Warum gibt es Ungläubige?

Das klingt vielleicht etwas schräg, mir ist aber keine bessere Formulierung eingefallen. Etwas ausführlicher formuliert lautet meine Frage: wie erklärt sich der gläubige Mensch (in diesem Forum also dann wohl der gläubige Christ), dass es Ungläubige gibt? Die Idee zu dieser Frage kam mir neulich, als hier mal wieder vom freien Willen die Rede war. Meint Ihr, der Ungläubige könnte glauben, wenn er denn nur wollte? Ist der Unglaube selbst verschuldet? Seht Ihr einen Unterschied zwischen dem Ungläubigen, der gar nicht an die Existenz eines persönlichen Gottes glaubt, und demjenigen, der einer „falschen“ Religion anhängt?

Beste Grüße
Michael

Hallo!

Das klingt vielleicht etwas schräg, mir ist aber keine bessere
Formulierung eingefallen. Etwas ausführlicher formuliert
lautet meine Frage: wie erklärt sich der gläubige Mensch (in
diesem Forum also dann wohl der gläubige Christ), dass es
Ungläubige gibt?

Nun ja, das Brett heißt „Religion und Ethik“ und nicht „Christentum“. Anderen Glaubensrichtungen abzusprechen, eine Religion zu sein und damit nur das Christentum als eine hinzustellen, finde ich schon etwas anmaßend. Genauso auch dies noch bezüglich der Ethik zu unterstellen…

Die Idee zu dieser Frage kam mir neulich, als
hier mal wieder vom freien Willen die Rede war. Meint Ihr, der
Ungläubige könnte glauben, wenn er denn nur wollte? Ist der
Unglaube selbst verschuldet? Seht Ihr einen Unterschied
zwischen dem Ungläubigen, der gar nicht an die Existenz eines
persönlichen Gottes glaubt, und demjenigen, der einer
„falschen“ Religion anhängt?

Ich habe dazu einen sehr interessanten Roman gelesen, „Das Wissen der Engel“ von Jill Paton Walsh, siehe http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548244327/qua…

Da wird sich genau damit befasst. Es geht darum, dass jemand auf eine christliche Insel kommt, der von sich sagt, Atheist zu sein. Dass alleine dieser Begriff schon verschiedene Bedeutungen haben kann, wird in dem Roman, den ich schon als philosophisch bezeichnen möchte, genauso erörtert wie das Problem der „Inselchristen“, jemanden zu begegnen, der Gott nicht akzeptiert und zudem aus einem Land kommt, in dem mehrere Religionen nebeneinander existieren und man sich frei entscheiden kann, ob und welcher man angehören möchte. Die Rezensionen sind diesbezüglich auch ergibig.

Viele Grüße
Manor

Ergänzung
Hallo!

bezüglich:

(in diesem Forum also dann wohl der gläubige Christ)

Mir ist klar, dass ich das etwas missverständlich aufgefasst habe, allerdings zur Erläuterung: Nicht alle Menschen, die dieses Forum verwenden sind Christen. Und nicht alle, die in dieses brett schreiben, wollen sich übers Christentum austauschen. Dies als „Voraussetzung“ für die Zeilen, die ich zeitlich davor gepostet habe!

Viele Grüße
Manor

Glauben lernen…
Hi Michael,
hier könnte ein neuer Thread eröffnet werden: Glauben lernen?
Ich bin protestantisch getauft, dann sind meine Eltern konvertiert zum Katholizismus (da war ich ca. 5 Jahre alt), und mit 14 Jahren bin ich (1968 - ein Muss!?) aus der Kirche ausgetreten.
Meine beiden Söhne sind nicht getauft.
Ich habe mich damals mit dieser Entscheidung selbst „rehabilitiert“, dass sie sich ja im Alter von 14 Jahren für eine Religion, ein religiöses Leben entscheiden könnten.
Heute frage ich mich: auf welcher Grundlage sollten/könnten sie das (wenn sie nicht in Lebenskrisen irgendeiner Sekte verfallen sollten).
Ich bedauere meine Entscheidung von damals sehr, weil ich ihnen die Chance genommen habe, überhaupt eine eigene Entscheidung treffen zu können. Sozusagen „gottlos“ aufzuwachsen erschwert eine Annäherung an dieses Phänomen oder was auch immer es ist ganz gewaltig. „Nein“-sagen geht immer noch, aber das „Ja“ kennenzulernen wird im fortgeschrittenen Alter immer schwieriger.
Dies nur als Denkantstoß…
Anja

Hallo!

bezüglich:

(in diesem Forum also dann wohl der gläubige Christ)

Mir ist klar, dass ich das etwas missverständlich aufgefasst
habe,

So ist es. Mir sind in diesem Forum auch schon Muslime, Juden und Buddhisten begegnet, es läßt sich aber wohl kaum abstreiten, dass die meisten Leute, die hier posten, Christen sind (oder sich explizit vom christlichen Glauben distanzieren). Also wirklich kein Grund zur Aufregung…

Michael

Hallo Michael,

ich behaupte immer, dass jeder Mensch, alles mögliche glaubt.
Er glaubt das, was er

  • erzählt bekommen hat.
  • gelesen hat.
  • in den Medien erfahren hat.
  • sich ausgedacht hat.

Der Glaube an einem persönlichen Gott kann man bei seiner Sozialisation mitbekommen haben oder ihn später durch dazugewonnene Erkenntnis erwerben. Es gibt in allen Religionen Menschen, die ihren Glauben von den Eltern gelernt haben, oder später zu diesem konvertiert sind.

Gruß
Carlos

Hi Carlos,

der Einfluß der Eltern, der weiteren Familie, der größeren Gemeinschaft in der man lebt, der umgebenden Gesellschaft: ja, das sehe ich auch so. Aber ich hatte ja schon gesagt, dass ich im Hinterkopf noch die Frage nach der Willensfreiheit hatte. Ist der Mensch denn nun „frei“ darin, den „rechten“ Glauben zu haben oder hat er möglicherweise aufgrund seiner Sozialisation, seines Umfeldes diese Freiheit gar nicht?

Gruß
Michael

Eine wirklich schöne Frage
die du hier stellst. Hallo erstmal,

Das klingt vielleicht etwas schräg, mir ist aber keine bessere
Formulierung eingefallen. Etwas ausführlicher formuliert
lautet meine Frage: wie erklärt sich der gläubige Mensch (in
diesem Forum also dann wohl der gläubige Christ), dass es
Ungläubige gibt?

Also ich gehe persönlich davon aus, dass die wieauchimmergearteten Gläubigen eines Kultes *jaichmeineallerreligionen* sich damit historisch abgrenzten von den 'Nichterleuchteten’und den ‚Fehlgläubigen‘.
Abgrenzung ist immer auch eine Möglichkeit der Selbsterhöhung des eigenen Standpunktes. ‚Ungläubige‘ sind demnach also entweder in einer niederen geistig-moralischen Entwicklungsstufe befindlich oder schlicht einem ‚falschen‘ Werte- und Normensystem anhängig.
Was daraus historisch folgte ist der Geschichte des ‚Christlichen‘ Abendlandes, aber auch der anderer Religionen und Regionen zu entnehmen.
Als Beispiel nenne ich nur die Entwicklung der Armbrust, ihr Verbot per päpstlichen Bann und ihre explizite Genehmigung im Einsatz gegen Ungläubige, hier: Moslems, durch den Papst.

Die Idee zu dieser Frage kam mir neulich, als
hier mal wieder vom freien Willen die Rede war. Meint Ihr, der
Ungläubige könnte glauben, wenn er denn nur wollte?

M.E. gibt es keinen echten Unglauben, höchstens die Neigung, etwas als unglaublich, über-/widernatürlich zu empfinden und es wegen eines Widerspruches zu selbst in der Sozialisation/Enkulturation Erlebtem abzulehnen.
Ich bin noch keinem Atheisten begegnet, der nicht an irgendetwas glaubte, und sei es nur an die eigene Unvollkommenheit…:wink:

Ist der
Unglaube selbst verschuldet? Seht Ihr einen Unterschied
zwischen dem Ungläubigen, der gar nicht an die Existenz eines
persönlichen Gottes glaubt, und demjenigen, der einer
„falschen“ Religion anhängt?

Ich sehe da keinen Unterschied, ich denke, dass diese Unterschiede durch religiöse Vordenker dogmatisch vorgegeben werden/wurden.

So long erstmal

MainBrain

Hallo Michael,

wenn ein Mensch andere Glaubensvorstellungen annimmt als seine Umgebung hat, bzw. seine Vorstellungen ändert, kommt dadurch seine Willesfreiheit zum tragen.
Ich sehe das häufig realisiert.

Gruß
Carlos

Hallo MainBrain,
ich denke, Unglaube ist nicht der wirkliche Gegensatz zu Glaube, so wie ja auch der Atheist nur EINE Alternative zum Gläubigen darstellt. Bertrand Russell bezeichnete sich z.B. als Agnostiker. Also jemand, der über bestimmte metaphysische bzw. religiöse Dinge keine feste Ansicht hat. Ich finde das übrigens den „natürlichsten“ Standpunkt, wenn ich mal so sagen darf. Den radikalen Atheisten stehen ich ebenso staunend gegenüber wie den restlos überzeugten Gläubigen. Ich fand z.B. auch immer den Jünger Thomas völlig „nat+ürlich“ und „normal“ in seinem Ansinnen, die Wundmale von Jesus sehen und anfassen zu wollen.
Es grüßt Dich Branden

Meint Ihr, der

Ungläubige könnte glauben, wenn er denn nur wollte?

Ich denke, eher nicht, Michael. Umgekehrt geht die Frage ja dann auch: Meinst Du, der Gläubige könnte zweifeln oder kritisch hinterfragen, wenn er denn wollte?
Gruss von Branden

Hi,

Seht Ihr einen Unterschied
zwischen dem Ungläubigen, der gar nicht an die Existenz eines
persönlichen Gottes glaubt, und demjenigen, der einer
„falschen“ Religion anhängt?

Oh ja! Man muß sich schon den wahren Glauben bewahren. Ein gutes Beispiel sollte dafür der Verfasser des nachfolgenden Briefes abgeben:

Homosexualität nach Leviticus 18:22 ein Greuel
Der Hintergrund zu folgendem Text: Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie als achtsame Christin, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da sie nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

"Liebe Dr. Laura,

vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind,

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist: Wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

d) Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweins mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan, Jake"

Homosexualität nach Leviticus 18:22 ein Greuel

das behauptet nicht nur eine us-moderatorin!
vor vielen jahren auch in einer hiesigen talkshow!
ein bischof (weiß nicht mehr wie der gute hieß) sagte klar, dass homosexualität perversion und schwere sünde sei und sich jeder homosexuelle im klaren darüber sein müßte, von gott nicht erlöst werden zu können!
für mich nur eines von vielen beispielen, dass die bibel ganz sicher nicht getreues gottes wort ist…

mit grüßen
nadir

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an
Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

bitte keine solchen dummen kettenbriefe hier zu verbreiten.
die fragen sind dermaßen blöd und strotzen von unwissen, daß es sich kaum lohnt darauf einzugehen.
laura schlesinger (?) weiß anscheinend nix über ihre eigene religion/klutur sonst hätte sie darauf reagieren können.

datafox

Hallo,

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an
Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

bitte keine solchen dummen kettenbriefe hier zu verbreiten.
die fragen sind dermaßen blöd und strotzen von unwissen, daß
es sich kaum lohnt darauf einzugehen.
laura schlesinger (?) weiß anscheinend nix über ihre eigene
religion/klutur sonst hätte sie darauf reagieren können.

Kannst du mir das mal näher erläutern?
Die Argumentation dass Homosexualität abartig ist, entnimmt Dr. Laura aus dem Buch Leviticus. Die Beispiele aus dem Text sind ebenfalls aus diesem Buch.

Wenn man sich also nicht auf die Beispiele in Levitivus berufen kann (wieso eigentlich nicht?) dann gilt dies auch in Bezug auf Homosexualität. Und genau dort liegt doch wohl die Intention des Textes.

mfg
deconstruct

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Hallo Deconstruct.

Wenn man sich also nicht auf die Beispiele in Levitivus
berufen kann (wieso eigentlich nicht?) dann gilt dies auch in
Bezug auf Homosexualität. Und genau dort liegt doch wohl die
Intention des Textes.

Die Argumentation von Fr. Schlessinger kenne ich nicht und ich denke, dass trifft auf die Meisten zu, welche diesen Kettenbrief verbreitet und soviel Beachtung geschenkt haben. Aber die Argumentation des Briefschreibers sehen wir und diese zeigt nur sein massives Unwissen.

Neben wir nur a)

„a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?“

So kann man an vielen Stellen im Tanach lesen, dass Opfer im Allgemeinen eben nicht zum Wohlgefallen von G’tt, sondern Ärgernis sind. So wird in Leviticus ein sehr enger Rahmen gesteckt, in welchem Opfer möglich und sinnvoll sind. Davon weicht der Briefschreiber massiv ab.

Und warum der Nachbar niedergestreckt werden soll, ergibt sich wohl nur mit der entsprechend aggressiven Gesinnung. In Leviticus findet sich davon nichts.

Schalom,
Eli

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Hallo,

Ärgernis sind. So wird in Leviticus ein sehr enger Rahmen
gesteckt, in welchem Opfer möglich und sinnvoll sind. Davon
weicht der Briefschreiber massiv ab.

Aha. Das sehe ich aber irgendwie anders.

" Gesetz über Brandopfer
1Und der HERR rief Mose und redete mit ihm aus der Stiftshütte und sprach: 2Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wer unter euch dem HERRN ein Opfer darbringen will, der bringe es von dem Vieh, von Rindern oder von Schafen und Ziegen. 3Will er ein Brandopfer darbringen von Rindern, so opfere er ein männliches Tier, das ohne Fehler ist, vor der Tür der Stiftshütte, damit es ihn wohlgefällig mache vor dem HERRN, 4und lege seine Hand auf den Kopf des Brandopfers, damit es ihn wohlgefällig mache und für ihn Sühne schaffe. 5Dann soll er das Rind schlachten vor dem HERRN, und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut herzubringen und ringsum an den Altar sprengen, der vor der Tür der Stiftshütte ist. 6Und er soll dem Brandopfer das Fell abziehen und es in seine Stücke zerlegen. 7Und die Priester, Aarons Söhne, sollen ein Feuer auf dem Altar machen und Holz oben darauf legen 8und sollen die Stücke samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar liegt. 9Die Eingeweide aber und die Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN."

Da steht überhaupt nichts davon, wann oder wozu man ein Brandopfer erbringen soll. Hier steht zusammengefasst, wer ein Brandopfer bringen will, er soll es tun, und es beschert dem Herrn einen lieblichen Geruch.

Und warum der Nachbar niedergestreckt werden soll, ergibt sich
wohl nur mit der entsprechend aggressiven Gesinnung. In
Leviticus findet sich davon nichts.

Naja, man kann die Abwertung des „lieblichen Geruchs“ durchaus als Gotteslästerung bezeichnen. Und dazu macht Leviticus doch sehr klare Aussagen:
„Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben.“

Es spielt also auch keine Rolle, ob der Lästerer Christ ist oder nicht, wenn man die Lästerung des Brandopfers ahnden will, dann muss dieser getötet werden.

Also ich sehe bei Punkt a) keine wirklichen Abweichungen vom Wortlaut in Leviticus. Lasse mich aber gern eines besseren Belehren, wenn in Leviticus das ganze auch noch anders steht.

Was der Autor dieses Kettenbriefes doch lediglich zeigen wollte, ist, dass eine wörtliche Berufung auf Leviticus offensichtlicher Schwachsinn ist. Doch gerade die amerikanischen christlichen Fundamentalisten berufen sich auf Textpassagen in Leviticus, um Argumente für ihre Hetzkampagne gegen Schwule und Lesben zu finden. Wegen diesem Thema haben dort schon Menschen ihr Leben verloren, deswegen halte ich den Text des Briefes eigentlich für gar nicht so dumm, wie ihr ihn abtut.

mfg
deconstruct

1 „Gefällt mir“

ein bischof (weiß nicht mehr wie der gute hieß) sagte klar,
dass homosexualität perversion und schwere sünde sei und sich
jeder homosexuelle im klaren darüber sein müßte, von gott
nicht erlöst werden zu können!
für mich nur eines von vielen beispielen, dass die bibel ganz
sicher nicht getreues gottes wort ist…

Interessant, ein BISCHOF sagt was und das ist für Dich der Beweis, dass die BIBEL nicht Gottes Wort ist…
wusste nicht das ein Bischof dassselbe wie die Bibel ist.

Gruss
Beat

Hallo

‚Ungläubige‘ sind demnach also
entweder in einer niederen geistig-moralischen
Entwicklungsstufe befindlich oder schlicht einem ‚falschen‘
Werte- und Normensystem anhängig.

Glaube hat absolut nichts mit einem Noremensystem zu tun und nur indirekt was mit dem Wertesystem. Das Wertesystem macht den Glauben nicht aus, so wie ein „nicht stehlen“ keinen ehrlichen Menschen ausmacht. Wenn Du hingegen ehrlich bist, dann wirst Du nicht stehlen. Die Umkehrung ist hingegen nicht korrekt.

Was daraus historisch folgte ist der Geschichte des
‚Christlichen‘ Abendlandes, aber auch der anderer Religionen
und Regionen zu entnehmen.

Das ist Richtig, aber Du redest jetzt von Relligionen, was wiederum nicht dasselbe wie Glauben ist. Es gibt viele Leute die sehr rekligiös aber nicht gläubig sind

Als Beispiel nenne ich nur die Entwicklung der Armbrust, ihr
Verbot per päpstlichen Bann und ihre explizite Genehmigung im
Einsatz gegen Ungläubige, hier: Moslems, durch den Papst.

Siehe oben

M.E. gibt es keinen echten Unglauben, höchstens die Neigung,
etwas als unglaublich, über-/widernatürlich zu empfinden und
es wegen eines Widerspruches zu selbst in der
Sozialisation/Enkulturation Erlebtem abzulehnen.
Ich bin noch keinem Atheisten begegnet, der nicht an
irgendetwas glaubte, und sei es nur an die eigene
Unvollkommenheit…:wink:

Glaube an Gott, bzw an die Erlösung der eigenen Sünden durch den Tod Jesus Christus, sofern Du/ivch ihn annimmst, ist der entscheidende Glaube eines Christen und dazu gibt es nur ein persönliches Ja oder Nein

So long erstmal

Beat

Hi Michael

der Einfluß der Eltern, der weiteren Familie, der größeren
Gemeinschaft in der man lebt, der umgebenden Gesellschaft: ja,
das sehe ich auch so. Aber ich hatte ja schon gesagt, dass ich
im Hinterkopf noch die Frage nach der Willensfreiheit hatte.
Ist der Mensch denn nun „frei“ darin, den „rechten“ Glauben zu
haben oder hat er möglicherweise aufgrund seiner
Sozialisation, seines Umfeldes diese Freiheit gar nicht?

Entweder ruft Gott den Menschen, dann kann er sich entscheiden, oder der Mensch ruft Gott an. In unseren Breitengraden hat praktisch jeder mal von Jesus Christus gehört und jeder weiss,dass man zu ihm beten kann. Also hat jeder die Möglichkeit zu ihm zu beten, für Erkenntnisse, Zeichen das es ihn gibt. Ausserdem hat jeder die Möglichkeit eine Bibel zu kaufen, oder sich irgendwo genauer informierenm zu lassen, zB an einem Alphalive- Seminar. Jeder hat die Freihait sich zu informieren und dann zu entscheiden. Ist wie beim Stimmen/wählen, jeder hat die Freihait sich damit auseinander zu setzten, sich zu informieren etc und sich dann zu entscheiden, oder eben nicht.