Hallo,
hier hat der Volksmund mal recht.
Wie schon geschrieben wurde, setzt Fett mehr an als KH und
Proteine.
Das ist medizinisch schlicht falsch.
Fette werden im Darm hydrolysiert, die Fettsäuren und das
Glycerin permeiert durch den Darm, das Fett wird rekombiniert
und gespeichert.
Soweit halb richtig. Selbstverständlich werden auch die Fettsäuren weiter zu Energie (ATP) verarbeitet. Der nicht benötigte Teil wird gespeichert.
Da KH nicht permanent gespeichert werden, das bischen Glycogen
in der Leber wird auch dynamisch umgeschichtet, müssen die KH
erst umgesetzt werden.
Richtig.
Also Glycolyse bis zum Acetyl-CoA, dann Fettsäuresynthese aus
dem Acetyl-CoA. All diese Schritte laufen natürlich nicht ohne
Energieverluste ab und daher sind 100 kJ aus Fett ansetzender
als 100 kJ aus KH.
Man kann einfach den Wirkungsgrad des Citratzyklus und der Fettsäuresynthese berechnen. Der ist enorm hoch und besser als bei einem jeden Kraftwerk, das Menschen bauen können. Der Energieverlust ist relativ gering. In der Praxis fällt er nicht ins Gewicht.
Zudem werden kilojoule aus KH eher verstoffwechselt als solche
aus Fett. Nimmt man also gleichzeitig je 100 kJ Fett und KH zu
sich, und verbraucht 140 kJ, werden erst die 100 aus den KH
verbraucht dann 40 aus dem Fett und der Rest gespeichert.
Auch das stimmt so nicht. Alle Stoffwechselprozesse (jedenfalls diese) laufen gleichzeitig ab. Fett bleibt nicht einfach im Blut liegen, bis keine Glukose mehr vorhanden ist. Beide Nährstoffe werden gleichzeitig verarbeitet. Und was Du hier vergißt: KH werden durch Insulin in den Zellen zu Fett umgewandelt und müssen hinterher entsprechend wieder zurück zu Glukose werden, wenn ich Energie verbrauche - also nicht anders als bei Fetten. Gespeichert werden Eiweiß, Fett und KH immer in Form von Körperfett. Dessen Abbau ist dann logischerweise immer gleich.
Der einzige Unterschied zwischen Fetten und KH: KH, insbesondere die weniger komplexen, sind rasant schnell in Glukose umgesetzt und erhöhen dann massiv den Blutzuckerspiegel. Der Körper schüttet Insulin aus und sorgt dafür, daß aus Glukose Körperfett wird, welches dann ggf. bei Bedarf wieder abgebaut wird. Eiweiß und Fette erhöhen nur sehr gering den Blutzuckerspiegel und werden über andere Schritte irgendwann einmal zu Körperfett.
Unter dem Strich besteht der einzige Unterschied also nur in der Verlustenergie bei der Umwandlung in Glukose bzw. Körperfett. Diese ist aber sehr gering und fällt in der Praxis nicht ins Gewicht, wie jeder mit Übergewicht täglich feststellen kann.
Wichtig ist es beim Abnehmen mehr Energie zu verbrauchen, als man ißt oder weniger zu essen, als man verbraucht. Dann ist die Energiequelle relativ egal. Allerdings ist es natürlich empfehlenswert, seinen Blutzuckerspiegel möglichst konstant (und nicht zu hoch) zu halten. KH lassen den Blutzuckerspiegel stark schwanken, Fette und Eiweiße nicht. Dafür sorgen aber KH erst für das richtige Sättigungsgefühl (Blutzuckerspiegel steigt). Wenn man das alles weiß, kann man sich seine eigene Strategie zurechtlegen.
Benni