Was mich einmal interessieren würde: warum sind so viele Leute
in der Kirche, also in der kath. oder evangelischen - wenn sie
doch im alltäglichen Leben überhaupt nichts mit der Kirche zu
tun haben?
Das Einzige Mal wo die Kirche betreten wird ist evtl. noch
Weihnachten oder Ostern - wenn überhaupt. Keiner setzt sich ein
in der Kirchengemeinschaft - aber alle zahlen Monat für Monat
ihre Kirchensteuer und lassen ihre Kinder taufen! Ist das nicht
unlogisch?
Und: stimmt ihr alle mit den Ansichten und Vorgehensweisen der
kath./ev. Kirchen überein? Der Diskrimierung von Frauen und
Homosexuellen in der kath. Kirche zum Beispiel? Oder waren die
Taten wie die Unterstützung der Nazis oder die Kreuzzüge eine
tolle Sache? Es würde aber doch auch niemand einer Partei
beitreten wenn er mit dem Parteiprogramm oder deren
Entscheidungen nicht einverstanden ist! Oder sind einfach alle
nur zu faul auszutreten oder denken sie kommen nicht in den
Himmel oder wie? Oder weil man dann nicht mehr in Weiss kirchl.
heiraten kann?
Ich für meinen Teil bin nicht getauft und somit konfessionslos.
Finde das auch ganz gut, denn ich finde man sollte die eigenen
Kinder selbst entscheiden lassen was sie wollen und nicht von
vornherein sagen: du bist kath., ev. oder was auch immer! Und
ich denke das man so immer noch an Gott oder an was man immer
will glauben kann, ohne das das auf einem Papier geschrieben
steht. Vor allem hier in Bayern scheint das schon fast zum guten
Ton zu gehören!
Ich für meinen Teil bin nicht getauft und somit
konfessionslos.
Na bestens . Was regst du dich dann auf ? Ein Bekannter von mir zahlt auch Fernsehgebühren und schaut nur RTL.
Es soll doch jeder selbst für sich entscheiden, was und an wen er glaubt und ob er dafür bezahlt - ist es dein Geld ?
Achja, ich bin kein überzeugter Glaubensanhänger, Kirchen besuche ich nur im Urlaub wegen der historischen oder kulturellen Kiste, oder wenn mal ein Begräbnis, eine Hochzeit oder Kindstaufe ansteht. Ev. Kirchensteuer bezahle ich dennoch, denn keiner von uns weiß, wie das dann mal wirklich aussieht, wenn man in der Kiste liegt. Im Ernst : Ich hab den Austritt durchaus schon erwogen, aber es spielt auch so ein bisschen Tradition mit rein und ich bin so erzogen und ich will das Band nicht lösen, denn so´n bisschen … naja …
Zur Diskriminierung von „Randgruppen“ : Würdest du den Islam genau so von der Seite anmachen ? Dort flötet man teilweise noch ganz andere Töne …
die Kirchen aller Art sind (soziologisch) Gemeinschaften, wie es viele andere gibt, natürlich jede mit ihren Besonderheiten.
Wenn du gar keiner Gemeinschaft angehörst (nicht einmal einer Familie), dann bist du einfach eine andere Sorte Mensch als die meisten (Mag sein, dass diese „Sorte“ heute zunimmt.)
Wenn du irgendeiner Gemeinschaft angehörst, dann weißt du, dass dir in dieser Gemeinschaft vieles passt, aber vieles und viele auch nicht. Und wenn du ehrlich bist, bist du selbst nicht immer nur ein Plus- sondern manchmal auch ein Minuspunkt für diese Gemeinschaft. Manchmal hast du auch überlegt, aus der Gemeinschaft auszutreten. Aber im Grunde weißt du, dass dein Leben dann einen Bezugspunkt verlieren würde ohne wirklich etwas zu gewinnen.
(Das deutsche Kirchensteuersystem ist problematisch, darüber sind sich alle einig. Ich favorisiere das italienische System einer Kultursteuer, die jeder zahlen muss, über deren Zuwendung an eine der anerkannten Organisationen er aber selbst entscheiden kann.)
in der Kirchengemeinschaft - aber alle zahlen Monat für Monat
ihre Kirchensteuer
Es würde allerhand fehlen, was Du wahrscheinich noch nie bedacht hast - wenn keine Kirchensteuern zur Verfügung ständen. Nein - ich meine jetzt nicht die Kindergärten und Krankenhäuser etc. in kirchlicher Trägerschaft, die ja zu einem großen Teil auch vom Staat finanziert werden.
hallo Laura,
die meisten sind noch drin, weil die eltern drin waren, die Großeltern… und weil es sich so gehört.
Das hat mit Glauben nichts zu tun.
Zum Thema Verfehlungen: wenn es danach ginge, gäbe es keine Glaubensgemeinschaften mehr: keine christliche, keine nisalmische, keine jüdische…usw.
Alle haben sie mächtig Dreck am stecken.
Alle werden sie von den Mächtigen künstlich erhalten. Nur mit der Religion lässt sich ein Staat einigermaßen lenken.
Grüße
Raimund
Ich für meinen Teil bin nicht getauft und somit
konfessionslos.
Na bestens . Was regst du dich dann auf ? Ein Bekannter von
mir zahlt auch Fernsehgebühren und schaut nur RTL.
Es soll doch jeder selbst für sich entscheiden, was und an wen
er glaubt und ob er dafür bezahlt - ist es dein Geld ?
Um nur darauf einzugehen: Ja, es ist auch mein Geld als Nichtkirchensteuerzahler. Die liebe Kirche bekommt nämlich ca. nochmal so viel, wie sie an Kirchensteuer einnimmt, aus anderen Töpfen draufgelegt. Damit werde ich zum unfreiwilligen Kirchensteuerzahler und du zum doppelten.
was ist „allerhand“? Was würde fehlen? Die Abschaffung der vom Fiskus eingezogenen Kirchensteuer würde keineswegs dazu führen, daß die Kirchen keine Einnahmen mehr hätten. Schließlich gibt es etliche andere Religionsgemeinschaften, die nicht vom Staat alimentiert werden und dennoch existieren, nämlich von den Beiträgen ihrer Mitglieder. Der Schützenverein, der Golf- oder Sportclub, alle Einrichtungen des Gemeinwesens erhalten ihr Geld von interessierten Mitgliedern. Warum bitte soll ausgerechnet bei deutschen Amtskirchen nicht möglich sein, was sonst überall auf dem Globus usus ist?
Ganz sicher würde die Abschaffung der Kirchensteuer zum Verschwinden einiger Millionen Karteileichen bei den Kirchen führen. Insofern profitieren die Staatskirchen vom Desinteresse, vom Laufenlassen aus Gewohnheit vieler Mitglieder.
Es gibt neben den Kirchen zahllose Organisationen, die aus öffentlichen Kassen alimentiert werden. Wenn es darum geht, die öffentlichen Kassen zu entlasten, muß Verwaltungsaufwand von der öffentlichen Hand zurück zu den Interessengruppen, muß die Finanzierung ebenfalls weg von der Staatskasse, hin zur Interessengruppe. Daß dann nicht mehr alles in alter, gewohnter Form möglich ist, liegt in der Natur der Sache. Wir können aber nicht einerseits die Sparzwänge erkennen und gleichzeitig verlangen, daß niemand etwas vom Sparen bemerkt. Es kneift nun mal, wenn man den Gürtel enger schnallt.
Ganz pragmatisch aus beruflichen Gründen.
Die Kirchen sind Träger vieler Einrichtungen und stellen üblicherweise (ausser bei einem absoluten Engpass) nur Kirchenmitglieder ein. Bei Kindergartenplätzen sieht es ähnlich aus.
@Herr Meyer
Da dies hier ja ein Diskussionsforum ist habe ich einfach mal
meine Meinung zu diesem ganzen Thema aufgeschrieben. Natürlich
könnte ich auch einfach gar nichts sagen, negative Aussagen
weglassen… wenn das allerdings jeder machen würde kämen hier
wohl nicht mehr arg viele Gespräche zusammen!
Was die Kosten betrifft hat ja Frank noch einen Beitrag dazu
geschrieben!
Und was den Islam betrifft, so liegt da meiner Meinung nach auch
einiges im Argen was deren Taten und Worte betrifft, trotzdem
kann man deswegen nicht die Diskriminierungen der Kirche in
Deutschland unter den Teppich kehren und sagen „Die Anderen
machen ja noch was viel Schlimmeres!“. Denkst du ich habe die
Kirche von der Seite angemacht, sie angeschwärzt? Ich denke, ich
habe einfach die Wahrheit geschildert, gesagt was viele Leute
gar nicht wissen wollen, oder ihnen mehr oder weniger egal ist
weil es sich ja nicht akut betrifft.
In diesem Sinne noch einen schönen
Sonntag!
Grüße,
Und was ist mit kirchlichen Krankenhäusern, Kindergärten, karitativen Einrichtungen, den Armenküchen, den Bahnhofsmissionen, der Telefonseelsorge, der Schuldnerberatung ?
Gruß
HM
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Wenn Glaube ohne Gemeinschaft nicht sein kann, dann ist’s kein
Glaube. Finde ich.
Kegeln, Fussball, Liebe, einfach (fast) alles macht in der Gemeinschaft mehr Spaß als alleine.
Egal ob Mathematik, Englisch oder Religion, Du musst erst einmal in der Gemeinschaft darüber etwas erfahren. Ob es die Eltern oder Lehrer, Freunde oder eben der Pfarrer ist, der uns etwas wie den Glauben näher bringt, ist zweitrangig.
Glaube ohne Gemeinschaft kann Glaube sein, nur nicht der christliche, weil Jesus eben diese Gemeinschaft von uns Gläubigen wollte (Mat 18,19-20).
bin ich in der katholischen Kirche - und zwar sehr gerne!
Hallo Gerd,
endlich schreibt mal einer hier, dem ich 100%ig zustimmen kann.
„Wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ hat Jesus gesagt. Und diese Gemeinschaft ist schön und scheinbar auch von Christus gewünscht. Leider kennen viele Kritiker (zumindest aus meinem Bekanntenkreis) gar nicht die kath. Kirche und kritisieren, weil es halt zum Zeitgeist gehört.
WIR sind die Kirche, nicht nur der Papst, der Pfarrer oder sonst wer. Und diese Gemeinschaft, in der Alte, Junge, Behinderte und „Normale“ wirklich eine Gemeinschaft sind, habe ich in noch keinem anderen „Verein“ so empfunden.
stimmt nicht!
(Weiß ich aus Erfahrung, da meine Frau Erzieherin in einer solchen Einrichtung ist - da laufen genug „nichtgetaufte“, Muslime, Buddhisten, etc. herum; war in allen vier KiGa’s so)
erstmal war gegen unten genanntes keine Rede, aber wenn wir schon mal dabei sind:
Und was ist mit kirchlichen Krankenhäusern,
die tragen sich im allgemeinen wohl doch selbst, oder?
Kindergärten,
würde mein Kind nie in einem katholischen Kindergarten zu nem Lattengustel beten lassen, was soll der Götzenkult?
karitativen Einrichtungen,
welchen? Es gibt auch ne ganze Menge anderer gemeinnütziger Vereine. Wieso soll ich dafür die Kirchensteuer mittragen?
den Armenküchen,
Sozialämter, bzw. kann man mit etwas Umgestaltung im System auch Vollbeschäftigung schaffen. Wer nix machen will, hat dann auch nix zu futtern - Pech gehabt. Bedürftige meine ich damit allerdings nicht, aber hier sind ja zehn Millionen Erwerbsfähige ohne Job aufgrund verschrobenster Politik seit -zig Jahren.
den
Bahnhofsmissionen,
War dat? So ne Art Bahnhofskirche? Brauch ich nicht.
der Telefonseelsorge,
dafür gibts chats wie www „g“
der Schuldnerberatung
Gibts auch kommunal.
isngesamt ließen sich damit knapp 7 Mrd. Euro sparen:
Ev. Kirchensteuer bezahle ich dennoch, denn keiner von uns weiß, wie das dann mal wirklich aussieht, wenn man in der Kiste liegt. Im Ernst : Ich hab den´Austritt durchaus schon erwogen, aber es spielt auch so ein bisschen Tradition mit rein und ich bin so erzogen und ich will das Band nicht lösen, denn so´n bisschen … naja …
das Argument habe ich zu meinem Erstaunen schon oft von konfessionsgebundenen, nicht praktizierenden ev./kath. Christen gehört, sie erklären ihren Nicht-Austritt mit Verweis darauf, daß sie christlich bestattet werden wollen.
Hm…versteh ich nicht so ganz: Warum ist das ein Argument?
Viele Grüße
Diana (ungetauft, Eltern ev.-ref. + ev.-luth.)
Genau.
Jesus hat die Gemeinschft nicht umsonst so hoch gestellt.
Hier soll einander geholfen werden, auf Fehler aufmerksam gemacht werden, wieder auf den richtigen Weg gebracht werden, zusammen gefeiert werden, … (siehe Paulus Briefe)
Zudem dreht sich der christliche Glaube nicht nur um den einzelnen, sondern immer auch um den anderen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Das führt doch automatisch zur Gemeinschaft mit anderen.
Wenn ich zu Jesus gehöre, dann gehöre ich automatisch auch zur Gemeinschaft der Christen, ob ich nun will, oder nicht. Für mich ist es deswegen selbstverständlich verbindlich zu einer christlichen Gemeinschaft zu gehören.
Auch Heiraten: Weil die Orgel so geil klingt. Wenn die richtigen Stücke ausgesucht werden und der Orgelant ( = Organist *ggg ) sein Handwerk versteht ?
Es gibt gewisse Traditionen, die keinen praktischen Hintergrund brauchen. Und es gibt einen gewissen Rest-Glauben, der u.U. mit den Lehren der Kirche oder den dort anwesenden Personen divergiert … naja … also ich möchts halt nicht ganz fallen lassen, gell ?