Warum provoziert Nacktheit?

Hallo Experten,

die Frage steht eigentlich schon im Betreff. Die Erläuterung dazu sei wie folgt ausgeführt:

Im Tierreich sind alle Tiere „nackt“. Gut, es gibt Fell, Federn etc., doch in der Regel sind die primären und sekundären Geschlechtsorgane relativ leicht zu sehen und omnipräsent.

Nur bei uns Menschen hat sich die zusätzliche* Bedeckung der Geschlechtsorgane mittels Kleidung herausgebildet.
(* „zusätzlich“, da ja die natürliche Schambehaarung durchaus schon einiges verdeckt).

Selbst in Urvölker-Kulturen, die sich unabhängig von anderen Kulturen entwickelt haben, findet man zumindest Formen eines Lendenschurzes o.ä.

Offensichtlich hat der Mensch also den Drang seine Geschlechtlichkeit zu verbergen. Warum ist das so? Gibt es dazu psychologische Überlegungen?

Wenn man nun unsere moderne Welt betrachtet, ist es wohl bisher nie einfacher gewesen, nackte Menschen zu sehen. Selbst die Werbung für eine bestimmte Margarine bezieht schon zumindest halbnackte Frauen mit ein.

Dennoch würde ein nacktes Model, welches z.B. durch eine Einkaufspassage läuft, immer noch die meisten Menschen provozieren und wahrscheinlich zu einem Polizeieinsatz führen.

Übrigens fühlten sich bei so einer Aktion auch jene provoziert, die vielleicht noch am Abend zuvor ungeniert nackt mit Fremden in der Sauna oder am FKK-Strand des Badesees saßen.

Wie lässt sich also das sehr ungewöhnliche Verhältnis des Menschen zu seiner Nacktheit psychologisch erklären?

Mit gespannten Grüßen,
Sax

Moin,

Übrigens fühlten sich bei so einer Aktion auch jene
provoziert, die vielleicht noch am Abend zuvor ungeniert nackt
mit Fremden in der Sauna oder am FKK-Strand des Badesees
saßen.

so weit musst Du gar nicht gehen, es genügt schon teileweise Nacktheit.
Geh mal in Unterhosen und er Baseklamotten durch eine Fußgängerzone.
Oder vor einiger Zeit hatte ich mich gerade entkleidet um unter die Dusche zu gehen, als es klingelte. Als ich sah, daß ein Postauto vor der Tür stand, hab ich mir ein Handtuch um die Hüfte geschlungen und bin an die Tür gegangen. Der Postbote macht ein Gesicht, als ob ich ihn gleich was böses antun würde.

Es ist eben der unübliche Kontext, der die Leute stutzen lässt.
Wenn Du im Zweireiher ins Schwimmbad gehst, kriegst Du ja auch entsprechende Blicke :wink:

Bei Nacktheit ist die Unüblichkeit dann noch ausgeprägter.

Gandalf

Selbst in Urvölker-Kulturen, die sich unabhängig :von anderen
Kulturen entwickelt haben, findet man zumindest :Formen eines Lendenschurzes o.ä

Das mag aber auch daran liegen, das die primären Geschlechtteile sehr empfindlich find. Da will man nicht riskieren sind beim Kletter zu schrammen oder sich in einen Splitter zu setzen.
Selbst wenn es total normal wäre immer nackt rumzulaufen, gewisse Stellen würde man trotzdem lieber vor Insektenstichen, Ameisen, Staub und Dreck schützen…

Selbst wenn es total normal wäre immer nackt rumzulaufen,
gewisse Stellen würde man trotzdem lieber vor Insektenstichen,
Ameisen, Staub und Dreck schützen…

Ich glaube nicht, dass ein Lendenschurz was nützt, wenn man sich in einen Ameisenhaufen setzt. :frowning:
Und gegen Staub und Dreck ist man auf natürliche Weise geschützt.

mfg

Wie lässt sich also das sehr ungewöhnliche Verhältnis des Menschen zu seiner Nacktheit psychologisch erklären?

Das Schamgefühl vor dem Geschlecht (man achte auf die negative Konotation selbst des Begriffs!) wird den Kindern von der Moralerziehung ins Gewissen eingeprägt und die Moral wiederum stammt aus den „totemischen“ Primitivversionen unserer patriarchalischen Gesellschaft ab. Vor diesen liegen die eigentlich gesunden Urkulturen, deren Männergruppen - wie viele der heutigen Primaten - mit einer sog. „phallischen Drohung“ auf die Annäherung fremder (feindlicher) Männergruppen reagierten. Solch Errektion signalisiert also vitale „Kampfbereitschaft“, und wirkt sich sehr erschwerend auf politische Verhandlungen aus.

Wo politische Bündnisse erforderlich wurden, haben deswegen die Urmänner oft angefangen, ihren Penis in einer Stulpe, hinter Lendenschurzen oder den berüchtigten „Feigen“-Blättern zu verstecken. Und als die gezielt traumatisierenden Pubertätsrituale (Urpädagogik) eingeführt wurden (- verseichtes Relikt: die Jugendweihe), wurde diese einst vollbewusste Maßnahme der Urpolitik dem Gewissen gewaltsam andressiert - heute schlimmer denn je, da man die Totemisierung von der Pubertät auf das Ende der Säuglingsphase vorverlegt hat und beide Geschlechter unterschiedslos unterwirft. „Scham“ vor den Genitalien ist also kein natureigenes Gefühl sondern pathologisch: sehr profitabel für die Pornoindustrie. Abgesehen davon, dass der psychisch depotenzierte, instinktkastrierte ‚Mensch‘ sich diesem „System“ ‚wie von selbst‘ zum Frass wirft…

Wie lässt sich also das sehr ungewöhnliche Verhältnis des Menschen zu seiner Nacktheit psychologisch erklären?

Das Schamgefühl vor dem Geschlecht (man achte auf die negative
Konotation selbst des Begriffs!) wird den Kindern von der
Moralerziehung ins Gewissen eingeprägt und die Moral wiederum
stammt aus den „totemischen“ Primitivversionen unserer
patriarchalischen Gesellschaft ab. Vor diesen liegen die
eigentlich gesunden Urkulturen,

Womit wir beim gesunden, „edlen“ Wilden wären. Und ich dachte, diese Denkungsart wäre bereits abeschafft.

Kinder wird die Bekleidung auch nicht mittels Moral beigebracht - ein zweijähriges Mädchen denkt sich nichts dabei. nackt durch die Badeanstalt zu laufen. Gottlob sind die Fälle relativ selten, bei denen das Kind noch zur Badehose von Mama ein Tuch um den Oberkörper gebunden kriegt, damit man bei dem Kleinchen nicht die Brustwarzen sieht. Wenn das mal nicht zur Neurose führt, die die Mama bereits hat…

Ansonsten würde ich es praktischer sehen: Die Urvölker leben nackt in den Tropen, dort können sie sich das leisten.
Hier jedoch - also Nacktheit an einem schönen Dezemberabend in unseren Breiten, da muß man schon hart gesotten sein. Selbst die Neandertaler trugen Kleidung (Felle), weil ihnen die Eiszeit ein bißchen zu kühl war.

Warum nur kompliziert herumdeuteln, wenn es als Erklärung auch ganz einfach geht?

ein bißchen zu kühl war.
Warum nur kompliziert herumdeuteln, wenn es als Erklärung auch ganz einfach geht?

Deine Erklärung geht ein wenig am Thema vorbei. Die Frage war, warum ein Flitzer in der Einkaufspassage zum Polizeieinsatz führt und sich selbst die provoziert fühlen, die noch eben zuvor am FKK-Strand waren. Vermutlich im Sommer…

Vor diesen liegen die eigentlich gesunden Urkulturen,

Womit wir beim gesunden, „edlen“ Wilden wären. Und ich dachte, diese Denkungsart wäre bereits abeschafft.

Nun, die neue Ethnologie zeigt nur, dass eine kaum entwickelte Zivilisation - wie in den fruchtbaren Tropen, wo weder Ackerbau noch Kleider notwendig sind - nicht automatisch gleichbedeutend mit der psychischen Gesundheit solcher Kulturen ist. Wie auch, wenn sie den Mädchen bald nach der Geburt die Klitoris amputiert und die Jungs zur Pubertät von als Götzen verkleideten Hexern schlagen lässt um sie in den Sittencodek des Totemismus traumatisch zu initiieren…

Genauso wenig führt die Hochentfaltung des Zivilisatorischen Vermögens in den unwirlichen Klimazonen automatisch zu der Pervertierung des Empfindens, Denkens und Verhaltens hin, die man leider unserer kybernetisch global vernetzten patriarchalischen Gesellschaft diagnostizieren muß - ohne daran kompliziert rumzudeuteln.

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Als Frau, mit normalerweise ziemlich blank liegen der Mus… will ich mich aber auf nichts daufsetzen, das schmutzig ist, da sollte doch schon ein gewisser Schutz dazwischen sein…

Okay, wenn man sich in den ganzen Ameisenhaufen schmeißen muss, dann hilft gar nichts mehr, außer einem Ganzkörperkondom. Gut zugeschnürt natürlich… :smile:

Hallo,

Womit wir beim gesunden, „edlen“ Wilden wären. Und ich dachte,
diese Denkungsart wäre bereits abeschafft.

Mit bisschen Mühe beim Erfassen des Inhalts kommt
man leicht drauf, dass mit „gesunder Urkultur“ nicht der
Gesundheitszustand der Individuen gemeint ist und
vom „edlen Wilden“ steht da auch nix.

Ansonsten kann ich nur zustimmen, dass unser seltsames
Schamgefühl in Verbindung mit einem Haufen verklemmter
Verhaltensweisen wohl ein Ergebnis unserer Sozialisation
sind.

Warum nur kompliziert herumdeuteln, wenn es als Erklärung auch
ganz einfach geht?

Ich kann nix so kompliziertes dabei entdecken.
Gruß Uwi

Als Frau, mit normalerweise ziemlich blank liegen der Mus…
will ich mich aber auf nichts daufsetzen, das schmutzig ist,
da sollte doch schon ein gewisser Schutz dazwischen sein…

Ja, aber der klassische Lendenschurz, so wie ich es verstehe, in der primitivsten Form, geht ja nicht zwischen den Beinen durch, sondern ist, ähnlich wie etwa ein Baströckchen, lediglich eine Gardine, die vorne und hinten herunterhängt.

mfg

Wenn man nach einem Verhalten fragt, das uns von anderen Viechern unterscheidet, tut man immer gut daran, bei Sachen anzusetzen, die uns sonst noch so unterscheiden.

Was unterscheidet uns nun von unseren haarigen, nächsten Verwandten.
Was davon ist hier relevant?

Wir gehen aufrecht, wenigstens so lange wir nüchtern sind.
Dadurch ist zumindest das weibliche Genital weitgehend unsichtbar geworden.

Nimmt die Frau dagegen, absichtlich oder unabsichtlich, eine Haltung ein, in der ihr Genital sichtbar ist, so ist diese Haltung fast immer auch als Paarungsstellung tauglich. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass Frauen, die nicht zur Paarung auffordern möchten, diese Stellungen vermeiden müssen, was natürlich je nach Umstand ziemlich behindernd sein kann.

Eine Behinderung, die auch „moderne“ Frauen noch kennen, wenn sie etwa einen Rock tragen und vermeiden müssen, dass ihnen jemand drunter guckt.

Ein Lendenschurz, der vorne zwischen den Beinen und hinten über den Po herabhängt, ermöglicht es der Frau immerhin, sich ungehindert zu bücken, bzw. beim Sitzen ungeniert die Beine zu spreizen, niemand sieht etwas. Sie provoziert so, wenigstens nicht unabsichtlich, sexuelle Erregung bei Männern, bei denen sie das gar nicht will. Hat aber gleichzeitig mehr Wirkung bei Männern mit denen sie sich paaren möchte.

Denn als einzige unter all den uns nah verwandten Affenviechern, haben wir, zum beiderseitigen Vorteil, eine Mann Frau Paarbindung, die, zu allem Elend, auch noch auf sexueller Exklusivität beruht.
Wir paaren uns, in der Regel, nicht jeder mit jedem zu bestimmten Zeiten, sondern nur mit einem bestimmten Partner, sind allerdings ständig paarungsbereit.

Weshalb die Evolution, lange bevor der Mensch auf den Lendenschurz kam, schon den verdeckten Eisprung erfand. Ein Menschenweibchen paart sich eben nicht nur in ihrer fruchtbaren Zeit und nicht mit allen Männern, die grad des Weges kommen, sondern auch an unfruchtbaren Tagen, aber nur mit ihrem eigens ausgesuchten Partner, sogar dann noch, wenn sie längst befruchtet ist. (Wenigstens meistens.) Unverpaarte Männer haben in der Regel wenig Chancen.

Der Lendenschurz der Frauen ist die kulturelle Fortsetzung des verborgenen Eisprungs.

Kommen wir zu den Artgenossen von uns, die einen Penis haben, übrigens den größten von allen Primaten, was umgekehrt schon den Rückschluss erlaubt, dass Sex für uns eine überragende Rolle spielt.

Wer einen Penis hat oder hatte, weiß, dass dieser gelegentlich eine Art Eigenleben führt, irgendwelche sexuelle Reize und der Dödel steht auf und ragt wie ein Signalmast in die Höhe, ziemlich egal, ob das seinem Besitzer grad passt oder nicht.

Signalmast ist durchaus das richtige Wort, denn er signalisiert stets zweierlei, der Frau, zu der man eventuell gar nicht gehört, dass man sie gerne bespringen würde und schlimmer noch, dem Mann dieser Frau das Gleiche, worob der meist nicht so erfreut sein dürfte.

Der Penisbesitzer kann durch sowas ohne weiteres in Deibels Küche kommen.

Man nehme folgendes Beispiel: Nackter Chef, seiner gesellschaftlichen Position und seinem Alter entsprechend attraktiv beweibt, lädt nackten jungen aufstrebenden, noch unbeweibten Mitarbeiter zu sich nach Hause ein.
Nackte attraktive Cheffrau bückt sich versehentlich etwas ungeschickt vor dem Kamin. Soll ich noch weiter erzählen?

Der Lendenschurz, das Verbergen des Genitals, dient somit der Vermeidung sozialer Konflikte.

mfg

^^ selten so herzhaft gelacht :smile: Großartig !!!

Erziehung und Religion,
Hannelore

Servus,

schöne Darlegung, war wirklich amüsant.

Leider trifft es nicht ganz den Kern des Pudels, nämlich die Frage, warum FKK-Nacktheit nicht zur gleichen Aufregung führt, wie der Flitzer in der Fußgängerzone. Allein mit biologischer Notwendigkeit lässt sich dies nicht erklären. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass FKK oder Nacktheit in der Sauna in anderen Ländern als ziemlich verwerflich angesehen wird. In manchen Kulturen ist selbst eine „nacktes“ Bein schon ein Skandal.

Bei alledem steckt also ein kultureller Einfluss dahinter, sprich Religion und Erziehung, die sich aber wiederum doch auch auf psychologische Grundlagen bringen lassen müssen, oder?

Warum also verbergen wir selbst bei asexuellen Kleinkindern deren Geschlecht? Warum haben Religionsstifter die Sexualität immer „verteufelt“? Warum sind Nacktdarstellungen in der Werbung Gang und Gäbe, eine Demonstration mit (Halb-)Nackten bewegt aber selbst hierzulande noch die Gemüter?

Ich finde, da muss mehr dahinter stecken, als die offensichtlichen Vorteile einer „Camouflage der sexuellen Erregung“ durch Kleidung.

Schließlich kommt das untergeordnete Gorilla-Männchen auch ziemlich in Schwierigkeiten, wenn es vor dem Silberrücken mit erigiertem Penis durch die Gegend läuft…

Gruß,
Sax

Servus,

interessanter Ansatz. Also ist Scham die Reaktion auf die Notwendigkeit politischen Bündnisse eingehen zu können.

Interessant, dass sich soziale Bedürfnisse als tief in uns sitzende „Gefühle“ festsetzen können.

Zumindest das rudimentäre Schamgefühl als solches ist ja angeboren (wenngleich die Sozialisation später die eigentliche Kontrolle übernimmt), also müsste evolutionsbiologisch gesehen die Fähigkeit Bündnisse einzugehen bzw. friedlich anderen Sippen begegnen zu können so vorteilhaft gewesen sein, dass sich die Individuen besser fortpflanzten, die ein Schamgefühl besaßen?

Interessante Lösung des Problems, es hätten sich ja auch einfach Individuen durchsetzen können, die aktiv (= durch ihren Verstand) ihre Erregung verbergen können. Offensichtlich ist dies aber von der Natur nicht unbedingt „gewollt“.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang diesen Artikel, den ich gerade gefunden habe.

Gruß,
Sax

Also ist Scham die Reaktion auf die Notwendigkeit politischen Bündnisse eingehen zu können.

Interessant, dass sich soziale Bedürfnisse als tief in uns sitzende „Gefühle“ festsetzen können.

Zumindest das rudimentäre Schamgefühl als solches ist ja angeboren (wenngleich die Sozialisation später die eigentliche Kontrolle übernimmt),

Lieber Sax!

Du hast Recht, es gibt bei den eigentlich sozialen Organismen (- jene Arten nämlich, die evolutionsmäßig die höchste bewusstseinsmäßige Entfaltung erlangten und seitens der Erwachsenen in Geschlechtergruppen leben wie z.B. die Schimpansen aus einer Frauen-/Kindergemeinschaft und ihrer Schutzmannschaft aus maximal 11 Männern) ein angeborenes Schamgefühl. Dieser Instinktbereich gehört also zur triebhaften Sozialität und entfaltet sich im Verlauf der „artgerechten“ Sozialisation innerhalb der primatischen Kindergruppe bis hin zur psychischen Vollreife. Es steht demnach von Natur aus nicht im Dienste der Politik/ = vollbewusste „Vertrage“ zwischen wenigstens zwei einander sonst instinkthaft „territorial“ bekampfenden Mannschaften), sondern in dem der sozialen Interaktionen innerhalb der Kindergemeinschaft und schließlich auch innerhalb und zwischen den beiden erwachsenen Geschlechtergruppen. Solch gesundes Schamgefühl warnt die geist-körperlich-seelisch vollgereiften Gemeinschaftsmitglieder vor Verhaltensimpulsen, die dem inneren Zusammenhalt der Gruppen - und zugleich ihrer geschlossenen Wehrhaftigkeit nach Außen - im Wege stehen, bzw. sich destabilisierend auswirken könnten. Z.B. die Scham des gesunden Erwachsenen vor dem ‚infantilen‘ Egoismus, Egozentrik, Rücksichtslosigkeit der kleinen gesunden Kinder…

Die Art von Scham, welche Du klären möchtest, ist nicht naturgemäß. Sie ergibt sich also auch nicht zwangsläufig aus der die Urmannschaften/ u.a. die mythischen „Elfen/ 11en )“ des Homo sapiens cro magnonensis charakerisierenden Befähigung zur Schließung urpolitischer Pakte, auch wenn ein Zusammenhang zweifellos besteht. Um aber das gesunde naturgemäße Schamgefühl von seiner pathologischen Form zu differenzieren, bzw. Verwirrung vorzubeugen oder rückgängig zu machen, würde ich vorschlagen, das erstere beispielhaft mit einer Maßnahme der 11erMannschaften vom Superstamm der Spartaner im Zusammenhang der olympischen Mannschaftskampfspiele zu setzen, u.z. die Idee ihres ÄltestenRat „Lykurg“, die Wettkämpfe vollkommen nackt zu absolvieren, damit für alle sichtbar werde, wie während dessen jeder „seinen Mann steht“. (Sinn der Olympiaden war nämlich, die Vitalität (Überlegenheits-Unterlegenheitsverhältnis) aller Mannschaften im Megastamm der „Hellenen“ auf relativ „friedliche“ Weise zu prüfen, damit den territorialen und sexuellen Kampfinstinkt der im Megatsamm politisch vertragenen Mannschaften kulturell entschärfend, das Bündnis zugleich festigend.)

Anhand dieser Maßnahme Lykurgs bekämpfte also die psychisch gesunde Urmenschheit die pathologische Form des Schamgefühls, das symptomatisch vom Hang der entsprechend traumatisch erzogenen Mannschaften begeleitet ging, ihr Ge’schlecht’ unter Kleidungsstücken zu verhüllen.

Letzteres ist demnach etwas, das erst den „Totemismus“/ grausam traumatisierende Pubertätsrituale) und dann die darauf verankerte totemische „Moral“ (traumatische Frühkindheitserziehung) unserer insgesamt naturwidrigen „patriarchalischen“ Gesellschaft charakterisiert. Ihre von Anfang an zum Leiden ‚verfluchte‘ Daseinsform ist die „monogame Familie“/ mythisch Adam, Eva, Kajin u. Habel/ s.a. Paarung Empimetheus mit „Pandoras Büchse“), also nicht mehr die primatische Hordenlebensform von 1er Frauen-/Kindergruppe und 1 Mannschaft…

Kern meiner Argumentation ist also die Hypothese, dass das Dasein als psychisch vollintakter Mensch auf egal welcher „zivilisatorischen“ Stufe das Heranwachsen in einer Lebensform voraussetzt, die der der heutigen Schimpansen (Pan Trglodytis) form- und verhaltensmäßig sehr ähnelt - abgesehen natürlich von der Hochevolutionierung des Neocortex und dem „Fall des Adamsapfel“ von der Kinnlade - wo er bist heute bei allen anderen Primaten blieb - herab zur Mitte des Halses, anhand dieser jüngsten Mutation die Befähigung zur „artikulierten“ Sprache erwerbend. Zugleich zur Schließlung von politischen Pakten /„Absprachen“), was dem Neandertaler vermutlich - trotz größerer Gehirne - nicht gelang, weshalb er von den politischen Organisationen des Cromagnonmensch ab der neolithischen Revolution in die „ewigen Jagdgründe“ verdrängt wurde.

also müsste evolutionsbiologisch gesehen die Fähigkeit Bündnisse einzugehen bzw. friedlich anderen Sippen begegnen zu können so vorteilhaft gewesen sein, dass sich die Individuen besser fortpflanzten, die ein Schamgefühl besaßen?

Der evoltionsbiologische Vorteil, den der Cromagnonmensch gegenüber dem in den Genozid getriebenen Neandertaler erwarb, liegt demnach nicht im gesunden Schamgefühl - das in beiden Hordenlebensformen wahrscheinlich identisch gewesen ist -, sondern im Erwerb der Arikulierten Sprache. Darauf deutet übrigens auch das Abenteuer der Mannschaft „Odysseus“ bei den Zyklopen hin, insofern diese mythischen Wesen zwar mächtig stark und ‚enzyklopisch‘ weise - wie die Neandertaler - waren, von Odysseus Mannschaft aber anhand eines „Sprachtrick“ überwunden wurden… Wenn Du willst, schicke ich Dir ein Höhlengemälde und Skizze eines Megalithmonuments, anhand derer ihre Schöpfer die 11er-Struktur ihrer Mannschaftslebensform selbst belegen. Die Akademien des Patriarchats sind dazu nicht fähig - auch eine Folge des pathologischen Schamgefühls…

Servus,

Leider trifft es nicht ganz den Kern des Pudels, nämlich die
Frage, warum FKK-Nacktheit nicht zur gleichen Aufregung führt,
wie der Flitzer in der Fußgängerzone. Allein mit biologischer
Notwendigkeit lässt sich dies nicht erklären. Vor allem nicht,
wenn man bedenkt, dass FKK oder Nacktheit in der Sauna in
anderen Ländern als ziemlich verwerflich angesehen wird. In
manchen Kulturen ist selbst eine „nacktes“ Bein schon ein
Skandal.

Doch, was ich darzulegen versucht habe, trifft schon den Kern der Sache. Wir stecken in einem Dilemma.
Nacktheit ist für uns, eben gerade dadurch, dass wir sie selten zeigen, etwas geworden, das wir stets in Zusammenhang mit Sex sehen.

Der Mensch als Art ist quasi dauergeil. Wir können es morgens, mittags, abends und nachts treiben, im Frühling wie im Herbst, sommers wie winters und wir wollen es ja eigentlich auch.
Die sexuelle Paarbindung kommt ja dadurch erst zu Stande.

Andererseits sind wir aber, des sozialen Friedens wegen, gezwungen, ständig so zu tun, als wäre dem nicht so.
Deswegen kommt es bei Sexualität und damit auch Nacktheit zur extremen Tabuisierung und Ritualisierung. Das Dilemma schlägt durch, in allen Bereichen.

Wir können als Mann z.B. nicht einfach sagen, eine nackte Frau interessiert uns generell nicht, weil sie uns ja zwecks Fortpflanzung interessieren muss. Aber es gibt auch Bereiche, wo man mal nackt sein muss oder möchte, ohne sexuellen Hintergrund. Und deshalb legen wir fest, wann und wo und zu welchem Zweck Nacktheit erlaubt ist und wo nicht.

Diese Festlegungen geschehen meist unbewusst und sind natürlich stark von Kultur, Gebräuchen und Gewohnheiten beeinflusst.
So sind wir, hier im Westen, z.B. mit der Zeit übereingekommen, dass eine Frau im Bikini oder sogar oben ohne am Badestrand nichts besonders sexuelles an sich hat. In Unterwäsche auf dem Bett sieht das ganz anders aus, auch wenn man eventuell weniger sieht als am Strand.

Tabus wandeln sich im Laufe der Zeit.
Der Bikini bietet sich für solche Überlegungen geradezu an, vergleicht man ihn mit dem Bademoden der 20er Jahre. Es ist ja nicht so, dass wir seither schlauer geworden wären, wir wurden nur, durch wagemutige Frauen, die immer weniger Stoff trugen allmählich daran gewöhnt.

Was heute auch kaum noch einer weiß:
Vor nicht mal hundert Jahren, galten Frauen in Hosen noch als unanständig, weil man da den Schritt sehen konnte. Von einer solchen Denkweise ist es nicht mehr weit bis zur Burka, dem anderen Extrem.

Nun kann man, unter dem Einfluss bestimmter Ideen natürlich auch von vorn herein festlegen, dass Nacktheit nichts Sexuelles haben soll, kann, darf. Solche Bereiche sind dann z.B. Eltern und Kinder, Arzt, Sauna oder FKK-Gelände. Bekannter- und interessanterweise darf man am FKK-Strand nicht öffentlich vögeln, auch dann nicht, wenn man längst ein Paar ist, für das das eigentlich normal wäre. Denn damit wäre das Gebot des Nichtsexuellen natürlich sofort unterlaufen.

FKK gab es übrigens schon bei den alten Germanen, wo Männlein und Weiblein abends nackt durchs Dorf liefen, um zu baden. Schon Tacitus hat das erstaunt, weil es bei den Römern eben nicht üblich war.

Bei alledem steckt also ein kultureller Einfluss dahinter,
sprich Religion und Erziehung, die sich aber wiederum doch
auch auf psychologische Grundlagen bringen lassen müssen,
oder?

Nun ja, ich denke, die Grundlagen habe ich genannt.
Kultureller Einfluss steckt auch dahinter, wenn wir einen Hamburger bei McD. fressen.

Warum also verbergen wir selbst bei asexuellen Kleinkindern
deren Geschlecht?

Weil das Geschlecht an sich eben nicht asexuell ist. Penis und Vulva haben starke symbolische Bedeutung für uns, was schon in den unzähligen Kritzeleien, in denen nichts anderes gezeigt wird, zum Ausdruck kommt. Wenn ich so (.) (.) mache, dann siehst du, besonders im gegebenen Zusammenhang, einen Busen, auch wenn das nur ein paar schwarze Striche auf einer hellen Fläche sind.

Warum haben Religionsstifter die Sexualität
immer „verteufelt“? Warum sind Nacktdarstellungen in der
Werbung Gang und Gäbe, eine Demonstration mit (Halb-)Nackten
bewegt aber selbst hierzulande noch die Gemüter?

Religion befasst sich zwangsläufig mit Kultur, das Sexuelle kann man da nicht ausklammern. Übrigens waren nicht alle Religionen so sexfeindlich, im alten Rom gab es, so weit mir bekannt, Tempelhuren, die zu Ehren der jeweiligen Gottheit vögelten und großes Ansehen genossen. Das Übrige ist Gewohnheitssache, wenn es jeden Tag Nackt-Demonstrationen gäbe, würde sich kaum jemand aufregen. Auch der Flitzer in der Einkaufszone ist ja nur etwas Besonderes, weil er so selten ist, ein Elefant in der Einkaufszone erregt das gleiche Interesse.

Ich finde, da muss mehr dahinter stecken, als die
offensichtlichen Vorteile einer „Camouflage der sexuellen
Erregung“ durch Kleidung.

Schließlich kommt das untergeordnete Gorilla-Männchen auch
ziemlich in Schwierigkeiten, wenn es vor dem Silberrücken mit
erigiertem Penis durch die Gegend läuft…

Du hast das vergessen, was ich ganz im Anfang meines ersten Beitrags gesagt habe. Durch den aufrechten Gang sind unsere Geschlechtsteile in eine andere Lage geraten.

Gorillas laufen normalerweise auf allen Vieren, den kleinen erigierten Penis eines Gorillas sieht man dabei gar nicht.

Ich habe versucht mich kurz zu fassen, angesichts der vielen Fragen ging’s nicht kürzer.

mfg

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Vielen Dank für die erhellenden Antworten…owT
o hne w eiteren T ext

In der Karibik war es früher üblich völlig nackt herum zu laufen. Die Wetterverhältnisse waren wohl dafür verantwortlich. Kleidung gab es da nur als schmückendes Beiwerk z.B. in Form von Blumenkränzen. Das Leben dort war früher nahezu paradisisch. Man musste nur Obst pflücken und paar Fische fangen. Also brauchte man auch keine Schutzkleidung. Dann kamen die Missionare und alle mussten sich ganz furchtbar schämen.

In anderen Gegenden hatte das Verhüllen des Körpers in erster Linie eine Schutzfunktion vor Umwelteinflüssen. So „schneiderten“ sich schon Urmenschen ihre Klamotten um sich nicht was abzufrieren.
So sieht man eigentlich nur Menschen nackend, wenn man mit ihnen intim wird. Daher wird Nacktheit wohl mit Sexualität assoziiert.

Urwaldindianer tragen oft minimale Schutzkleidung für die Geschlechtsorgane. Männer, die im dichten Urwald auf die Jagd gehen, könnten sich ihre (empfindlichen) Geschlechtsorgane leicht am Gestrüpp verletzen. Ein phallokratischer Hintergrund durch Überstülpen von hornähnlichen Gebilden über das Glied ist anzunehmen.

In vielen Kulturen gelten auch andere Körperteile ausser den primären Geschlechtsorganen als „erotisch“. So kann man Asiaten mit „Fussfetischismus“ in Verbindung bringen. Lange galten bei Asiaten sehr kleine Frauenfüsse als „schick“. Deshalb wurden in der Regel bei Mädchen die Füsse verschnürt um deren Wachstum einzuschränken. Dadurch bekam man so gut wie nie nackte Frauenfüsse zu sehen - und was „geheim“ ist, ist interessant.