Warum ist öffentlicher Sex öffentliches Ärgernis?

Moin,

(hoffe mal, dieses Brett möge das richtige sein…)

das mit der Geschichte und der früheren Rolle von Kirche in Staat und Gesellschaft ist natürlich klar. Auch das mit unserer Erziehung, die uns die Grenzen davon, was man tut und nicht tut, in unser „Normalitätsbewußtsein“ „einzementiert“ hat.

Aber heutzutage, wo doch eh die überkommenen Tabus immer mehr fallen, und der Mensch freier geworden ist (zumindest von den Höllenängsten und den Drohungen mit dem Scheiterhaufen) frag ich mich: wieso wird öffentlicher Sex auch heutzutage immer noch als öffentliches Ärgernis aufgefaßt? Ich meine: Sex ist doch etwas Wunderschönes und Natürliches - wie kann er eigentlich ein öffentliches Ärgernis bedeuten und warum sollte Sex nicht auch öffentlich praktiziert werden?

Gruß, Uwe

Hallo Uwe,

weil einem dabei ungefragt die Privatsphäre anderer Leute aufgedrängt wird - genauso wie bei lauten Handytelefonaten etc.

Viele Grüsse

Iris

Hallo Iris,

weil einem dabei ungefragt die Privatsphäre anderer Leute
aufgedrängt wird - genauso wie bei lauten Handytelefonaten
etc.

Genauso? Warum wird man dann für öffentliches Telefonieren nicht
bestraft? Oder öffentliches Beten? Oder öffentliches überhaupt existieren?

Weil es eben nicht genauso ist. Weil die Sexualität eben
nicht einfach nur Privatsphäre ist - die Privatsphäre anderer wird einem
ständig und überall aufgedrängt (hier im Forum übrigens auch zuhauf).

Der Gesetzgeber (und „die Gesellschaft“ wohl ebenso) hält die Sexualität
offenbar für einen besonders schützenswerten und auch besonders privaten
Bereich des Lebens, vor allem aber hält er die Menschen wohl für
empfindlich gegenüber Sexualität, meint, daß sie davon belästigt oder
angegriffen werden. Das zeichnet ein recht verklemmtes und
komplexbehaftetes Bild des Menschen, aber so ist er wohl auch im Schnitt.

Dein Vergleich ist jedenfalls Murks.

.m

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Wozu führt die Verbannung des Privaten?

weil einem dabei ungefragt die Privatsphäre anderer Leute
aufgedrängt wird - genauso wie bei lauten Handytelefonaten
etc.

Führt nicht das Verbannen des Privaten aus der öffentlichen Welt zu mehr Vereinsamung, Unmenschlichkeit und Kälte? Wenn das Individuum mit seiner Privatheit nicht willkommen ist in der öffentlichen Welt, wenn diese gar mit Ablehnung, Widerwillen, Haß, Ekel, Diskriminierung und realen legalen Sanktionen auf jene Privatheit reagiert, wie wird, bitteschön, das Individuum darauf reagieren?

Ich vermute: mit Abschottung, Sichzurückziehen, Verklemmtheiten, Ängsten, Neurosen, Komplexen, Psychosen etc.

Was meinst Du?

Gruß, Uwe

Hallo Malte,

Das zeichnet ein recht verklemmtes und
komplexbehaftetes Bild des Menschen, aber so ist er wohl auch
im Schnitt.

Meine Meinung: Wir sind eine sehr eng aufeinander hockende Gesellschaft, die bestmöglich versucht, das Zusammenleben konfliktfrei zu gestalten. Dazu gehört auch, dass das Ausleben von Gefühlen wie Aggression, Leidenschaft etc. gewissen Beschränkungen unterworfen ist, da die Gefahr von negativen Begleiterscheinungen hierbei rel. hoch ist. Das hat mit Verklemmung nur bedingt was zu tun …

Verklemmte Grüße, weil sich nicht öffentlichen Sex hässlicher Menschen wünschend
Jürgen

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Hallo Jürgen,

weil sich nicht öffentlichen Sex hässlicher
Menschen wünschend

öffentlicher Sex von - nach wessen Maßstäben auch immer - schönen Menschen wäre für Dich aber in Ordnung?

Interessierte Grüße

=^…^=

Hi!

öffentlicher Sex von - nach wessen Maßstäben auch immer -
schönen Menschen wäre für Dich aber in Ordnung?

Was für eine Frage! Natürlich JA!

Tststs, was du auch für Fragen stellen kannst:smile:

Wusstest du eigentlich, dass sehr viele Männer Homosexualität verurteilen, aber trotzdem kein Problem mit Lesbensex haben?

Jaja, die Moral!

Grüße
Dusan

Hallo Uwe,

ob das nun so wünschenswert wäre, daß nun die Menschen miteinander öffentlich Sex hätten, in Parks, in Freibädern, am Strand usw.?

Wie bereits erwähnt, ist der Sex zwischen zwei Menschen etwas höchst Privates, und Zuschauer hätten da gar keinen Platz. Und wenn Zuschauer doch einen Platz bekämen, würde aus dem ganz privaten Zusammensein etwas völlig Anderes werden. Vielleicht eine pornographische Darbietung. Oder eine den anderen aufgedrängte Selbstdarstellung.

Menschen, die gerade oder schon seit längerer Zeit keinen Partner haben, empfinden es auch so schon als eher unangenehm, wenn im Frühjahr oder im Sommer die ganzen Pärchen im Freien unterwegs sind. Wie die sich wohl fühlen würden, wenn sie nicht mehr aus dem Haus gehen könnten, ohne dieselben Pärchen beim Sex sehen zu müssen?

Zu dem im Thread geäußerten Ansinnen, es sollten nur schöne Menschen öffentlich Sex haben, möchte ich nur sagen: ja warum denn nicht auch Häßliche, Uncoole, Alte, Behinderte, solche, denen die Armut aus dem Gesicht schaut? Warum nur jung, schön und reich?

Schluß mit der leichtfertigen Diversifizierung in Menschen erster und zweiter Klasse!

Grüße,

I.

ob das nun so wünschenswert wäre, daß nun die Menschen
miteinander öffentlich Sex hätten, in Parks, in Freibädern, am
Strand usw.?

Ja, warum eigentlich nicht? Es käme auf eine Probe an, meine ich! :smile:

Wie bereits erwähnt, ist der Sex zwischen zwei Menschen etwas
höchst Privates, und Zuschauer hätten da gar keinen Platz. Und
wenn Zuschauer doch einen Platz bekämen, würde aus dem ganz
privaten Zusammensein etwas völlig Anderes werden. Vielleicht
eine pornographische Darbietung.

Eine solche wäre es nur aus der voyeuristischen Position der Zuschauer, die sich „außen vor“ wähnen!

Oder eine den anderen
aufgedrängte Selbstdarstellung.

Dito.

Oder vielleicht auch eine Orgie? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! :smile:

Menschen, die gerade oder schon seit längerer Zeit keinen
Partner haben, empfinden es auch so schon als eher unangenehm,
wenn im Frühjahr oder im Sommer die ganzen Pärchen im Freien
unterwegs sind. Wie die sich wohl fühlen würden, wenn sie
nicht mehr aus dem Haus gehen könnten, ohne dieselben Pärchen
beim Sex sehen zu müssen?

Blanker Neid. Arme empfinden es auch als „eher unangenehm“, wenn Reiche vor ihren Augen mit ihrem Besitz prahlen. Den öffentlichen Sex könnten sie ja auch als Stimulanz empfinden und sich neidlos mit den Teilnehmern freuen. Oder auch z. B. fragen, ob sie mitmachen können… :smile:

Zu dem im Thread geäußerten Ansinnen, es sollten nur schöne
Menschen öffentlich Sex haben, möchte ich nur sagen: ja warum
denn nicht auch Häßliche, Uncoole, Alte, Behinderte, solche,
denen die Armut aus dem Gesicht schaut? Warum nur jung, schön
und reich?

Klar, das Recht sollte natürlich gleichermaßen für alle gelten. Sonst wäre es Unrecht.

Schluß mit der leichtfertigen Diversifizierung in Menschen
erster und zweiter Klasse!

Du hast meine Stimme!! :smile:

Gruß, Uwe

Hallo Uwe,

Führt nicht das Verbannen des Privaten aus der öffentlichen
Welt zu mehr Vereinsamung, Unmenschlichkeit und Kälte?

Suggestivfragen sind keine wirklichen Fragen.
Abgesehen davon, erlebe ich eher, daß distanzlose Menschen, die ihre Privatsphäre ungefragt aufdrängen, zunehmend isoliert werden, weil andere das eben nicht so schätzen.

Und Deine Frage bezog sich ja nicht auf das Verbannen des Privaten aus dem öffentlichen Leben, sondern eine sehr spezielle Form, nämlich die Sexualität, also ein Bereich, in dem Menschen auch besonders verletzlich sind.

Wenn
das Individuum mit seiner Privatheit nicht willkommen ist in
der öffentlichen Welt, wenn diese gar mit Ablehnung,
Widerwillen, Haß, Ekel, Diskriminierung und realen legalen
Sanktionen auf jene Privatheit reagiert, wie wird, bitteschön,
das Individuum darauf reagieren?

Das wäre eine andere Fragestellung. Wobei erst einmal zu begründen wäre - und zwar Dir als Fragestellung, daß das so ist. Denn von öffentlich gelebter Sexualität auf „Individuum mit seiner Privatheit nicht willkommen“ (vermutlich meinst Du „Individualität“) finde ich als nicht zulässig.

Ich vermute: mit Abschottung, Sichzurückziehen,
Verklemmtheiten, Ängsten, Neurosen, Komplexen, Psychosen etc.

Was meinst Du?

Erst mal gar nichts, weil mir da zu viel, was erst einmal nichts miteinander zu tun hat, zusammengeschüttet und durchgerührt wird.

Viele Grüsse

Iris

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Hallo Malte,

Genauso? Warum wird man dann für
öffentliches Telefonieren nicht
bestraft?

Weil es dafür keinen Konsens gibt. Abgesehen davon finde ich das unnötig und mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Es genügt völlig, solche Telefonate lautstark zu kommentieren und Fragen zu stellen, dann hat man das ganz schnell vom Tisch, und alle, die sonst noch ungefragt zuhören mußten, sind auch noch amüsiert.

:open_mouth:der öffentliches Beten?
Findet meines Wissens nur in g-ttesdienstlichen Räumen statt, und wer die aufsucht, weiß, daß damit zu rechnen ist.

Oder öffentliches überhaupt
existieren?

Was wirfst Du denn hier in einen Topf? Läuft bei mir unter Polemik.

Weil es eben nicht
genauso ist. Weil die Sexualität eben
nicht einfach nur Privatsphäre ist -

Sexualität im allgemeinen nicht, aber sexuelle Aktivitäten - darauf zielte das UP ab, durchaus. Und je nachdem in welcher Gesellschaft man sich bewegt, in unterschiedlichem Ausmaß.

die Privatsphäre anderer
wird einem
ständig und überall aufgedrängt (hier im Forum übrigens auch
zuhauf).

Wer sich hier in bestimmten Brettern bewegt, weiß womit er zu rechnen hat. Von aufgedrängt kann deshalb meiner Ansicht nach nicht die Rede sein.

Viele Grüsse

Iris

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Ich bin persönlich sehr froh darüber, dass sowas nicht einfach legalisiert würd. Ich möchte weder schöne noch hässliche Menschen es da draussen treiben sehen, ich finde es eher arm seine exhibitionistischen Züge auf Kosten anderer ausleben zu wollen- va vor den Augen von Kindern, die ja auch überall zugegen sind. Sowas ist anmaßend und eine Belästigung (nicht weils im Gesetzesbuche steht, ich empfinde es auch so). Und nicht dass ihr jetzt gleich denkt… ich lebe in einer glücklichen langjährigen Beziehung und bin nicht sexuell frustriert…

Grüße

V

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Moin,

(hoffe mal, dieses Brett möge das richtige sein…)

das mit der Geschichte und der früheren Rolle von Kirche in
Staat und Gesellschaft ist natürlich klar. Auch das mit
unserer Erziehung, die uns die Grenzen davon, was man tut und
nicht tut, in unser „Normalitätsbewußtsein“ „einzementiert“
hat.

Gruß, Uwe

Hallo Uwe,
Ich denke mir, wenn der Sex tabuisiert wird, macht er umsomehr Freude bei der Ausführung. Verbotene Früchte schmecken eben besser - oder ?
Gruss: hardy

Also, ich finde, der Malte hat schon Recht damit, wenn er sagt, daß Du öffentliches lautes Telefonieren und öffentlichen Sex nicht miteinander vergleichen darfst, da ersteres nicht legal geahndet wird, letzteres aber durchaus. Und wenn Du öffentlichen Lauttelefonierern so den Spaß verdirbst, wie beschrieben, hättest Du vielleicht auch bei öffentlich-sich-sexuell-Betätigenden diesbezüglich keine Hemmungen, einzuschreiten…???

Ist die Frage, ob man das dann „Zivilcourage“ nennen könnte, was ich zu bezweifeln wage. „Jalousie“ würde es in dem Fall wohl besser treffen.

Gruß, Uwe

Führt nicht das Verbannen des Privaten aus der öffentlichen
Welt zu mehr Vereinsamung, Unmenschlichkeit und Kälte?

Suggestivfragen sind keine wirklichen Fragen.

ok, aber wozu soll es dann führen, wenn nicht dazu?

Abgesehen davon, erlebe ich eher, daß distanzlose Menschen,
die ihre Privatsphäre ungefragt aufdrängen, zunehmend isoliert
werden, weil andere das eben nicht so schätzen.

Davon reden wir hier nicht. Es geht stattdessen darum, ein menschliches Klima zu erzeugen, in dem der Einzelne mit seiner PRIVATHEIT (Individualität sowieso) Teil des Öffentlichen ist und daß „die Öffentlichkeit“ das Öffentlich-Private als etwas völlig natürliches und normales begreift, so daß der Einzelne sich mit seiner Privatheit willkommen fühlen kann in einer Öffentlichkeit, die diese Privatheit nicht ächtet.

Und Deine Frage bezog sich ja nicht auf das Verbannen
des Privaten
aus dem öffentlichen Leben,

Doch, ich glaube, das kann man so nicht trennen!

sondern
eine sehr spezielle Form, nämlich die Sexualität, also ein
Bereich, in dem Menschen auch besonders verletzlich sind.

Meine These: so verletzlich sind sie da nur durch die „Verklemmungssprägungen“. Es wäre m. E. ein großer Schritt zu mehr sexueller Freiheit und Gesundung der individuell-menschlichen und auch der „gesellschaftlichen Seele“.

Wenn
das Individuum mit seiner Privatheit nicht willkommen ist in
der öffentlichen Welt, wenn diese gar mit Ablehnung,
Widerwillen, Haß, Ekel, Diskriminierung und realen legalen
Sanktionen auf jene Privatheit reagiert, wie wird, bitteschön,
das Individuum darauf reagieren?

Das wäre eine andere Fragestellung. Wobei erst einmal zu
begründen wäre - und zwar Dir als Fragestellung, daß das so
ist. Denn von öffentlich gelebter Sexualität auf „Individuum
mit seiner Privatheit nicht willkommen“ (vermutlich meinst Du
„Individualität“)

Nein, ich meine, wie gesagt, Privatheit.

finde ich als nicht zulässig.

Ich vermute: mit Abschottung, Sichzurückziehen,
Verklemmtheiten, Ängsten, Neurosen, Komplexen, Psychosen etc.

Was meinst Du?

Erst mal gar nichts, weil mir da zu viel, was erst einmal
nichts miteinander zu tun hat, zusammengeschüttet und
durchgerührt wird.

Da bin ich ganz anderer Meinung. Die angesprochenen Phänomene Abschottung, Sichzurückziehen, Verklemmtheiten, Ängsten, Neurosen, Komplexen, Psychosen etc. resultieren m. E. direkt aus jenen Prägungen, die man schon seinen Kindern aufdrückt, indem man ihnen das Ausleben ihrer kindlichen Sexualität verbot und wahrscheinlich heute noch verbietet. Das Verbot des Praktizierens von Sexualität in der Öffentlichkeit hat zwar vordergründig damit nichts zu tun, blickt man aber hinter die Wände, eben doch!

Gruß, Uwe

Ich denke mir, wenn der Sex tabuisiert wird, macht er umsomehr
Freude bei der Ausführung. Verbotene Früchte schmecken eben
besser - oder ?

Dann würde ja öffentlicher Sex besonders viel Spaß machen… :smile:

Gruß, Uwe

Klar. Damit gibst Du den Status Quo wieder. Aber die tiefergehende Frage nach dem WARUM läßt Du leider außer acht, offenbar hast Du die Frage nicht richtig verstanden oder ich wurde nicht deutlich genug. Ich hatte im Ausgangsposting doch angedeutet, daß die Tabuisierung von Sexualität in der Öffentlichkeit ihre lange, lange Geschichte hat und daß sie uns in unsere Köpfe EINBETONIERT wurde - schon von klein auf. So brauchst Du nicht wirklich jetzt noch einen draufzugeben, indem Du quasi sagst „Die Mauer ist schön, gut, daß sie da ist“.

Meine Frage zielt in eine andere Richtung, nämlich die nach dem WARUM wir an diesem Tabu weiter festhalten, als ob öffentlicher Sex uns mehr bedrohen würde als Autoabgase und Zigarettenqualm, was ja nicht der Fall ist. Ich hoffe, ich habe mich jetzt ein bißchen verständlicher ausgedrückt.

Gruß, Uwe

Hallo Jürgen,

öffentlicher Sex von - nach wessen Maßstäben auch immer -
schönen Menschen wäre für Dich aber in Ordnung?

Och, das würde mich sicher deutlich weniger stören. Und würde die Menge des sichtbaren natürlich begrenzen:wink:

Grüße
Jürgen

Hallo Uwe,

sicherlich, warum eigentlich nicht? -

Eine solche wäre es nur aus der voyeuristischen Position der
Zuschauer, die sich „außen vor“ wähnen!

Beim Sex sind ja die Akteure ganz miteinander beschäftigt und Zuschauer haben deshalb überhaupt keine Rolle. Warum sollte die Akteure es dann öffentlich machen? Wenn sie es doch tun, muß es auch für sie einen Grund, einen Gewinn geben, und auch sie sind in einer exhibitionistischen Position, nicht nur die Zuschauer in einer voyeuristischen.

Wenn Du das Verbot des öffentlichen Sex in Frage stellst, dann müßte das konsequenterweise auch für die verschiedenen Spielarten gelten. Voyeurismus müßte auch erlaubt sein. Und wer gerade solo ist, dürfte auch - durchs Zuschauen erregt oder unabhängig davon - onanieren, und es wäre ihm mit einem Lächeln zuzugestehen. Von Schwulen und Lesben ganz zu schweigen.

Ich glaube, Tabus wie dieses schützen uns vor einer zu harten Konfrontation mit einer sehr elementaren Tatsache: der Ungleichheit der Menschen. Man tut alles, um diese Tatsache zu verschleiern. Jeder sei seines Glückes Schmied, die „Neiddebatte“ wird schnell ins Treffen geführt. Die Chancen-Ungleichheit wird nirgends so elementar sichtbar wie bei der sexuellen Attraktivität.

Grüße,

I.

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Hallo Uwe!

Wenn ich meine bescheidene Meinung auch noch dazutun darf:

Ich mag an Sexualität vor allem die Intimität mit dem Partner. Das ist etwas, was ich nur mit diesem einen Menschen teile, und dadurch ist es so etwas Besonderes (bitte keine Polygamie-Diskussion an dieser Stelle).
Diese Intimität geht meiner Meinung nach verloren, wenn der Sex nicht mehr nur mit den beiden Partnern zu tun hat, sondern Öffentlichkeit dazukommt.

Eine Vereinsamung kann ich auch nicht erkennen, wenn zwei Menschen Sex auch weiterhin nur zu zweit haben ohne Zuschauer.

Eigentlich frage ich mich manchmal, warum diese Intimität heutzutage so sehr an Bedeutung verliert und Menschen damit an die Öffentlichkeit wollen? Das wüsste ich wirklich gern nochmal genauer.

Wenn es dir darum geht, Tabus zu brechen und die Moral zu hinterfragen, gibt es imhO dankbarere Themen. Das Thema Tod und Sterben ist ja auch ein gesellschaftliches Tabu. Damit offener umzugehen fände ich z.B. viel wichtiger.

Was ist bislang auch noch der Öffentlichkeit entzogen? Der Toilettengang. Du plädierst aber doch auch nicht dafür, dass Toiletten nicht mehr nach Männlein und Weiblein getrennt sind, und überhaupt: Dass es keine Trennwände mehr gibt, damit man sich in Zukunft beim Kacken zugucken kann…?

Ich verzettel mich :wink:

Also: Was spricht gegen Intimität?

LiebeGrüßeChrisTine