Warum sind Religionen so statisch?

Hallo,

ich möchte gerne wissen, warum alle heute großen Religionen so
fürchterlich statisch und unflexibel sind.

Hallo Malte,

Mit Deinem Artikel triffst Du genau ins Schwarze. Warum sind Religionen so unflexibel. Ich denke, wer religiös ist, wagt sich kaum etwas anderer zu denken als von oben diktiert wird. Man denke da an das Räderwerk „Vatikan“. Nun aber hängt der Mensch sehr an Ritualen, ist für ihn lebenswichtig und er fürchtet sich vor möglichen Folgen bei einer Abweichung. Die Leute haben einfach Schiss, etwas anderes zu denken !
Mit Gruss : hardy

Hallo auch,

Mit Deinem Artikel triffst Du genau ins Schwarze. Warum sind
Religionen so unflexibel. Ich denke, wer religiös ist, wagt
sich kaum etwas anderer zu denken als von oben diktiert wird.

Denkst Du? Ich bin religiös. Ich lasse mich aber nicht diktieren, ich denke auch
anders, ich äußere meine Meinung sogar laut, ohne verbrannt zu werden. Wer
religiös ist muss oft sogar weit mehr nachdenken als andere, weil man sich immer
wieder mit den Vorwürfen auseinandersetzen muss…

Man denke da an das Räderwerk „Vatikan“. Nun aber hängt der

… selbst wenn die „Argumente“ mit der Zeit langweilig werden…

Mensch sehr an Ritualen, ist für ihn lebenswichtig und er
fürchtet sich vor möglichen Folgen bei einer Abweichung. Die
Leute haben einfach Schiss, etwas anderes zu denken !

Urteil nicht über Menschen, mit denen Du Dich offenbar noch nicht objektiv
auseinandergesetzt hast - vielleicht würden dann auch einige Gläubige offener
reden, wenn man nicht sofort mit den Fingern auf sie zeigen würde…

So long
Christian

DIe Welt verändert sich nunmal im Laufe der Jahrhunderte, und
die Menschen mit ihr

Die Menschen bleiben immer gleich. Sie waren auch immer gleich. (homo sapiens meine ich) Auch früher gab es Räuber, Schwule, Nutten, Religiöse, u.s.w.
Ein Mensch bleibt ein Mensch, er ist ein Induviduum!

Ausserdem, wenn jeder seine Religion so abändern wollen würde wie er will, dann würde eine Religion zu nichts mehr zu gute sein, das merke dir…

Tu ich doch. Es gibt bloß einiges, was ich nicht verstehe
und/oder für ziemlich dumm halte.

Wenn du deine Religion nicht okay findest, dann suche doch nach der richtigen, vielleicht findest du etwas das dir gefällt

Tu ich doch. Es gibt bloß einiges, was ich nicht verstehe
und/oder für ziemlich dumm halte.

Wenn du deine Religion nicht okay findest, dann suche doch
nach der richtigen, vielleicht findest du etwas das dir
gefällt

Ich hab schon was, was mir gefällt. Ich finde es allerdings wichtig, auch andere Menschen verstehen zu können. Der von mir angesprochene Punkt ist mit Logik nicht zu vereinbaren, deshalb frage ich nach. Daß Glaube und Logik häufig nicht viel miteinander zu tun haben, ist mir schon klar, interessant finde ich dabei jedoch, wie die unverkennbaren Logikfehler gerechtfertigt werden.

Gruß,

Malte.

…wenn ich mir allein die Tradition der katholischen Kirche
anschaue, hat sich da ja in den letzten 2000 Jahren eine Menge
getan - sogar das Fegefeuer wurde erst nach der Halbzeit
erfunden:smile: - und die Reformation hat dann nochmal ordentlich
nachgelegt mit „flexiblen“ Veränderungen.

Ja, die Reformation war schon nicht schlecht, aber die is ja nu auch schon einige Jahrhunderte her…
Außerdem geht das für mein Verständnis bei weitem nicht weit genug.

Was ist denn deiner Ansicht nach falsch, dumm und sinnlos?
Also: Was ist entbehrlich und was nicht bei z.B. Buddhisten,
Christen, Juden, Muslimen uswusf…?

Ich bin noch nicht soweit, mich in Einzelheiten zu ergehen, und ob man die Buddhisten als Religionsgruppe bezeichnen kann, scheint mir zweifelhaft (die Juden stellen da ja auch ein Problem bzgl. der Einordnung dar). Ein Beispiel hab ich ja schon genannt, überhaupt könnte man das AT ziemlich rigoros zusammenstreichen weil wegen is nich mehr.

Unentbehrlich sind die Glaubensgrundsätze: Trinität, Jesu Leiden, Nächstenliebe als Prinzip etc. pp.

Gruß,

Malte.

Hallo,

Sind sie das generell?

Ja, ziemlich. Besser als statisch scheint mir jedoch „konservativ“ zu passen. Also weniger im Sinne von „verändert sich nicht“ und mehr im Sinne von „Ist nicht in der Lage, alten Ballast abzuwerfen“.

Oder anders geferagt, wieso ist die
Matematik so statisch, wieso gibt seid jahrtausenden 1 + 1 = 2??

Weil bis jetzt niemand was besseres gefunden hat.
Die Menschheit hat aber bessere Wege des Zusammenlebens gefunden, als die umzubringen, die am Sabbat arbeiten.

In ihnen allen wird dermaßen krampfhaft an alten Dogmen
festgehalten, die - mit gesundem Menschenverstand betrachtet -
schlicht nicht mehr haltbar sind.

Welche Dogmen meinst Du und welche davon sond nicht mehr haltbar?

Das ist diskutabel, gehört aber in eine Detaildiskussion. Mir geht’s hier um die Grundsätze, also nicht die Frage "Welche Teile aus {Bibel,Koran,Thora} schmeisst man raus, sondern „Warum wird NICHTS rausgeworfen?“.

DIe Welt verändert sich nunmal im Laufe der Jahrhunderte, und
die Menschen mit ihr - irgendwie scheint es in allen Bereichen
kein Problem zu sein, dem Rechnung zu tragen, nur in
Religionsdingen funktioniert das nicht.

Weder in der Mathematik noch in der Physik noch in der
Fotrtpflanzung hat sich im Laufe der Jahrhunderte was
geändert, ist höchstens Neues dazu gekommen.

Unfug. Das ist schlicht falsch.

Gruß,

Malte.

Hi,

Irgendwann vor Hunderten von Jahren hat da irgendein Rabbi,
Prophet, Papst oder sonstwer mal was postuliert, was ne Menge
Leute „hip“ fanden und was vielleicht sogar sinnvoll war, aber
wenn sich heute herausstellt, daß das in unserer Zeit einfach
flasch, dumm, sinnlos ist, dann kann man das doch abschaffen,
ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen.

Ja, so sind die heutigen Zeiten, was gestern galt ist heute
dumm und sinnlos. Das Problem aus meiner Sicht dabei ist nur,
dass es heutzutage oft nicht durch intelligenteres ersetzt
wird.

Somit sehe ich halt nicht, was daraum dumm sein sollte, wenn
ich auch heute noch der Meinung bin, dass man Arme
unterstützen sollte. Das es eine Ehre ist Gäste (und damit
meine ich nicht die besten Freunde) einzuladen oder gar ein
grossen Teil meines Einkommens denen zur Verfügung zu stellen,
welche nicht so erfolgreich waren.

Wenn Dein „Nachbar“ am Sabbat arbeitet, bringst Du ihn dann um?
Oder bist Du der Meinung, er solle sterben?
Ist nur ein Beispiel, viele andere lassen sich in allen Märchenbüchern der Religionen finden.

Gruß,

Malte.

Hi,

Religion ist ein Zustand des Herzens

soweit ich weiß, ist das eher „Glaube“ und „Religion“ ist die Ausformung desselben. Ich denke, das muß man unterscheiden. Für den „Zustand des Herzens“ brauchst Du, wenn Du Deinen Worten folgst, weder Mohammed noch den Koran. Völlig überflüssig. Du brauchst auch keine Gebete, keine Regeln, die Du von Dritten annimmst. Alles unnütz.

Gruß,

Malte.

Tilgt die Geschichte!?
Hallo,

Das ist diskutabel, gehört aber in eine Detaildiskussion. Mir
geht’s hier um die Grundsätze, also nicht die Frage "Welche
Teile aus {Bibel,Koran,Thora} schmeisst man raus, sondern
„Warum wird NICHTS rausgeworfen?“.

Au ja… Wir nehmen ein Geschichtsbuch und schmeißen das raus, was uns nicht
gefällt. Herodot hat geschrieben, dass es Unsinn sei, dass der Nil durch
Schmelzwasser über die Ufer tritt - raus damit! Augustus hat in seinen Res Gestae
ein paar Sachen geschrieben, die heute nicht mehr zeitgemäß sind und einer
historischen Prüfung nicht mehr standhalten - raus damit! Überhaupt, warum
interessieren wir uns für Geschichte? Erstmal alle Historiker abschaffen…

Was ich, nochmal etwas unemotionaler jetzt, sagen will: Die Bibel (Thora, Koran)
ist, religiöse Bedeutung hin oder her, ein wichtiges Geschichtsbuch und eine
unersetzbare Quellensammlung. Wir müssen die Texte ab und an neu interpretieren
und bei einigen Sachen auch deutlich kommentieren, aber rauswerfen? Bitte! Du
wirfst doch auch keine Bilder aus dem Louvre, weil sie heute nicht mehr zeitgemäß
sind. Und Pyramiden werden auch nicht mehr gebaut und trotzdem konserviert…

So long
Christian

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Hi,

ich möchte gerne wissen, warum alle heute großen Religionen so
fürchterlich statisch und unflexibel sind.

Diese Aussge möchte ich grundsätzlich in Frage stellen:wink:

Wann wurde denn der Kanon der Bibel das letzte Mal geändert? Wann wurde das letzte Mal was weggestrichen?

„Dogma“ ist ein Begriff, dem man mit dem Christentum verbindet.

Als Christ vielleicht. Ich verwende den religionsübergreifend.

Kritische Geister können auch eine Religion für akzeptabel
halten. Übrigens gibt es in den Kirchen durchaus Strömungen,
die für ein Christentum light plädieren. Ich sehe dahinter in
erster Linie Versuche, durch Anpassung gesellschaftliche
Relevanz zu erhalten (es gibt im übrigen auch
„Antitrinitarier“).

Das ist ziemlich abfällig, wenngleich nett durch die Blume formuliert :smile:

Tatsächlich aber gab es
insbesondere Ende des 19.Jh. eine (protestantische) Richtung,
die für die Abschaffung des ATs plädierten, der sogenannte
„Liberalprotestantismus“, der letztlich wollte, was DU
forderst: Anpassung an die gesellschaftliche Mehrheitsmeinung.

Oh, spannend! Da werd ich mal weiter recherchieren.

Ein Grund, warum man sich heute so sehr dagegen wehrt (auf
protestantischer theologischer Seite): Die Folgen. Es waren
die liberalen Theologen, die in der guten Überzeugung, über
einen „gesunden Menschenverstand“ zu verfügen, die Politik
Wilhelms II. unterstützten und auch den WK I.

Ob das so haltbar ist… Es waren btw. die konservativen Katholiken, die Franco, Mussolini, Hitler et al. unterstützen. Und nun?

Im übrigen gehört es zum Wesen christlicher Religion (bei den
anderen kenne ich nicht so aus), die grundlegenden Texte zu
interpretieren.

Nunja, wenn gesagt wird „So jemand A tut, hat mit ihm B zu geschehen“ lässt ziemlich wenig Spielraum für Interpretationen oder?

Du kannst nicht
Modernitität fordern, gleichzeitig aber Dich einer auch mit
gesunden MEnschenverstand nachvollziehbaren Erkenntnis
verweigern (oder sie anderen verweigern), daß die
grundlegenden Texte in einer anderen Zeit zu anderen Menschen
geschrieben wurden.

Das ist mir schon klar. Genau das ist ja der Grund, warum ich der Meinung bin, daß sie einer dringenden Überarbeitung bedürfen, anstatt eines „sich mit halbseidenen Interpretationen, die nahezu willkürlich und beliebig anwendbar sind herauswinden“. Das versteht der „Wald- und Wiesengläubige“ sowieso nicht. Es soll doch Religion für die Menschen sein, nicht für Religionstheoretiker.

Jüngstes Beispiel: Die Rheinische Landeskirche, die beim
Abendmahl nicht mehr die „Kirchendisziplin“ walten läßt -
aufgrund einer anderen, modernen Einstellung zum (theologisch
gesagt) fehlbaren Menschen.

Ich bestreite nicht, daß es einzelne oder kleinere Gruppen gibt, die ihren Religionsalltag diskret etwas moderner und pragmatischer gestalten, aber wirklich weltbewegend sidnn diese Veränderungen nicht.

Gruß,

Malte.

Hi,

Was ich, nochmal etwas unemotionaler jetzt, sagen will: Die
Bibel (Thora, Koran)
ist, religiöse Bedeutung hin oder her, ein wichtiges
Geschichtsbuch und eine
unersetzbare Quellensammlung. Wir müssen die Texte ab und an
neu interpretieren
und bei einigen Sachen auch deutlich kommentieren, aber
rauswerfen? Bitte! Du
wirfst doch auch keine Bilder aus dem Louvre, weil sie heute
nicht mehr zeitgemäß
sind. Und Pyramiden werden auch nicht mehr gebaut und trotzdem
konserviert…

Schade, Du hast leider überlesen, daß ich die historische Bedeutung durchaus anerkenne.
Ich rede nicht von historischer Beschäftigung damit, ich rede von der Bibel (oder Koran, Thora etc.) als aktuell anerkannte Grundlage der heutigen Religion. Es ist ein Unterschied, ob man ein Gesetzbuch von 1865 in einem Seminar über Rechtsgeschichte behandelt oder ob man auf Grundlage desselben heute Recht spricht.

Gruß,

Malte.

Hi,

Religion ist ein Zustand des Herzens

soweit ich weiß, ist das eher „Glaube“ und „Religion“ ist die
Ausformung desselben. Ich denke, das muß man unterscheiden.
Für den „Zustand des Herzens“ brauchst Du, wenn Du Deinen
Worten folgst, weder Mohammed noch den Koran. Völlig
überflüssig. Du brauchst auch keine Gebete, keine Regeln, die
Du von Dritten annimmst. Alles unnütz.

Hallo Malte

also noch ausführlicher kann ich es dir beim Besten Willen nicht erklären, es ist ganz einfach so das Menschen die sagen „ich kann das nicht verstehen, ich finde es unsinnig“ es nicht an ihrem Verstand liegt sondern an ihrem Willen. Wer die Propheten wohlgemerkt sind es Auserwählte von Gott nicht braucht, Gottes Wort ebenfalls nicht braucht, Seine Gebote für völlig überflüssig erachtet der hat sich eben für den Weg ohne Glaube und ohne Religion entschieden, was solls?
Dann kann ich nur noch sagen, Dir dein Glaube und mir mein Glaube.
Wenn ich meinen dir ausführlich geschriebenen Worten folge, dann bin ich genau richtig wo ich bin und der Weg führt mich immer weiter, bis ich eben sterbe. Nur denke ich mal hast du entweder den Artikel vor lauter Ablehnung nicht aufmerksam gelesen. Oder aber du bist so blockiert und absolut von deiner Ansicht überzeugt. Dann frag ich mich aber warum man dann durch fragen frägt für die man sich selbst schon längst die Antwort gegeben hat. Aus Provokation?

Gruß

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Hallo,

Schade, Du hast leider überlesen, daß ich die
historische Bedeutung durchaus anerkenne.

Ähm, ich habe gerade nochmal versucht, mich durch alle Antworten zu klicken, habe
es aber nach wie vor nicht gefunden. Nur was von „abschaffen“, „trennen“, „AT
rigoros zusammenstreichen“ usw… Aber vielleicht habe ich es wirklich
überlesen.

Ich rede nicht von historischer Beschäftigung damit, ich rede
von der Bibel (oder Koran, Thora etc.) als aktuell
anerkannte Grundlage der heutigen Religion
. Es ist ein

Aber… Dieses historische Werk IST die Grundlage der Religion, die ebenso
historische Wurzeln hat. Und es ist doch so, dass es durchaus Änderungen bzw.
ergänzende Kommentierungen gegeben hat, ich denke da etwa an die
Einheitsübersetzung. Dass Dein „Sabbat-Zitat“ nicht kommentiert werden muss,
erklärt sich m.E. von selber, ich sag nur 10 Gebote und moderner, gesunder
Menschenverstand. Aber das ganze ist aus einer Zeit, in der Menschen tatsächlich
umgebracht wurden, weil sie aus heutiger Sicht nichtige Sachen gemacht haben, das
ist doch nun Realität. Und auch das gehört dazu wenn man verstehen will, warum
Jesus gekreuzigt wurde, obwohl er doch „eigentlich nichts“ gemacht hatte. Wenn Du
die Bücher als historische Quellen akzeptierst müsstest Du auch die
gesellschaftlichen Folgen dieser Quellen akzeptieren - nicht verstehen oder
adaptieren, aber zumindest ankzeptieren. Und auch, dass die Menschen durchaus in
der Lage sind, diese Quellen modern genug auszulegen, dass sie ihren Nachbarn
nicht umbringen.

Unterschied, ob man ein Gesetzbuch von 1865 in einem Seminar
über Rechtsgeschichte behandelt oder ob man auf Grundlage
desselben heute Recht spricht.

Ich würde mal ganz frech behaupten, dass die meisten Grundsätze aus dem 1865er
Buch auch heute noch geltendes Recht sind, und um genau diese Grundsätze geht es.
Die Sprache und die Beispiele mögen antiquiert erscheinen, die Strafen teils
drastisch, aber auch da durfte man nicht morden, stehlen, betrügen etc.

Gruß
Christian

Hi,

Religion ist ein Zustand des Herzens

soweit ich weiß, ist das eher „Glaube“ und „Religion“ ist die
Ausformung desselben. Ich denke, das muß man unterscheiden.
Für den „Zustand des Herzens“ brauchst Du, wenn Du Deinen
Worten folgst, weder Mohammed noch den Koran. Völlig
überflüssig. Du brauchst auch keine Gebete, keine Regeln, die
Du von Dritten annimmst. Alles unnütz.

Wer die
Propheten wohlgemerkt sind es Auserwählte von Gott nicht
braucht, Gottes Wort ebenfalls nicht braucht, Seine Gebote für
völlig überflüssig erachtet der hat sich eben für den Weg ohne
Glaube und ohne Religion entschieden, was solls?

Falsch. Es sind Menschen. Menschen, die widerum von Menschen zum „Propheten“ gemacht wurden.
Davon hat Glaube nichts mit Büchern oder Propheten zu tun. Du selbst hast ja sehr ausführlich dargelegt, daß Glaube eine Herzenssache ist. Davon rede ich hier gar nicht. Ich rede von den Büchern.

Dann kann ich nur noch sagen, Dir dein Glaube und mir mein Glaube.

Ich lasse jedem seinen Glauben, solang er mich damit auf Wunsch in ruhe lässt und nicht versucht, andere „zu verführen“ oder zu bedrängen.

Nur denke ich mal hast du
entweder den Artikel vor lauter Ablehnung nicht aufmerksam
gelesen.

Oh doch. Leider gehst Du auf meine Frage nicht ein, sondern hältst eine nette Predigt.

Gruß,

Malte.

Hi,

Schade, Du hast leider überlesen, daß ich die
historische Bedeutung durchaus anerkenne.

Ähm, ich habe gerade nochmal versucht, mich durch alle
Antworten zu klicken, habe
es aber nach wie vor nicht gefunden. Nur was von „abschaffen“,
„trennen“, „AT
rigoros zusammenstreichen“ usw… Aber vielleicht habe ich es
wirklich
überlesen.

DU hast Recht. In meiner Antwort an Metapher klingt das an, aber nicht deutlich genug. Sorry, ich dachte, ich hätte das duetlicher formuliert. Mea culpa.

Dass Dein „Sabbat-Zitat“ nicht kommentiert werden muss,
erklärt sich m.E. von selber, ich sag nur 10 Gebote und
moderner, gesunder Menschenverstand.

Ich denke schon, daß man das kommentieren muß.
Fakt ist, es steht so im dicken Wälzer. Fakt ist auch, daß es weder möglich noch sinnvoll ist, dies als Regel aufrechtzuerhalten. Also weg damit. „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“ DAS sind klare Worte. Ich räume allerdings ein, daß die Todesstrafe meines Wissens immer noch als ungültiger Passus in der hessischen Landesverfassung enthalten ist. Sollte sich auch mal jemand drum kümmern…

Wenn Du die Bücher als historische Quellen akzeptierst müsstest Du
auch die gesellschaftlichen Folgen dieser Quellen akzeptieren - nicht
verstehen oder adaptieren, aber zumindest ankzeptieren. Und auch, dass die
Menschen durchaus in der Lage sind, diese Quellen modern genug auszulegen, dass sie
ihren Nachbarn nicht umbringen.

Nun, aber die Bibel wird nicht (nur) als Geschichtsbuch betrachtet, sondern auch als „Regelwerk“ mit konkreten Handlungsanweisungen, nicht? Und DA sind dann so krasse Aussagen fehl am Platz.
So gesehen ist es ja gar nicht möglich, sich wirklich „an die bibel zu halten“, weil sie sich ja oft genug selbst widerspricht. Sicher kann man da wild interpretieren, Reihenfolgen und Werthierarchien aufstellen, aber letztlich ist das a) ein überflüssiger Heidenaufwand und b) wird immer wieder mißbraucht. Warum also nicht auf Grundlage der bibel ein schlankeres, unmißverständlicheres und akzeptables Regelwerk aufstellen, wenn man sowas schon braucht?

Unterschied, ob man ein Gesetzbuch von 1865 in einem Seminar
über Rechtsgeschichte behandelt oder ob man auf Grundlage
desselben heute Recht spricht.

Ich würde mal ganz frech behaupten, dass die meisten
Grundsätze aus dem 1865er
Buch auch heute noch geltendes Recht sind, und um genau diese
Grundsätze geht es.

Aus der Zeit wurde aber eine Menge gestrichen - aus der Bibel genau gar nichts, oder? Zumindest in den letzten Jahrhunderten nicht.

Gruß,

Malte.

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Nun, aber die Bibel wird nicht (nur) als Geschichtsbuch
betrachtet, sondern auch als „Regelwerk“ mit konkreten
Handlungsanweisungen, nicht? Und DA sind dann so krasse
Aussagen fehl am Platz.
So gesehen ist es ja gar nicht möglich, sich wirklich „an die
bibel zu halten“, weil sie sich ja oft genug selbst
widerspricht. Sicher kann man da wild interpretieren,
Reihenfolgen und Werthierarchien aufstellen, aber letztlich
ist das a) ein überflüssiger Heidenaufwand und b) wird immer
wieder mißbraucht. Warum also nicht auf Grundlage der bibel
ein schlankeres, unmißverständlicheres und akzeptables
Regelwerk aufstellen, wenn man sowas schon braucht?

HI,

wo widerspricht sich die Bibel?

Nur weil du damit nicht konform gehst, heißt das doch nicht, dass die „Regeln“ falsch sind.
Leider hat man als Mensch nicht die Weitsicht, bestimmte Dinge aus seinem Handeln vorauszusehen.
Verhaltensweisen in der Bibel, die zum damaligen Zeitpunkt „unsinnig“ nicht verständlich erschienen, sind für uns heute selbstverständlich und dienen zu unserem Wohle.

Die Regeln der Bibel sind nicht falsch und nicht veraltet, die Frage ist nur, wie geht man damit um?

Es ist so wie mit einem Pupertierendem - er muss um 20 Uhr zu Hause sein - und deklariert diese Regel als veraltet, da die anderen Freunde auch länger unterwegs sein dürfen. Aber ist damit diese Regel falsch?

LG

Andrea

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Hallo,

DU hast Recht. In meiner Antwort an Metapher klingt das an,
aber nicht deutlich genug. Sorry, ich dachte, ich hätte das
duetlicher formuliert. Mea culpa.

Passt schon - habe mir betreffendes Posting auch nochmal angeguckt, man kann es
reinlesen :smile: Absolvo te :smile:

Dass Dein „Sabbat-Zitat“ nicht kommentiert werden muss,

Fakt ist, es steht so im dicken Wälzer. Fakt ist auch, daß es
weder möglich noch sinnvoll ist, dies als Regel
aufrechtzuerhalten. Also weg damit. "Die Todesstrafe ist

Ich sehe es nicht so, dass es nach wie vor als Regel aufrecht erhalten wird. Das
AT ist, und da sind sich doch die Mehrheit der Christen einig (imHo), weder
wörtlich zu nehmen noch - in vielen Punkten - ein heute gültiges Regelwerk. Aber,
und das ist das entscheidende, die Geschichte, wie sich die Religion entwickelt
hat, wo ihre Ursprünge lagen und welche Grundideen dahinterstecken gehören mit
zum Verständnis. Sieh das Alte Testament von mir aus als historische Grundlage
für den religiösen NT-Teil an. Aber Jesus bezieht sich so oft auf das AT, dass es
einfach sinnvoll ist, die beiden Bücher in einem Buch zu führen. Und auch die
Bibel ist ja klar getrennt in diese beiden „Sammelwerke“, die ihrerseits wieder
aus verschiedenen Büchern und so Briefen bestehen.

Nun, aber die Bibel wird nicht (nur) als Geschichtsbuch
betrachtet, sondern auch als „Regelwerk“ mit konkreten
Handlungsanweisungen, nicht? Und DA sind dann so krasse
Aussagen fehl am Platz.

Siehe oben. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wird auch keiner ernsthaft die
wortwörtliche 7-Tage-Schöpfung verteidigen (auch wenn ich die parallelen zur
„wissenschaftlichen“ Schöpfung erstaunlich finde, aber das am Rande), da ist
klar, dass es nicht um das geht, was da wörtlich steht sondern um das, was
gemeint ist. Lustigerweise stellen wir uns die Entwicklung des Universums bis
heute oft als 24-Stunden-Tag vor, weil wir die tatsächlichen Zeiträume nicht
greifen können. Ähm, ich gleite ein wenig ab, an diese Regeln hält sich keiner
mehr und die werden auch nicht mehr gelehrt - sie werden zum Zeitverständnis
herangezogen - und dafür bleiben sie wichtig.

wieder mißbraucht. Warum also nicht auf Grundlage der bibel
ein schlankeres, unmißverständlicheres und akzeptables
Regelwerk aufstellen, wenn man sowas schon braucht?

Hey, das gibt es! Nennt sich „Die 10 Gebote“ und ist die auf 10 Sätze
zusammengefasste Quintessenz der Bibel. Wenn Du es etwas ausführlicher willst
kopier Dir die Bergpredigt, ist auch ne ganz ordentliche Zusammenfassung.

So long
Christian

Hallo Malte.

Wenn Dein „Nachbar“ am Sabbat arbeitet, bringst Du ihn dann
um?

Nein, allerdings steht davon auch nichts in meinen Schriften.

Oder bist Du der Meinung, er solle sterben?

Jeder wird einmal sterben, der eine früher der andere später, als die für ihn festgesetzte Zeit.

Ist nur ein Beispiel, viele andere lassen sich in allen
Märchenbüchern der Religionen finden.

Mir ist nicht klar wofür dieses nun ein Beispiel sein sollte?!

Scholem,
Eli

Ja, die Reformation war schon nicht schlecht, aber die is ja
nu auch schon einige Jahrhunderte her…
Außerdem geht das für mein Verständnis bei weitem nicht weit
genug.

was fehlt dir denn zu deinem Glück:smile:?

Ich bin noch nicht soweit, mich in Einzelheiten zu ergehen,
und ob man die Buddhisten als Religionsgruppe bezeichnen kann,
scheint mir zweifelhaft (die Juden stellen da ja auch ein
Problem bzgl. der Einordnung dar). Ein Beispiel hab ich ja
schon genannt, überhaupt könnte man das AT ziemlich rigoros
zusammenstreichen weil wegen is nich mehr.

Unentbehrlich sind die Glaubensgrundsätze: Trinität, Jesu
Leiden, Nächstenliebe als Prinzip etc. pp.

Für den Fall Christentum: Was genau ist denn deiner Meinung nach aus dem AT noch gültig und sollte nicht mehr gültig sein?

Mir fällt da so gar nichts ein…schließlich hat sich das ja schon seit Paulus aufs Wesentliche reduziert.

Grüßli,

Barbara