das Imperium bis zur Elbe und zur Donau (bereits 15 v. Chr.). Wenn auch Drusus (der 11 v.Chr. die Elbelinie erreichte) scheiterte, so sicherte doch nach Drusus’ Tod sein Bruder Tiberius die Elbe als Grenze:
„Siegreich durchzog Tiberius alle Gebiete Germaniens, und zwar ohne jeglichen Verlust für die ihm anvertrauten Truppen. […] Er unterwarf Germanien so vollständig, daß er es fast zu einer steuerpflichtigen Provinz machte.“
Velleius Paterculus, Historia Romana 2,97,4
Dieser Zustand hatte bis zur Varusschlacht 9 n.Chr. Bestand. Tiberius und sein Neffe Germanicus (Drusus’ Sohn) begannen erneut mit der Sicherung des rechtsrheinischen Gebietes, allerdings ohne dass Arminius entscheidend geschlagen werden konnte. Als Tiberius Nachfolger des augustus geworden war, wurde diese Politik aufgegeben und die Grenze an den Rhein zurückgenommen.
Freundliche Grüße,
Ralf
In Frankreich blieb also nur ein kleines gallisches Dorf
unbesiegt
Genau, das war um 50 v. Chr. Das Leben war nicht leicht für die römischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Babaorum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum liegen… 
LG Sandy
(großer Asterixfan…)
Hallo Erik!
Wie weiter unten durch Ralf Boeck schon richtig skizziert wurde, gab es tatsächlich mal einen relativ kleinen Zeitraum , in dem Germanien römisch besetzt war.
Zur Chronologie der Germanenkriege :
* 55 bis 53 v.u.Z.: Caesar erreicht die Rheingrenze, überschreitet dieselbe - aber mehr aus „kriegspsychologischen“ Gründen - nur zwei mal für kurze Zeit. In der Folgezeit bildet der Rhein die Grenze zwischen dem Imperium Romanum und Germanien.
* 12 bis 8 v.u.Z.: Drusus , Stiefsohn des Kaiser Augustus und römischer General, überschreitet den Rhein und operiert erfolgreich im rechtsrheinischen Germanien. Im Verlauf dieser Feldzüge wird die Elbe erreicht.
* 8 v.u.Z. bis 4 u.Z.: Nach dem Tod des Drusus setzt Tiberius die Feldzüge erfolgreich fort.
* ab 5 u.Z.: Germanien gilt bis zur Elbe als militärisch befriedet. Es wird mit der Anlage römischer Städte begonnen und in Rom beginnt man sich ernsthaft mit dem Gedanken an die Einrichtung einer germanischen Provinz zu tragen.
* 7 u.Z.: Varus wird als römischer Statthalter in Germanien eingesetzt mit der Aufgabe, dort römisches Recht einzuführen und Steuern einzutreiben. Dies betreibt er mit einer unsensiblen Härte.
* 9 u.Z.: Ein Aufstand der Germanen gegen die Politik des Varus führt zur CLADES VARIANA, der berühmten Schlacht im Teutoburger Wald (die übrigens ganz woanders stattfand). Diese Schlacht endet mit der Vernichtung von drei Legionen und etlichen Hilfstruppen, alles in allem so um die 20.000 Mann und damit von etwa 10% des gesamten stehenden römischen Heeres!
In der Folgezeit gibt es dann zwar unter Germanicus noch einige Feldzüge über die Rheingrenze, die aber von keinem bleibenden Erfolg gekrönt werden. Möglicherweise handelte es sich sogar nur um „Strafexpeditionen“ ohne die Absicht der Rückeroberung des verlorenen Gebietes.
Von nun an bilden im Wesentlichen Rhein und Donau die Grenze zwischen dem Imperium und Germanien. Nur im Gebiet des heutigen Bayern, Baden- Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz wird die Grenze über die Flüsse hinaus als befestigter Limes noch ein wenig nach Osten bzw. Norden hin verschoben.
Über einige schriftliche Quellen (wie von Ralf Boeck schon eine genannt wurde) hinaus sind aus dieser Zeit u.a. auch römische Legionslager in Westfalen, der Wetterau und am Main archäologisch nachgewiesen worden. Ferner seit 1995 auch das Schlachtfeld des Varus, das sich in der Nähe des heutigen Kalkriese bei Bramsche, Landkreis Osnabrück, befand.
Ressourcen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Germanien
http://de.wikipedia.org/wiki/Drusus
http://de.wikipedia.org/wiki/Tiberius
http://de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht
http://de.wikipedia.org/wiki/Germanicus
Gruß, Hartmann.
Tippfehler entfernt und editiert 
Hallo Hartmann.
* 7 u.Z.: Varus wird als römischer Statthalter in
Germanien eingesetzt mit der Aufgabe, dort römisches Recht
einzuführen und Steuern einzutreiben. Dies betreibt er mit
einer unsensiblen Härte.
Zur Zeit Christi Geburt war er genau dort: in Syrien. Wie wurde gesagt: „Er kam als armer Mann in ein reiches Land und verließ ein armes Land als reicher Mann.“
* 9 u.Z.: Ein Aufstand der Germanen gegen die Politik des
Varus führt zur CLADES VARIANA, der berühmten
Schlacht im Teutoburger Wald (die übrigens ganz
woanders stattfand).
In Kalkriese, immerhin in der Nähe des Teutoburger Waldes. Dieser heisst übrigens erst seit etwa 150 Jahren so, vorher „Osning“.
Im Übrigen waren die germanischen Führer sehr gespalten. Arminius’ Schwiegervater Segestes war wohl mehr ein „Römling“. Er hat ja Varus auch gewarnt, der wollte das aber nicht glauben …
In der Folgezeit gibt es dann zwar unter Germanicus
noch einige Feldzüge über die Rheingrenze, die aber von keinem
bleibenden Erfolg gekrönt werden.
Ja, das war 16 an der Weser, irgendwo nördlich Hameln. Arminius und sein Bruder (Flavus?), der auf römischer Seite kämpfte, sollen sich angeblich vor der Schlacht ein hitziges Rededuell über den Fluss hinweg geliefert haben (was manche bezweifeln, da der Fluss dazu viel zu breit ist).
Man muss sich das mal nüchtern überlegen: Da ist der Germanicus mit seinen Truppen den Rhein runter, durch die Nordsee, dann die Weser wieder rauf - gerudert natürlich. Nach der Schlacht die Weser wieder runter und in die Nordsee, wo sie dann in einen Sturm kamen, der den größten Teil der Flotte und Mannschaft vernichtet hat.
Dann hatten die Römer endgültig die Nase voll von diesem Land.
Gruß
Laika
Hallo Ralf,
eine kleine Anmerkung:
Nach den Feldzügen des Drusus und
des Tiberius (12 - 9 v.Chr.) reichte das Imperium bis zur Elbe
und zur Donau (bereits 15 v. Chr.).
[…]
Dieser Zustand hatte bis zur Varusschlacht 9 n.Chr. Bestand.
Drusus kam auf seinem Feldzug 9 v. Chr. gegen Chatten, Cherusker und Markomannen bis an die Elbe, fiel beim Rückmarsch vom Pferd und starb daran, weshalb dann sein Bruder Tiberius Befehlshaber wurde; aber er ging im Jahr 6 v. Chr. ins Exil und erst zwang erst in den Jahren 4-6 n. Chr. die Stämme westlich der Elbe wieder ins Römische Reich.
die Grenze an den Rhein zurückgenommen.
D. h. es wurde der Plan aufgegeben, eine leicht zu verteidigende Ostgrenze Elbe-Donau zu erreichen statt der ungünstigen Grenzlinie Oberer Rhein - Obere Donau. Zur Grenzbegradigung und zur Sicherung des keltisch-germanischen Dekumatslandes (Decumati agri) wurden nun die Limites ausgebaut: der obergermanisch-rätische und zwischen Regensburg und Passau der Donaulimes , die beide etwa beim heutigen Kelheim, beim Kastell Abusina/Eining, zusammentrafen.
Beste Grüße!
H.