Warum lässt Gott Leid zu?

Hallo,

Wie sind die theologischen Erklärungsversuche zu Theodizee. -Warum Gott Leid und Katastrophen zulässt?

Kann mir jemand die wichtigsten Überpunkte sagen, auf die ich bei einem Kolloquium auf jeden Fall eingehen sollte? (in google kommen so viele und teilweise naive Antworten - da ist es so schwer, zu erkennen welche wirklich theologisch begründet sind…)

Welches sind die grundlegendsten Bibelstellen dazu?

danke & lieber gruß

Hallo,

Wie sind die theologischen Erklärungsversuche zu Theodizee.
-Warum Gott Leid und Katastrophen zulässt?

Also, ich kann dir leider nicht helfen, was die Auslegung bezüglich der Kirche betrifft. Wenn du also nur Hilfe bezüglich irgendeiner Prüfung willst, dann ist mein Beitrag hier für dich wenig bis gar nicht hilfreich. Wenn du aber dir wirklich diese Frage bezüglich deines Lebens stellst, dann gibt es etwas, was ich dir geben kann. Es gibt ein Buch. Es heißt: „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch. Davon gibt es 3 Bände. Wenn du Lust und Mut hast, fang einfach mal an, zu lesen.
Ich wünsche dir viel Freude und ein super Leben.
Gruß
trail

Hi, Anna, die Bibelstellen kann ich Dir - nicht mehr - sagen. „Gott“ ist jeder selber und kann entscheiden, ob er „gut“ oder „böse“ ist. Als Mensch hat uns Gott selber die Entscheidung und Freiheit gegeben, ob wir Vorgenanntes sein möchten. Aber wenn Du unbedingt „gut/böse“ aus der Bibel zitieren muß, schau mal, ob Du eine Zeugen Jehova am Kragen packen kannst.

Hallo Anna,

Wie sind die theologischen Erklärungsversuche zu Theodizee.
-Warum Gott Leid und Katastrophen zulässt?

Welches sind die grundlegendsten Bibelstellen dazu?

unter dem Stichwort „Theodizee“ haben wir einiges hier im Archiv.

Als Bibelstelle würde ich die Geschichte von Hiob empfehlen.

Gruss Harald

Hallo, Anna,
die Frage ist wirklich schwierig, aber das wußten wir ja schon.
Ich zitiere Dir hier mal eine Passage aus Paul Tillich, Systematische Theologie, Bd 1, S.309f:
Bei der Theodizee geht es zunächst um das physische Übel, um Leiden und Tod usw., dann um das moralisch Böse, um Sünde, Selbstzerstörung usw. Die Antwort ist: Das physische Übel ist die natürliche Folge kreatürlicher Endlichkeit. Das moralische Übel ist die tragische Folge kreatürlicher Freiheit. Schöpfung ist die Schöpfung endlicher Freiheit; sie ist Schöpfung des Lebens mit seiner Größe und mit seinerGefahr. Gott lebt, und sein Leben ist schöpferisch. Wenn Gott in sich schöpferisch ist, kann er nichts schaffen, was das Gegenteil von ihm ist, er kann nicht den Tod schaffen. Er kann nicht Objekte schaffen, die nichts als bloße Objekte sind. Er muß das schaffen, was Subjektivität und Objektivität verbindet - das Leben, das, was Freiheit besitzt und damit den Gefahren der Freiheit ausgesetzt ist. Die Schöpfung endlicher freiheit ist das Wagnis, das das götttliche Schaffen auf sich nimmt. Dies ist der erste Schritt auf dem Wege zu einer Antwort auf die Frage nach der Theodizee."
Und in Bd 2, S. 70, schreibt er: „Wenn man gefragt wird, wie wie ein liebender und allmächtiger Gott das Übel zulassen könne, so kann man nicht direkt antworten. Man muß zuerst die Frage beantworten: ‚Wie kann Gott die Sünde zulassen?‘ Diese Frage beantwortet sich aber selbst in dem Moment, in dem sie gestellt wird; denn wäre die Sünde nicht zugelassen, so wäre auch freiheit nicht zugelassen. Das aber würde die dem Menschen eigene Natur - seine endliche Freiheit - zunichte machen. Erst nach dieser Antwort ist es möglich, die in der universalen Entfremdung enthaltene Struktur der Destruktion zu beschreiben“
Das ist nicht leicht, ich weiß. Du findest weitere Auskünfte und Hinweise in jeder systematischen Theologie oder Dogmatik, in theologischen Lexika wie "Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG, ist gerade in vierter Auflage erschienen) oder dem Lexikon für Theologie und Kirche (LThK, katholisch)

Have a nice day - Rolf

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Hallo,

Ein Argument ist immer die Erkenntnisschwierigkeit bzgl. Gott: „Ja, oh Mensch,
was bist du, dass du mit Gott rechten kannst?“ Römer 9,20.
Mehr Bibelstellen kann ich dir nicht dazu geben.

Der berühmte Leibniz hat sich mit dieser Frage auseinander gesetzt und den Begriff „Theodizee“ überhaupt erst geprägt: „Die Welt ist endlich und beschränkt und daher die beste, die Gott schaffen konnte. Jede Abweichung von der geschaffenen wäre schlechter.“ (sinngemäß, vielleicht kennt es jemand genauer).

Kein Argument, aber interessant in diesem Zusammenhang, da die Schwierigkeiten der Beantwortung dieser Frage bestens beschreibend:
Anläßlich des 11.9.-Terroranschlags wurde in einer Diskussion genau diese deine Frage an einen katholischen Bischoff gestellt. Der Mann hat in bester Politikermanier sehr viel geantwortet und geredet - nur auf die Frage selbst ist er überhaupt nicht eingegangen.

Gruß, Stucki

Hallo Anna

Gott hat allen Menschen das Selbstbestimmungsrecht gegeben, jeder kann also für sich selber entscheiden, Entscheidungsfreiheit.
(Gott liebt jeden von uns und möchte dass auch wir Ihn lieben, aber echte Liebe kann man nicht erzwingen, weshalb der Mensch auch diesbezüglich selber entscheiden kann).

Eine echte Selbstbestimmung heisst aber auch, nicht einzugreifen, wenn etwas nicht gut ist, sonst ist es eben keine echte Entscheidungsfreiheit.
Praktisch heisst dies, wenn Gott sieht, dass etwas aufgrund eines Entscheides eines Menschen nicht gut herauskommt (Leid schaffen wird) und er dann eingreifen würde, dann nähme Gott ja die Entscheidungsfreiheit der Menschen weg. Er müsste in diesem Fall, jeden Tag millionenfach eingreifen, weil so viele Menschen soviele schlechte Entscheidungen treffen, die kurz oder langfristig Leid hervorrufen werden. Er könnte wie erwähnt eingreifen, aber wie gesagt, dann haben wir Menschen die Entscheidungsfreiheit nicht mehr.

Als Vergleich: Wenn ein Mensch volljährig ist, darf er alles selber entscheiden und trägt dafür die Verantwortung. Wenn ein Ellternteil sagt, tu das nicht und der volljährige Mensch es trotzdem tut, dann ist die Frage, warum liessen die Eltern das entstehende Leid dann zu (wieso haben sie nicht eingegriffen und den Entscheid rückgängig gemacht) etwa genau so angebracht, wie die ähnliche Frage mit Gott.

Die Menschen wollen selber entscheiden, aber Gott soll dann schuld sein, wenns nicht gut rauskommt, ist leider weitverbreitet, aber klar ein Widerspruch.

Nebenbei kann jeder Mensch persönlich die Herrschaft über sein Leben Jesus (als Entscheidung) übergeben. Wenn man dann seiner Führung folgt, dann sollte nichts mehr passieren, was nicht gut für uns ist. Mit anderen Worten, erst dann kann man meines Erachtens mit Gott hadern.

Gruss
Beat

Hallo Beat,

Vielen Dank für diesen sehr gelungenen Beitrag. Allerdings bleiben für mich noch zwei Fragen offen:

Nebenbei kann jeder Mensch persönlich die Herrschaft über sein
Leben Jesus (als Entscheidung) übergeben. Wenn man dann seiner
Führung folgt, dann sollte nichts mehr passieren, was nicht
gut für uns ist. Mit anderen Worten, erst dann kann man meines
Erachtens mit Gott hadern.

Aber es geschieht doch auch Christen Leid, wie erklärst Du das? Außerdem gibt es ja Menschen, die noch nie etwas von Jesus gehört haben. Auch diesen geschieht Leid. Das ist aber dann eine Bestrafung für von Gott geschaffenes Unwissen. Das wiederum widerspricht gleich mehreren christlichen Werten.
Zuletzt ist dann noch die Frage der Naturkatastrophen und Krankheiten unbeantwortet, welche nichts mit menschlicher Entscheidungsfreiheit zu tun haben. Mann könnte sogar hinterfragen, ob die reine Existenz solcher Dinge, die ja offensichtlich von Gott gesteuert sein müssen, nicht schon ein Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ist.

Grüße,

Anwar

Hallo Anwar

Vielen Dank für diesen sehr gelungenen Beitrag. Allerdings
bleiben für mich noch zwei Fragen offen:

Bitte

Aber es geschieht doch auch Christen Leid, wie erklärst Du
das?

Meine Erklärung hat drei Möglichkeiten (Reihenfolge nicht zufällig):

  1. Auch ein Christ tut manchmal nicht das, was er tun sollte, dh das was Gott ihm aufgetragen hatte (Bsp Jona), oder das was er der Bibel entnehmen kann und sollte, wie zb die 10 Gebote. Christen verhalten sich leider meist oder zumindest oft nicht wie Heilige… smile.

  2. Ob etwas das einem zustösst schlecht ist, kann man oft erst später beurteilen und manchmal gar nicht. Wie wäre das Leben weiter gegangen, wenn es nicht passiert wäre? Vieleicht ist dies ein training für spätere Sachen, vieleicht konnte so schlimmeres vermieden werden etc.

  3. Die Übergabe des Lebens an Jesus Christus kann auch eine Bereitschaft beinhalten, Opfer für das Reich Gottes zu erbringen.
    Dabei ist zu beachten, dass das diesseits ja nur ein winziger Teil der Ewigkeit (des ewigen Lebens) ist

Außerdem gibt es ja Menschen, die noch nie etwas von
Jesus gehört haben. Auch diesen geschieht Leid. Das ist aber
dann eine Bestrafung für von Gott geschaffenes Unwissen. Das
wiederum widerspricht gleich mehreren christlichen Werten.

Nein, grundsätzlich ist es nicht eine Bestraffung Gottes, so wie es nicht eine Bestraffung Gottes ist, wenn Du trotz gebotenen Anhaltens mit 100 Sachen weiterfährst… frontal in eine Wand die Du vielleicht nicht gesehen hast. Mit anderen Worten es ist eine Folge des schlechten Handelns/Sünde nicht eine Bestrafung. Ein Gewissen was gut ist und was schlecht, hat ja der Mensch mitbekommen.

Zuletzt ist dann noch die Frage der Naturkatastrophen und
Krankheiten unbeantwortet, welche nichts mit menschlicher
Entscheidungsfreiheit zu tun haben.

Stimme Dir so nicht ganz zu. Unser ungesundes Verhalten zu uns selbst zu anderen und zur Umwelt, hat natürlich einen Einfluss auf obgenanntes.
Dazu kommt die Erbsünde.
Die Umkehr, dh Zuwendung zu Gott hat den MENSCHEN/vOLK jeweils Segen gebracht, bzw die Abkehr eben das Gegenteil, siehe altes Testament betreffend der Juden.

Mann könnte sogar
hinterfragen, ob die reine Existenz solcher Dinge, die ja
offensichtlich von Gott gesteuert sein müssen, nicht schon ein
Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ist.

Interessanter Aspekt hast Du meines Erachtens eingebracht, hat mich zum Nachdenken angeregt. Nebst dem oberwähnten, gibt es wahrscheinlich aber auch Sachen die nicht durch Menschen ausgelöst wurden, wie Du m. E. richtig schriebst, wie zB Vulkanausbrüche. Meine nachstehende Antwort bezieht sich auf diese Sachen.
Denke nicht, dass diese durch Gott ausgelöst wurden, wenn schon durch den Gegenspieler. Denke Gott könnte uns als Menschen/Volk vor solchen Sachen aber bewahren, WENN wir eben die Herrschaft ihm übergeben.
Bsp (vielleicht schlechtes): Wenn eine Gruppe Dich als Trainer wählt, schaust Du zu ihnen, wenn sie sich einen anderen Trainer wählen, kannst/soll der Andere sich um sie kümmern, Du hast keine Verpflichtung und kein Recht, ihnen dreinzureden.

Ups insbesonder Deine letzte Frage war schwierig (aber sehr interessant), bin mir auch nicht sicher, ob alles was ich schrieb, biblisch theologisch korrekt ist.
Wenn Du möchtest, werde ich sonst betreffend dieser Frage mal um (kompetentere ) Meinungen einholen.

Gruss
Beat

Hallo Beat,

  1. Auch ein Christ tut manchmal nicht das, was er tun sollte,
    dh das was Gott ihm aufgetragen hatte (Bsp Jona), oder das was
    er der Bibel entnehmen kann und sollte, wie zb die 10 Gebote.
    Christen verhalten sich leider meist oder zumindest oft nicht
    wie Heilige… smile.

Für viele ensteht auch der Eindruck, dass „Gott“ nicht das tut, was er tun
sollte.

Kommt das nicht daher, dass jeder Mensch einen anderen Eindruck von einem Gott
hat? Woher kommen sonst die vielen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Gott ist
eben immer eine Projektion des Menschen. Auch die Bibel wurde von einzelnen
Menschen geschrieben. Wer immer nach Gott fragt, gibt sich Antworten aus seinen
eigenen beschränkten Vorstellungen.

Die Calvinisten haben z.B. die Vorstellung, dass derjenige, der Gottes Wegen
folgt, auch von diesem gesegnet wird. Ein Reicher ist in den Augen eines
Calvinisten also auf einem guten Weg.

Es ist sicher gesünder, nicht nach einem so „kleinkarierten“ Gott zu suchen. -
Wenn alles gut geht in Deinem Leben:ok!
Wenn nicht, musst du nicht nur mit deinem Schicksal fertig werden, sondern auch
noch mit diesem Deinem Gott hadern. Siehe Hiob. Der natürlich aufgrund seines
Glaubens irgendwie dann doch die Kurve gekriegt hat.

Gruss
Wolfgang

hallo
vielleicht ist meine antwort auch naiv aber,
im mittelalter hat man immer gesagt, dass das leben auf erden ein jammertal voll schmerzen und leid.
dies ist ja schon überhohlt.
ich kann das jetzt nur religiös begründen.
denn als gott dem menschen den eigenen willen gegeben hat, hat er für sich selber entschieden. dadurch musste erauch in kauf nehmen, dass sich die menschen von ihm abwenden. das leid soll jetzt aber keine strafe sein es gehört nun mal dazu wenn mal weg selber wählen will und kann.
das trift sowohl auf täter als auch auf opfer zu.

Hallo,
-Warum Gott Leid und Katastrophen zulässt?

Also, ich kann dir leider nicht helfen, was die Auslegung
bezüglich der Kirche betrifft.
Ich wünsche dir viel Freude und ein super Leben.
Gruß
trail

Salü,
möchte mich in diesem Gedanken an die Worte von „trail“ anschließen.

„Auch bei Wahrheiten lohnt es sich, auf das Verfallsdatum zu achten.“
Autor: Werner Mitsch

…soll jetzt kein Angriff auf eine Lehre sein;
wenn aber die Logik etwas in Frage stellt,
hab ich mindestens als „einzelner Mensch“ mein persönliches Recht, allgemein proklamierte [Warheiten ?]als „nicht-schlüssige-Begründung“ abzulehnen.

Häufen sich diese Entscheidungen,
so werde ich mich wohl ernsthaft damit auseinander setzen müssen.

DerJOKER

Hallo liebe Anna,

ich möchte das was Trail hier schrieb so stehen lassen.
Nur noch Etwas mit ganz einfachen Worten hinzufügen.

Gott lässt kein Leid zu.
Er hat uns, als er uns, um sich selbst zu Erfahren schuf,alle Möglichkeiten offen,die Wahl gelassen. ER, WIR, (und das Universum)sind Liebe.
Uns stehen alle Möglichkeiten offen.
Nur müssen wir wählen. zwischen dem was wir sind und dem was wir wirklich sein wollen.
Wählen wir Egoismus und Gleichgültigkeit, werden wir vermutlich irgendwann Leid hervorrufen und resultierend daraus auch selbst erleben.
Wählen wir Liebe, die unser und Sein SEIN ist/sind, können Wir mit etwas Beharrlichkeit und Übung manches Leid schon durch unsere /aller Menschen Gedanken und Handeln verhindern.

Gott schuf uns Menschen zu seinem Bilde. Ok.
Nur mein Gott ist ein Kumpel, schimpft nicht,ermahnt mich nicht, ist mein bester Freund, der mich nie verdammt, wie eklig und menschlich ich auch manchmal sein mag.
ER will sich in mir/uns selbst erfahren.
Und weil ich mich/wir uns,in IHM erkene(n),gehen wir, oder versuchen es zumindest, unseren Weg in Liebe und versuchen so wenig Leid wie möglich zu verursachen.

Es liegt an Mir/Uns einen Weg aus dem verursachen von Leid zu finden. Und das würde unser kollektives Bewusstsein nur ein paar Minuten täglich kosten.

Gott lässt kein Leid zu. Er ist nur Beobachter.
WIR schaffen Leid auch mit unserem Sein und unserer Art zu leben.
Alles Weitere gehört, denke ich, in das Brett Philosophie.

@trail.Danke.
schön das es dich gibt.

Liebe Grüße Helga

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

„Auch bei Wahrheiten lohnt es sich, auf das Verfallsdatum zu
achten.“

Hallo lieber Joker,

Gott hat füt NICHTs ein Verfaldatum angegeben.

Liebe Grüße
Helga

Hallo Wolfgang

  1. Auch ein Christ tut manchmal nicht das, was er tun sollte,
    dh das was Gott ihm aufgetragen hatte (Bsp Jona), oder das was
    er der Bibel entnehmen kann und sollte, wie zb die 10 Gebote.
    Christen verhalten sich leider meist oder zumindest oft nicht
    wie Heilige… smile.

Für viele ensteht auch der Eindruck, dass „Gott“ nicht das
tut, was er tun
sollte.

Stimmt, sehr viele haben diesen Eindruck. Das dieser eindruck eben meist nicht ricchtig ist, habe ich mit den Punkten 1 bis 3 im vorherigen mail erläutert.

Kommt das nicht daher, dass jeder Mensch einen anderen
Eindruck von einem Gott
hat?

Stimmt, zB den strafenden Gott, den Got im Liegestuhl etc

Woher kommen sonst die vielen Kirchen und
Religionsgemeinschaften.

Teilweise andere Ausrichtungen /vERFÜHRUNGEN „niemand kommt zum Vater ausser durch mich“ der Galube und/oder duie Erfahrung dass es so ist, ist eine entscheidender Richtungsentscheid.
Alle nachstehenden Richtungen sind auf das von Dir erwähnte zurückzufühern, aber sind nicht entscheidend.

Gott ist
eben immer eine Projektion des Menschen.

Nein nicht immer. Gott ist erfahrbar. Wenn man eine Beziehung mit ihm hat, ist es keine (reine) Projektion.

Auch die Bibel wurde
von einzelnen
Menschen geschrieben. Wer immer nach Gott fragt, gibt sich
Antworten aus seinen
eigenen beschränkten Vorstellungen.

Stimmt. Die schreiber waren aber bei der niederschrift vom heiligen Geist inspiriert. Inspiriert heisst nicht diktiert, so dass das von Dir erwähnte auch eine Rolle spielte

Die Calvinisten haben z.B. die Vorstellung, dass derjenige,
der Gottes Wegen
folgt, auch von diesem gesegnet wird.

Nicht nur die Calvinisten. Entscheidend ist aber liebe deinen Gott mit genen Herzen, ganzer Kraft und ganzem Verstand" (vielleicht nicht wörtlich ganz richtig zitiert). Das folgen von Gottes Wegen muss aus dieser grundhaltung heraus passieren und nicht einfach nach denm Gesetz. Letzteres wird leider oft gemacht.

Ein Reicher ist in den
Augen eines
Calvinisten also auf einem guten Weg.

Materieller Überfluss kann ein Segen Gottes sein, muss aber nicht, weshalb die Umkehrung gefährlich ist.

Es ist sicher gesünder, nicht nach einem so „kleinkarierten“
Gott zu suchen. -
Wenn alles gut geht in Deinem Leben:ok!
Wenn nicht, musst du nicht nur mit deinem Schicksal fertig
werden, sondern auch
noch mit diesem Deinem Gott hadern. Siehe Hiob. Der natürlich
aufgrund seines
Glaubens irgendwie dann doch die Kurve gekriegt hat.

^man muss nicht mit Gott hadern, aber Hiob und auch andere zeigen auch, dass wir mit Gott hadern dürfen.
Es ist nicht ein „nur mit deinem Schicksal fertigwerden, sondern auch
noch mit diesem Deinem Gott“ sondern ein Gott hilft seinen Kindern in der Not. Als Vergleich: Wenn Du vor Gericht gehst mit Deinem Anwalt, musst Du auch nicht nur mit dem ericht streitren sondern zusätzlich noch mit Deinem Anwalt. Dein Anwalt hilft Dir doch dann, sich für Dich einzusetzen

Gruss
Beat

Wie sind die theologischen Erklärungsversuche zu Theodizee.
-Warum Gott Leid und Katastrophen zulässt?

Antwort 1:

  • Weil es nicht seine Pflicht ist, sich darum zu kümmern, und weil die Menschen eine falsche Perspektive haben.
    Die Menschen fordern fordern fordern von Gott, der heilig und unantastbar ist, während sie in Sünde leben und Gott in Seiner Reinheit tagtäglich beleidigen.
    Sicher ist Gott auch Gnade und Vergebung, und die steht auch allen offen, die Ihn darum bitten.
    Aber die meisten Menschen erheben sich stolz vor Gott, sagen daß sie Ihn nicht brauchen - da ist es doch nur Recht, wenn Er ihnen zeigt, daß sie Ihn sehr wohl brauchen.

Verweis auf Römer Kapitel 1, lege besonderes Augenmerk auf v24, v32.

Die nächste Frage, die sich natürlich aufdrängt:

Wieso läßt Gott Christen leiden?

Hier gilt die Antwort nicht in der gleichen Fassung, aber dennoch ähnlich: im gefallenen Fleisch sind wir immernoch nicht in der Lage, Gottes Gerechtigkeit und Herrlichkeit zu erfassen. Die Leiden können uns dienen, unseren Blick weg von den Dingen der Welt, hin zu den Dingen Gottes zu wenden.
Es ist also hier eine reine Frage der Perspektive: leiden wir, oder erkennen wir Christus? Wenn wir wirklich „leiden“ als Christen, dann fehlt uns der Blick auf das, was wir eigentlich betrachten sollten, nicht unser miserables kleines Leben, sondern Gottes allumfassende Gnade.

Gruß,
Michael

Hallo Helga,

die Kernaussage hier ist ja die Entscheidungsfreiheit der Menschen. Sofort gefolgt von „Gott, mein bester Kumpel“.

Auf deinem Auto klebt doch auch ein Fisch, stimmts?
Ohne jetzt zu generalisieren, beobachte ich, dass Autos, mit dem christlichen Zeichen „Fisch“ markiert, unerträglich langsam und rücksichtslos umgebungsignorierend ihr Fahrzeug lenken. Ist das nicht Egoismus und Gleichgültigkeit gegenüber anders tickenden Menschen? Wenn also deren Kumpel Gott, die langsame, gemütlich rücksichtslose Lebensart hervorbringt ist das doch der eigentliche Auslöser, wenn ich mich tierisch über so viel Rücksichtslosigkeit aufrege und diese Aufregung eine Kettenreaktion auslöst die mehr oder weniger Leid auf Erden verursacht.

Zusammenfassend stelle ich also fest, dass Menschen die ihr Leben in die Hände ihres „Kumpels“ stellen, um dadurch ausschliesslich Gutes zu bewirken, durchaus in der Lage sind auch viel Leid zu erzeugen. Das ist eben der Haken wenn man versucht die Verantwortung für sein Leben auf jemand / etwas andere(s,n) abzuwälzen, weil man vielleicht selbst zu schwach ist eben diese Verantwortung zu übernehmen.

Übrigens, bitte erzähle mir jetzt nicht, dass wenn ich mich auch Kumpelchen Gott zuwende, hätte ich ja die Ruhe und Gelassenheit um solchen Fisch-Autofahrern in gleicher Gemütlichkeit hinterher zu trotten. Ich übernehme Verantwortung für mein Leben und ich habe die Wahl und ich nehme überall soviel Rücksicht wie ich kann auf andere Lebewesen.

Gruss D.K.

Hallo liebe Anna,

ich möchte das was Trail hier schrieb so stehen lassen.
Nur noch Etwas mit ganz einfachen Worten hinzufügen.

Gott lässt kein Leid zu.
Er hat uns, als er uns, um sich selbst zu Erfahren schuf,alle
Möglichkeiten offen,die Wahl gelassen. ER, WIR, (und das
Universum)sind Liebe.
Uns stehen alle Möglichkeiten offen.
Nur müssen wir wählen. zwischen dem was wir sind und dem was
wir wirklich sein wollen.
Wählen wir Egoismus und Gleichgültigkeit, werden wir
vermutlich irgendwann Leid hervorrufen und resultierend
daraus auch selbst erleben.
Wählen wir Liebe, die unser und Sein SEIN ist/sind, können Wir
mit etwas Beharrlichkeit und Übung manches Leid schon durch
unsere /aller Menschen Gedanken und Handeln verhindern.

Gott schuf uns Menschen zu seinem Bilde. Ok.
Nur mein Gott ist ein Kumpel, schimpft nicht,ermahnt mich
nicht, ist mein bester Freund, der mich nie verdammt, wie
eklig und menschlich ich auch manchmal sein mag.
ER will sich in mir/uns selbst erfahren.
Und weil ich mich/wir uns,in IHM erkene(n),gehen wir, oder
versuchen es zumindest, unseren Weg in Liebe und versuchen so
wenig Leid wie möglich zu verursachen.

Es liegt an Mir/Uns einen Weg aus dem verursachen von Leid zu
finden. Und das würde unser kollektives Bewusstsein nur ein
paar Minuten täglich kosten.

Gott lässt kein Leid zu. Er ist nur Beobachter.
WIR schaffen Leid auch mit unserem Sein und unserer Art zu
leben.
Alles Weitere gehört, denke ich, in das Brett Philosophie.

@trail.Danke.
schön das es dich gibt.

Liebe Grüße Helga

Hallo Helga,

Hallo DK
als erstes mal Entschuldigung das ich so einfach in deinen Text schreibe.
Du sagst:

die Kernaussage hier ist ja die Entscheidungsfreiheit der

Menschen. Sofort gefolgt von „Gott, mein bester Kumpel“.

Auf deinem Auto klebt doch auch ein Fisch, stimmts?

Nein, ich hab keinen Fischaufkleber. (Wusste nicht mal das es sowas gibt
)

Ohne jetzt zu generalisieren, beobachte ich, dass Autos, mit
dem christlichen Zeichen „Fisch“ markiert, unerträglich
langsam und rücksichtslos umgebungsignorierend ihr Fahrzeug
lenken. Ist das nicht Egoismus und Gleichgültigkeit gegenüber
anders tickenden Menschen? Wenn also deren Kumpel Gott, die
langsame, gemütlich rücksichtslose Lebensart hervorbringt ist
das doch der eigentliche Auslöser, wenn ich mich tierisch über
so viel Rücksichtslosigkeit aufrege und diese Aufregung eine
Kettenreaktion auslöst die mehr oder weniger Leid auf Erden
verursacht.

Bevor ich das Buch las, ging es mir auch so. Ich hätte am liebsten diese kleinen Kaffeemaschinenmotor angetriebenen Asphaltblasen abgeschossen die mit 30 auf unseren Landstrassen herumtuckern.
Heute nehme ich mich da zusammen, und versuche meine Gedanken in friedlicher Form zu halten oder das denken in solchen Momenten ganz abzuschalten (das geht) Nur keine heftigen Einwände mir gelingt das auch noch nicht immer.

Zusammenfassend stelle ich also fest, dass Menschen die ihr
Leben in die Hände ihres „Kumpels“ stellen, um dadurch
ausschliesslich Gutes zu bewirken, durchaus in der Lage sind
auch viel Leid zu erzeugen. Das ist eben der Haken wenn man
versucht die Verantwortung für sein Leben auf jemand / etwas
andere(s,n) abzuwälzen, weil man vielleicht selbst zu schwach
ist eben diese Verantwortung zu übernehmen.

Naja, ich denke das, was du da durch das Verhalten von Anderen in dir erzeugst eher Frust und Zorn ist, als Leid.

Kann sein das ich mich falasch ausdrückte oder hast du es mistverstanden?
Diese Menschen mit dem „Fischauto“, (ich weiss nicht welcher Religion sie angehören) haben einen anderen Kumpel als ich.
Meiner hat mir gezeigt, das ich mein Leben durch mein Denken und handeln, nicht durch „bitten“ beeinflussen kann, und somit die Verantwortung für mein Leben ganz alleine trage.
Er hat mir aber auch gesagt, das ich mich in „Allem“ selbst sehen soll, und ich versuche mein Denken u.Handeln dementsprechend zu koordinieren, denn ich will mir ja schliesslich nicht ständig selbst wehtun. Und es ist verflixt schwer seine Gedanken immer zu kontrolieren.

Übrigens, bitte erzähle mir jetzt nicht, dass wenn ich mich
auch Kumpelchen Gott zuwende, hätte ich ja die Ruhe und
Gelassenheit um solchen Fisch-Autofahrern in gleicher
Gemütlichkeit hinterher zu trotten. Ich übernehme
Verantwortung für mein Leben und ich habe die Wahl und
ich nehme überall soviel Rücksicht wie ich kann auf
andere Lebewesen.

Gruss D.K.

Hallo liebe Anna,

ich möchte das was Trail hier schrieb so stehen lassen.
Nur noch Etwas mit ganz einfachen Worten hinzufügen.

Gott lässt kein Leid zu.
Er hat uns, als er uns, um sich selbst zu Erfahren schuf,alle
Möglichkeiten offen,die Wahl gelassen. ER, WIR, (und das
Universum)sind Liebe.
Uns stehen alle Möglichkeiten offen.
Nur müssen wir wählen. zwischen dem was wir sind und dem was
wir wirklich sein wollen.
Wählen wir Egoismus und Gleichgültigkeit, werden wir
vermutlich irgendwann Leid hervorrufen und resultierend
daraus auch selbst erleben.
Wählen wir Liebe, die unser und Sein SEIN ist/sind, können Wir
mit etwas Beharrlichkeit und Übung manches Leid schon durch
unsere /aller Menschen Gedanken und Handeln verhindern.

Gott schuf uns Menschen zu seinem Bilde. Ok.
Nur mein Gott ist ein Kumpel, schimpft nicht,ermahnt mich
nicht, ist mein bester Freund, der mich nie verdammt, wie
eklig und menschlich ich auch manchmal sein mag.
ER will sich in mir/uns selbst erfahren.
Und weil ich mich/wir uns,in IHM erkene(n),gehen wir, oder
versuchen es zumindest, unseren Weg in Liebe und versuchen so
wenig Leid wie möglich zu verursachen.

Es liegt an Mir/Uns einen Weg aus dem verursachen von Leid zu
finden. Und das würde unser kollektives Bewusstsein nur ein
paar Minuten täglich kosten.

Gott lässt kein Leid zu. Er ist nur Beobachter.
WIR schaffen Leid auch mit unserem Sein und unserer Art zu
leben.
Alles Weitere gehört, denke ich, in das Brett Philosophie.

@trail.Danke.
schön das es dich gibt.

Liebe Grüße Helga

Hallo,

ersteinmal vielen, vielen Dank für eure vielen (und guten) Beiträge!

Aber für mich bleibt die Frage noch offen, warum Gott zum Beispiel Leiden zulässt, die nichts mit der Entscheidungsfreiheit des Menschen zu tun haben.

Ein Beispiel: Ein Ehepaar entscheidet und wünscht sich sehnlichst ein Kind, doch dieses stirbt bei der Geburt.
Bei solchen Fragen, kommen mir echte Zweifel der Existenz Gottes.
Wie erklärt die Theologie solche Leiden, die nicht vom Menschen kommen?

Und dann bleibt natürlich noch die Frage von Anwar, dass man sogar hinterfragen könne, ob die reine Existenz solcher Dinge, die ja offensichtlich von Gott gesteuert sein müssen, nicht schon ein Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ist.
(echt ein interessanter Aspekt, danke Anwar!)

Grüßle