Hallo allerseits,
Hallo Sonja!
… Bibel Lukas 12,49 folgende Stelle entdeckt:
Der „Feuerspruch“ aus dem Lukasevangelium ist unter Bibelkennern oder genauer Bibellesern durchaus bekannt. Die Bibel ist ein Buch, eine Textsammlung unterschiedlicher Autoren. Und diese Texte sind unterschiedlich interpretierbar.
Eine Nachricht oder allgemeiner Aussage hängt nicht unerheblich vom Empfänger ab. Wenn wir beide den gleichen Text lesen, so verstehen wir etwas Unterschiedliches; eben weil wir beide nicht gleich sein können.
Der Empfänger macht sich seine Botschaft zum Teil senderunabhängig. Zur Vertiefung folgender Tipp:
Friedemann Schulz von Thun: Miteinander reden - Störungen und Klärungen, Band 1, ISBN: 3499174898 Buch anschauen
Das ist doch harter Tobak - dazu müsste ich es doch viel mehr
Wind und Diskussion über diese Stelle geben!
Diese Diskussion gibts durchaus.
Aber noch nie etwas dazu gehört!
Weiß da jemand was dazu?
Der Lukasspruch ließ und lässt sich wunderbar zur Rechtfertigung der Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender oder auch nur Andersinterpretierender verwenden. Geistige und reale Scheiterhaufen und die Folterkammern der Inquisition lassen herzlich grüßen.
Ich könnt den Spruch aber auch so deuten: Der gute Lukas ist mit dem falschen Fuß aufgestanden, hat sich vormittags den Knöchel verstaucht (beim plötzlichen Ausweichen vor einem römischen Wagenfahrer), hat mittags beim Italiener *g* grottenschlecht gegessen (und dafür viel zu viel bezahlt), hat sich nachmittags mit seinen Mitbrüdern (Palästinensische Volksfront) gestritten (anlässlich der Frage: hats Jesus so gemeint, oder doch anders?), ist Abends in eine römische Patrouille gelaufen (die haben ihm eine halbe Stunde lang Daumenschrauben angesetzt) und hat des Nachts eine Auseinandersetzung mit seiner Vermieterin (nein, die Skorpione aus ihrem Bett müssen Sie schon selber entfernen) gehabt. Also, ein Sautag! (aber was können die armen Schweinderl dafür?).
Nach diesem Katastrophentag für den guten Lukas hat er sich vor sein Manuskript gesetzt und diese Zeilen geschrieben. Er war im Hader mit der ganzen Welt! Das hatte null (!!) mit Jesus zu tun. Diese Interpretation sieht den Lukasspruch als reine Selbstkundgabe (mir gehts schlecht und das lass ich jetzt raus). Hätts der gute Lukas nicht geschrieben, hätt er hochwahrscheinlich ein Magengeschwür bekommen.
So, wenn Du diese Ansicht vertrittst, dann *breitestesgrins* bekommst Du eine äußerst heftige Diskussion.
Viele Grüße
die Grüße zurück
Sonja
Wolkenstein