Warum leiden Unschuldige?

Guten Morgen Rolf,

Damit sind sie aber nicht aufgehoben.

darauf habe ich an anderer Stelle bereits hingewiesen.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Die Sache ist nur die:
Wenn Du z.B. Deine Frau wirklich liebst, wirst Du ein Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ nicht brauchen.
Wenn Du Gott „von ganzem Herzen und von ganzer Seele“ liebst, braucht es dann noch die Aufforderung „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“?

Interessant ist sicher auch die Aussage des Paulus:
"Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen."
(1.Kor.6,12)

Gruss Harald

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Hi Michaela!

Oh? Paulus war Jude?
Ich dachte immer, Saulus war Römer bis zu seiner Bekehrung.
Oder waren das zwei verschiedene Menschen?

Rolf hat das schon gut erklärt.

Nur eine kleine Ergänzung:

Saulus (Scha-ul) war offensichtlich Sohn eines Römers (daher Römer von Geburt) und einer Jüdin (daher Jude von Geburt).
Übrigens war er aus dem Stamme Benjamin. (Röm.11,1)
Soweit seine politische/staatliche Zuordnung.

Seine religiöse Erziehung war jüdisch (Apg.22,3)
„Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien; aber auferzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels unterwiesen nach der Strenge des väterlichen Gesetzes, war ich, wie ihr alle heute seid, ein Eiferer für Gott.“

Nach der Begegnung mit Jesus auf der Strasse nach Damaskus wechselte er dann ins messianische Lager.
Apg.9
„10 Es war aber ein Jünger in Damaskus, mit Namen Hananias; und der Herr sprach zu ihm in einer Erscheinung: Hananias! Er aber sprach: Siehe, [hier bin] ich, Herr!
11 Der Herr aber [sprach] zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, welche die Gerade genannt wird, und frage im Haus des Judas nach einem mit Namen Saulus von Tarsus! Denn siehe, er betet;
12 und er hat im Gesicht einen Mann mit Namen Hananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hände auflegte, damit er wieder sehend werde.
13 Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat.
14 Und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle zu binden, die deinen Namen anrufen.
15 Der Herr aber sprach zu ihm: Geh hin! Denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen sowohl vor Nationen als Könige und Söhne Israels.
16 Denn ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muß.“

Gruss Harald

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holla Dirk,

„…:Gott gibt es nicht…“

schade eigentlich, dass es gott nicht gibt, der würde schon sich
gehörig gehör verschaffen, was ihm so aufgebürdet wurde!

Wenn er aber andere Absichten mit der Menschheit gehabt hätte, als den starken Mann rauszuhängen, wenn sie nicht parieren? Wenn er gar nicht dieser langbärtige Patriarch ist, den Menschen aus ihm gemacht haben? Und das ja nur im sog. Christentum. Krishna und seine Verwandten sehen viel schnuckeliger aus, und keiner erwartet von ihm, dass er hier dreinfährt. Ist das ein „christliches“ oder abendländisches oder patriarchales Problem, das mit der Autorität und dem Reinhauen? Gruß von Geris, die sehr gefreut hat über deine Begeisterung angesichts dieses Riesenbaumes!

Hiho :smile:

dreinfährt. Ist das ein „christliches“ oder abendländisches
oder patriarchales Problem, das mit der Autorität und dem
Reinhauen?

Man könnte ja sagen, daß Europa ein besonders konkurierender
Kontinent war/ist. Die Konkorrenz (bedingt durch hohe Besiedelungs-
dichte, viele Kleinstaaten, viele „Autoritäten“) förderte einen
gewissen Stand der Technik (insbesondere Waffentechnik), die
permanenten Kriege mußten ressourcentechnsch (brutale Kolonialpolitik)
finanziert werden. Insofern verwundert es doch nicht, daß der hier
angebete Gott ebenfalls einen gewissen Haudrauf-Charakter
zugeschrieben bekommt, oder nicht?!

grüße, rené

Danke
Euch beiden für die ausführlichen Erklärungen!

Viele Grüße,
Michaela

Moin,

Warum es soviele sind? Nu, anfänglich war es nur eines, dann
kamen ein paar dazu und bei Noach waren es schon sieben (wenn
man die Individuellen einmal weglässt). Und bei den Juden sind
es letztlich 613. Was lerne ich daraus? Um so weiter der
Mensch sich von G’tt wegbewegt um so mehr Stützen braucht er,
um wieder zu Ihm zu kommen.

Ge- und Verbote sind für mich eine Art Richtschnur, um jemandem verständlich zu machen, was gut und was schlecht ist, was mal also tun sollte und was besser lassen. Da war es mein Gedanke, ob dies nicht diesem hier

„Zusätzlich ist alles zum Guten. Letztlich gibt es nichts, was schlecht oder böse wäre und es ist alleine unser Problem, dass wir eine begrenzte Sicht haben und nicht die Dinge dahinter oder eben alles sehen und erfassen können. Dadurch sehen bzw. erleben wir Dinge die für uns nicht verständlich sind. Die uns als Leid erscheinen.“

widerspricht.

(Von denen viele das alltägliche Leben betreffen ?).

Welche betreffen deiner Meinung nach nicht den Alltag?

So wie ich das in meiner Unkenntnis überblicke, scheint es mehrere Arten von Geboten zu geben. Die einen regeln das Verhältnis der Menschen zu Gott, also Gebote wie: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, du solst dir kein Bild von mir machen und ähnliches. Dann gibt es Gebote, die das Leben der Menschen untereinander Regeln, wie zum Beispiel, du sollst nicht stehlen oder ehebrechen.

Den Sinn der beiden obigen Arten von Geboten kann ich nachvollziehen. Mit „Alltagsgeboten“ hingegen meinte ich Gebote, die weder das eine, noch das andere oben zum Inhalt haben, und damit tue ich mich etwas schwer. Warum gibt es z.B. im Judentum Essensgebote ? Schließlich schadet es ja niemandem, wenn ich Schweinegeschnetzeltes mit Sahnesoße vermputze statt Rinderbraten oder Samstags einkaufen gehen.

Gruß
Marion

ICH entscheide, was mich beleidigt.
Bis jétzt hat das hier noch keiner erreicht.

" Wer nach den Sternen spuckt,
den trifft sein eigner Auswurf ins Gesicht."

Gruß
Merkur

Insofern verwundert es doch nicht, daß der

hier
angebete Gott ebenfalls einen gewissen Haudrauf-Charakter
zugeschrieben bekommt, oder nicht?!

grüße, rené

nee, René, mich verwundert in dieser Beziehung schon nichts mehr. Und vermutlich lägest du ganz richtig, wenn nicht das extrem patriarchale Gesicht G’s schon viel älter und nicht europäisch wäre. Welche Erklärung hätte denn das Judentum zu bieten? Wo kommt denn der HERR ursprünglich her?
ciao, Geris

Hiho :smile:

nee, René, mich verwundert in dieser Beziehung schon nichts
mehr. Und vermutlich lägest du ganz richtig, wenn nicht das
extrem patriarchale Gesicht G’s schon viel älter und nicht
europäisch wäre. Welche Erklärung hätte denn das Judentum zu
bieten? Wo kommt denn der HERR ursprünglich her?

War ja nur eine Frage, keine Feststellung. Zur genauen Beantwortung
fehlt mir das Wissen darüber, wie denn Gott zu Beginn wahrgenommen
wurde und wie sich seine Wahrnehmung im Laufe der Geschichte wandelte.
Und zum jüdischen Gott respektive Interpreation und Auslegung kann ich nunmal rein gar nix sagen, da bin ich völlig unbefleckt.
Ich frage mich nur, warum andere Gottheiten eher „friedlich“
angehaucht sind, während der abendländische Gott in der Tat hin und
wieder mal herabsteigt (herabstieg, Vergangenheit) und die „Sau raus
ließ/läßt“ :smile:)

Oder ist dem gar nicht so? Kann ja sein, daß die wenigen Erscheinungen
mit zerstörerischem Charakter (z.B. Verteibung aus dem Paradies,
Sodom&Gomorra, Sintflut) die vielen(?) friedlichen(?) emotional
überlagern?!
grüße, rené

korrektur

" Wer nach den Sternen spuckt,
den trifft sein eigner Auswurf ins Gesicht."

bei merkur handelt es sich um einen planeten, welcher sich in einem
festgelegten orbit befindet. da kreist er so rum und kann nicht weg.

frag nur, wenn du was nicht weißt.

f.

hah! endlich mal einer, der zugibt, auch keine ahnung zu haben. Wollen wir nen neuen Baum anfangen? Zu dem alten HERRN fällt mir zudem ein, dass weit und breit bei dem auch nichts Weibliches an der Seite ist, ebenfalls im Gegensatz zu anderen Kulturen. Ob ihn das so verdrießlich hat werden lassen :smiley: ?!
Aber ein neues Thema fang du lieber an, ich bin noch etwas atemlos von dem, was ich da angezettelt habe. Gruß, Geris

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Noch nie etwas von Poesie gehört ??

" Wer nach Planeten spuckt… " ( kopfschüttel)

Gruß
Merkur

hiho :smile:

hah! endlich mal einer, der zugibt, auch keine ahnung zu
haben.

Mit sowas hab ich kein Problem. Dummerweise kann ich das zu 99.99%
aller Dinge sagen :smile: Und sobald ich etwas neues gelernt habe, hab ich
das Gefühl, die 99,99% sind trotzdem wieder etwas mächtiger geworden :smile:

Wollen wir nen neuen Baum anfangen? Zu dem alten HERRN
fällt mir zudem ein, dass weit und breit bei dem auch nichts
Weibliches an der Seite ist, ebenfalls im Gegensatz zu anderen
Kulturen. Ob ihn das so verdrießlich hat werden lassen :smiley:

Oha, ich sehe schon die Schlagzeilen ob der Fragestellung *g*

Aber ein neues Thema fang du lieber an, ich bin noch etwas
atemlos von dem, was ich da angezettelt habe. Gruß, Geris

Ok, geben wir ihnen noch ein zwei Tage zur Erholung *g*,
und dann von hinten durch die Schulter in die Brust.

grüße, rené

Hallo Marion.

Ge- und Verbote sind für mich eine Art Richtschnur, um
jemandem verständlich zu machen, was gut und was schlecht ist,
was mal also tun sollte und was besser lassen. Da war es mein
Gedanke, ob dies nicht diesem hier […Alles ist zum Guten…]
widerspricht.

Ich gebe gerne zu, dass sich das widerspricht, aber auch mit weil du hier die Kategorien vermischst. Das eine beschreibt unsere Beziehung zu G’tt und das andere Seine Beziehung zur Welt. Letztlich liegt dieser Widerspruch in unserem freien Willen begründet. Meist wird angenommen, dass hierzu G’tt sich nicht einmischen darf und wir frei entscheiden können zwischen gut und schlecht. Allerdings wird dabei oft übersehen, dass die wir, die Möglichkeiten, die Entscheidungen und der ganze Kontext dabei immer von G’tt kommen.

Den Sinn der beiden obigen Arten von Geboten kann ich
nachvollziehen. Mit „Alltagsgeboten“ hingegen meinte ich
Gebote, die weder das eine, noch das andere oben zum Inhalt
haben, und damit tue ich mich etwas schwer.

Hierzu möchte ich nur noch einmal einleitend schreiben, dass alle Gebote, also auch die zwischen Menschen und zu G’tt sich im Alltag ausdrücken. Somit ist auch Kaschrut ein Bereich zwischen Mensch und G’tt.

Warum gibt es z.B. im Judentum Essensgebote?

Damit es uns gut geht :smile: Aber nicht mißverstehen, dass bezieht sich jetzt nicht auf die Qualität des Essens, sondern auf unsere Beziehung zu G’tt. Dieses wie anderes bringt uns näheer zu G’tt.

So kennen wir hier das warum nicht. Wir machen dieses, einzig weil G’tt es so von uns will. Es ist unser Ausdruck des Vertrauens in Ihn, so wie wir auch Sein Vertrauen in uns sehen.

Scholem,
Eli

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Moin Eli,

ok, ich denke, ich habs jetzt verstanden.
Vielen Dank.

Gruß
Marion