Hallo Schwyz,
ich bin sehr froh, daß Du diese Sichtweisen hier eingebracht
hast, weil damit ja exakt dieses Dilemma vorgestellt wird, vor
dem wir dann alle stehen. Nämlich die Annahme, daß die von uns
selber wahrnehmbaren „äußeren Objekte“ (dazu gehört ja auch
der eigene Körper) erforscht werden müßten und man in weiterer
Folge über die Entwicklung von Theorien zur Erklärung über
sich selber finden könne.
Die Realität beweist uns seit je her und heute tagtäglich, daß
das offensichtlich aber nicht geht.
welche realität beweist uns, dass das nicht geht?
Na ja, die Realität mit der wir alle konfrontiert sind, ist doch so:
Wir bekommen pausenlos, in endlosen Diskussionen und Berichten vorgesetzt, wieviele Bereiche (Wissenschaften, Religionen, etc.) sich mit der Klärung der Fragen, die uns alle beschäftigen, befassen. Und gleichzeit hören wir dabei auch immer, daß man zwar intensiv „forsche“, aber halt noch zu keinem abschließenden Ergebnis kommt.
Und die einzige Einsicht, die sich wenigsten aus meiner Sicht daraus ergibt, ist dann, daß es auf diese Weise offensichtlich nicht geht.
Ganz einfach.
vielleicht
hat es damit zu tun, dass der mensch zu überheblich ist, um zu
glauben, er wäre nur eine gesamtheit von
speichern,verbindungen und knotenpunkten?
Wie man diese Einstellung auch immer bezeichnet, wichtiger als die bloße Feststellung dazu zu treffen, wäre eigentlich doch, deren - wirkliche(!) - Ursache zu hinterfragen.
Es kann also nur umgekehrt funktionieren. Indem zuerst der
Frage „was bin ich?“ nachgegangen wird.
nach meiner obigen definition (welche natürlich nicht den
anspruch auf absolute richtigkeit erhebt, ist mal ne
arbeitshypothese) spielt es keine rolle ob man von der
hirnforschung auf das ich oder vom ich auf die hirnforschung
kommt. es sind einfach zwei verschiedene ansätze.
Von denen der eine, nämlich der „wissenschaftliche“, wie oben gesagt, offensichtlich aber zu nichts führt, als zu immer nur neuen Theorien (Vermutungen). An sich wäre das nichts Verwerfliches. Schlimm wird so etwas allerdings dann, wenn man eine solche Annahme aufstellt, bald darauf aber diese Annahme im Sinne von „das ist ab jetzt so“ argumentiert und in weiterer Folge diese Argumentation allen anderen Menschen als angeblich richtig aufzuzwingen beginnt.
Und das tut man aber.
ebenfalls gibt es keine trennung vom ich und vom körper. das
ich steuert den körper und wird gleichzeitig vom körper
gebildet. es wäre sozusagen ein weiteres übergeordnetes organ.
Das wäre nun ein solches Beispiel, wie jemand anderer (im Grunde ja wir alle) plötzlich auch in seiner eigenen Argumentation eine einmal aufgestellte Vermutung im Sinne von „das ist so“ übernommen hat.
Berühmtes Beispiel aus ferner Vergangenheit: Die Sonne umkreist die Erde. Das ist so. Und wer nicht auch sagt, das ist so, wird umgebracht.
ein beispiel hierzu: ein mensch wird lange gefoltert. sein ich
verwandelt sich durch die dem körper zugefügten schmerzen.
ebenfalls versucht das ich den körper zur flucht zu bewegen.
das eine bedingt das andere.
Dazu würde ich nun sagen, daß Du Dich ganz konkret irrst. Denn die Festellung, sein „ich“ würde sich dabei verändern, trifft sachlich nicht zu. Denn das, was sich verändert in einer solchen Situation und was dann einzig auch für andere feststellbar wird, ist dessen Verhalten! Damit wäre die Theorie, sein „ich“ würde sich verändern, nicht zulässig.
Das ist keine Kritik, bitte. Das sind ja alles allgemein vorliegende Betrachtungsungenauigkeiten.
bin gespannt auf deine antwort.
Hoffe, ich konnte wenigstens einigermaßen Deine Erwartungen treffen.
Grüße
Gert