Warum gibt es Gläubige?

Hallo,

Richtig, nur brauchst du jemanden, an den du diese
Verantwortung abgeben kannst. Und da ist der Ansatzpunkt für
den Erfolg von Religionen.

nun ich habe sehr früh erfahren, dass es heißt " wat kann ick
denn als kleener schon machen" und damit war in keinster weise
gott gemeint, sondern die da „oben“ oder es hieß „wat willste
denn als enzelner schon ausrichten…“

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich :wink:
Der „kleine Mann“ gibt ja bei dieser Ansicht seine Verantwortung nicht ab , sondern er gibt sie auf. Er ist ja dabei nicht unbedingt damit einverstanden was „die da oben“ machen. Wenn ich mich aber Angehöriger einer Religion bin, dann identifiziere ich mich doch mit deren Inhalten, sonst wäre ich ja kein Anhänger derselben. D

Eben doch, zumindest ist Religion ein möglicher Ort, diese
Verantwortung abzugeben.

ja das stimmt. doch hat der mensch noch viel alltäglichere
orte, in der er verantwortung abgeben kann…

Klar, aber so etwas allumfassendes das Weltbild, Moral und Lebenssinn erklärt, findet er wohl nur in der Religion.

Aber die Religion nimmt dir einige große Fragen bezüglich des
Ursprungs des Lebens und andere „kosmologische“ Dinge ab.
Genauso kriegst du schon ein komplettes Wertesystem
vordefiniert, in dem du dich bewegen kannst.

ob die wissenschaft oder ob religionen mir den „ursprung des
lebens“ erklären, beides sollte nicht maßstab meines rechten
tun sein.

Was hat das mit rechten Tun zu tun? Der Ursprung des Lebens ist einfach eine Frage, die sich jeder Mensch irgendwann in seinem Leben stellen wird, sofern sie ihm nicht schon beantwortet wurde. Und die Religion gibt ihm darauf eine Antwort. Das hat doch nichts mit Moral oder ähnlichem zu tun. Religion besteht doch nicht nur aus moralischen und ethischen Regeln…

ob religionen oder gesellschaft mir ein wertesystem vorgeben,
ich selbst entscheide mich für ein wertesystem…

Wenn du wirklich ein Angehöriger einer Religion bist, dann übernimmst du deren Wertesystem. Klar gibt es Leute, die so einen Schritt ganz bewußt machen, aber das ist eher ein verschwindend geringer Anteil, würde ich mal behaupten.

oh ich glaube, dass es von anfang an bereits im menschen
verankert ist-jenes „gewissen“. und erst gesellschaft oder
religionen gehen in harmonie oder disharmonie mit ihren
wertesystemen…doch tief in einem selbst, weiß man was rcihtig
oder falsch ist…nur gelingt es nicht wenigen, ihr „gewissen“
zu verdrängen oder mit eigenen lügen voll zu schütten

Also inwiefern uns das - was man wohl lapidar als Natur- oder Menschenrechte bezeichnet - genetisch innewohnt, darüber kann man wohl streiten.
Eine „humanistische“ Weltanschauung ist uns sicher nicht angeboren. Angeboren ist uns ganz klar eine Art „Gruppenverhalten“, weil der Mensch ja sogesehen ein „Herdentier“ ist. Aber der „soziale“ Faktor kommt hierbei nur innerhalb seiner eigenen Gruppe zum Tragen. Gegenüber Fremden und Andersartigen herrscht dabei jedoch eher Intoleranz, Hass und Abwertung. Auch das uns „angeborene“ Frauenbild, würde wohl eher ins Mittelalter gehören, als in die Neuzeit.

Wenn man sich die Weltgeschichte so anschaut, dann passt das ganze wunderbar zusammen. Immer waren es Gruppen, die andere Gruppen unterdrückten, wobei innerhalb der Gruppen ein recht soziales Verhalten vorlag, Intoleranz aber gegen alle Andersartigen geübt wurde. Die Stellung der Frau war außerdem überall auf der Welt, egal ob im Urwald oder in Europa, meist eine niedere, als die des Mannes.

Darin liegt IMO das „bequeme“ an der Religion, weil man viele
der großen Fragen schon beantwortet bekommt und sich die
Eigenverantwortung in klar definierten Regeln bewegt. Man kann
sozusagen nichts falsch machen.

…ich finde, dass man gerade in religionen sehr viel falsch
machen kann (und nicht wenig für bestraft wird…), weswegen
ich unter anderem auch kein freund von religionen bin…

Inwiefern kannst du z.B. im Christentum viel „falsch“ machen? Die Regeln sind doch eher recht einfach gestrickt und müssen nur befolgt werden. Und du selbst brauchst dir doch dabei um nichts Gedanken zu machen. Und falls du wirklich nicht sicher bist, hast du bei einer Religion immer noch die Möglichkeit, dich an einen Priester oder ähnlichen zu wenden, der dir dann weiterhilft.
Stößt du dagegen in einer komplett eigenen Weltanschauung auf ein Problem, musst du dir das Problem schon selber lösen.

Naja, in den meisten Religionen ist eine gewisse
Eigenverantwortung unabdingbar. Du entscheidest ja durch dein
Handeln i.d.R. wie dein Leben nach dem Tod aussieht. Somit
liegen schon sehr wichtige Dinge in deiner Hand.

…??..ja was? eigenverantwortung oder nicht …ach ja! `n
„gewisse“!?

In einer Religion liegt es nicht in deiner Verantwortung, zu entscheiden, was „falsch“ und „richtig“ ist. Dagegen liegt in deiner Verantwortung, wie du dich gegenüber diesem Regelwerk verhältst. Also hast du eine „gewisse“ Eigenverantwortung, womit hast du hier ein Problem?

…handelt es sich
dann überhaupt noch um „glauben“!?!

Wieso nicht?

weil ich der meinung bin, dass „wirklicher glaube“ im höchsten
maße eigenverantwortlich ist

Es ging hier aber in meinem Text um Religionen.
Und Glaube ist nicht gleichbedeutend mit Religion. Jeder Mensch „glaubt“ irgendwas. Auch ein Atheist „glaubt“ etwas, nämlich dass es keinen Gott gibt, wissen kann er das wohl kaum.
Der einzige Grenzfall könnte ein „perfekter“ Agnostiker sein.

mfg
deconstruct

Ich sag als Weder-Noch was dazu. Ich habs religösen Menschen gegenüber mal so formuliert: ‚Ich glaube nicht an Gott, ich weiss nur nicht ob es ihn gibt oder nicht‘. Ich bin also im strengen Sinne nicht ungläubig und befinde mich teilweise im gleichen Haus…
Zur Frage. An den Religionen stößt mich einfach das dogmatische, rituelle ab, die fixierung auf ein Buch, eine Schriftensammlung. Ich finde diese Werke teilweise interessant aber ich würde nie auf die Idee kommen sie als Richtschnur für mein Leben zu benutzen. Ich mach das lieber selber, und hab meine Phatasien was die Schöpfung und diese Dinge angeht. Es ist für mich im Endeffekt nichts als Spielerei und ich kann mit meinem Unwissen über Ursprung, Sinn und Ende sehr gut leben. Darüber hinaus sind mir Organisationen egal welcher Art suspekt, die Ungereimtheiten, Abgrenzungen etc. will ich nicht mittragen müssen und die meißten Religionen erscheinen als komplettes Gebäude, das man nur ganz akzeptieren kann, daran glauben kann, und damit ja sagt zu Dingen die mir nicht passen oder passen könnten.
Zudem sehe ich die Wurzeln der Religionen einfach nur als Erklärungsversuche die teilweise nur auf platten Beobachtungen fußen, diese Beobachtungen herauszufiltern, die ursprüngliche Beschreibung zu finden, finde ich teilweise interessant. Aber wie gesagt das was über die Jahrhunderte daraus geworden ist ist zum großen Teil für mich nicht akzeptabel, ich möchte mir im bereich Glauben maximale Handlungsfreiheit erhalten und mit meinen Ideen und Grenzwahrnehmungen herumspielen können ohne dabei von Religionsvertetern angeleitet zu werden.
Zu echten Atheisten kann ich nur sagen, ich bin keiner, und finde die komplette Ablehnung teilweise verständlich, besonders wenn es um Herrschaft geht, aber im Ganzen etwas übermäßig und zu ‚verkrampft‘.
T.

Das ist aber nicht zwingend, ich hab auch schon so einige Dinge erlebt die schwerlich zu erklären sind oder die bei entsprechender Beleuchtung Wundercharakter haben. Ich glaubs trotzdem nicht und der Zweifel wird mein Massstab bleiben.
T.

Hallo Nadir,

Du suchst nach Antworten. Du fragst Dich, wie en liebender Gott so ungerecht sein kann und so schlichtweg zwischen gut und böse unterscheidet. Das tut er nicht. Niemals!!! Wir sehen hier, daß unser Verstand überhaupt nicht in der Lage ist, seine Gnade und Liebe zu erfassen. Niemanden verliert dieser Gott jemals aus den Augen. Überall wird er uns finden und zu sich holen, wenn wir nur wollen. Er hat uns unseren freien Willen gelassen. Und warum sollte er jene, die par tout nicht mit ihm sein wollen, zwingen? Solche Wesen haben ihre Gründe. Gründe, die jedoch vielleicht nicht von dem geprägt sind, was unser Herr Jesu uns lehrt. Mögen Sie Gott ablehnen. Aber ich glaube, er wird sie deshalb nicht verdammen. Die Verdammnis ist ein Wort der Menschen. Aber Gott, so glaube ich, wir Sie auf eine Reise der Erkenntnis schicken. So lernen Sie, was so alles schiefgelaufen ist. Und für manch eingefleischten kann eine solche Erkenntnis halt übel und unangenehm sein. Und für manchen dauert sie gar ewig. Aber der Begriff der „Ewigkeit“ ist auch menschlich und hat „auf der anderen Seite“ vielleicht eine ganz andere Bedeutung. So ist niemand verloren. Ganz im Gegenteil. Jeder „Verlorene“ begeht halt nur eine Reise, die ihn näher an Gott heranführt. Seit Golgatha ist niemand mehr verloren. Sondern Gott hat in seiner unendlichen Liebe zu uns seinen einzigen Sohn geopfert. Und dieses Opfer ist so groß, daß niemand mehr verloren sein kann. Jesus hat uns befreit und gerettet. Alles ist anders. Die gute Nachricht ist verkündet, die Propheten sind bestätigt, das Werk Erlösung vollbracht.

Du sagst zudem, daß Du keine Probleme mit dem Glauben hast, sondern mit dem Vertrauen. Wie geht das? Ein mangelhaftes Vertrauen entsteht doch aus einem mangelhaften Glauben. Das ist keine Kritik, bitte verstehe mich da nicht falsch. Aber Du sagt doch selbst, daß Du bereits selbst einige Dinge erlebt hast. Das Vetrauen in einen Dich liebenden Vater erwächst doch nicht daraus, dass er stets die Dinge so lenkt, wie sie Deiner Ansicht nach richtig wären. Die Liebe Gottes ist höher als alle menschliche Vernunft. Das heisst, dass es unser Verstand einfach nicht hergeben wird, das Handeln Gottes zu verstehen. Aber gleichzeitig ist sein ganzes Handeln von einer alles eindeckenden Liebe geprägt. Und das hat er uns in Jesus bereits bewiesen.

Du musst nicht alles Wissen müssen. Und eigentlich musst Du auch nicht glauben (obwohl es vielfacht hilft). Denn allein die Tatsache zählt, dass Gott an Dich glaubt, alles über Dich weiss und Dich so sehr liebt, dass Du es mit Deinem menschlichen Verstand niemals begreifen wirst.

Liebe Grüsse
Mike

Viele gläubige Naturwissenschaftler? Irrtum !!
Hallo,

Aber das wirklich Bequeme ist eben, dass die Existenz eines
Gottes, eine Menge erklären würde. Vielleicht sind deshalb so
viele Naturwissenschaftler Gläubige.

Was heißt hier „viele“? Naturwissenschaftler sind weit unterdurchschnittlich gläubig - so eine Untersuchung in den USA (Bild oder Spektrum der Wissenschaft vor einiger Zeit). In D dürfte es wohl kaum anders sein.

Übrigens…glaubt jemand daran, dass wir dieses gigantische
Universum wirklich ganz für uns alleine haben?

Welche Gläubigen bzw. Religion schließen die Existenz extraterristrischen Lebens aus? Nach meinem Wissen wird von Christen durchaus nicht behauptet, dass wir alleine im Universum sind, die Bibel gibt dazu nichts her.

Gruß, Stucki

Was heißt hier „viele“? Naturwissenschaftler sind weit
unterdurchschnittlich
gläubig - so eine Untersuchung in
den USA…

Unterdurchschnittlich heißt nicht automatisch wenig. Durchschnitt von was? Geht man davon aus, dass Wissenschftler streng faktisch veranlagt sein sollten, ist selbst eine im Vergleich zu anderen Menschengruppen „unterdurchschnittliche“ Anzahl an gläubigen Wisenschaftlern viel.

Übrigens…glaubt jemand daran, dass wir dieses gigantische
Universum wirklich ganz für uns alleine haben?

Welche Gläubigen bzw. Religion schließen die Existenz
extraterristrischen Lebens aus?

Der Mensch als Krone der Schöpfung ist Felsen fest im christlichen Weltbild verankert. Selbst das Prinzip der Mitgeschöpflichkeit in Bezug auf unsere Tierwelt ist erst sehr spät aufgetaucht. Der Gedanke, dass es eine weitere Schöpfung geben könnte, dürfte für die Christenheit durchaus etwas Erschreckendes haben, zumindest für die katholische.

Aber im Grunde ist es auch egal, denn beide Punkte sind nicht wesentlich für die Frage, warum so viele Menschen gläubig sind und immerhin geht es eben darum in diesem Thread.

Das ist aber nicht zwingend, ich hab auch schon so einige
Dinge erlebt die schwerlich zu erklären sind oder die bei
entsprechender Beleuchtung Wundercharakter haben. Ich glaubs
trotzdem nicht und der Zweifel wird mein Massstab bleiben.
T.

Eben Du glaubst es trotzdem nicht, zurecht, kenne solche Sachen auch. Ich schrieb aber gerade von Sachen, nachdem man völlig sicher ist, also sind diejenigen saxchen nicht mit denen von denen ich schrieb vergleichbar

Gruss
beat

Hallo Beat

Um deinen Beitrag zu verstehen, muss man wohl den Heiligen Geist bemühen. Ein Kennzeichen von Fanatismus ist auch eine unverständliche, wirre Diktion - habe ich erst kürzlich gelesen.

Peter

Seele ohne Gott ?
Moin,

Allerdings könnten auch Menschen, bei denen kein Gottglauben
vorhanden ist, sich Gedanken über den Tod machen und was
danach passiert (oder eben nicht).

logisch. auch ist dieses thema zb. teil der philosophie. die
frage nach leben nach dem tod oder dem zusammenhang von körper
und seele *kann*, muß aber nichts mit gott(glauben) zu tun
haben.

Richtig, die „Seele“ wäre die dritte im Bunde. Allerdings ist die einzige mir bekannte Religion, die zwar sowas wie eine individuelle „Seele“ annimmt, aber keinen ausgeprägten monotheistischen Gottglauben hat der Hinduismus.

Dies ist zum Beispiel ein
ganz zentraler Bestandteil der tibetisch-buddhistischen Lehre,
während in anderen buddhistischen Richtungen die Beschäftigung
mit diesem Thema als überflüssig und sinnlos (da rein
spekulativ) angesehen wird (und da gibt es dann grundsätzlich
bei beiden Ansätzen auch keine Vertrauen auf irgendwen oder
irgendwas).

… was ich erstens interessant finde und zweitens meine
meinung dazu stärkt, nämlich daß das zwei paar schuhe sind.

Genau. Ich hatte ja auch diese Beispiele quasi als Ergänzung zu deinem Posting erwähnt um zu zeigen, dass dies gar nicht mal so ungewöhnlich ist. Fall dich das Thema bezüglich tibetischer Budhismus näher interessiert kann ich empfehlen: „Das tibetanische Totenbuch“ oder die Nachtod-Erfahrungen auf der Bardo-Stufe, Walter-Verlag, ISBN: 3530880019 Buch anschauen

Gruß
Marion

1 „Gefällt mir“

Aber die Befürchtung das ein etwas einfacheres Gemüt dazu beiträgt bleibt bestehen. Ich bin offen für Gottes Fingerzeig, aber zweifelsfrei ist er mir noch nicht gekommen, außer bei der Tatsache das ich existiere vielleicht. Aber das als Gottesbeweis zu nehmen könnte auch als Verkürzung bewertet werden. Es ist und bleibt eine Sache des Glaubens, eine Entscheidung.
T.

Um deinen Beitrag zu verstehen, muss man wohl den Heiligen
Geist bemühen. Ein Kennzeichen von Fanatismus ist auch eine
unverständliche, wirre Diktion - habe ich erst kürzlich
gelesen.

Komm lass stecken, für Mauern ist dieses Brett nicht da.
T.

Hallo Branden,

ich hab mir jetzt nicht die anderen Texte durchgelesen, doch wollte ich meinen Senf auch mal dazu geben:

Deine Frage ist so allgemein geschrieben, dass man eigentlich gar nicht weiß, wie man darauf antworten soll. Schließlich glaubt jeder Mensch an irgend etwas. (ich glaub zb, dass du diesen Text lesen wirst :wink: ).

Schließlich will jeder Mensch sich an irgend etwas festhalten können. Jeder braucht ein Gedankengebäude, wo er sein kann.
Für mich persönlich heißt glauben, dass ich etwas für wahr erachte, was nicht sichtbar ist (zb die Schwerkraft als solches oder dass es Gott gibt). Deshalb kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich an Gott (den Gott der Bibel) glaube. Nein, ich weiß, dass es ihn gibt und ich darum mit ihm Leben will.

Gruß Tobi@s

hallo,

Schließlich
glaubt jeder Mensch an irgend etwas. (ich glaub zb, dass du
diesen Text lesen wirst :wink: ).

„glauben an“ (auf etwas vertrauen) und „glauben daß“ (etwas für wahr halten) sind zwei verschiedene begriffe.

gruß
datafox

hallo,

Da steht nicht, „Du sollst nicht töten, außer…“ oder
„…es sei denn…“. Nein. „DU SOLLST NICHT TÖTEN“.

nein das steht da auch nicht!

„du sollst“ steht da nicht, sondern „du darfst nicht“ (wörtlich „wirst du wohl nicht… !“) „töten“ steht da auch nicht, sondern „morden“. „morde nicht!“ steht da.

Ich meine, unabhängig wie
man zur Todesstrafe steht, das passt doch nicht zusammen,
oder?

führe dir einmal die definition von „mord“ zu gemüte. dann wirst du draufkommen, daß es mit todesstrafe nichts zu tun hat.

gruß
datafox

hi constructor,
ich will diesmal nicht auf all dein gesagtes eingehen, weil ich das gefühl habe, dass wir `n bißchen aneinander vorbei reden, aber doch auf für mich wichtiges bezug nehmen

Es ging hier aber in meinem Text um Religionen.
Und Glaube ist nicht gleichbedeutend mit Religion. Jeder Mensch „glaubt“ irgendwas. :Auch ein Atheist „glaubt“ etwas, nämlich dass es keinen Gott gibt, wissen kann er das wohl kaum.
Der einzige Grenzfall könnte ein „perfekter“ Agnostiker sein.

zb!

Fazit: Wer glaubt, lebt bequemer. :Er ist von einem großen Teil
der Eigenverantwortlichkeit befreit.

hier ist doch wohl von glauben die rede und nicht von religionen!
darauf bezieht sich ja auch der thread!
natürlich ist „gottesglaube“ gemeint, aber der beinhaltet für mich nicht zwingend religion! ich selbst bin zb „gläubig“, lehne aber jede religion ab!

  1. weil die geschichte erwiesen hat, dass religion nur zu mißbrauch und abgrenzung führt
  2. weil ich bislang keine religion gefunden habe, die nicht einen absoluten wahrheitsanspruch propagiert

zu deinem

Was hat das mit rechten Tun zu tun? :smiley:er Ursprung des Lebens ist einfach eine Frage, die sich jeder Mensch irgendwann in seinem Leben stellen wird, sofern sie ihm nicht schon beantwortet wurde. :Und die Religion gibt ihm darauf eine Antwort. :smiley:as hat doch nichts mit Moral oder ähnlichem zu tun. :Religion besteht doch nicht nur aus moralischen und ethischen Regeln…

du selbst hast von einem „wertesystem“ bei religionen gesprochen!
worauf bezieht sich dein wertesystem, wenn nicht auf das rechte tun?
und im übrigen propagieren ja religionen einen moral-und verhaltenskodex der dann einzig nur zur „erlösung“ ins paradies oder nirvanna führen soll…

und zu deinem

Also inwiefern uns das - was man wohl lapidar als Natur- oder Menschenrechte bezeichnet - genetisch innewohnt, darüber kann man wohl streiten.
Eine „humanistische“ Weltanschauung ist uns sicher nicht angeboren. :Angeboren ist uns ganz klar eine Art „Gruppenverhalten“, weil der Mensch ja sogesehen ein „Herdentier“ ist. :Aber der „soziale“ Faktor kommt hierbei nur innerhalb seiner eigenen Gruppe zum Tragen.

ich bin in einer äußerst gewaltätigen familie aufgewachsen, inmitten einer der ersten deutschen ghettos. und das erste was ich gelernt habe, dass schläge irgendwann nicht mehr weh tun und nur der stärkere nicht leiden muß. mit 7 war ich schon ein meisterdieb, gehörte immer zu den „stärkeren“, war mitglied einer nicht wenig gefürchteten gang und stand etliche male wegen aller möglicher „vergehen“ vor dem richter. niemand hat mir irgendeine „ethische“ moral bei gebracht außer der, dass es nur dem stärkeren gut geht. und doch hatte ich immer eine eigene! egal ob ich dazu neigte, eher die schwächeren zu beschützen, niemanden zu bestehlen der für mich auch nur ein armer hund war oder gar jemanden der mir vertraute zu bestehlen. ja selbst denen ich die nase gebrochen hatte, sie taten mir hinterher leid. es war, als wenn ihre angst auch immer die meine war…und wenn du in die gesichter derer blickst, denen du vielleicht gerade ein messer an den hals drückst oder in die augen von jemanden dem du gerade eine pistole an den kopf hälst, dann siehst du nur unermeßliche angst…dieselbe angst die ich als kind vor meinem vater hatte…und kein geld der welt ist es wert, einem anderen angst zu machen.
ich erkannte irgendwann für mich selber, ohne das es mich irgendjemand gelehrt hatte, dass ich einem anderen nicht zufügen sollte, was ich selbst nicht will das man es mir zu fügt…der inder würde sagen „tat tvam asi“- das bist du.
und auch bei meinen ehemaligen „freunden“ erkannte ich angst wenn sie selber angst verbreiteten und das einzige was mich von ihnen unterschied war, dass ich die dinge mehr hinterfragte als sie und die richtigen schlüsse daraus zog.
zum „glauben“ gelangte ich erst sehr viel später…AMEN

Gegenüber Fremden und Andersartigen herrscht dabei jedoch eher Intoleranz, Hass und Abwertung.

ich behaupte nur aus angst

Inwiefern kannst du z.B. im Christentum viel „falsch“ machen? :smiley:ie Regeln sind doch eher recht einfach gestrickt und müssen nur befolgt werden.

na dann befolge mal die regel „deinen nächsten zu lieben wie dich selbst“!!!..wenns so einfach ist

In einer Religion liegt es nicht in deiner Verantwortung, zu entscheiden, was „falsch“ und „richtig“ ist. :smiley:agegen liegt in deiner Verantwortung, wie du dich gegenüber diesem Regelwerk verhältst. :Also hast du eine „gewisse“ Eigenverantwortung, womit hast du hier ein Problem?

scheiße ich mag ja selbst keine religion, aber du zwingst mich deren position ein zu nehmen.
also ein „regelwerk“ besteht nicht nur in religionen. du hast sie in gesellschaften, gruppen, freunden usw. und du selbst kannst doch wohl entscheiden, wie du dich dem regelwerk anpasst bzw. welches regelwerk überhaupt für dich in frage kommt und dein maß an verantwortung ist überall die gleiche.
wobei ich behaupte, dass religionen für den wirklich praktizierenden gläubigen, dass mit abstand schwierigste einzuhaltende regelwerk von allen ist! (wie gesagt, liebe mal deinen nächsten wie dich selbst…)

mfg
nadir

ps: wäre schön, wenn du weniger verallgemeinern würdest, denn du scheinst mir ein extrem oberflächliches bild vom „glauben“ zu haben…

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich :wink:

den fand ich aber wirklich gut…werd ich mir merken haha

„du sollst“ steht da nicht, sondern „du darfst nicht“
(wörtlich „wirst du wohl nicht… !“) „töten“ steht da auch
nicht, sondern „morden“. „morde nicht!“ steht da.

http://www.ekd.de/bekenntnisse/145.html
http://www.mdr.de/kultur/647735-hintergrund-661112.h…

Zitat (aus dem zweiten Link)

  1. Du sollst nicht töten.
    Hier steht das Gebot für die Tötung eines Mitmenschen durch den Einzelnen. Das hebräische „rasach“ (= töten) meinte ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten. Das Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus. Später erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen menschliches Leben richtet. Dazu gehört aktuell auch die Diskussion um das vorgeburtliche Leben bzw. und den Umgang in der Forschung mit Embryonen.

Zitat Ende

Gott der Herr ist der Schöpfer. Er kann Leben erschaffen. Er ist der Richter. Er ist der einzige, der Leben nehmen darf.

Diese Einstellung zieht sich durch die gesamte Bibel. Und Du willst mit jetzt sagen, dass es durchaus Gott gefällig ist, wenn ein Mensch entscheidet, wann ein anderer Mensch zu sterben hat?

Wie gesagt…Man kann sich alles irgendwie hinbiegen, wenn man nur will…

Gruß aus Berlin

Fazit: Wer glaubt, lebt bequemer. Er ist von einem großen Teil
der Eigenverantwortlichkeit befreit.

Naja, ich habe verschiedene Kirchen von außen mitbekommen, und
stelle fest, dass so manche Gläubige durch ihre gelebte
Religiösität an einigen Zweifel leiden - was auch immer daran
Schuld haben mag. Das wirkt auf mich sehr unbequem.

Es kommt darauf an, wo Du die Bequemlichkeit suchst. Selbstzweifel, Selbsmitleid…viele brauchen keine Religion, um darin zu schwelgen. Und diese Unannhehmlichkeiten sind für sehr viele Menschen offebar ein kleiner Preis für die Annehmlichkeiten, die eine Religion ihnen andererseits wieder bieten kann.

Wie sonst ist es möglich, dass recht viele Menschen auf wirklich üble Sektierer ansprechen?

Damit wären wir gleich beim Missbrauch von Religion. Die Geschäftsführer solcher Sekten sind nicht selten nur auf Kohle aus. Sie sind Betrüger, mehr oder weniger gefährlich, meist aber irgendwie berechenbar.

Viel gefährlicher finde ich diejenigen, die denken, dass ihr wahrer Glaube tatsächlich alles rechtfertigt. Sie missbrauchen nicht im eigentlichen Sinne. Sie sind überzeugt, im Besitz der einzigen, der ultimativen Wahrheit zu sein und definitiv jedes Mittel anwenden zu dürfen, um diese zu verbreiten.

Doch dem Himmel sei Dank, es gibt ja seit Januar 2000 die
„Leitlinien für die verantwortungsbewusste
Verbreitung von Religion oder Weltanschauung“
http://www.apd.info/index.cgi?j=2000&m=03&r=5&a=0

Gruß aus Berlin

hallo,

Das hebräische „rasach“ (= töten) meinte
ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten.

razach bedeutet morden. laharog bedeutet töten.

Das
Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die
Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus.

wieso schloß? ab wann änderte das hebräische seinen wortschatz?

Später erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen
menschliches Leben richtet.

das ist falsch. razach bedeutet nach wie vor morden, also das a) geplante b) töten eines c) menschen aus d) niederen motiven. ALLE bedingungen müssen erfüllt sein, damit es mord ist.

willst mit jetzt sagen, dass es durchaus Gott gefällig ist,
wenn ein Mensch entscheidet, wann ein anderer Mensch zu
sterben hat?

das steht zumindest so da… wer eines menschen blut vergießt… nur die tatsächliche ausführung einer todesstrafe ist an derart harte bedingungen geknüpft, daß es äußerst selten bis gar nicht dazu kommen sollte.

gruß
datafox

Hallo Florenz,

http://www.ekd.de/bekenntnisse/145.html
http://www.mdr.de/kultur/647735-hintergrund-661112.h…

Zitat (aus dem zweiten Link)

  1. Du sollst nicht töten.
    Hier steht das Gebot für die Tötung eines Mitmenschen durch
    den Einzelnen. Das hebräische „rasach“ (= töten) meinte
    ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten. Das
    Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die
    Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus.
    Später erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen
    menschliches Leben richtet. Dazu gehört aktuell auch die
    Diskussion um das vorgeburtliche Leben bzw. und den Umgang in
    der Forschung mit Embryonen.

Zitat Ende

was bedeutet hier „später“?
Und wer erweiterte diese Bedeutung?

Gott der Herr ist der Schöpfer. Er kann Leben erschaffen. Er
ist der Richter. Er ist der einzige, der Leben nehmen darf.

Diese Einstellung zieht sich durch die gesamte Bibel. Und Du
willst mit jetzt sagen, dass es durchaus Gott gefällig ist,
wenn ein Mensch entscheidet, wann ein anderer Mensch zu
sterben hat?

Wo entscheidet ein Mensch, wenn der Mensch sich an Gottes Gebot hält?
Wenn Gott entscheidet, dass der Schuldige sterben muss, wie kann der Mensch sich dieser Entscheidung widersetzen?

Wie gesagt…Man kann sich alles irgendwie hinbiegen, wenn man
nur will…

ja sogar die 10 Gebote :frowning:

Zitat aus Deinem Link
http://www.ekd.de/bekenntnisse/145.html
[Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. Die hier wiedergegebene Fassung folgt der lutherischen und römisch-katholischen Tradition. Eine andere Zählung ergibt sich dort, wo das Bilderverbot - „Du sollst dir kein Bildnis machen“ - gesondert als zweites Gebot geführt wird.]

Bleibe wir aber bei dem Gebot „Du sollst nicht töten.“
Lies doch mal andere Übersezungen.
z.B. Martin Buber: „Morde nicht.“
oder Naftali Herz Tur-Sinai: „Du sollst nicht morden!“

Wenn man schon eine Diskussion führt, sollte man möglichst am Original bleiben, bevor man anderen ein „Hinbiegen“ unterstellt.

Gruss Harald