Warum sagen Kinder immer 'Nein'?

Hallo,

hat sich mal jemand ernsthaft Gedanken darüber gemacht, warum Kinder von 10 Anweisungen 9 mit „Nein“ beantworten (in meinem Fall)?

Gruß
Michael

Hallo,

ein Kind erlebt im Nein die Macht der Wörter. Erst, wenn es das „Nein!“ von den Eltern hört und dann, wenn es selbst beginnt nein zu sagen.
Es versucht zu testen, ob das Nein! für es selbst genauso Bedeutung hat, wie wenn Große das sagen. Ausprobieren (wieder und wieder, so lernen Kinder), was dieses „Nein“ für eine Wirkung hat.

Nein gehört auch in die Trotzphase, in der Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln (und deshalb sehr wichtig ist).

Nur so als Anregung.

Gruß
Elke

Hi,

hat sich mal jemand ernsthaft Gedanken darüber gemacht, warum
Kinder von 10 Anweisungen 9 mit „Nein“ beantworten (in meinem
Fall)?

Hmm, groß Gedanken hab ich mir nicht gemacht, denn ich denke es liegt auf der Hand. Sobald die Kinder agiler werden ist meist das erste Wort, das sie zu hören bekommen ein „nein“. Zumindest konnte ich das so in meiner Umgebung beobachten. Später, wenn die Eltern meinen, der Sprößling würde mehr verstehen kommen dann noch so Sachen wie „nein, nicht das und das tun“ dazu. Da wundert’s nicht, wenn die Kinder dies dann übernehmen…

Jetzt müßte man halt wissen wie alt Dein Kind ist. Mein Kind ist noch nicht „in der Phase“ aber vielleicht kommt’s ja noch?

Gruß,
Christiane

Hallo

ein Kind erlebt im Nein die Macht der Wörter. Erst, wenn es das „Nein!“ von den Eltern hört und dann, wenn es selbst beginnt nein zu sagen.

Mal abgesehen davon wird die betreffende Anweisung meistens nicht gerade die Tätigkeit zum Inhalt haben, zu der das Kind im Moment besondere Lust verspürt. Die Kinder sagen doch nicht nur aus Trotz nein, sondern auch, weil sie das einfach nicht machen wollen, und weil es nicht ihren Interessen und ihrer Wahrnehmung entspricht, was der Erwachsene da von ihnen will.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Christiane,

das deckt sich mit meiner Überlegung. 5 Jahre ist mein Sohn alt.
Hätte man früher statt „Nein“ immer „Ja“ gesagt, würde er heute wahrscheinlich immer „Ja“ sagen, aber das Gegenteil tun:smile:

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo eklastic,

so sehe ich es auch. Man ist quasi selbst schuld, wenn man später von seinem Kind ein ständiges „Nein“ hört, denn man brachte es ihm ja bei.

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Simsy Mone,

das ist auch richtig, aber ich beobachtete, daß mein Sohn zwar „Nein“ sagt, aber dennoch die Anweisung ausführt. Deshalb glaube ich, daß er einfach oft das gelernte „Nein“ anwendet obwohl es Ihm nicht ganz klar ist.

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

sei noch froh…
… denn in der naechsten phase sagen sie : „ja, aber…“
dann wirst du richtig gefordert!

gruss
khs

Hier ist ja schon einiges gesagt, worden, was ich unterschreiben kann. Ergänzend dazu aber auch noch aus eigener Erfahrung:

Man kann die Quote (9 von 10 :wink:) dadurch verbessern, dass man versucht, möglichst viele Anweisungen eben nicht so ultimativ zu stellen. Bspw. das Paradethema aufräumen. Hier gibt es einen Zeitrahmen, bis wann das erledigt sein soll. Oder noch mehr entzerren.

Ich habe das damals (in der Phase: hier liegt alles mit Lego / Playmobil und Co voll) so geregelt, dass ich gesagt habe: Ich muss zum Fenster / zur Heizung kommen. Und wenn ich dir abends was vorlesen soll, dann auch im Halbdunkel ans Bett. Und zwar ohne Balanceakte. Ansonsten galt: Ein mal am WE gründlich aufräumen, so dass geputzt werden kann. Wenn das bis zu einem von mir fest gelegten Zeitraum nicht gemacht war, dann musste die Brut selber ran :wink:

Diese Methode kann man auf viele Bereiche übertragen. Anderes Beispiel, wo in meinem Umfeld auch oft genug Kampf war: Wenn man weg muss (auch morgens schon zur Schule) und die Brut nicht rechtzeitig fertig ist… Rechtzeitig vorher ankündigen: in einer halben Stunde / 10 Minuten etc… geht es los. Und zwar so, dass noch ein Spielraum besteht, dass sich die Kinder von dem, was sie gerade tun, „verabschieden“ können.

Wir hatten auch eine Phase, wo das zum Kampf zu werden drohte. Ich habe die Situation damals wesentlich (für alle Beteiligten) dadurch entspannen können, dass ich diese eindeutigen Anweisungen (ohne Ausweg für das Kind) nur noch auf die wirklich nötigen Sachen beschränkt habe… Es war herrlich. Alles viel entspannter. Und bezeichnenderweise habe ich dadurch mehr erreicht von dem, was ich eigentlich wollte. (Nur hats die Brut nicht gemerkt - weil eben die Anweisungen dazu so nie gefallen sind :wink:)

LG Petra

Die Trotzreaktionen (bei kleineren Kindern) kann man dadurch umgehen, dass man dem Kind eine Auswahl stellt:

„Willst du den grünen oder roten Pullover anziehen?“ oder: „Möchtest du deinen Saft im großen oder kleinen Becher?“

Da kann das Kind dann nicht mehr mit „Nein“ antworten… (und natürlich stellt man nur die Dinge zur Auswahl, die machbar sind - also z.B. keine T-Shirts im Winter…)

Hallo,

hat sich mal jemand ernsthaft Gedanken darüber gemacht, warum
Kinder von 10 Anweisungen 9 mit „Nein“ beantworten (in meinem
Fall)?

wenn ich meinem gatte glauben darf, liegt es daran, dass frauen (?) anweisungen gerne als frage formulieren.

„kannst du das jetzt bitte mal wegräumen?“
„nein.“

ich kenne das nein-problem nicht wirklich bewußt.
zwei tips:

  1. klare ansagen:

„jetzt wird aufgeräumt, und ich fünf minuten kannst du kommen und mit mir einen joghurt essen. ich stelle jetzt den wecker.“

  1. bei trotz-neins kann man „umlenken“. wenn das kind partout nicht diese schuhe anziehen will und es keine notwendigkeit gibt, das kind mit „gewalt“ dazu zu bringen (weil vielleicht die stimmung grad ganz toll ist), dann geht vieles gut mit kleinen ablenkungsmanövern mit einem ganz anderen thema. „ey guck mal, da kommt grad der müllwagen. komm, schnell schuhe anziehen, dann sehen wir ihn noch, ehe er um die ecke fährt.“ meist zieht es anschließend die schuhe problemlos an, weil es gar nicht um die schuhe ging.

tilli

Hi,

„Willst du den grünen oder roten Pullover anziehen?“ oder:
„Möchtest du deinen Saft im großen oder kleinen Becher?“
Da kann das Kind dann nicht mehr mit „Nein“ antworten…

guter Tipp - ich kenne aber tatsächlich Kinder (je nach Alter), die auch auf die Oder-Frage mit nein (manchmal auch ja) antworten. :smile:

Gruß
Cess

Hallo Simsy Mone,

das ist auch richtig, aber ich beobachtete, daß mein Sohn zwar „Nein“ sagt, aber dennoch die Anweisung ausführt.

Ach so, das erinnert mich an meinen Neffen, der (so ca. mit 3) bei jedem Befehl auch erstmal so getan hat, als hätte er nichts gehört, aber - nachdem er sich jeweils vergewissert hatte, dass sein Nichtbefolgen des Befehls von den Erwachsenen akzeptiert wurde - diesen Befehl dennoch ausführte, aber eben freiwillig.

Denn er wollte ja alles richtig machen, sich jedoch nicht unterwerfen.

Kann es sowas sein?

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

oh ja, daß kann gut sein, denn bei der Mama wird noch öfter nein gesagt:smile:

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ob es nur Trotzreaktionen sind, wage ich zu bezweifeln, aber Dein Tipp ist wirklich ein Sternchen wert!

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ja, so in etwa, dennoch auch ein gewisses „Auflehnen“ gegen die Eltern. Ich habe schon öfter gefragt warum er immer Nein sagt, Antwort: „Weiss nicht.“

Gruß
Michael

aus Abwehr
Hallo!

hat sich mal jemand ernsthaft Gedanken darüber gemacht, warum
Kinder von 10 Anweisungen 9 mit „Nein“ beantworten

Sicher :smile: Im Falle meines Sohnes setzt er sich so zur Wehr gegen übergroße Einflußnahme durch uns oder andere Autoritätspersonen. Für mich ist das immer ein Zeichen, einen Gang runterzuschalten und mich auf mir wirklich wichtige Anweisungen (die dann aber konsequent) zu beschränken. Klappt fast immer.

Kinder machen irgendwann einfach dicht, wenn sie fremdbestimmt werden.

:frowning:in meinem

Fall)?

Ein Schuß ins Blaue, vielleicht auch eine Anregung zur Selbstreflektion: So wie ich Dich hier im Forum kennengelernt habe, kann ich mir gut vorstellen, dass das für Dich auch zutrifft. Ein paar Anweisungen weniger, die restlichen freundlich aber deutlich vorgebracht und einige davon auch noch logisch erklärt oder mit einem „Bitte“ garniert, könnte schon Abhilfe schaffen.

Wenn mich das „Nein“ völlig nervt, spiegel ich das meinem Kind manchmal auch zurück. Wenn er mich was fragt, antworte ich immer mit „Nein“ und frage ihn anschließend, wie er das fand und erkläre ihm, dass ich das andersrum auch nicht besonders toll finde.

Schöne Grüße
kernig

Hallo Kernig,

„so wie Du mich im Forum kennengelernt hast…“, hehe, wie denn?
Das „Bitte“ ist Normalfall im Umgang mit meinen Kindern, denn ich erwarte es auch von Ihnen. Es sind nicht viele Anweisungen, einfach nur die alltäglichen wie ausziehen, waschen, Zähne putzen, aufräumen u.v.m.

Gruß
Michael

Hi,

so sehe ich das nicht. Ein „Nein“ ist kin Fehler, weder bei den Großen noch bei den Kleinen. Das „Nein“ gehört zum Leben, und die Kleinen probieren damit herum wie mit allem anderen, was sie zum ersten Mal sehen. Die spielen ja auch mit Essen. Wir als Erwachsene haben dann die aufgabe, all das richtig zu steuern. Mit essen spielt man nciht, das Geräusch, das entsteht, wenn du einen Ton machst und den Mund dabei öffnet, führt dazu dass „ma-ma“ kommt und so weiter. Das Nein ist eine der ersten (wenn nciht sogar die erste) komplexe sache. Schreien undMama rufen und mit Essen spielen führt imer zum gleichen Ergebnis. Ein Nein nicht. Das zu ergründen verlangt etwas mehr kraft. Wenn ich schon einen Teller Nudeln gegessen habe und dann zum Nachtisch „Nein“ sage, bekomme ich keinen Nachtisch. Wenn ichmüde aussehe und zum thema Bettgehen Nein sage, lande ich trotzdem im bett. Warum bloß?
Kinder rmüssen lernen, dass sie nicht alles bekommen, was sie wollen, und dass sie auch nciht alles ablehnen können, was sie nciht wollen. So ist das Leben.

Die Franzi

Hi,

„Willst du den grünen oder roten Pullover anziehen?“ oder:
„Möchtest du deinen Saft im großen oder kleinen Becher?“
Da kann das Kind dann nicht mehr mit „Nein“ antworten…

guter Tipp - ich kenne aber tatsächlich Kinder (je nach
Alter), die auch auf die Oder-Frage mit nein (manchmal auch
ja) antworten. :smile:

klar, aber man kann vorher immer kinder mal denken sehen. sieht prima aus!

tilli

1 „Gefällt mir“