Hallo Malte,
Religion ist kein Beruf und auch nicht dazu geeignet, ein Beruf zu sein. Im Islam z.B. gibtz es den Beruf des Geistlichen nicht. Die Riten, die ein Muslim verrichtet, können in wiederholter gefühlsschwacher und gefühlloser Routine vollzogen werden, und haen dann mit Religion nichts mehr zu tun. Wir haben keine Kleidung, die islamische Tracht heißt. Galabiya, Hose, die Kopfbedeckung und der Bart die Sitten und Traditionen, die ein Muslim, in Buddhist, ein Zoroastier und ein Druse gemeinsam haben. Sänger in der Disco und Hippies haben sogar längere Bärte. Dass du Muhammad, Ali oder Osman heißt reicht auch nicht aus um z.B. Muslim zu sein.
Die Konfession in den Dokumenten ist auch nur ein Wort. Der Rosenkranz, das Stammeln, die Art und Weise der Derwische, der Ruf der Scheichs: " La ilaha illa Allah", werden manchmal von Schauspielern in einer größeren Fertigkeit aufgeführt als von den echten Personen. Manchmal verbergen die Fahnen, die Schilder, die Weihrauchgefäße, der Weihrauch und die Religionsgruppierung hinter sich politische Subversion, Intrige und Revolution, die nichts mit Religion zu tun haben.
Was ist denn dann Religion?
Religion ist ein Zustand des Herzens; ein Gefühl, ein inneres Empfinden des Unsichtbaren, des Verborgenen, eine verschlossene, unklare Wahrnehmung. Trotz ihrer Verschlossenheit ist eine verborgene , weise, mächtige, höchste Kraft deutlich, die alles plant. Es ist ein völlitg überwältigendes Gefühl, dass es eine höhere Existenz gibt, dass das Königreich einen König hat, dass es keinen Fluchtweg für einen Ungerechten gibt und kein Entkommen für einen Verbrecher, dass du frei, verantwortlich und nicht sinnlos geboren wurdest, dass du nicht vergeblich lebst und dass der Tod nicht dein Ende ist, sondern Er wird dich an einen unbekannten Ort überleiten, zum Verborgenen, woher du aus dem Verborgenen kamst. Die Existenz besteht fort.
Dieses Gefühl hinterläßt Ehrfurcht und Frömmigkeit. Es bewegt den Menschen zur Selbstüberprüfung und veranlaßt ihn dazu aus seinem Leben etwas Wertvolles zu kreieren und aus sich selbst in jedem Augenblick eine höhere Existenz zu formen. Er denkt an den Tag, an dem er diesem herrlichen König begegnet, dem König des Königreichs.
Diese immer neue Existenzkriese, das schöpferische kreative Leid und das kontinuierliche Gefühl ewiger Präsenz von der Ewigkeit bis zur Ewigkeit nach dem Tod, dies Gefühl der Verantwortung,des sinnes, der Schönheit, der Ordnung und des Ernstes in allen Diongen, ist die Wahrheit der Religion.
Danach sind die religiösen Aufgaben und der Gehorsam Beweise dieses Gemütszustandes. Der zustand des Herzens jedoch ist das Wesentliche. Das ist die Religion selbst und ihr Inbegriff. Der Koran z.B. offenbart die Bekanntmachung mit diesem herrlichen König, dem König aller Könige, mit seinen Namen und seinen Eigenschaften, seinen Taten, seinen Wundern und seiner Einzigkeit. Muhammad s.a.v. der letzte Prophetkam, um das Beispiel und das Vorbild zu geben, um den Glauben zu festigen und das Wort zu vollenden. Das Verborgene zu empfinden bleibt trotzdem der Geist der Religion und das Wesen der Regeln und Gesetze. Ohne dies hat das Gebet und die Armensteuer keine Bedeutung.
Muhammad s.a.v. der letze Prophet gibtz das Vorbild des vollkommenen Muslims vor, so wie er das Vorbild der islamischen Herrschaft und der islamischen Gesellschaft vorgab. Aber Muhammad s.a.v. und seine Gefährten waren Muslime in der gottleugnenden Gesellschaft der Quraisch in Mekka. (So ist die Gesellschaft auch von heute) Die Umgebung der Leugnung Gottes, der Gottlosigkeit, diese Atmosphäre hat niemanden von ihnen davon abgehalten, vollkommener Muslim zu sein. Der Gläubige muss zum Glauben einladen, aber es schadet ihm nicht, wenn keiner ihm zuhört und auch nicht, dass um ihn herum, Gott geleugnet wird.
Er kann in irgendeinen System und in irgendeiner Umgebung gläubig sein, denn Glaube ist ein Zustand des Herzens. Religion ist ein Gefühl und kein äußeres Auftreten. Der Sehende kann das Sehen ausüben, auch wenn allle Anwesenden blind sind. Der Gesichtssinn ihst eine Fähigkeit, die nicht von der Blindheit der Anwesenden beeinflußt wird. Ebenfalls ist das Empfinden des Verborgenen eine Fähigkeit, die nicht von der Achtlosigkeit der Unachtsamen beieinflußt wird, auch wenn es viele sind. Ihre Menge wird am Tag des Jüngsten Gerichts ein Gewicht in der Waage sein.
Das Grundlegende in Angelegenheiten der Religion un der Religiosität ist der Zustand des Herzens. Was beschäftigt das Herz? Was spielt sich in den Gedanken ab? Womit ist der Eifer verbunden? Welche Liebe überwiegt in den Gefühlen? Welche Sache hat den äußersten Vorrang? Was wählt das Herz im entscheidenden Augenblick? Zu welcher Seite neigtz die Vorliebe?
Diese Anzeichen werden den Glauben oder sein Fehlen beweisen. Sie sind aussagkräfigier als das zeremonielle Gebet, deswegen steht z.B. im Koran: „Doch Allah´s zu gedenken, dass ist das Höchste“, d.h. die Erwähnung Gottes ist größer als das Gebet, trotz der Wichigkeit des Gebets. Daher sagt der Prophet Muhammad s.a.v. zu seinem Gefährten im von Abu Bakr überlieferten Zitat: „Er unterscheidet euch nicht durch Fasten und Gebete, sonder durch etwas fest Sitzendes in seine Herzen.“
Durch dieses Etwas, das im Herzen eines jeden von uns liegt, werden wir am Tag der Auferstehung voneinander unterschieden, mehr noch als durch Gebete und Fasten.
Das Gebet wird erst zum Gebetz durch dieses Etwas im Herzen. Das Gebet gewinnt seine äußerste Wichtigkeit durch die Fähigkeit, das Herz zu reinigen, den Eifer zu sammeln, die Denkfähigkeit einzuberufen, die Gefühle zu konzentrieren.
Die vielen Gebete öffnen diese innere Quelle und erbreiten diesen innerlichen Fluß. Es ist der existentielle Bund mit Gott, der mehr über die Religion aussagt als irgendeine Tat. Es ist das (in diesem Beispiel) das Bild des Islams, das der Körper auf den Boden zeichnet, indem er sich niederwirft, beugt, ehrfürchtig ist, fleht und entschwindet. Der Herr der Welten sagt zu seinem Propheten:
"Sondern werfe dich (in Demut) nieder und nähere dich (Gott immer mehr).
Mit der Niederwerfung des Herzens verkörpert sich die innere tiefe Bedeutung der Religon. Die Verbindung zwischen dem Gläubigen und Gott schließt sich damit so fest wie möglich.
Mit dem religiösen sinn erblickt das Herz die Tat Gottes in allen Dinten. Im Regen und in der Trockenheit, im sieg und in der Niederlage, in der Gesundheit und in der Krankheit, in der Armut und im Reichtum, im Wohlbehagen und in der Bedrückung. Über die ganze Geschichte hinweg siehts das Herz in den Umwälzungen der Ereignisse und im Wechsel der Fügungen Gott. Und über das breite Universum hinweg sieht es Gott in der Ordnung, der Harmonie und der Schönheit, sowie in den Katastrophen, in denen Sterne explodieren und sich im fernen All auflösen.
Und im Innern der Seele sieht, es Ihn in den wechselnden Zuständen der Seele, in Darbietung, in Ergreifung, in Hoffnun, in Geduld und in den aufkommenden Gedanken im Herzen. Fast verwandelt sich das Legben des Gläubigen für die ganze Zeit in einen flüsterden Dialog zwischen ihm und seinem Gott. ein Dialog ohne Worte.
Denn jedes Ereignis, dass sich um ihn abspielt, ist ein göttliches Wort und eine himmlische Phrase. Jede Nachricht ist ein Wille, jede Neuigkeit ist ein Vorläufer im älteren Wissen Gottes.
In dieser Vorstellung von Willen sieht der Muslim keine einschränkung seiner Freiheit, sondern ihre Erweiterung. Demnächst wählt er durch seinen Herrn, will, plant und führt aus durch seinen Herrn. Er vertraut auf Gott in all seinen Taten. Vielmehr läuft, atmet, hört, sieht und lebt er durch IHn. Dies ist eine enorme Kraft und eine Untersützung, die dem wissenden Knechten nie abhanden kommt. Fast ist seine Hand Gottes Hand, sein Gesichtssinn der Gottes, sein Gehör das Gottes, sein Wille der Gottes. Es ist der Fluß der innerlichen Existenz, der sich in ihm zum Absoluten verbreitet. Dazu sagt Gott in einem Hadith Qudsi:
" Meine Himmel und Meine Erde hatten nicht das Vermögen Mich zu fassen. Das Herz Meines frommen Knechtes faßte Mich."
Diese existentielle Steigerung und die fortwährende Emporsteigung ist die Bedeutung v on Religion. Das ist die mühevolle, anstrengende Auswanderung zu Gott.
"Oh du mensch du mühst dich wahrlich bis zum äußersten, bis du zu deinem Herrn zurückkehrst und du wirst IHm mit Sicherheit begegnen. "
Kein anderer Begriff als das Abmühen drückt diese schöpferische existenzielle Qual und die seelische Überwindung emporsteigend zu Gott aus.
Das ist Religion. Es ist viel größer als bloß ein Beruf, ein Name im Personalausweis, eine Institution oder eine Uniform zu sein.
Gruß