Hallo Geris,
Ich bin beeindruckt von der Ernsthaftigkeit deines Vorgehens
und finde das sehr anerkennenswert.
Ooch, wieso bist Du deswegen „beeindruckt“. Ist ja im Grunde nichts anderes, als das, was alle anderen hier auch machen. Meinungen zur Diskussion stellen und dann schauen, mit wem man darüber reden kann.
Ich weiß natürlich, und in der Zwischenzeit haben wir ja alle diesen offensichtlich sonderbaren Angst- und Aggressionsfaktor im Zusammenhang mit diesen Begriffen an die Oberfläche gebracht, daß das Thema bisher nur deswegen nirgends angesprochen wurde.
wir wissen es ganz offensichtlich nicht.
Offensichtlich wissen wir die richtige Erklärung nicht, wenn
man die Frage „was bin ich?“ auf sich selber bezogen stellt.
Eine interessante Wendung.
Ist eigentlich keine „Wendung“ gewesen, sondern nur eine weitere Feststellung.
Wie kann jemand allein auf sich
selbst bezogen, sich definieren? Jedes Bewußtsein braucht
Bezugspunkte.Jede Raumdefinition braucht Bezugspunkte.
Das ist jetzt sicher das beste Stichwort in diesem Zusammenhang. Denn ich meine eben, daß der zentralste „Bezugspunkt“, um jede beliebige Fragestellung auch selber verstehen bzw. als richtig erfassen zu können, etwas ganz Besonderes ist: ein anderer Mensch! Man kann, was auch immer, selber überhaupt nichts erklären („definieren“), man braucht immer einen anderen Menschen dazu, der das bereits weiß und gleichzeitig aber auch so erklären kann, daß man es danach auch selber als richtig erfassen kann.
Überrascht?
… im Extremfall mein
ganzes Leben lang mit der Meinung herum laufen, ich würde ein
„unergründliches Geheimnis“ darstellen!?!? Wäre ja kurios.
Ja, viele Kinder z.B., die ihre Herkunft nicht kennen, oder
erfahren, dass sie Falschinformationen hatten, bekommen als
Erwachsene extreme Probleme mit ihrer Selbstdefinition.
„Fliege“ lebt zum Teil von dieser Ausgangsstellung und hilft
bei der Suche nach Ursprungsfamilien. Die Religionen tun
dasselbe. Philosophien teilweise auch. Esos, Spiris.
der potentiellen Anfeindungen, sobald diese an sich völlig
logische Frage zur Diskussion gestellt wird.
…Das ist ja nur im Gespräch mit anderen heraus zu
finden, wer diese (richtige) Erklärung vorbringen kann.
Aggressionen kommen doch aus der Angst, soviel ich weiß. Nur,
wovor man Angst hat, ist schon verdrängt und vergessen. Und
woher soll ich wissen, wer von den vielen Erklärern die
„richtige“ Erklärung hat? Und muß sie für mich richtig sein?
Oder bin ich nur in dieser Lebensphase bereit, einem mir
genehmen Erklärungsmodell anzuhängen, weil es mir das
subjektive Gefühl von weniger Angst verleiht?
…ich meine, daß es diese Erklärung längst gibt.
Alles andere wäre kurios. Und darüber hinaus meine ich, daß es
die von Branden richtig aufgezeigten latenten Aggressionen
sind, welche diese Erklärung aus jeder Diskussion halten.
Kann uns Branden auch erklären, wo deren Ursprung ist und
warum „wir“ nicht fähig sind, sie zu reflektieren und
aufzulösen?
ich einen sehr konkreten Verdacht habe, welche
das sein könnte. Aber weil das eben auch nur spekulativ ist,
würde sich auch diese Diskussion auf der spekulativen Ebene
bald tot laufen.
Und, wie anders soll diese Diskussion denn laufen? Wer würde
denn eine Bedingung hier reinwerfen, unter der er eine
Erklärung als die „richtige“ anerkennen würde? Sogar, wenn sie
seiner bisherigen Vorstellung widerspräche??
Richtig. Daher war es ja so wichtig, daß hier das mögliche Aggressionspotential bei dieser Fragestellung schon so früh erkannt wurde. Ich meine nämlich sogar, daß die eigentliche Frage überhaupt erst angegangen werden kann, wenn vorher ein gemeinsames Verständnis dafür gefunden wurde, warum diese Reaktionen dabei wirklich auftreten können.
Daher meine ich auch, daß es ein schwerer Fehler ist, diese
Frage deswegen als „unerklärlich“ zu belassen, weil man sich
damit möglichen Aggressionen aussetzen könnte.
Die Frage ist super, sie ist auch zu erklären. Aggressionen
sind irrelevant, ich bin weit weg.
Was ist der Grund dafür?
Du sagst es wieder. Wenn man das nicht endlich angeht und auch dafür endlich den allgemein erklärbaren Grund findet, geht gar nichts weiter, auf keinem Gebiet. Und erst recht nicht auf diesem.
Weil - o Gott, hilf! - Weil
die Menschheit in einem pubertären Stadium lebt und ihr die
Herkunft eines Ich , die wahre Familie, Brechreiz verursacht.
Die Menschheit ist hochemotional und unberechenbar, frag
Branden, warum er Psyche therapiert.
Das ist ja leider noch keine Erklärung dafür, sondern die Feststellung von Tatsachen verbunden mit Annahmen. Nicht böse sein, das ist keine Kritik. Geht ja anscheinend jedem so.
Hast du mal versucht, mit einem durchgeknallten Jugendlichen
eine vernünftige Diskussion über sein Ich zu führen??
Warum verlangst Du von „Jugendlichen“ etwas, was offensichtlich auch „Erwachsene“ nicht zu können scheinen?
Die Eltern der Menschheit versuchen es, verzweifelt.
Laß sie, sag ich! Sie müssen ihre Wege zuende gehen, die sie
eben gehen wollen.
Ich lasse sie ohnedies. Ich versuche ja niemandem etwas aufzuzwingen. Aber reden über die Dinge, die so anstehen, darf man doch, oder? Ob dann wer anderer mitreden will oder eben nicht, bleibt dann auch immer offen.
Und du bring deine Kniescheiben in
Sicherheit, Gert.
Da habe ich herzlich lachen müssen. Ich habe weder Angst um meine „Kniescheiben“ noch um sonst was.
Ich schau jetzt mal bis morgen, was die Diskussion so ergibt, und werde dann vielleicht einen weiteren Denkvorschlag einbringen. Nämlich zu diesem Aggressionspotential. Da bräuchte ich nämlich jemanden, der mir bei einer bestimmten Problematik einen konstruktiven Rat geben kann.
Also danke für Deine Stellungnahmen dazu und
Grüße
Gert