Warum bin ich so egoistisch?

Hallo liebe Experten,

für mich ist es nicht leicht, dass jetzt hier zu schreiben, aber ich bin sehr verzweifelt.
Ich bin Mutter von zwei Kindern…beide habenjetzt die Schweinegrippe…eine sogar mit leichten Komplikationen.Ich denke aber nnur die ganze Zeit, hoffentlich steck ich mich nicht an.Hoffentlich bekomme ich das nicht.Muss dazusagen, dass ich ja seit Jahren unter GAS und Panikattacken leide. ICh beobachte mich ganz genau,mess Fieber,merk jedes Zipperlein. Durch den Stress hab ich nur noch 47 kg (bei 156 cm). Ich hab so eine Angst, dass ich an dieser sch… Grippe sterbe. Aber es geht immer nur um mich. ICH ICH ICH…Jede normale Mutter würde sich doch nur Sorgen um ihre Kinder machen?!ICh weiß echt nicht wohin mit dieser Angst…und Psychotermin hab ich erst in 3 Wochen wieder.
Kann mir jemand nen Rat geben?

Ich danke Euch
N.

ach was, sei nicht so
hi,

ich rate dir, zu sehen, dass du drei probleme hast:

  1. ein schweinegrippekrankes kind
  2. noch ein schweinegrippekrankes kind
  3. eine eigene psychische störung

und jetzt rate ich dir, dir kein 4. zuzulegen, in dem du dir vorwürfe machst, dass du gegenüber deinen kindern eine mutter mit einer egoistischen haltung hast.

man könnte nämlich auch sagen, dass du eine so gute mutter bist, dass du das wichtigste, nämlich die gesundheit der mutter (ohne die für die kinder gar nix geht) sehr verantwortungs- und sorgevoll im blick hast!

aber natürlich ist deine übergroße sorge ausdruck eines psychischen problems, du wirst sehr wahrscheinlich im rahmen deines generalisierten angststörung auch häufig und sehr belastende krankheitssorgen haben, die du gerade spürst. dafür ist der schweinegrippe-hype ja hervorragender auslöser -und dann noch zwei viren-mutterschiffe in der wohnung…

mach dir nix draus: di wirst es wahrscheinlich auch bekommen und den undramatischen verlauf erleben mit 3-4 tagen bettruhe und fertig. ein professordoktordoktor der virologie hat letzte woche auf 3SAT gesagt, er habe die schweinegrippe auch schon so gehabt und hält die normale grippe für viel gefährlicher (sie tötet weitaus mehr menschen). das risiko, von der schweinegrippe umgelegt zu werden ist bei erkrankung(nach aussage dieses virologen) 1:5000.

mach dir´n sekt auf und erzähl den kindern die geschichte von der übetriebenen schweinegrippe, die sie im fernesehen und in den zeitungen sooooo groß gemacht haben, dass alle angst davor hatten.

Hallo N.,

ich denke mir, wenn jemand eine Angst- oder Panikstörung hat, hat er sie nur in bezug auf sich selber und nicht auch noch für die anderen mit. So daß Du also im Grunde eine ganz nüchterne Sicht hast, was andere Menschen betrifft, wie jetzt Deine Kinder (glücklicherweise im übrigen). Aber die Störung trübt Deine Sicht in bezug auf Dich selber ein, sodaß Du Dir im Gegensatz dazu Deinetwegen übertriebene Sorgen machst.

Das hat aber nichts mit Egoismus zu tun. Dadurch, daß Deine Kinder jetzt die Schweinegrippe haben, wird für Dich nur diese Diskrepanz so deutlich, die sonst nicht weiter auffallen würde: Angst- oder Panikstörung (Dich selbst betreffend) vs. Nüchternheit (alle anderen). Störungen wie Deine sind emotional und nicht logisch (würde da logisch alles zusammenpassen, wäre es keine Störung mehr, sondern ohnedies der Situation adäquat).

Hat man Dir eingeredet (z. B. die eigene Familie in der Kindheit), man dürfe nicht egoistisch sein, da man dann ein schlechter Mensch oder in Deinem Fall eine schlechte Mutter wäre (und davon abgesehen, überhaupt pfui)? Ich glaube, es wäre eine lohnende Aufgabe, sich von sowas nach und nach zu emanzipieren.

Grüße,

I.

Hallo,

ICH habe Angst, dass ICH mich anstecke, SELBST krank werde und dass ICH dann MEINE Kinder nicht mehr pflegen kann.

Warum siehst Du das so negativ?

Selbstschutz ist die Regel 1 aller Helfer. Natürlich kannst Du Deinen Kindern nur helfen, wenn es Dir selbst gut geht. Warum solltest Du da nicht an Dich und Deine Gesundheit denken?

Grüße
Didi

Mit dem Termin beim Psychologen bist Du grundsätzlich an der richtigen Adresse, was aber kann Dir in der akuten Situation konkret helfen? Bloße fachkundliche „Aufklärung“ über die Hinter- und Abgründe des Egoismus wahrscheinlich eher nicht (dabei wird v.a. der ‚Kopf‘ angesprochen, nicht Deine eigenen, sehr individuellen Gefühle), und die Mitteilung, dass „normale“ Mütter an dem gleichen Syndrom leiden, es meisst nur besser verbergen können oder sich weniger eingestehen, kann vielleicht trösten, sie hilft aber auch nicht wirklich weiter. Am ehesten würde ich Dir noch empfehlen, Dich mit den momentanen Botschaften Deines Unbewussten zu befassen, am besten anhand Traumanalyse. Hast Du in der Richtung mal überlegt? Es gibt zwar nicht viele seriöse Angebote unter „Googel“ zu finden, einige Traumanalytiker nehmen aber ihre Aufgabe ernst.