Warum macht es für einige nix aus Kinder zu schlag

Warum ist es so, dass viele/einige (ich weiß nicht wieviel in Wirklichkeit, aber ich vermute es sind viele) denken, dass es einem Kind nicht schadet, wenn man es verprügelt bzw. körperlich misshandelt? Eine Ohrfeige schadet doch nicht…Sich auch noch darüber aufregen, dass man deswegen angezeigt werden kann?

Warum denken solche „Menschen“ sowas? Und ich meine jetzt vor allen auch Menschen, die selber in ihrer Kindheit eben NICHT verprügelt wurden.

Ich denke mir nur, dass diese Menschen dumm und gefühlslos sind.

Ich kann mich aber auch irren. Widerlegt mich. Falsifizert mich. Erweitert meinen Horizont.

Gibt es irgendwelche Studien dazu?

Hi

Warum denken solche „Menschen“ sowas? Und ich meine jetzt vor
allen auch Menschen, die selber in ihrer Kindheit eben NICHT
verprügelt wurden.

Noch schärfer finde ich ja die (vielen!) Typen, die in ihrer Kindheit geprügelt wurden und jetzt sagen, es habe ihnen nicht geschadet.
Gruß,
Branden

Du meinst …

Noch schärfer finde ich ja die (vielen!) Typen, die in ihrer
Kindheit geprügelt wurden und jetzt sagen, es habe ihnen nicht
geschadet.

… unseren Präser, die Tussi vom Ex-Kanzler, … uvam.

Gruß

Stefan

… unseren Präser, die Tussi vom Ex-Kanzler, … uvam.

Wusste gar nicht, dass die auch sowas verkündet haben.
Aber ich hab schon oft Leute sowas sagen hören. Das sind dann meistens Leute, bei denen man gleich denkt: Au weia, ich finde aber, das hat dir mächtig geschadet - aber man denkts halt nur und sagt es höflicherweise nicht.
Allenfalls in den Therapien kann man es -vorsichtig!- erörtern.
Gruß,
Branden

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Hi,

ich hatte bei meinem Sohn (4 Jahre) noch nie den Impuls ihn zu schlagen. Das kommt mir gar nicht in den Sinn. Es gab noch nie eine Situation, in der dies nötig oder sinnvoll gewesen wäre.
Und es würde mir ewig Leid tun, wenn dies jemals passieren sollte. Ich wüsste gar nicht, wie ich mich bei dem kleinen Kerl entschuldigen sollte. Ganz schlimm wäre das.

Sehe ich hingegen andere Menschen, wie z.B. neulich einen Mann, der seinem kleinen Sohn heftig am Arm gerissen hat, weil dieser irgendeine Kleinigkeit gemacht hat, die einfach zu normalem kindstypischen Verhalten gehört, dann schockiert mich das. Was für ein überaus primitiver und brutaler Typ das ist. DEN hätte ich gerne verprügelt. Aber solcher missratener Menschen gibt es leider sehr viele und ihre Kinder werden oft ebenso.

Nun gibt es aber natürlich brave und folgsame Kinder und dann wieder andere, die von Natur aus wild und widerspenstig sind. Trotzdem denke ich, dass auch letztere nicht geschlagen werden sollten/müssen. Da müssen die Eltern eben Wege finden, wie sie sich entlasten können.

Aber die Eltern sind eben auch hilflos und von ihren eigenen Gefühlen überfordert.

Große Erklärungen suche ich da gar nicht. Um politisch korrekt zu bleiben, deute ich meine Meinung nur an: Es gibt eben solche Menschen und solche.

Tychi

Ja. Damit geben sie all denen, die denken, es sei legitim, Kinder zu schlagen ein Argument bzw. eine Rechtfertigung (wobei natürlich niemand das Recht hat irgendeinen Menschen zu misshandeln) mit dem sie sich wehren können, wenn sie damit konfrontiert werden.

Ich kenne aber welche, die wurden geschlagen, denen hat es nichts ausgemacht. Also folgt doch zwingend, dass es bei allen Kindern, folglich auch nicht bei meinem, ausgemacht hat!!! (was für eine logik).

Interessant ist das mal aus dieser Sichtweise zu betrachten:

Wenn man mal annimmt, dass das Schlagen tatsächlich nicht schadet, in welcher Art und Weise hat es denn dann geholfen?

Nur, weil etwas nicht schadet heisst das ja noch lange nicht, dass es gut ist bzw. hilft.

Und wenn es nicht geholfen hat, warum dann schlagen?

Hallo!

Ich denke mir nur, dass diese Menschen dumm und gefühlslos
sind.

Leider lässt sich die Welt nicht so simpel erklären, allein schon deshalb, weil „dumm“ und „gefühlslos“ zwei Begriffe sind, die ein weites Feld abstecken. Wenn du „dumm“ definierst als „er tut oder sagt etwas, was ich füre dumm halte“, dann ist so jemand per definition dumm - es ist aber auch kein großer Erkenntnisgewinn damit verbunden. Wenn du „Dumm“ dagegen mit „Intelligenz“ (im wissenschaftlichen Sinn) gleichsetzt, wirst du festellen, daß auch intelligente Leute so etwas sagen. Denn Intelligenz schützt nicht vor Dummheit. :wink:

Gruß,
Max

Ähhja. Da hast du recht. Ich würde aber wiederum behaupten, dass leute mit einem IQ

Hallo,

Wenn man mal annimmt, dass das Schlagen tatsächlich nicht schadet, in welcher Art und Weise hat es denn dann geholfen?

Vorab: Das ist kein Plädoyer für Schläge, sondern lediglich ein Erklärungsversuch.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Kind als Strafe für ein Vergehen geschlagen wird, das es auch als solches erkennt, besteht eine für das Kind nachvollziehbare Logik zwischen Vergehen und Schlägen.
Beispiel: Uns Kindern war streng verboten, in einem still gelegten, einsturzgefährdeten Bergwerkschacht zu spielen. Natürlich taten wir es trotzdem und natürlich wurden wir erwischt und kassierten samt und sonders eine Abreibung, die aus dem Versohlen unserer Hinterteile bestand - wir bezogen also Schläge.

Die waren schmerzhaft und unangenehm und führten in diesem Fall dazu, dass wir den Stollen für eine geraume Zeit mieden, einige von uns auch für immer. Genutzt hat es also bedingt etwas, einen Schaden habe ich - soweit ich das beurteilen kann - nicht davongetragen.

In diesem Fall war die Strafe aber etwas, was wir berechnen konnten. Wir kannten das Risiko und gingen es ein. Die Strafe nahmen wir in Kauf.

Schwierig wird es aber nach meinem Gefühl immer dann, wenn die Schläge, die ein Kind bekommt, unberechenbar sind, weil der Schlagende sich selbst und seine Emotionen nicht im Griff hat. Das ist häufig bei Alkoholikern der Fall, aber auch bei Menschen mit psychischen Problemen und fehlender Impulskontrolle.

Für das Kind werden die Schläge nicht - wie in meinem Beispiel - zu einem kalkulierbaren Risiko, sondern zu einem ständig drohenden Damoklesschwert, das über seinem Haupt schwebt. Im Prinzip reicht die Existenz des Kindes aus, um es „schuldig“ zu machen und Schläge herbeizuführen. Das Kind kann sich eigentlich gar nicht „richtig“ verhalten, weil der Schlagende selbst die Ursache für die Schläge ist, nicht ein tatsächliches Fehlverhalten des Kindes.

Das muss zwangsläufig zu einer erheblichen Verunsicherung und Verängstigung beim Kind führen. Es ist ausgeliefert und machtlos und kann nichts tun, um die Schläge zu verhindern. In diesem Fall zerstören Schläge die Seele eines Kindes.

In jedem Fall haben Schläge etwas mit Macht zu tun. Und sie sind - wie jede Strafe - nur wirksam, wenn der Geschlagene die Machtposition des Schlagenden anerkennt.

Ich bin in der Erziehung meiner Kinder hervorragend ohne Schläge ausgekommen. Wenn ich zurückblicke denke ich, mein Vater wäre das auch, aber der gesellschaftliche Kontext war in Bezug auf Strafen damals definitv ein anderer als heute.

Schöne Grüße,
Jule

Moin,

Warum denken solche „Menschen“ sowas? Und ich meine jetzt vor
allen auch Menschen, die selber in ihrer Kindheit eben NICHT
verprügelt wurden.

Vermutlich weil Nutzen und Schaden dieser „Maßnahme“ zu weit auseinander liegen, bzw. nicht direkt erkannt werden.

Den Nutzen sieht man sofort: in den meisten Fällen wird das Kind zunächst „parieren“, der „Erfolg“ der Maßnahme wird sofort sichtbar (zumindest solange, wie körperliche Gewalt als Maßnahme noch abschreckend wirkt, das kann sich auch schnell ändern).

Schäden werden hingegen häufig erst viel später sichtbar, häufig dann erst, wenn das Kind längst nicht mehr in den Fängen der Schläger ist, manchmal erst dann, wenn es seine eigenen Kinder schlägt, weil es keine andere Form der Konfliktbewältigung oder des „sich durchsetzens“ gelernt hat.

Für jemanden, der schlägt, sind diese Zusammenhänge aber meistens nicht erkennbar (weil er sie nicht kennt oder weil sie zu weit in der Zukunft liegen und er sich aktuell nicht anders zu helfen weiß oder ihm egal ist, was die Misshandlung „irgendwann“ mal für Folgen hat, da ihm der sofortige „Nutzen“ wichtiger ist).

So würde ich mal vermuten.
Gruß
Marion

Hallo!

Ich würde aber wiederum behaupten,
dass leute mit einem IQ

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Hallo,

Frage:

Was ist ein „Mensch“?

Ich glaube so spontan, dass ich Menschen, die in Menschen und Anführungszeichenmenschen unterscheiden, noch schlimmer finde…

LG Petra

Nun ja:

Was diese „Menschen“ sind weiß ich auch nicht. Ich würde mich aber klar von diesen „Menschen“ abgrenzen. Will mit solchen „Menschen“ nichts zu tun haben.

Überspitzte Frage an dich: War Hitler ein Mensch? Und wenn ja: Warum?

Hi

Ich kenne aber welche, die wurden geschlagen, denen hat es
nichts ausgemacht. Also folgt doch zwingend, dass es bei allen
Kindern, folglich auch nicht bei meinem, ausgemacht hat!!!

Oft ja. Und das ist nicht unlogisch. Ich hab das auch lange Zeit behauptet, weil ich ja nichts anderes kannte.
Ich erkläre mir das damit, dass die Ohrfeigen (ich tu mich irgendwie schwer, von „Schlägen“ zu sprechen, weil es wirklich eher so „Watschn“ waren, die nicht primär wehtaten) kalkulierbar waren bei uns, sie waren nicht selten, aber auch nicht gefährlich, da man wusste, wann sie kommen. (Im Vergleich zu psychischen „Quälereien“, die unberechenbar auftraten und oft auch nicht aus bösem Willen geschahen, machten die Schläge nun wirklich nicht so viel aus, ich glaube, bis heute nicht.)
Weil ich das kannte, weil das zu meiner Wahrnehmung von der Welt gehörte, war ich auch davon überzeugt, dass Ohrfeigen nichts schlimmes sind und dass Kindererziehung gar nicht ohne auskommen kann.
Ich habe erst durch die (immer noch andauernde) Emanzipation von meinen Eltern und damit auch von Werten, die mir lange Zeit auch lieb und teuer waren, gelernt, dass meine Vorstellungen von der Normalität noch lange nicht „die Normalität“ sind, dass Ohrfeigen, selbst wenn sie nicht viel Schmerzen verursachen, eine Demütigung darstellen und dass sie nur ein kleines Zeichen der Ohnmacht darstellen, die Eltern manchmal befällt. Man also am Ohnmachtsgefühl (das ich ja durchaus auch mental durch meine Eltern gelernt habe) arbeiten muss. Heute fühle ich mich soweit nicht ohnmächtig, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, wie ich jemals geglaubt habe, Kindern täten ein paar Watschn mal ganz gut.
Ich weiß aber, dass die meisten geschlagenen Kinder so denken wie ich damals. Und wenn sie selbst Kinder bekommen, ohne sich von dem elterlichen Gedankengut bereits emanzipiert zu haben, es auch so weitergeben.
Dazu kommt ja auch, dass man, wenn man sagen müsste, die Ohrfeigen hätten einem geschadet, sich vor sich selbst eingestehen müsste, irgendwo „geschädigt“ zu sein. Das führt wiederum zu einem Ohnmächtigkeitsgefühl.
Weitergeben von etwas, das man selbst so gelernt hat, ist, vermute ich, ein Wunsch, die Kontrolle über sich in der Welt zu behalten. Man darf ja nicht vergessen, dass man Ohrfeigen meist schon im Alter von unter 3 Jahren bekommt und diese Lernerfahrung so tief verankert ist, dass man daran nicht so leicht arbeiten kann, ohne das gesamte bis dato gelernte Weltbild ins Wanken gerät. Man will nicht wahrhaben, dass die Eltern, die einem bis man 3 ist, ein sicherer Hort waren, einen Fehler gemacht haben.

Gruß
Judith

Hallo!

Was diese „Menschen“ sind weiß ich auch nicht. Ich würde mich
aber klar von diesen „Menschen“ abgrenzen. Will mit solchen
„Menschen“ nichts zu tun haben.

Das wurde deutlich. Mein Psychologiedozent meinte immer, das seien die einzigen Menschen, die ihm wirklich Angst machen, nämnlich die, die unendlich davon überzeugt seien, besser zu sein.

Überspitzte Frage an dich: War Hitler ein Mensch?

Ja, natürlich.

Und wenn ja:
Warum?

Weil er ein Lebewesen der Gattung Mensch war. Und weil das, was er getan hat, leider auch „menschlich“ war. Die Menschheit gaukelt sich zwar selbst vor, daß nur positive Dinge „menschlich“ sind, aber in der Tat sind auch Hass und Gewalt zutuiefst menschliche Eigenschaften.

Zu leugnen, daß Hitler ein Mensch war, heißt für mich, auch den Hitler im Menschen zu leugnen. Wer Hitler „entmenschlicht“, bleint als „Mensch“ auf der Seite der Saubermänner und stiehlt sich aus der Verantwortung, sich mit dieser dunklen, bösen Seite des Mensch-Seins auch in sich selbst auseinanderzusetzen.

Gruß´,
Max

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Nun ja:

Was diese „Menschen“ sind weiß ich auch nicht. Ich würde mich
aber klar von diesen „Menschen“ abgrenzen. Will mit solchen
„Menschen“ nichts zu tun haben.

Deine Antwort kann einem den Atem rauben!

Überspitzte Frage an dich: War Hitler ein Mensch?

Natürlich! Ohne wenn und aber.
Es ist übrigens Hitler gewesen, der ganz konsequent in Menschen und „Menschen“ unterschieden hat. Was er mit den „Menschen“ gemacht hat, wissen wir.

Und wenn ja: Warum?

Das ist nicht zu begründen, das ist.

LG Petra

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Mh. ok.

Das Universum wurde von einem Grünen Elefanten entworfen.
Warum?

Das ist so. Das ist nicht zu begründen.

Also diese Argumentation mag ich nicht.

Ha. Das ist jetzt zutiefst interessant.
Das jeder ein bischen Hitler in sich selber ist.
Das öhm…ja. Das kann ich nicht leugnen.

Dabei sagen ja viele was Hitler getan hat, sei unmenschlich.

Das wirft hier jetzt eine neue Perspektive für mich auf. Eine geistige qualitative Erweiterung.

Komisch ist nur, dass ich normalerweise immer predige dass ein Mensch eben nicht nur gut ist, sondern eben auch böse.

Naja, ich bin eben auch nur ein Mensch.

Ein Mensch ist kein Mensch wenn er nur gut ist, aber auch nicht, wenn er nur böse ist. Nein, nein er ist eine Symbiose.

Ein wenig OT
Hallo,

Ich denke mir nur, dass diese Menschen dumm und gefühlslos
sind.

Ebenso dumm und gefühllos sind Menschen (auch jenseits eines IQ >100), die die subtile Kunst der nicht physischen Misshandlung praktizieren.

Bemerkenswert hierbei immer wieder, wie die Offensichtlichkeit einer Tat in direkte Relation zum tatsächlichen Schaden und zur Schwere des Vergehens gesetzt wird. Einseitig!

Grüße
Tommy

PS (das mag ich mir in diesem Thread jetzt nicht verkneifen :smile: @Jule: Nach vanBranden bist du ne scharfe Braut oder so :smile: