Hi Thomas,
Dü überhörst die Untertöne in meinem Beitrag.
War wohl so schockiert über die Obertöne …
Die Geschehnisse der Eroberung Palästinas sind und waren eine
ganz besondere Situation
ein Volk „mit der Lizenz zu töten“ also?
Und nun ist da heute derselbe Gott, dasselbe Volk im selben Land, mit demselben Anspruch, dass dieses Land ihm von Gott gegeben wurde, derselbe Amalek (Palästinenser), dieselbe Bedrohung bzw. der Widerstand der Völker, die vor der Rückkehr der Juden hier gewohnt haben. Warum soll da nicht derselbe Befehl Gottes gelten, alle umzubringen? Der geistliche Führer der Shas-Partei hat die Palästinenser als „Schlangen, deren Erschaffung Gott täglich zutiefst bedauert“ bezeichnet. Die radikalen Siedler berufen sich - mit der oben angeführten Logik - auf die Bibel, wenn sie die weitere Landnahme fordern, die natürlich mit einer weiteren Vertreibung der früher ansässigen verbunden ist.
(Bitte hier die Diskussion nicht abgleiten zu lassen in einer generelle Debatte über den Nahostkonflikt und die Gewalttätigkeit der Palästinenser).
, die auch keine schuldlosen Opfer
trafen.
Interessant. Waren die Kinder und Säuglinge jener Zeit kleine Monster? Deren Ermordung wird ja ganz explizit gefordert. Und wo steht eigentlich geschrieben, dass man nur schuldlose Menschen nicht umbringen darf? Wird ein Mörder freigesprochen, weil sein Opfer Charakterfehler hatte? War der Neonazi, der einen versoffenen Penner zu Tode prügelte, im Recht, weil das Opfer „nicht schuldlos“ war? Oder darf ich einen Menschen bestehlen oder berauben, weil der keine weiße Weste hat?
Daraus darf man niemals und unter keinen Umständen
eine Rechtfertigung für irgendwelche Mordtaten basteln.
Warum nicht? Ich sehe den Unterschied nur darin: Mord und Raub vor ein paar tausend Jahren, an Völkern, die heute nicht mehr existieren, das kratzt uns alle nicht sehr. Wenn ich aber die Nachrichten lese über Gräuel und Morde, die heute begangen werden, dann geht das doch sehr unter die Haut. Speziell, wenn es genug Menschen in Israel gibt, die sich voll auf diesen biblischen Boden stellen, was man ihnen logischerweise nicht verargen kann. Die Bibel sagt explizit dass sie das Rechte tun, sie sagt auch dass Gott seine Versprechen hält. Da kommen wir also in ganz schöne moralische Schwierigkeiten, nicht wahr?
Ich
selbst stehe den Texten durchaus negativ gegenüber, aber ich
will offen lassen, daß es Seiten an Gott gibt, die ich einfach
nicht verstehe.
Vielleicht ist das ganze Problem viel einfacher zu lösen. Ich kenne nämlich kein Volk, das sein Raubzüge und Angriffskriege nicht irgendwie bemäntelt hätte. Immer ist es der Wille Gottes oder ein schicksalhafter Zwang („Volk ohne Raum“)Oder hast du schon jemals gehört dass ein Volk sagte: „Wir hätten gerne euer reiches, kultiviertes Land, eure Bodenschätze und was es noch so allerhand gibt, deswegen hauen wir euch eins auf den Schädel?“ Nö nö.
Wir leben in der Zeit nach Jesus. Mit Jesus sind endgültig
alle Rechtfertigungen für Mord und Totschlag ungültig. Jemand
mag sich auf die Alttestamentlichen Stellen berufen, diese
Berufung ist aber NICHT GÜLTIG.
Bitte wieso nicht? Das AT ist ein Teil der Bibel. der Gott, der darin spricht, ist derselbe Gott wie im NT.
Ich kenne keine anerkannte, aktuelle christliche Ethik, die
das Umbringen seiner Feinde gutheisst.
Da empfehle ich dir einmal ein wenig auf den Websites amerikanischer Fundamentalisten zu surfen bzw. die Kriminalgeschichte nach Mord aus religiösen Motiven abzusuchen. Die USA-Fundis bringen nicht nur ihre Feinde um, sondern gleich alle anderen Christen mit.
gruß,
bb